Selbstkontrolle ums Verrecken

3. Oktober 2011 at 09:27 (Liebesgrüsse vom Arschloch, Rantabout) (, , , , , , , , , , , , , , , )

Ich habe mich schon vor einer Weile über Idioten aufgeregt die für ihre Gewaltausbrüche immer nach einer Entschuldigung suchen. (Siehe Hier)

Aus aktuellem Anlass wird es nun vermutlich Zeit für eine Fortsetzung. Fangen wir jedoch hierfür einiges in der Vergangenheit an. Und zwar vor 8-10 Jahren.

Damals war ich noch in Basel wohnhaft und dementsprechend fühlte ich mich dem FC Basel (die Mannschaft die beinahe Manchester United besiegt hätte… ja ich reite drauf rum ;)) zugehörig.

Schon damals fiel mir jedoch auf, dass bei einigen Fans das ganze wohl wirklich nur die Kurzform von Fanatikern war.
Da gab es die angenehme Variante, die an jedes Spiel fährt und jedes Merchandise kauft, egal wie scheisse es ist (heutzutage bekannt als iFan), aber es gab auch die weniger angenehme Variante. Die Art von Leuten, die einem die Freundschaft kündigen, weil man es wagt in die „Stadt des Feindes“ arbeiten zu gehen und dadurch „Hochverrat“ begeht. (und ja genau das ist mir passiert, als mich die Arbeitssuche nach Zürich trieb)

Zu letzterer Kategorie zählten auch damals schon so seltsame Gestalten, deren einziges Gesprächsthema zu sein schien, wen sie wann verprügelt hatten weil er einem anderen Team angehörte. Und wenn man keine anderen Fans zum verprügeln hatte, nahm man halt die Schwächsten der eigenen Gruppierung.

Nette Kameraden und Hauptgrund wieso man mich nie an einem Auswärtsspiel sah, weil ich nicht mit Leuten abhängen wollte, die damit prahlen, dass sie einen Luzern-Fan am eigenen Schal im Tram aufgeknüpft hätten.

Auch vor zehn Jahren, gab es bereits Ausschreitungen und sogenannte „Scharmützel“ mit der Polizei und man konnte davon ausgehen, dass irgendeine Konstellation der Mannschaften FCB, FCZ, GCZ, YB dazu führen würde, dass Tränengas eingesetzt werden muss.

Dies führte schlussendlich zu wunderbaren Erlebnissen wie.

Bei all diesen Eskalationen waren gewisse Reaktionen immer absehbar.

1. Die Presse stürzt sich auf das Thema

2. Die Politiker übertrumpfen sich gegenseitig mit Lösungsvorschlägen die entweder am Ziel vorbei schiessen oder nicht angewandt werden.

3. Die Täter sehen sich als Opfer die provoziert wurden. Von der Polizei, den anderen Fans (was fällt es denen auch ein zu jubeln wenn sie gewinnen), den Securitas und weil irgendjemand etwas Böses über ihre Mama gesagt hat.

4. Die Fanverantwortlichen spielen die gesamte Situation herrunter, verweisen darauf, dass weder Politik noch Polizei noch Sicherheitsverantwortliche das ganze wirklich verstehen könnten und verweisen auf die Selbstregulierung der Fankurven.

Selbstregulierung.

Ein Wort welches ich vor 10 Jahren schon bei kleineren Ausschreitungen gehört habe und welche niemals Erfolg zeigte. Eigentlich würde es bedeuten, dass die Fankurve jedem der über die Stränge schlägt deutlich zeigt, dass er nicht dazu gehört. Notfalls mit Gewalt.

Die Realität sah und sieht jedoch anders aus. Ein Haufen vermummter Feiglinge sucht Schutz in der Masse der Fans. Wenn die Securitas oder die Polizei genau jene heraus picken will, stellt sich die gesamte Fanmasse jedoch gegen den „Feind“ und solidarisiert sich mit den Krawallbrüdern.
Geisterspiele, Fanpass, Stärkere Kontrollen. Alles ungerechte Massnahmen gegen friedfertige Fans die nur eine „geile Stimmung“ verbreiten wollen, jedoch diejenigen welche ihnen am stärksten schaden mit Herzblut (vor allem Blut) verteidigen.

Dieses Wochenende gipfelte das ganze (leider) mal wieder mit der zweiten Schande von Zürich. (Siehe hier)

Das ganze begann damit, dass Anhänger des FCZ einen Knallböller in Richtung eines Balljungen warfen, respektive Anhänger von GCZ Fahnen hissten die sie scheinbar mal den FCZ-Fans geklaut hatten.

Die Hintergründe der Fahnenaktion ist das endlose Prinzip des „er hat angefangen“ und spielen nicht wirklich eine Rolle.
Als wäre aber der Böllerwurf nicht schlimm genug gewesen, so fühlten sich nun die armen armen Opfer des FCZ persönlich in ihrem Ego gekränkt weil ihre schönen Fähnchen von GC verschandelt wurden und kletterten aus ihrem (kaum abgesperrten) Sektor und liefen am Rand des Spielfelds entlang rüber zum Sektor der GC-Fans und warfen 2 der 1000° heissen Petarden hinein. Danach kam es zu Schlägereien während die normalen Fans mit Kindern das Weite suchten.

Die Securitas sah dem ganzen ziemlich teilnahmslos zu. Vermutlich besser so. Sonst wären sie wieder schuld gewesen.

So bleibt die Schuldfrage an den Fans hängen welche sich tunlichst gegenseitig beschuldigen. Am erwähnenswertesten seien hier jedoch die Administratoren des FCZ-Forums, Devante und Dieter.

Beide suchten sehr schnell die Schuld in den Provokationen der GC-Fans und machten deutlich wieso die Krawallbrüder noch immer von der eigenen Kurve gedeckt werden.

Die Frage ist was bleibt. Der Präsident des FCZ dürfte es endgültig aufgegeben haben, sich schützend vor „seine Fans“ zu stellen.
Die Politiker werden (es ist Wahljahr) noch stärker auf Repression setzen. Die Fans werden sich weiter gegenseitig zerfleischen und am wichtigsten. Die Gewaltspirale geht weiter bis es wirklich zu Todesopfern kommt.

Doch was kann man wirklich gegen diese Krawalle unternehmen?

Solange nicht jeder Fan aufs heftigste untersucht wird, ist es nahezu unmöglich zu verhindern, dass Pyros ins Stadion geschmuggelt werden und selbst dann müssten bauliche Massnahmen an den Stadien getroffen werden.

Ein Ansatz wäre es einen Dresscode einzuführen, der jegliche Vermummungsmöglichkeit verbietet. Aber das würde auch das Mannschaftseigene Merchandising betreffen (Schals, Jacken etc.) und ist kaum durchführbar.

Der Fanpass, welches es nur eingetragenen Personen erlaubt ein Ticket zu kaufen, ist ein Ansatz der stärker verfolgt werden wird. Aber auch ein Fanpass hilft nicht, wenn der Träger vermummt ist.

Die Selbstkontrolle ist nicht gescheitert, sondern hat niemals existiert. Eine Gängelung der Hardcorefans (keine Saisonkarten mehr oder nur extrem überteuert, Abwälzung der Schäden und Strafen auf die Fanclubs etc.) ist kaum umzusetzen und wird eher den Zusammenhalt dieser Gruppierungen erhöhen als ihnen die Augen zu öffnen.

Absperrungen hochzuziehen die die Sektoren WIRKLICH voneinander trennen (ich spreche hier von Wänden zwischen den Sektoren die nur den Blick nach vorne zulassen) wären bescheuert und gefährlich (dafür aber sicher).

Dann bleibt noch diejenigen Randalierer die man erwischt und verurteilt richtig bluten zu lassen, dass sie sich davon nicht mehr erholen. (Abwälzung der Strafen, Kosten für Polizei etc.) Aber hiermit zerstört man nur das Leben einiger weniger (die vermutlich eh nicht über den Intellekt verfügen ihre Taten zu reflektieren) und die sogenannte „Fanbase“ verbrüdert sich noch stärker.

Für mich und einen Haufen Leuten die einfach nur Fussball sehen wollen, bleibt schlussendlich nur eine Lösung. Wenn ein Fussballspiel einer der oben genannten Mannschaften stattfindet, bleibe ich daheim und schaue es am TV oder im Internet.

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Von Schweinegrippe und schlechten Drogen

4. August 2009 at 08:30 (Rantabout) (, , , , , , , , , , , , , , )

Alle Jahre wieder findet in Zürich die Streetparade statt.

Da wohl jeder diese riesige Technoparade im Sinne der Love Parade kennen dürfte, muss ich kaum weiter darauf eingehen, was einen wohl am Samstag dem 8.8.2009 in Zürich erwarten dürfte.
Viele Menschen in wenig oder sehr ausgefallenen Klamotten (ähnlich wie bei Animeconventions) die schlechte Musik hören.

Ich gebe zu, es ist kindisch von schlechter Musik zu sprechen,  da jeder Mensch einen anderen Musikgeschmack hat. In meinen Augen ist Hiphop in vielen Fällen lediglich die Prahlerei eines Affen mit kleinem Geschlechtsteil und Techno ist in 95% der Fälle ein Epilepsieanfall in Musikform. (Dafür ist vermutlich Metall für die Fans dieser Musikrichtungen nur heulen und grunzen, was ich bei manchen Bands sogar bestätigen muss.)

Aber kommen wir zurück zum Techno. In meinen Augen, ist diese Musik nur dann zu ertragen, wenn man sich ordentlich mit Drogen zupumpt (ähnlich wie bei Schlagermusik und Bier), dementsprechend bin ich auch nicht verwundert darüber, dass die Streetparade (und generell viele House/Techno/Rave/wasweissich-Parties) ein riesiger Umschlagplatz für Szenedrogen sind.

Aber VORSICHT. Viele der Ecstasy-Tabletten enthalten nämlich gar keinen MDMA-Wirkstoff, sondern irgendwelches anderes Zeugs, dass voll ungesund ist. Aus diesem Grund rät die Szeneorganisation (was auch immer das sein soll) Eve&Rave dazu keine illegale Drogen von Unbekannten zu kaufen und Streetwork bietet an, direkt an der Streetparade die Drogen auf ihre Echtheit zu prüfen.

Denk dran. Kauft ILLEGALE Drogen nur von Leuten die ihr kennt. Sonst verreckt ihr noch an Gegenwirkungen die NICHT geplant waren. Und  liebe Dealer. Bringt eure Pillen direkt zu Streetwork bevor ihr sie vertickt. Die geben euch sicher ein Echtheitszertifikat.

Wobei ich ja nicht glaube, dass die Drogen so gefährlich sind. Zumindest nicht so gefährlich wie die Schweinegrippe. Denn wie ich letzte Woche aus den Medien *hust*Blick*hust* erfahren durfte, kommen viele Engländer an die Streetparade. Und darum besteht eine hohe Gefahr, dass alle Besucher der Streetparade sich mit Schweinegrippe anstecken.

Aus diesem Grund. Wenn ihr auf (egal ob falschen oder richtigen) Drogen mit irgendwelchen Fremden poppen geht. Zieht zu eurer eigenen Sicherheit Schutzmasken auf. Denn dadurch seid ihr sicher.

In diesem Sinne. Viel Spass an der Streetparade. Ich bleib zuhause und hör Metal.

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Standortabhängigkeit – oder wie wir noch teurer werden können

8. Juli 2009 at 08:27 (Rantabout) (, , , , , , , , )

Seit dieser Woche gibt es bei der Valora, der Betreiberin der K-Kiosks eine neue Preispolitik. „Standortabhängigkeit“ heisst hier das Zauberwort, mit welchem den Leuten das Geld aus der Tasche gezogen werden soll.

Um ihr Angebot fairer zu gestalten hat die Valora begonnen, ihre Kioske in Kategorien zu unterteilen.

1. wird billiger
2. bleibt gleich
3. wird etwas teurer
4. wird noch teurer (bis zu 35%)

Der Grund ist simpel erklärt. An manchen Standorten, sind die Platzmieten so hoch, dass die Kioske mehr Geld einnehmen müssen, um die Mieten zu bezahlen. Im Grunde eine Milchmädchenrechnung.
Platz A kostet 25% mehr im Monat als Platz B, dementsprechend kostet das Sortiment auch soviel mehr.

Faktisch ist jedoch das Problem, dass zum einen, an Platz A 50% mehr Kunden unterwegs sind und zum anderen, Platz B nicht wirklich existiert.

Beim überfliegen der Liste (welche von Blick hochgeladen wurde, also aufpassen, muss ned stimmen), fällt einem nämlich folgendes auf.

Chur ist als einziger bekannter Standort Kategorie 2. Bleibt also gleich.
Alle Bahnhöfe und Flughäfen sind nun Kategorie 4. Logisch. Dort sind die Leute im Stress und achten nicht mehr auf den Preis.
Basel, Genf, Zürich etc. sind nun alle Kategorie 3, ausser sie sind Kategorie 4.
Und Kategorie 1? Naja. Denkt ihr ernsthaft die gäbs?

Faktisch ist es simpel. Im Denner zahlt man für ein Red Bull ca. 1.50 Fr. In den Kiosks mittlerweile irgendwo zwischen 3.- und 4.- Fr.

Es liegt an uns, diese Abzocke nicht mitzumachen und das nächste Mal im Kiosk die Verkäuferin zu fragen.

„Tschuldigung. Welche Kategorie sind sie eigentlich?“

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Widerstand gegen die Staatsmacht und andere Ausreden

6. Juli 2009 at 12:10 (Rantabout) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Heute fühle ich mich in Nörgelstimmung. Mein aktuelles Lieblingsziel? Diese sogenannten Demonstranten.

Dieses Wochenende war es mal wieder in Zürich soweit. Eine unbewilligte Demonstration mit dem treffenden Namen „Fuck the Police“ wurde ins Leben gerufen um einem 17 jahre alten Jungen zu Gedenken, der bei der Flucht vor der Polizei unter einen Zug kam.

Ich möchte gar nicht allzugross auf den Tod des Jungen eingehen, da meiner Meinung nach ein Dieb der vor der Polizei unter einen fahrenden Zug flüchtet ziemlich selber schuld dran ist, wenn er die Aktion nicht überlebt.

Was mich aber immer wieder rasend macht, ist die Tatsache mit welch lächerlichen Ausreden sich diese Demonstranten eigentlich nur das Recht sichern wollen, um ihre Gewaltsucht zu befrieden.

Horden von „Antiglobalisierungsgegnern“ machen sich jedes Jahr auf zum WEF ohne eigentlich zu wissen, was Globalisierung überhaupt ist. Der erste Mai, der „Tag der Arbeit“ wird jedes Jahr erneut für Demonstrationen zum Wohle der Arbeiterklasse missbraucht, auch wenn vermutlich ein Grossteil der Randalierer noch nicht einmal weiss, wie man das Wort Arbeit überhaupt schreibt.
Auch im Fussball schreibt sich der Hooliganismus (auch wenn die Krawallbrüder mit den ursprünglichen Hooligans nix am Hut haben) aufs Banner nur dann loszulegen, wenn sie provoziert würden.

Wieso diese kindische Suche nach Ausreden? Jedesmal wenn diese Idioten wieder Amok laufen. Wahllos (oder gezielt) Autos und Geschäfte beschädigen. Mit Pflastersteinen auf Polizisten oder sonstige Anwesenden losgehen, herrscht immer derselbe Grundton.
„Wir wurden provoziert.“ –  „Wodurch?“ – „Durch die Bullen?“ – „Und wie?“ – „Ey die stehen schon so provokativ da ey“….

Dieser psychologische Faktor des „ich wurde provoziert“, respektive des „ich bin nicht schuld“ scheint etwas zu sein, was alle diese gewaltgeilen Gehirnakrobaten zu verbinden scheint.

Sei es der Türke der einen bedroht weil man „seine Freundin anguckt hat“, der Glatzkopf der seine Arbeitslosigkeit auf den bösen Ausländer anstatt auf seine schlechten Umgangsformen (und den mangelnden Intellekt) schiebt, der junge Kosovar der nichts dafür kann, wenn die“ blöde Olle“ seinem getunten VW-Golf nicht rechtzeitig ausweichen kann oder eben unsere lieben Krawallbrüder, die für Anarchie und die Freiheit alles zu tun was man will kämpfen, dann jedoch die ersten sind die zum Datenschützer rennen, wenn jemand ein Foto von ihnen ins Internet stellt…

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