Con-Zukunft, Gesundheitsupdate und der goldene Kibo

23. März 2014 at 11:34 (Life of shin) (, , , , , , , , , )

Hallo Zusammen.

Wird Zeit sich mal wieder zu melden und über meine Conpläne dieses Jahr, sowie über meine Gesundheit und meine Nomination für den goldenen Kibo zu reden.

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Bin ich Marke oder bin ich Mensch?

3. November 2011 at 22:20 (Comedy, Liebesgrüsse vom Arschloch, Life of shin, Rantabout) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Hier mal wieder ein Beitrag der dies tut, wozu dieser Blog eigentlich gedacht wäre. Einen Hintergrund zu dem Menschen liefern, der hinter dem kostümierten Spinner auf der Bühne steht. Mir.

Der folgende Eintrag, respektive seine Aussage ist mir sehr wichtig aber ich haderte lange damit ob ich ihn wirklich so schreiben sollte, wie er schlussendlich hier steht.

Seit über 6 Jahren (genauer genommen, seit dem 5.6.2005) tingle ich von Animeconvention zu Animeconvention und versuche das Publikum mit meinen Kapriolen auf der Bühne zu unterhalten.

Die Anfänge waren damals bescheiden und kamen nur durch Connections und den Goodwill der jeweiligen Veranstalter zustande.

Meine ersten Auftritte (Hanami, J-Con, Kamani, Nippon Island Con) liessen sich daher mehr auf persönliche Beziehungen als wirklich auf Talent zurückführen und daher war für mich mein erster Auftritt an der Bonenkai 2006, wo ich zuvor keinerlei Connections hatte, eine riesige Ehre.

Ich will den Orgas der anderen Veranstaltung keinesfalls unterstellen, dass sie mich als reinen Freundschaftsdienst auf die Bühne liessen, aber in meinen Augen verfügte ich niemals über das Talent Leute wirklich zu unterhalten und als Showact zu fungieren.
(Dies wurde mir ebenfalls wortwörtlich so 2006 von einer Con bei der ich bis heute Auftrittsverbot habe so attestiert. „Wir glauben nicht, dass du Leute unterhalten kannst“)

Zu dieser Zeit nannte ich mich selbst noch „Michael Mittermeier der Animeszene“. Nicht weil ich mich auf einem Level mit ihm gesehen hätte oder besonders wichtig erscheinen wollte, sondern weil ich mich selber als einen schlechten Abklatsch von MM sah.

Ich befand mich auf der Suche nach meinem eigenen Style, nach mir selbst und nach einem Weg die Leute wirklich zum Lachen zu bringen. Und das taten sie. Die Leute lachten. Aber wieso? An meiner Comedy konnte es unmöglich liegen. Die war nicht lustig.
Ich selbst hielt sie nicht für sonderlich komisch. Meine damalige Freundin hielt sie absolut nicht für komisch und machte mir dies auch oft genug deutlich mit Sprüchen wie „Naja für Deutsche reichts“.

Dementsprechend war auch mein Verhalten in der Comedy. Nach jedem Auftritt durchsuchte ich Conberichte nach meinem Namen. Ich musste wissen was die Leute wirklich von meiner Comedy halten. Lachen sie nur aus Anstand oder halten sie mich wirklich für witzig? Und was gefällt ihnen nicht? Wie kann ich besser werden?

Meine Gemütsschwankungen varrierten irgendwo zwischen „Yes ich kann die Leute zum lachen bringen“ und „warum schauen die mich an? Ich bin Scheisse“ und dementsprechend war ich auch stets auf der Suche nach Möglichkeiten mich zu beweisen und besser zu werden. Oder zumindest meine Comedy von Allem und Jedem bewerten zu lassen.

Damals war ich aber nicht nur auf der Suche nach mir selbst, einer besseren Arbeitsstelle, meiner eigenen Comedy und Auftritten, sondern auch nach simplen Themen über die ich überhaupt Witze machen könnte.

2005/2006 – Auftritte an der Nippon Island Con, der Hanami, der Kamani und der Bonenkai

Mein erstes Programm (Ein Mann unter Freaks) hatte eine Vorlaufzeit von 2 Jahren in denen ich diverse Witze aufgeschrieben und irgendwie ins Programm verwurstet hatte um dann schlussendlich RTL 2 den Krieg zu erklären.

An der Bonenkai lernte ich das erste Mal die Schattenseiten des Ruhms kennen, indem ich mit anderen Showacts in einer Mailingliste war, denen ihr „Stardom“ scheinbar zu Kopf gestiegen war. Lautstark beschwerten sie sich über zuwenig Auftrittszeit, zuwenig Tickets, zu wenig Zeit im Hauptsaal und überhaupt zuwenig Würdigung für ihr Genie.
Dies untermauerten sie mit der Betonung, dass sie sowieso beliebter wären als alles andere was an der Con auftreten würde.

In diesem Moment fasste ich mir einen Entschluss. Sollte ich jemals so werden…. erschiesst mich. In erster Linie sollten wir Showacts zur Unterhaltung der Besucher dienen und nur an zweiter Stelle unserer eigenen Profilierung fröhnen. Ganz besonders aber sollte man niemals die anderen Showgruppen beleidigen, denn jeder Showact weiss selbst, wieviel Überwindung es kostet auf die Bühne zu gehen.

Daher rührte mein Entschluss immer dankbar dafür zu sein, dass ich auftreten darf.

2007 – Auftritte an der Hanami, der Kamani und der J-Con

Das zweite Programm (Erlebnisse eines Condrivers) sollte etwas von der Szene weg kommen, mir eventuell ermöglichen auch lustig für Leute zu werden, die keine Ahnung von Anime hatten (wie meine Familie) damit ich auch diese unterhalten könnte (man beachte wieder die Suche nach Bestätigung).

In diesem Programm hatte ich zwei Punkte entdeckt, der mir für spätere Programme dienlich sein sollten.

1. Finde einen guten Abschluss

Wenn du nicht weisst wie du dein Programm beenden sollst, wirst du in der Schwebe stecken. Kein Abschlussgag hinterlässt das Publikum mit Enttäuschung.

2. Kenne dein Publikum

Die Zuschauer bei Comedy möchten mitreden können, sie müssen sich integriert fühlen. Dieses Programm scheiterte darin. Jeder Congänger kommt irgendwie zu einer Convention, doch die Fahrt wird gerne ausgeblendet. Aber für mich war klar, an Animeconventions nur noch passende Comedy.

2008 – Auftritte an der Kamani, dem Best of Anime und der Hanami

Das dritte Programm (zehn Jahre Conhopping) war wieder ein Versuch zurück zum Ursprungsthema. Ich merkte, dass es eine gute Idee gewesen war direkt über die Szene als solches zu sprechen. Das Publikum fühlte sich miteinbezogen und ich hatte das erste Mal das Gefühl, dass ich sie wirklich in meinen Bann ziehen konnte.

Zu diesem Zeitpunkt verabschiedete ich mich auch von meiner damaligen Freundin und eine neue Frau trat in mein Leben. Die Frau, der ich am 3.12.2011 meinen Nachnamen übergeben werde.

Sie gab mir wieder Selbstvertrauen. Sie unterstützte mich bei meiner Comedy. Sie glaubte an mich und das half mir ebenfalls an mich zu glauben. In demselben Jahr gab ich auch mein erstes abgedrucktes Interview für Pummeldex, was mir endgültig das Gefühl gab, doch irgendwie als Showact gelten zu dürfen. Auch wenn ich nicht verstehen konnte wieso.

2009 – Auftritte an der Dokomi, der Kamani, der Hanami, Best of Anime und der Connichi

2009 erlebte ich mit meinem vierten Programm (Voll im Stress) einen plötzlichen Popularitätsanstieg. Ich weiss nicht ob es mit dem Interview bei Pummeldex zu tun hatte, aber ich hatte das Gefühl, dass an der Hanami der Saal voller war als auch schon.

Das Programm, bei welchem mir meine Freundin sehr geholfen hatte indem sie als Zuhörerin und Ideengeberin fungierte, schlug beim Publikum sehr gut an. Insbesondere die Helfer, welche Hauptopfer meiner Show waren konnten mir nur beipflichten und fünf kleine Sätze, sollten sich in die Köpfe der Conbesucher bohren.

Keine Ahnung.
Ich bin nur Helfer.
Frag nen Orga.
Wo steckt die Orga?
Wo bleibt meine Vertretung?

2009 markierte daher auch eine dreifache Premiere für mich. Zum einen wurde ich das erste Mal direkt von einer Con angefragt ob ich bei ihnen auftreten wollen würde.

Bei der Bonenkai hatte ich mich beworben. Hanami/J-Con/Best of Anime/Kamani waren für mich Cons/Treffen an denen ich eh auftreten würde, weil sie von Freunden organisiert wurden.
Aber nun gab es da eine Con die mich wollte. MICH. Und das ohne dass ich da jemanden kannte.

Ich musste mehrmals meine Augen reiben bevor ich der Mail glauben konnte die mich nach Düsseldorf einlud. Aber was tut man als Showact in so einem Fall? Düsseldorf war weiter weg als alle bisherigen Cons  und fordert man bei sowas Benzingeld? Gage? Miep?

Dies ist eine Frage die sich mir bis heute nicht wirklich beantworten liess. Kann ich Gage/Spesen verlangen? Darf ich das? Sollte ich das sogar? Die Geldfrage wurde bis heute nie wirklich geklärt, aber dazu werde ich mich später noch äussern.

Der Auftritt an der Dokomi führte auch dazu, dass ich JD kennen lernte und sah, dass ich scheinbar in Zukunft nicht der einzige Animekomiker sein würde. Dies machte mich glücklich, da ich damit die Möglichkeit hätte irgendwann aufzuhören weil ja nun jemand anders meinen Job erledigt und weil es mir zeigte, dass die Idee mit Animecomedy scheinbar ganz gut gewesen war.
Ebenfalls wurde ich das erste Mal gezwungen eine Zugabe zu geben. Eine Zugabe? Wie denn, wo denn was denn? Schlussendlich stammelte ich irgendetwas dahin, aber die Idee Songs (als Hommage an Chibichibixxx) am Ende zu singen war geboren.

Die dritte Premiere und ein noch viel grösserer Schock war als ich von der Connichi die Erlaubnis bekam bei ihnen aufzutreten. Zwar nur weil eine andere Showgruppe absagen musste und ich als Einmannshow flexibel war, aber ich wurde genommen.
Das triumphale Fiasko mit dem Stromausfall dürfte allen genug geläufig sein und muss daher nicht extra erwähnt werden.

Aber 2009 war für mich endlich der Moment, in dem es in meinem Kopf „Klick“ machte und ich wirklich zu mir selbst sagen konnte. „Ja. Ich bin lustig. Ich KANN Leute zum Lachen bringen“
Trotzdem verbrachte ich absolut gehypte Wochen online und suchte nach Kommentaren zu meinem Auftritt. ^-^`

2010 – Auftritte an der Contopia, der Hanami, der Dokomi, der Kamani, der Chisaii-Con, dem Cosday, der NiCon, der Frankfurter Buchmesse, der Wie.Mai.Kai, der Animaco und der J-Con

2010 und mit dem fünften Programm (Fan @ Work) ging die Show so richtig los. Das neue Programm war im Grunde dasselbe wie bereits die anderen beiden davor. Neu widmete ich mich jedoch den Fans selbst und nicht mehr den Helfern.

Ich persönlich denke das Programm war weniger ausgereift als sein Vorgänger. Gezwungener vielleicht. Zumindest überzeugte es mich selbst nicht so sehr wie Voll im Stress. Aber ich denke es kam beim Publikum trotzdem an, gerade weil sich die Zuschauer selbst mehr darin erkannten als in den Helfern.

Die Connichi und das damit geborene Kamen no Maid Guy-Cosplay hatten mir einen Popularitätsboost gegeben, der dazu führte, dass ich von 6 neuen Cons angefragt wurde.

Nun war der Moment gekommen, wo ich mir ernsthaft Sorgen um mein Budget machen musste. 10 Cons innerhalb eines Jahres waren bei weitem zuviel für mein Budget, besonders wenn mich manche Cons bis nach Hannover oder Hamburg führen sollten.
Schweren Herzens entschloss ich mich dazu, dass ich bei manchen Cons auf Reisekostenerstattung und/oder ein Hotelzimmer bestehen musste wenn ich nicht pleite gehen wollen würde.

Mein Selbstwertgefühl war auf einem gigantischen Hoch und es kam gerade recht, dass die Connichi mich 2010 nicht auftreten lassen wollte. Nach 2009 fragte ich mich, was ich noch tun könnte um angenommen zu werden. Wenn 30 Minuten Improvisation ohne Beamer nicht reichen würden sie von meinen Qualitäten zu überzeugen, was dann?

BERLIN!

Richtig gehört. Wenn ein Showact an der Animaco oder der MMC auftreten kann, sind seine Chancen 50% höher an der Nichi auftreten zu dürfen, also schnell an der Animaco bewerben. Die Con ist eh cool und ich hab dort oben Freunde die ich sonst ned sehen könnte.
Ich hatte Glück und konnte tatsächlich an der Animaco auftreten. An Krücken… wie bereits an der WieMaiKai die Woche zuvor.
Da ich mich aber bei der Maco beworben hatte, traute ich mich nicht Forderungen zu stellen. Wieso auch Geld fordern wenn ich da unbedingt hin will? Is ja dumm.

Als besonderes Highlight erlebte ich die Frankfurter Buchmesse an der die Bühne von Leuten gestürmt wurde (was zum Running Gag werden sollte). Leider gab es hier einige Unklarheiten im Vorfeld wodurch ich die Überbrückung zwischen DCM und Auswertung komplett improvisieren musste, auch da die Technik ihre verdiente Pinkelpause nachholen musste.
Dementsprechend werd ich dort wohl nie mehr zu sehen sein. Auch weil ich da das erste Mal merken durfte. Cosplayer/innen könnne richtige Diven sein. Das Gezicke einiger ganz schlimmen Exemplare sollte so auch Pate stehen für mein nächstes Programm.

Unterm Strich endete 2010 mit ganzen zehn Cons mit denen ich zwischen 2000 und 3000 Euro ungedeckten Ausgaben hatte. (Die Reisekostenerstattungen reichten für das Minimum, auch da ich bei Cons wo ich immer aufgetreten war niemals Geld verlangen könnte)

2011 – Auftritte an der Hanami, der ChisaiiCon, der Dokomi, der Wie.Mai.Kai, dem Cosday, der Connichi und der J-Con

Das aktuelle Jahr startete wie üblich mit der Hanami und einem neuen Programm (Con ist Krieg). Das erste Mal hatte ich mir überlegt sowas wie einen richtigen Act aufzusetzen. Ein alter Ego. Ein Grundthema. Etwas, das sich von Anfang bis Ende durch zieht.
Auch entschloss ich mich auf die wunderbaren Commissions von Mummymetaller zurückzugreifen, respektive sie für mich malen zu lassen.
Ebenfalls ging das erste Mal Merchandising in Form von Buttons und Shirts an den Start (was beides aber mittlerweile passé ist).

2011 war ich nun endgültig im Stardom angelangt. An der Hanami war die Halle so voll, dass Leute nicht mehr hinein durften. Ich wurde von Conhon zu Conhon getrieben, fotografiert, um ein Autogramm oder Interview gebeten und fühlte mich wirklich als ein Star. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf „Was wollt ihr von mir? Ich bins nichts besonderes. Ich bin genau so ein Depp wie ihr alle auch.“
Ich wurde sogar gefragt ob ich nicht zum 18ten Geburtstag eines Fans kommen wolle, musste aber aus Zeitgründen absagen. (wobei ich mir immer noch seltsam vorkomme beim Gedanken daran für Geburtstage gebucht zu werden :))

Das Jahr hindurch versuchte ich mir auch diesem Gedanken treu zu bleiben und mich an die Bonenkai und die zu Selbstüberzogenen Showacts zu erinnern. So dürfte ich niemals werden. So will ich niemals werden.
Aber ich musste feststellen, dass mit dem Alter (immerhin fast dreissig) langsam die Kraft aus dem alten Mann gezogen wurde.
An diversen Cons musste ich darum bitten, dass man für mich einen Schlafplatz im Hotel organisiert, einfach weil ich Angst hatte keinen Schlaf zu finden wenn ich mit anderen Animefans im selben Raum wäre und weil auch mein Rücken die harten Better nicht mehr so gut verträgt.

Besonders ChisaiiCon und Dokomi, wegen denen ich 3000 Km innerhalb von 8 Tagen zurück legte, setzten mir enorm zu und ich musste an der Dokomi mit Fieber auftreten.

In dem Moment fasste ich den Entschluss, dass eine Pause her musste. nach 6 Jahren und 6 Comedyprogrammen brauchte ich einfach eine Pause.
Ich wusste nicht mehr was ich für Witze bringen sollte.

Die Verlobung und baldige Hochzeit mit meiner Freundin war daher der perfekte Grund um mir die Auszeit auch wirklich zu nehmen und nicht trotzdem etwas neues zu organisieren. Denn einne Hochzeit kostet Zeit, Nerven und Euro. Und grade von letzterem blieben dieses Jahr erneut 2-3000 auf der Strecke.

Mit dem erneuten Auftritt an der Connichi, dem Auftritt bei DCIH, einem weiteren Interview bei Moonflow, der Comoderation des Cosplaywettbewerbs und der Eröffnung, sollte ich auch auf dem Höhepunkt meiner Popularität eine Pause einschlagen, am Kamin sitzen und meinen eigenen Hentai lesen.
Lediglich der Hanami und der J-Con würde ich einen Besuch abstatten als Moderator, Workshopler, Sänger oder wasauchimmer. Nur keine neue Comedy.

Was ich aber unterschätzt hatte und was nun eigentlich der Grund für diesen extrem langen Blog wurde, ist die Tatsache, dass ich nicht mehr der Mann Shinji Schneider zu sein scheine, sondern zu einer Marke geworden bin.
Mit meinem Namen wird Werbung für Cons gemacht (warum auch immer). Ich bin Teil einer Marketingstruktur.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich finde es absolut genial, wenn ich Leute dazu animieren kann an Cons zu kommen und ich bin gerne bereit jeden möglichen Scheiss auszuprobieren (Moderation, Eröffnung, Karaoke, der Webler mit DCIH hat extrem viel Spass gemacht). Wo ich aber das Gefühl habe, einen Riegel vorschieben zu müssen, ist wenn es nicht mehr darum geht mit dem Mann Shinji etwas spassiges zu machen sondern mit dem Produkt.
Und dieses Gefühl beginnt sich langsam in mir aufzubauen. Wollen mich die Leute noch meinetwillen oder nur noch weil ich „berühmt“ bin mit meinen 550 Facebookfans? Also quasi genau das umgekehrte Problem welches ich am Anfang hatte.

Auch ein Punkt welcher mich zum grübeln brachte, ist dass ich die Angst habe in der Vergangenheit zu höflich gewesen zu sein. Ich kenne den Stress von Helfern und Orgas und weiss was an Cons alles schief gehen kann. Auch hatte ich immer die Bonenkai im Hinterkopf und wie ich nie werden wollte.
Doch langsam begannen sich Geschehnisse zu häufen, bei denen ich eventuell früher hätte intervenieren sollen.

Rund 5 Mal musste ich einem vorher klar versprochenen Schlafplatz nachrennen, weil es vergessen ging oder jemand das ganze verschlampt hatte. Einmal fuhr ich sogar um 2 Uhr morgens wieder nach Hause weil ich schlichtweg keinen Schlafplatz hatte. Trotzdem versuchte ich mir immer bewusst zu sein „Junge. Du kannst froh sein, dass sie ein Zimmer für dich organisieren“.

Doch langsam ist für mich der Punkt gekommen, wo ich meiner, körperlichen und geistigen, Gesundheit Willen eventuell sagen muss. „NEIN“.

Es muss Grenzen geben bei denen ich für mich selber sagen muss „SEI BÖSE“.

Wenn mir eine Con ein Hotel verspricht, muss ich in Zukunft darauf bestehen im Vorfeld dieses Zimmer vom Hotel bestätigt zu haben und nicht an der Con 2 Stunden nach einem Orga suchen um zu erfahren wo ich überhaupt schlafen kann.
Wenn sie mir kein Hotel anbieten/zahlen können/wollen muss ich mit mir und meinem Budget abklären ob ich mir diese Con leisten kann oder ob andere Cons aus Verpflichtungsgründen vorrang haben. (wobei ich an sich zu jeder Con fahren möchte die mich haben will, einfach weil ich das Gefühl habe es jedem Recht zu machen)
Wenn sie mir beim Benzin nicht entgegen kommen können/wollen dasselbe. Ich komme gern aber mein Budget lässt nur einen gewissen Betrag im Monat zu. Miete zahlen und etwas Essen muss ich ja auch noch.
Wenn ich etwas anderes als Comedy machen soll, dann muss ich rechtzeitig das Rahmenprogramm wissen. Es ehrt mich wenn Leute davon ausgehen, dass ich innerhalb von 2 Wochen eine komplette lustige Aktion aus meinem Hintern ziehen kann, aber meistens kann ich das NICHT.

Und der letzte Punkt in diesem elend langen Blog.

Bitte versteht, dass ich es ernst damit meine dass ich eine Pause einlege und keine neue Comedy schreiben kann, will und werde. Geht nicht davon aus, dass nur weil ich ein netter Kerl bin eine Ausnahme für euch machen kann, denn ich kann das leider nicht mehr. Sonst gibt es nämlich irgendwann keine einjährige Pause sondern ein neues Programm „Shinji Schneider – in der Klapsmühle“

2011 war das erste Jahr, in dem es Fälle gab an denen ich nicht zu einer Con fahren wollte. Nicht weil mir die Con nicht gefallen hätte oder das Auftreten nicht mögen würde. Sondern einfach weil ich nicht wieder 700+ Kilometer an einem Wochenende zurücklegen und in einem lauten Hotel schlafen wollte. Selbst für die Connichi, welche absolut genial war und auf die ich mich so extrem gefreut hatte, musste ich mich zuerst aus dem Bett quälen um hoch zu fahren.
An den Cons selbst legte sich dieses Gefühl sofort wieder. Ich war wieder unter Gleichgesinnten. Ich traf alte Freunde. War mitten im Confieber und liebte es.

Aber wenn ich 2012 meine Pause nicht einlege. Wenn ich nicht auf mich selber acht gebe. Werde ich diese Liebe behalten? Oder ende ich irgendwann wie David Hosselhoff oder Charlie Sheen und latsche an eine Con, ziehe meine Show durch, lege 2-3 Groupies flach und betrinke mich in meinem Hotel? Ich möchte dies nicht (naja ausser den Teil mit den Groupies).

Aus diesem Grund bitte ich euch zu verstehen, dass auch wenn ich extrem viel Spass auf und neben der Bühne habe, dass 6 Jahre Comedy einen Körper und einen Geist stark beanspruchen, besonders wenn man nebenbei noch einen „richtigen“ Beruf ausübt.

Ich weiss, dass dieser Blogeintrag extrem lange und zum Teil vor allem ein riesiges Gejammer ist. Aber ich wollte, dass ihr versteht wie wichtig mir meine Comedy, meine Fans und die Cons im Allgemeinen sind.
Ich bin mit Fieber, an Krücken und mit heiserer Stimme aufgetreten. Ich habe mir mehrmals Krämpfe beim Auto fahren, auf harten Betten schlafen und kleine Kreislaufkollapse beim Rocken auf der Bühne geholt. Achja, beim Headbangen hab ich mich auch noch blutig geschlagen.
Auch wollte ich mit dem Gerücht aufräumen, dass ich von meiner Comedy leben könnte. In den letzten 6 Jahren haben mich meine Auftritte (Fahrt, Übernachtung, Verpflegung) rund 10 000 Euro gekostet.

ABER. All das ist mir meine Comedy, die Cons und die Animeszene als solches mehr als nur wert. Doch der alte Mann braucht eine Pause, also bitte versteht wenn ich kürzer trete und manchmal auch höhere Ansprüche stellen sollte.

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