Gamescom 2012 – Endgültiger Conbericht

2. September 2012 at 19:27 (Comedy, Conbericht) (, , , , , , , , , )

Jetzt aber.

Ich habe bereits etwas von der Vorgeschichte der Gamescom erzählt, kommen wir nun jedoch zur eigentlichem Gamescom.

Donnerstag

Nachdem wir endlich den dringend notwendigen Schlaf nachgeholt hatten, gabs Frühstück und dann ab zur Gamescom. Bereits am Donnerstag war es ein interessantes Gefühl mit Ausstellerausweis an der wartenden Meute vorbei zu stiefeln.

Wir verbrachten den gesamten Morgen eher gemütlich mit Plaudern, Karaoke und damit, dass ich versucht habe meinen Text auswendig zu lernen.
Da ich immer noch extrem fertig von der Fahrt war, entschloss ich mich, dieses Mal auf ein Kostüm zu verzichten und die Rüstung im Auto zu belassen. Ausserdem wollte ich nicht an jedem Tag dasselbe Bühnenoutfit tragen.

Was ich jedoch unbedingt wollte, war einmal Master Exploder im Karaoke zu singen. Ich suchte den Song. Trug ihn auf die Songliste ein. Wartete, dass ich an der Reihe wäre uuuund…
Toru Weber betrat die Bühne…

Vielen wird Toru Weber kein Begriff sein, aber um etwas auszuholen. Toru ist ein sympathischer junger Mann, der mit dem Klavier wunderschöne Anime-, Game- und vor allem Final Fantasy Songs spielt.  Ein sehr ruhiger aber schöner Programmpunkt des Cosplay Village.
Und nun betrat er die Bühne für diesen ruhigen Programmpunkt.

20 Meter vom Karaoke entfernt…..

In dem ich gerade Master Exploder singen wollte…..

Ich entschloss mich sofort den Song abzubrechen, respektive nicht zu singen, da ich ihn keinefalls übertönen wollte. Gesangsgruppen, Tanzgruppen und Komiker haben es einfacher einen gewissen Geräuschpegel zu überspielen, aber ein Piano sollte nicht einfach nur laut sein, sonst verliert es sein „je ne sais quoi“.
Meine Frau und ich stellten uns stattdessen vor die Bühne und lauschten seinen wunderschönen Interpretationen.

Danach hiess es hinter die Bühne gehen und mich geistig auf meinen Auftritt vorzubereiten.

Wie er verlief kann man sich direkt hier ansehen, aber ich persönlich war eher zwiegespalten. Ich war mir nicht sicher, ob das Programm wirklich brauchbar ist. Die Videoszenen waren zu lang. Zu Random. Ausserdem hab ich ein 60 Minuten-Programm in 50 Minuten runter gerattert.

Danach vertraten wir uns noch etwas die Beine, plauderten mit Leuten, überreichten eine unserer Hochzeitseinladungen an nen Kumpel und beobachteten die Masse von Leuten die von Osten und Süden nach Norden wollten und vor verrammelten Toren standen, weil sie putt waren.

Später gingen wir dann wieder nach Köln. Assen, Tranken, duschten, ruhten uns aus und gingen aus zeitig ins Bett um am Freitag wenigstens fitter zu sein.
Dieses Mal schliefen wir auch etwas bequemer nachdem wir die Matratzen aufgebauscht hatten (und es war eh so heiss, dass man die Decke perfekt als Zusatzkissen missbrauchen konnte).

Freitag

Der Freitag verlief eigentlich ähnlich wie der Donnerstag. Jedoch wollten wir uns heute auch mal wirklich an der Gamescom umsehen. Und mit einem Ausstellerausweis macht dies richtig Spass. Rüber zu Ubisoft und Wii U zocken. Das Teil lag überraschend gut in der Hand…
Rüber zu Saturn. Darksiders 2 zocken…. Geiles Game.
Rüber zu Capcom und uns doch mal Devil May Cry 5 anschauen. Spezielles Spiel. Ich weiss noch ned ob ichs mag…

Wohlgemerkt, bei all diesen Spielen mussten wir keine 3 Sekunden anstehen. XD

Leider mussten wir dann abbrechen, alls man die Besucher auch in die Hallen liess. Von Norden, Osten, Süden und Westen stürmten die Massen auf uns zu und wir haben uns eng an die Wand gepresst um nicht erdrückt zu werden. Ich kann nur sagen… HALP!!!
Danach ging es wieder in den Hafen der Ruhe und Gemütlichkeit. Das Cosplay Village.
Gegen Freitag fiel mir wirklich auf, wie ruhig es hier zuging verglichen mit den anderen Hallen.

Keine rumschreienden Moderatoren.

Keine Menschenmassen die sich für ein bisschen Merchandising oder 4 Minuten Probespielen gegenseitig K.O. schlagen.

Einfach schöne Ruhe. Zeichnen. Trading Card Games. Fotos machen. Animexx-Stand. Bubble Tea… und Karaoke…….

Höhö…

Am Freitag war ich ne halbe Stunde früher dran. Dieses Mal also „MASTER EXPLODER“

MUAHAHAHAHAHAHAhahahahaaaa……….

Ich hatte die Rechnung ohne Haru Kiss gemacht. Zwei Sänger die mit Toru Weber den Platz getauscht hatten, damit das Karaoke seinen Auftritt weniger stört. Sie begannen ihren Auftritt etwas früher um Zeit für Aufbau etc. zu haben.

Ich musste wieder Master Exploder abbrechen…. noooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo….. curses 😉

Also ein wenig Haru Kiss geguckt und wieder meinen Text lernen gegangen.

Am Freitag muss ich sagen lief alles wie es sollte. Das Programm dauerte genau 60 Minuten. Das Publikum lachte an anderen Stellen als am Vortag und ich habe kein einziges Mal den Text vergessen. W00t
Danach ging es nochmal über die Gamescom. Retrobereich (Ich bin verliebt). Casemodding. etc.

Später erneut nach Köln. Schlafen etc.
Oder so ähnlich.

Zimmer 513 hat tolle Stimmung
Zimmer 511 hat tolle Stimmung

Shinji und Frau liegen in Zimmer 512 und versuchen zu schlafen weil es bereits nach Mitternacht ist…..

Ich muss bedrohlich gewirkt haben als ich mich beschwert habe. Zumindest wurde es ruhiger….. vielleicht hätt ich mir zuerst auch etwas anziehen sollen…. naja egal… der Zweck heiligt die Mittel.

Dann war es soweit. Der grösste Tag der Gamescom.

SAMSTAG

Der Samstag war WIRKLICH voll und ich entschloss mich heute mit meiner Rüstung aufzutreten und die trampelnden Massen als Scherz einzubauen. Heute schaffte ich es auch endlich mal ALLE meine gewünschten Songs singen zu können.

Master Exploder
Beelzeboss
Hellfire
Be a Man

Ich liebe Karaoke. Wobei ich es hasse, wenn die Original Gesangsspur noch drin ist. Die Sänger dort singen immer total falsch….

Der Auftritt selbst verlief ähnlich wie am Donnerstag. Zwei Mal den Text vergessen und das Publikum lachte erneut bei Witzen an denen vorher niemand lachte und umgekehrt. Es war Tag 3 meiner Auftritte und nie kamen dieselben Sprüche gut an. Ausser „emo uses cut“ aber der ist ein Klassiker.
Ausserdem begann ich etwas Werbung für den Bubbletealaden Mr. Bubbles zu machen.

Zum Einen weil der Laden weniger gut lief als man vermuten sollte und zum Anderen weil das Zeugs irgendwie lecker war. Und dabei hasse ich alles worum nen Hype gemacht wird ^-^`
Am Nachmittag brachen wir dann nach Düsseldorf auf und trafen uns mit Freunden und unserem Hochzeitspriester. Es mag zwar blöd klingen, dass man zur Gamescom fährt und sich dann ne halbe Stunde entfernt mit Freunden trifft. Aber wenn man schon die Chance hat Freunde 600 Km entfernt zu treffen, dann will man das nutzen 🙂

In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte nur noch Zimmer 513 eine tolle Stimmung. Aber das Hotel hat nun ein Zimmer weniger *höhö*

Sonntag

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Endes einer Con. Der Auftritt verlief angenehm. Das Publikum lachte schon wieder über andere Dinge und bei einem Zuschauer hatte ich Angst, dass er die Bühne stürmen würde ^-^`
Ausserdem schien das Karaoke keine Lust mehr zu haben sich für die Bühne zurückzuhalten. ES HERRSCHTE KRIEG: JEDES DEZIBEL ZÄHLTE IM KAMPF GEGEN DIE BESCHALLUNG…. oder so XD

Danach hiess es sich von allen alten und neuen Freunden verabschieden.

Und hier liegt die Quintessenz weswegen für mich die Gamescom eine echte Con war. Natürlich gab es Dinge die man bemängeln könnte (wie an jeder Veranstaltung). Die Besucher die einfach nur durch den Bereich rennen um danach 5 Stunden für 4 Minuten zocken anzustehen anstelle sich einfach mal die ruhigen Punkte anzusehen. (Naja… nicht jeder hat 4 Tage Zeit und ein Ausstellerticket ^^`). Man könnte die Bühne gegenüber vom Karaoke bemängeln, aber diese Form des Setup war an der ganzen Gamescom so und wenn man gesehen hat wie sich die Ausstellerbereiche gegenseitig die Halle zudröhnen, war unser Setup geradezu gemütlich.

Und genau das war das Cosplay Village selbst.

Gemütlich

Die Helfer und Orgas rissen sich den Hintern auf um alles am Laufen zu halten und Probleme schnellstmöglichst zu lösen. Die Techniker waren sympathisch und (in meinen Augen) sehr fähig. Das Karaoke hatte eine coole Auswahl. Der Bubble Tea wurde mit jedem Tag leckerer und überhaupt. Es war ein kleiner Fleck Familie und einem grossen Haufen Irrer. (Irre ist in diesem Zusammenhang nicht negativ gemeint) 😉

Trotzdem waren wir froh, als wir nach weiteren 7 Stunden Autofahrt endlich zu Hause ankamen und uns in unser Bett fallen lassen konnten. Mit mittlerweile 30 Jahren muss ich einfach einsehen, dass ich für 3-4 Tage Con einfach zu alt bin. Ich kann einfach nicht mehr so viel Zeit an einer Con verbringen und 500 Km und mehr für einen Auftritt auf mich nehmen.
In dem Sinne. Bis am Freitag bis Sonntag im 700 Km entfernten Kassel zur Connichi XD

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Ein Hoch auf die Dummheit

27. Januar 2011 at 08:38 (Liebesgrüsse vom Arschloch, Rantabout) (, , , , , , , , , , , )

Es ist noch nicht so lange her, da blickten wir alle gebannt in die USA und wunderten uns, wie dämlich ein Volk sein könne, dass jemanden wie George W. Bush als politischen Führer wählt.

Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen und wir können uns sicher sein, wir ahmen den Amerikanern selbst ihre Dummheit und Arroganz nach.

Ausschlag für diese Aussage sind zwei Volksinitiativen, welche wir in den letzten 2 Jahren mit knapper Mehrheit angenommen haben.

1. Die Minarettinitiative

In der Bundesverfassung der Schweiz, stehen aktuell folgende Sätze.

„In Namen Gottes des allmächtigen“
„Niemand darf schlechter behandelt werden aufgrund von Ethnie, Religion, Geschlecht, Haarfarbe etc.“
„Der Bau von Minaretten ist verboten“

…..

Es wurden Millionen investiert um zu verhindern, dass die „Speerspitze des Islam“ in der Schweiz gebaut werden darf.
Minarette die unsere Sicherheit gefährden, unsere Schweizheit und den Inhalt unserer Hose.

Man muss sich auch wahnsinnig bedroht fühlen, von einem kamingrossen Türmchen auf einem Haus während keine 100 Meter daneben ein riesiger Kirchturm steht.

Grosses böses Minarett...

Aber hey. Immerhin gibt es bereits 4 Minarette in der Schweiz und ein 5tes sollte gebaut werden. Das kommt gefährlich nahe an die Tausenden von Kirchtürmen in der Schweiz, also durchaus ein Grund sich in die Hosen zu machen. Aber gut. Das Thema ist gegessen und wird unter Garantie wieder gekappt, weil es gegen die Menschenrechte verstösst. (ja sogar gegen die eigene Verfassung).

Punkt 2 geschah gegen Ende letztes Jahr.

Die Ausschaffungsinitiative

Ich sage es offen heraus… ich bin aus linker Sicht ein Rassist. Ich war schon immer (vor allem früher als ich noch jung war) jemand der sich fragen konnte, wieso ein Bevölkerungsanteil von ca. 25% für ca. 50% der Straftaten verantwortlich ist (laut Polizeistatistik) und dies herzhaft diskutiert hat. Im Gegenzug wollten mich dafür die Faschos verprügeln wenn ich sie ausgelacht hab, weil sie ALLE Ausländer als Abschaum hinstellen wollten, anstatt den wenigen faulen Äpfeln die den Früchtekorb versauen. Ich war also quasi mitte rechts oder so.. whatever.
Scheinbar wurde ich für meine Fragen öffentlich kritisiert aber bei Wahlen muss man ja bekanntlich sein Gesicht nicht zeigen. Und während man in der Öffentlichkeit sein Gesicht wahren muss, darf man hintenrum gegen die bösen Ausländer hetzen.

Das Ergebniss war die Ausschaffungsinitiative. Ein Gesetzesentwurf der Ausländer sofort aus dem Land schmeissen soll, wenn sie gewisse Straftaten begehen.

Im Grunde keine sooo miese Idee. Mörder, Vergewaltiger und Leute die das Leben anderer nicht respektieren (dazu gehört Rasen mit 100 km/h innerorts) braucht es wirklich nicht. Wir haben schon genug eigene Idioten, wieso noch andere unterhalten?

Die Vorlage der SVP, schoss jedoch (wie so oft) über das Ziel hinaus und der Gegenvorschlag (in dem es darum ging, dass Ausländer erstmal integriert werden sollten und nur bei Straftaten mir 2 Jahren Gefängnis ausgeschafft werden sollten), wurde sowohl von Links als auch von Rechts bekämpft.

Ergebniss:

Der neue Gesetzesentwurf steht fest und hat gute Chancen akzeptiert zu werden. Die besten beiden Punkte sind grob zusammengefasst.

Ein Ausländer der mit Drogen oder beim Kiffen erwischt wird, wird für mindestens 5 Jahre des Landes verwiesen. Leichte Körperverletzung (also ein blaues Auge oder eine Prellung oder sonst eine Lappalie ebenfalls. Die Höhe der Strafe spielt KEINE Rolle.

Während ein Schweizer also mit einer Busse davonkommt, wird ein Ausländer sofort des Landes verwiesen..

Weil. Ihr wisst schon. Das ist Verhältnissmässig nicht? ¬_¬

Schlusswort: Direkte Demokratie ist etwas wunderschönes, aber nicht wenn das Volk zu dämlich ist über die Konsequenzen ihrer Taten nachzudenken und nur brav nachplappern was die Politiker in den Zeitungen publizieren….

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Ein absoluter Scheissjob

4. März 2010 at 10:01 (Liebesgrüsse vom Arschloch, Random Blah) (, , , , , , , , , , , , , )

Jeder von uns hat sich bereits über seine Arbeit aufgeregt. Der Chef weiss die Arbeit nicht zu schätzen, man geht in Aufträgen unter und das schönste von allem. Jedesmal wenn man endlich das Gefühl bekommt, dass man vorwärts kommt, funkt einem irgendein Trottel der keine Ahnung hat dazwischen…

Jemand der sich vermutlich gerade genauso fühlt, ist der Aussenminister von Libyen.

Über die Aktuelle Krise mit Libyen habe ich ja bereits früher einmal berichtet. Mittlerweile gab es einige zusätzliche Ereignisse, wie die Beinahestürmung der schweizer Botschaft, die Freilassung der einen Geisel (Zufall, er ist Halbtunesier), die Sperrung von libyschen Visa im Schengenraum etc.

Nun haben sich die Ereignisse jedoch zugespitzt und die „Libyenkrise“ nimmt geradezu komödiantische Züge an.
Max Göldi, die letzte „Geisel“ wurde nach 2 Jahren nun für 4 Monate ins Gefängnis verfrachtet und erbat eine Begnadigung.

Der Aussenminister Libyens gab bekannt, dass sich die Beziehungen zwischen der Schweiz und Libyen langsam stabilisieren dürften… dann drückte jemand dem lieben Gaddafi ein Mikrofon in die Hand und dieser rief zum Jihad gegen die ungläubige und Muslimfeindlische Schweiz  auf…

Danach begab sich Hannibal Gaddafi auf ins Gefängnis, um sich mit Max Göldi zu treffen. Eine Machtdemonstration gegenüber der Schweiz, die man nun mit einer Begnadigung des Schweizers zur beiderseitigen Freunde festigen könnte.

Der Aussenminister Libyens betonte demnach, dass die Krise so gut wie überstanden wäre… zumindest bis sich der kleine Gaddi schon wieder unerlaubt das Mikrofon schnappte und nun ein komplettes Handelsembargo gegenüber der Schweiz ausrief. (sei es nun dahingestellt, dass die Schweiz jährlich rund 800 Mio. CHF nach Libyen schickt um Waren zu importieren aber nur 250 Mio durch Exporte erhält..)

Irgendwie habe ich daher Mitleid mit dem Aussenminister Libyens. Seine Arbeit gleicht einer Farce. Alle seine Bemühungen, Libyen als dimplomatischen Rechtsstaat darzustellen, werden nonstop von seinem despotischen Chef zunichte gemacht.

Im Grunde bleibt nur zu wissen, dass in jüngerer Geschichte nur noch ein Mann der Öffentlichkeit, den undankbareren Job hatte. Unser Baghdad Bob, der damals beim Einzug der Amerikaner im Irak noch bis zur letzten Sekunde mitteilen durfte, dass die USA vernichtend geschlagen würden.

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Die heilige Kuh auf der Schlachtbank

3. Februar 2010 at 09:28 (Motzen gegen Medien, Random Blah) (, , , , , , , , , , )

Es gibt 3 Dinge, die dem durchschnittlichen Schweizer per se heilig sind.

1. Die Neutralität
2. Die Autonomie
3. Das Bankgeheimnis

Letzteres befand sich seit der Wirtschaftskrise in stetiger Schusslinie aus allen Richtungen. Es dürfe ja nicht angehen, dass die Schweiz Steuerhinterziehern eine Möglichkeit gibt, ihre Millionen und Abermillionen vor dem Fiskus zu verstecken.

Je stärker der Druck von Aussen auf die Schweiz wurde oder immer noch wird, desto stärker krallt sich die Bevölkerung an das Bankgeheimnis und verteidigt es, als ginge es um die blosse Existenz der Schweiz als solches.
Auch aktuell bauschen die geliebten Medien die Emotionen wieder unnötig hoch.

Bild und Co. bezeichnen die Schweiz als Kollabolateur mit Verbrechern, Blick und Co. bezeichnen Deutschland als Hehler.

Wieso aber eigentlich der ganze Aufruhr? Versuchen wir mal das Thema Bankgeheimnis differenziert zu betrachten.

Das Bankgeheimnis definiert, dass die schweizer Banken keinerlei Kundeninformationen ohne die Erlaubnis der Bankkunden an das Ausland übergeben dürfen. Ausnahme bildet, wenn auf direkten begründeten Verdacht auf Steuerbetrug (aber nicht Steuerhinterziehung) ein Amtshilfegesuch an die Schweiz gestellt wird.

Als Erläuterung: Steuerhinterziehung bedeutet, dass man „vergisst“ die 15 Millionen auf schweizer Konten anzugeben. Steuerbetrug bedeutet, dass man mit gefälschten Dokumenten angibt nur 5 Millionen auf schweizer Konten zu haben.

Nr.2 ist strafbar in der Schweiz, Nr.1 nicht.

Ist es also den anderen Ländern wirklich zu verübeln, dass sie der Schweiz vorwerfen, dass diese Steuerhinterziehung unterstützen würde? Immerhin hindert die Schweiz niemanden daran sein Geld hier zu bunkern und weigert sich auch Daten herauszurücken ausser ein Steuerbetrüger war so dämlich aktiv Dokumente zu fälschen.

Ganz klar Jein.

Ich denke den meisten dürfte klar sein, dass das Bankgeheimnis per se ein perfektes Mittel für Steuerhinterziehung bietet, weswegen wird also vehement dafür gekämpft?
Um die Steuerhinterzieher aus dem Ausland zu schützen? Wohl kaum.
Weil der Finanzplatz Schweiz vom Bankgeheimnis abhängig ist? Laut den Banken nicht, aber schon eher.
Weil wir Schweizer uns nicht vom Ausland vorschreiben lassen wollen was wir wollen, sollen, dürfen und müssen? Bingo!

Bei einer objektiven, sachlichen und höflichen Bitte der Nachbarstaaten, würde sich das schweizer Volk kaum dermassen monieren. Immerhin geht es darum, dass irgendwelche reichen Säcke ihr Geld vor dem Finanzamt verstecken wodurch die Mehrwertsteuer wieder angehoben werden kann um die fehlenden Steuereinnahmen auszugleichen (überspitzt dargestellt).
Retten wir damit unsere Arbeitsplätze? Unsere Konjunktur? Gute Frage. Ich weiss ehrlich gesagt die Antwort nicht, gehe jedoch mal böse davon aus, dass wir mit der eisernen Verteidigung dieser heiligen Kuh lediglich den Banken und den Reichen Menschen dienlich sind. (was shizophrenerweise genau die Gruppierung darstellt, welcher der 0815-Bürger am wenigsten helfen will)

Sollten wir also von unserem Standpunkt abweichen und uns vom Bankgeheimnis trennen? Ebenfalls ein klares JEIN.

Das Bankgeheimnis ist ein veraltetes Prinzip, welches immer wieder für Konflikte sorgen wird. Also weg damit. Unter der Voraussetzung, dass die anderen Länder ihre eigenen Steuerparadiese (namentlich Luxemburg, Österreich, Liechtenstein, Monaco, die britischen Kanalsinseln, die Cayman Islands in den USA etc.) ebenfalls aufgeben.
Hier wäre eine starke Führung der Schweiz gefragt, die auch genug auf diesen Punkt pochen kann. Ob die anderen Länder auf ein schweizer Pochen jedoch überhaupt reagieren würden, bleibt stark anzuzweifeln.

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Das Ego und Theater im Fussball

10. September 2009 at 10:01 (Nicht kategorisiert) (, , , , , , , , , , , , , )

Unglaublich, ich schreibe ein Blog über Sport…

Gestern spielte die Schweiz gegen Lettland in der WM-Qualifikation. So weit so gut. Ein hart erkämpftes 2:2 welches sowohl als Sieg als auch als Niederlage hätte ausgehen können. Die Chancen für die Qualifikation sind nachwievor perfekt.

Was mir jedoch gestern aufgefallen ist, sind die Punkte weswegen ich Profifussball zu verachten begann. Das Theater und das Divahafte.

Die grösste Diva von allen. Alex Frei (huu ich begehe hier gerade Verrat an allen Baslern).

Nachdem Huggel wunderbar eine Flanke herausspielte, musste Frei nur noch den Ball einnicken. Kaum das Tor erzielt, stiess er den jubelnden Padalino rabiatt aus dem Weg um sein 4 0 in die Kameras zu halten.
Keine jubelnde Gruppe, sondern nur eine egoistische Diva.

Als Vergleich dann die Mannschaft von Lettland welche sich nach dem Ausgleich zum 1:1 komplett in den Armen lag. Hier sah man eine Mannschaft. Elf Spieler die zusammen spielen. Eben ein Team.

Die Schweiz? Eine Truppe von Diven.

Die zweite Diva im Team kam in der zweiten Halbzeit aufs Feld. Hakan Yakin.

Hakan Yakin gilt nicht umsonst als der David Beckham der Schweiz. Seine Flanken sind gefährlich, seine Freistösse gefährlicher und sein Ego enorm. Ein Grund also ihn aufzustellen, aber aus Prinzip nie von Anfang an.

Hakan Yakins Ego ist sowohl seine grösste Stärke als auch sein grösstes Problem. Er ist gut. Sehr gut. Und leider weiss er dies auch. Lässt man ihn also von Anfang an spielen, dann setzt er sich ins Zeug, aber da er sowieso der beste ist, nicht so gut wie er könnte.
Wenn man ihn jedoch eine Halbzeit lang schmoren lässt, dann knabbert dies an seinem Ego. Er regt sich auf. Er will beweisen, dass er einen Stammplatz verdient hat. Und dies sieht man dann auch. Kein Wunder also, konnte die Schweiz nach seiner Einwechslung nochmal ausgleichen (obwohl hier Eren Derdiyok aller Ruhm gebührt. Yakin riss dieses Mal nichts)

Kommen wir aber nun zum Theater. Dies war gestern am Lettland-Spiel nicht so besonders, konnte jedoch schon oft beobachtet werden. Ein Spieler bekommt den Ball an den Oberschenkel getreten und wirft sich weinend zu Boden und hält sich das Gesicht. Den Schiedsrichter dazu nötigen das eigene Team zu bevorteilen, Zeit schinden, dem Gegner im Weg stehen.
Diego Benaglio (der schweizer Torwart) fing gestern den Ball und lief dann gezielt in den Gegenspieler um sich wieder fallen zu lassen und eine gelbe Karte zu fordern.

Wieso? Um das Spiel zu gewinnen? Kann man einen Sieg respektieren, den man auf diese Weise erzielt hat?
Ich persönlich finde es schade, dass dies so betrachtet wird. Meiner Meinung nach sollte die Fairplay-Initiative der FIFA weiter gehen.

Auch solche Aktionen werden nach dem Spiel geahnded und mit einer Spielsperre + einer Strafe an die Jugendförderung gebüsst. So werden entweder die Spiele wieder fairer oder zumindest die Jugendförderung besser 😉

(Keine Sorge. In Zukunft wohl keine Sport-Blogs mehr)

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Von Staatsaffären und machtgeilen Despoten

26. August 2009 at 13:52 (Motzen gegen Medien, Rantabout) (, , , , , , , , , , , )

Die Schweiz war dieses Jahr bislang bei weitem nicht unterversorgt mit Skandalen.

Neben der Hysterie wegen der Schweinegrippe, den Hasstiraden Steinbrücks wegen den Steuerhinterziehern und vor allem der lieben UBS (welche die Schweiz Milliarden von Franken und unendlich viel Image kostet, jedoch weiterhin die Löhne der Manager hochschraubt) gab es vor allem ein Thema, welches die Schweizer beschäftigt.

Der Krieg mit Libyen.

Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass wir wirklich einen Krieg mit Libyen am Hals haben/hatten, aber die Vergangenheit war doch sehr frostig.
Die wichtigsten Punkte sind schnell zusammengefasst.

Im Juli 2008 verhaftete die Genfer Polizei einen der Söhne von Muammar al-Gaddafi, Hannibal al-Gaddafi und dessen Frau in Genf. Der Grund. Körperverletzung an zwei Bediensteten.

Im Gegenzug werden dafür in Libyen zwei Mitarbeiter der ABB verhaftet und bis heute in Libyen gefangen gehalten, Miliardenbeträge werden von den schweizer Banken abgezogen, Erdöllieferungen gestoppt.

Die ganze Chronik kann man hier nachlesen.

 

Nachdem nun Herr Gaddafi also seit über einem Jahr 2 Schweizer als formale Geiseln hält und zuletzt international die Aufteilung der Schweiz forderte (während sein, nicht minder aggressiver, Sohn mitteilte, die Schweiz am liebsten zu Atombomben) flog Bundesrat Merz nach Libyen und tat das, was er seit einem Jahr am besten kann. Arschkriechen.

Die Schweizer toben. Undenkbar vor Gaddafi und seinen Drohungen Kleinbei zu geben. Und weswegen? Wegen zwei Geiseln, die selber schuld sind, wenn sie dort unten arbeiten? Pah!

 

Aber was im Ganzen Hickhack untergeht, ist die Vorgehensweise wie die Genfer Polizei damals gegen Hannibal al-Gaddafi vorging im Juli 2008…

Damals stürmten 20 Polizisten die Hotelsuite von Hannibal al-Gaddafi und legten ihm Handschellen an. Erst nach zwei Tagen wurden er und seine Frau gegen eine Kaution von 500 000.- Fr. freigelassen.
Als Vergleich. Bei sonstigen Fällen von Körperverletzung wird man meistens erst aufgefordert sich zur Befragung bei der Polizei zu melden. Ganz besonders Personen, mit so einer politischen Brisanz.

Warum also startete die Genfer Polizei so eine Invasion wegen einer simplen Körperverletzung? Wieso die hohe Kaution? Und wieso weigerte sich Micheline Calmy-Rey vor einem Jahr krankhaft dagegen, die Situation von einem unabhängigen Schiedsgericht (einer der Vertragspunkte die Merz unterschrieben hat) analysieren zu lassen?

 

Man stelle sich also vor. Ihr Sohn (liebe/r Leser/in) fährt in den Urlaub und wird über Nacht von einem halben Überfallkommando der Polizei festgenommen wegen einer „Lappalie“ (zumindest aus ihrer Sicht). Sowohl die Polizei, als auch die Behörden und die politischen Ebenen, geben ihrerseits keinerlei Fehler zu und halten krampfhaft daran fest im Recht gewesen zu sein.
Nun kombinieren wir dies mit der Macht, ein gesamtes Land nach belieben zu führen und zu kontrollieren und mit einem doch eher hitzigen Gemüt.

Wie würden Sie reagieren? Wären Sie nicht stocksauer auf dieses Land? Würden Sie nicht alles in ihrer Macht stehende tun um denen eins auszuwischen? Eben.

 

Ich möchte hier keinesfalls die Taten von Muammar al-Gaddafi beschönigen. Für mich ist der Mann eine tickende Zeitbombe und besitzt dasselbe Konfliktpotential wie ein Ahmadineschad, ein George Bush Junior, ein Netanjahu, ein Kim Jong Il oder ein gewisser kleiner Österreicher mit bescheuertem Schnauzer der den zweiten Weltkrieg verursacht hat.
Aber irgendwo kann ich den Unmut gegenüber der Schweiz verstehen und ich denke das ganze Theater hätte mit Fingerspitzengefühl verhindert werden können.

Aber so sind wir lieben Menschen nunmal. Wenn es etwas gibt, dass wir aufs Blut verteidigen, dann ist es unser Recht nicht zugeben zu müssen, wenn wir Mist bauen. Von daher Respekt an Bundesrat Merz für seine Fähigkeit Fehler zuzugeben. Aber das ewige Kriechen tut dem Rückgrat ned gut.

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Politik – Oder Kindergarten auf höchster Stufe (Teil 1)

10. Dezember 2008 at 09:36 (Rantabout) (, , , , , , , , , , , , , )

Normalerweise halte ich mich Kilometerweit von politischen Diskussionen fern, da sich diese meistens in dieselben beiden Richtungen entwickeln, aber trotzdem muss ich meine Meinung zur aktuellen politischen Situation der Schweiz zum Ausdruck bringen…

Zuerst einmal jedoch ein grober Überblick über die Staatsform der Schweiz.

Die Schweiz besitzt eine sogenannte direkte Demokratie. Bundesbeschlüsse können mittels Initiativen vor das Volk gebracht werden. So steht es dem Volk frei, darüber zu entscheiden ob es der EU beitreten will, ob es bereits mit 62 ins Rentenalter entlassen werden möchte oder ob es Freiheit für Angorahasen fordert.

Das Volk entscheidet ebenfalls darüber, welche Parteien in der Politik vertreten sind. Dies geht von den Grünen über die ganz linken Kommunisten über SP über christliche Parteien wie EVP und EDU rüber zu mittleren Parteien wie CVP und FDP bis hin zu rechteren Angelegenheit wie der SVP oder den „Nazis der Neuzeit“ SD.

Alle vier Jahre werden die Mitglieder des Nationalrats (200 Mitglieder) und des Ständerats (2 pro Kanton, also 46 Mitglieder) gewählt.

Das Ergebnis im Jahr 2007 sah folgendermassen aus.

SVP:
8 Ständeräte = 17%
62 Nationalräte = 31%

SP:
9 Ständeräte = 19.5 %
43 Nationalräte = 21.5 %

CVP:
14 Ständeräte = 30%
31 Nationalräte = 15,5%

FDP:
12 Ständeräte = 26%
31 Nationalräte = 15,5%

Grüne:
2 Ständerräte = 4%
20 Nationalräte = 10%

Sonstige:
2 Ständeräte = 4%
13 Nationalräte = 7.5%

 

Wenn man sich diese Liste betrachtet, fallen einem zweierlei Dinge auf. Zum ersten, dass sich Nationalrat und Ständerat extremst unterscheiden können. Dies liegt daran, dass sich viele Wähler zwar mit den Parteiprogrammen der äusseren Parteien (SVP/SP) verbindet fühlen, jedoch die Kandidaten der mittleren Parteien (FDP/CVP) ihnen sympathischer sind.

Aus dieser Konstellation bildet sich nun der sogenannte Bundesrat. Jeweils ein Vorstehender, dem ein Departement des Staates unterliegt.

Namentlich sind dies folgende Personen und Parteien die gewählt werden. (Stand bis gestern, 09.12.2008)

Micheline Calmy Rey, SP = Eidgenössisches Departement für äusserliche Angelegenheiten. (Aussenministerin quasi)
Moritz Leuenberger, SP = Eidgenössisches Departement für Verkehr, Umwelt, Energie und Kommunikation (seltsame Kombo)

Pascal Couchepin, FDP = Eidgenössisches Departement des Inneren (Innenminister quasi)
Hans Rudol Merz, FDP = Eidgenössisches Finanzdepartement (Finanzminister quasi)

Doris Leuthard, CVP = Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement (keine Ahnung was die da machen)

Evelyne Widmer Schlumpf, SVP = Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement
Samuel Schmid, SVP/BDP = Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (wieso auch immer der Sport)

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