Der Sommer der journalistischen Faux-Pas‘

7. September 2011 at 08:33 (Motzen gegen Medien) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Dass die Medien sich gerne als vierte Macht des Landes (neben Judikative, Exekutive und Legislative) aufspielen und dieser Rolle in der Tat gerecht werden, war schon lange klar und wurde seitdem auch immer wieder unter Beweis gestellt.

Eine Partei kann noch soviel Wahlwerbung betreiben, ein Musiker sich noch so anstrengen Erfolg zu haben, schlussendlich läuft alles darauf hinaus, dass die Medien diejenigen sind, die die Meinungen Formen. Streng nach „BILD dir meine Meinung“. (oder glaubt ihr ernsthaft irgendjemand würde sowas wie Lady Gaga oder Justin Bieber kennen, wenn sie nicht gezielt von den Medien berühmt gemacht worden wären?)

 

Manchmal geschieht es nun, dass Journalisten diese potentielle Macht zu Kopf steigt. Sie nutzen ihre Position aus um gezielt über Einzelpersonen herzuziehen, vermitteln gekaufte Propaganda als sogenannte News (Halloooo Apple) oder vermitteln ihre persönliche Meinung als sogenannte „Nachrichten“.

Dieser Sommer war und ist ein Paradebeispiel für diese Gattung der Journalisten.

Den Anfang machte die frankfurter neue Presse Anfang August in ihrem Bericht über den Cosday in Frankfurt. Der Schreiberling (welcher seltsamerweise nicht einmal im Redakteurenteam Erwähnung findet) zieht seelenruhig über die Veranstaltung und seine Besucher her.
Sein Interviewpartner ist „untersetzt“, das Mädel dass für Fotos posiert zu freizügig und überhaupt strotzt sein Beitrag nur so von Überheblichkeit und Ignoranz. Die Reaktionen der Cosdaybesucher liess nicht auf sich warten und die FNP wird wohl keine Interviewpartner mehr am Cosday finden.

Doch dieser Beitrag war nur der Anfang und geradezu subtil im Gegensatz zu dem was der journalistisch hochstehende Sender RTL sich Ende August geleistet hat.

Seien wir ehrlich. Niemand erwartet von den Machern von geistreichen Programmen wie „Das Dschungelcamp“, „Deutschland sucht den Superstar“ und „IQ – Besser schauen Sie uns ohne“ dass sie auch nur irgendetwas brauchbares produzieren. Aber was sich die Sendung Explosiv, respektive der Redakteur und ehemaliges NPD-Mitglied Tim Kickbusch geleistet hat, trotzt jeglicher Beschreibung.

Besagter Redakteur, hatte sich bereits in seinem privaten Facebook vor der Gamescom (der grössten europäischen Videospielemesse) abfällig über dessen Besucher geäussert. Nichts desto trotz erachtete er es als eine gute Idee einen Bericht darüber zu verfassen, dass Gamer (rund 15% der westlichen Bevölkerung und immerhin über 200 000 Besucher der Gamescom) sowieso nur stinken, Freaks sind und zu keinen sozialen Interaktionen fähig sind.

Die Reaktionen waren zahlreich. Manche davon intelligent (danke Budi), manche davon böse (danke Giga), manche davon nur aggressiv oder dumm (halloooo Anonymous), manche humoristisch (Eigenwerbung wuuhuu) und manche Personen hinterliessen einen bleibenden guten Eindruck (hier erwähnt Andreas Garbe, Redakteur bei 3Sat der sich Tim Kickbusch zur Brust nahm und recht deutlich machte, dass Tim nur ein weiterer kleiner Bauer in einer Befehlsreihe quotengeiler Manager ist).
Wie sinnvoll es ist alle Gamer zu beleidigen, wenn man selbst versucht so hochstehende Games wie „Alarm für Cobra 11“, „Helicopter 110“ etc. an den Mann zu bringen, sei dahingestellt.

Doch ich will das Thema RTL nicht breit treten, das haben schon alle anderen. (Nur noch kurz erwähnt. Lasst bitte Laura da Silva alias Laura Schen etwas Luft. Das Mädel wurde von RTL schon genug verarscht und wird in Zukunft wohl doppelt darüber nachdenken bei wem sie ihr Gesicht in die Kamera hält.

 

Der nächste Fall liess jedoch nicht lange auf sich warten und vereinigte die Wut der gesamten amerikanischen Nerdschaft hinter sich.

Alyssa Bereznak, ihreszeichens internistische Redakteurin bei Gizmodo.com (ja DAS Gizmodo), nutzte ihren Status um einen Bericht über die Onlinedatingseite OkCupid zu verfassen.
Aber nicht nur einen Bericht. Nein. Diesen Bericht.

Sie schrieb ausführlich darüber, wie sie einen Kerl kennen lernte, der echt nett zu sein schien, sich dann aber als Jon Finkel herausstellte (nur sowas wie ein Gott unter Magic the Gathering-Spielern, also nicht der Rede wert) und warnte die Leser ihres Blogs davor, dass auch sie an solche Geeks geraten könnten wenn sie Online-Dating betreiben.

Sie warnte also Ihre Leser (Geeks die einen Blog auf einer Geekseite lesen) davor sich mit Geeks einzulassen… Ich könnte mich hierzu äussern… aber ich kann es nicht. Da fällt mir ernsthaft nichts mehr ein, was ich noch dazu sagen könnte 🙂

Gehen wir also weiter zum Auslöser des heutigen Beitrags.

20 Minuten.

Dass die Medien seit Tagen nur noch die Ereignisse des elften Septembers 2001 ausschlachten liegt ja auf der Hand. Der Kinofilm existiert auch bereits und wir alle müssen Betroffenheit zeigen. Oder Muslime töten. Oder Kriege führen. Keine Ahnung. Auch egal.

Was sich seit 9/11 nie gelegt hat, ist bei vielen Menschen das Gefühl, dass die USA nicht unbeteiligt an der ganzen Geschichte gewesen war.
Zuviele Ungereimtheiten häufen sich, was die Menschen zweifeln lässt.

Wieso um eine Uhrzeit wo kaum jemand im Gebäude war?
Wieso war dieser Teil des Pentagons wegen Renovation geschlossen?
Was geschah mit Flugzeugen 4 und 5?
Wieso sind die Türme so perfekt zusammengekracht?
Wie können 3 Flugzeuge so problemlos in Städte hinein fliegen?
Wieso geschieht dies in dem Moment wo Bush die niedrigsten Umfragewerte ever hat?

Genug offene Punkte die nie geklärt wurden um Menschen stutzig zu machen. Vor allem da es in der Vergangenheit ja niemals vorgekommen ist, dass ein Machthaber das eigene Land sabotierte um Mobil gegen einen neuen Feind zu machen.

*hust* *hust*

 

Aber keine Sorge. Denn wer es wagt Zweifel an der offiziellen Aussage der Bushadministration (wir erinnern uns. Bin Laden wurde in Afghanistan gefunden und der Irak hatte Massenvernichtungswaffen) zu äussern, ist laut Peter Blunschi ja nur ein Freak, ein Spinner oder (wie man am Titel seines Beitrags vermuten kann) einfach nur blöd.

Die Frage bleibt offen ob dies wirklich Peter Blunschis eigene Meinung ist oder ob dieser Bericht auch nur gekauft war.

So oder so, bleibt dies ein Sommer von Journalisten die gekonnt den eigenen Lesern und Zuschauern ins Gesicht spucken.
Well done.

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