Jubiläum – 10 Jahre Comedy

4. Juni 2015 at 16:26 (Comedy) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Final

Am 04.06.2005, also genau heute vor zehn Jahren, stieg ich in Bad Fallingbostel das erste Mal in meinem Leben auf eine Conbühne.
Damals noch mit kurzen Haaren und im Shikamaru-Cosplay bot mir die Nippon Island Con (Vorgänger der NiCon in Hannover) die Möglichkeit Leute zu bespassen. Vor Allem, weil ich persönlich mit der Orga befreundet war.

Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich mit meiner Comedy irgendwann auf der Gamescom, der Leipziger Buchmesse, der Frankfurter Buchmesse oder der Connichi auftreten würde. Ich hätte ihn darum gebeten an meiner Stelle auf die Bühne zu stehen. Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass ich zehn Jahre später immer noch auf der Bühne stehen würde. Aber so ist es nun.

Zehn Jahre Comedy. Und was für zehn Jahre. Den Rest des Beitrags lesen »

Permalink 2 Kommentare

Gamescom 2012 – Endgültiger Conbericht

2. September 2012 at 19:27 (Comedy, Conbericht) (, , , , , , , , , )

Jetzt aber.

Ich habe bereits etwas von der Vorgeschichte der Gamescom erzählt, kommen wir nun jedoch zur eigentlichem Gamescom.

Donnerstag

Nachdem wir endlich den dringend notwendigen Schlaf nachgeholt hatten, gabs Frühstück und dann ab zur Gamescom. Bereits am Donnerstag war es ein interessantes Gefühl mit Ausstellerausweis an der wartenden Meute vorbei zu stiefeln.

Wir verbrachten den gesamten Morgen eher gemütlich mit Plaudern, Karaoke und damit, dass ich versucht habe meinen Text auswendig zu lernen.
Da ich immer noch extrem fertig von der Fahrt war, entschloss ich mich, dieses Mal auf ein Kostüm zu verzichten und die Rüstung im Auto zu belassen. Ausserdem wollte ich nicht an jedem Tag dasselbe Bühnenoutfit tragen.

Was ich jedoch unbedingt wollte, war einmal Master Exploder im Karaoke zu singen. Ich suchte den Song. Trug ihn auf die Songliste ein. Wartete, dass ich an der Reihe wäre uuuund…
Toru Weber betrat die Bühne…

Vielen wird Toru Weber kein Begriff sein, aber um etwas auszuholen. Toru ist ein sympathischer junger Mann, der mit dem Klavier wunderschöne Anime-, Game- und vor allem Final Fantasy Songs spielt.  Ein sehr ruhiger aber schöner Programmpunkt des Cosplay Village.
Und nun betrat er die Bühne für diesen ruhigen Programmpunkt.

20 Meter vom Karaoke entfernt…..

In dem ich gerade Master Exploder singen wollte…..

Ich entschloss mich sofort den Song abzubrechen, respektive nicht zu singen, da ich ihn keinefalls übertönen wollte. Gesangsgruppen, Tanzgruppen und Komiker haben es einfacher einen gewissen Geräuschpegel zu überspielen, aber ein Piano sollte nicht einfach nur laut sein, sonst verliert es sein „je ne sais quoi“.
Meine Frau und ich stellten uns stattdessen vor die Bühne und lauschten seinen wunderschönen Interpretationen.

Danach hiess es hinter die Bühne gehen und mich geistig auf meinen Auftritt vorzubereiten.

Wie er verlief kann man sich direkt hier ansehen, aber ich persönlich war eher zwiegespalten. Ich war mir nicht sicher, ob das Programm wirklich brauchbar ist. Die Videoszenen waren zu lang. Zu Random. Ausserdem hab ich ein 60 Minuten-Programm in 50 Minuten runter gerattert.

Danach vertraten wir uns noch etwas die Beine, plauderten mit Leuten, überreichten eine unserer Hochzeitseinladungen an nen Kumpel und beobachteten die Masse von Leuten die von Osten und Süden nach Norden wollten und vor verrammelten Toren standen, weil sie putt waren.

Später gingen wir dann wieder nach Köln. Assen, Tranken, duschten, ruhten uns aus und gingen aus zeitig ins Bett um am Freitag wenigstens fitter zu sein.
Dieses Mal schliefen wir auch etwas bequemer nachdem wir die Matratzen aufgebauscht hatten (und es war eh so heiss, dass man die Decke perfekt als Zusatzkissen missbrauchen konnte).

Freitag

Der Freitag verlief eigentlich ähnlich wie der Donnerstag. Jedoch wollten wir uns heute auch mal wirklich an der Gamescom umsehen. Und mit einem Ausstellerausweis macht dies richtig Spass. Rüber zu Ubisoft und Wii U zocken. Das Teil lag überraschend gut in der Hand…
Rüber zu Saturn. Darksiders 2 zocken…. Geiles Game.
Rüber zu Capcom und uns doch mal Devil May Cry 5 anschauen. Spezielles Spiel. Ich weiss noch ned ob ichs mag…

Wohlgemerkt, bei all diesen Spielen mussten wir keine 3 Sekunden anstehen. XD

Leider mussten wir dann abbrechen, alls man die Besucher auch in die Hallen liess. Von Norden, Osten, Süden und Westen stürmten die Massen auf uns zu und wir haben uns eng an die Wand gepresst um nicht erdrückt zu werden. Ich kann nur sagen… HALP!!!
Danach ging es wieder in den Hafen der Ruhe und Gemütlichkeit. Das Cosplay Village.
Gegen Freitag fiel mir wirklich auf, wie ruhig es hier zuging verglichen mit den anderen Hallen.

Keine rumschreienden Moderatoren.

Keine Menschenmassen die sich für ein bisschen Merchandising oder 4 Minuten Probespielen gegenseitig K.O. schlagen.

Einfach schöne Ruhe. Zeichnen. Trading Card Games. Fotos machen. Animexx-Stand. Bubble Tea… und Karaoke…….

Höhö…

Am Freitag war ich ne halbe Stunde früher dran. Dieses Mal also „MASTER EXPLODER“

MUAHAHAHAHAHAHAhahahahaaaa……….

Ich hatte die Rechnung ohne Haru Kiss gemacht. Zwei Sänger die mit Toru Weber den Platz getauscht hatten, damit das Karaoke seinen Auftritt weniger stört. Sie begannen ihren Auftritt etwas früher um Zeit für Aufbau etc. zu haben.

Ich musste wieder Master Exploder abbrechen…. noooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo….. curses 😉

Also ein wenig Haru Kiss geguckt und wieder meinen Text lernen gegangen.

Am Freitag muss ich sagen lief alles wie es sollte. Das Programm dauerte genau 60 Minuten. Das Publikum lachte an anderen Stellen als am Vortag und ich habe kein einziges Mal den Text vergessen. W00t
Danach ging es nochmal über die Gamescom. Retrobereich (Ich bin verliebt). Casemodding. etc.

Später erneut nach Köln. Schlafen etc.
Oder so ähnlich.

Zimmer 513 hat tolle Stimmung
Zimmer 511 hat tolle Stimmung

Shinji und Frau liegen in Zimmer 512 und versuchen zu schlafen weil es bereits nach Mitternacht ist…..

Ich muss bedrohlich gewirkt haben als ich mich beschwert habe. Zumindest wurde es ruhiger….. vielleicht hätt ich mir zuerst auch etwas anziehen sollen…. naja egal… der Zweck heiligt die Mittel.

Dann war es soweit. Der grösste Tag der Gamescom.

SAMSTAG

Der Samstag war WIRKLICH voll und ich entschloss mich heute mit meiner Rüstung aufzutreten und die trampelnden Massen als Scherz einzubauen. Heute schaffte ich es auch endlich mal ALLE meine gewünschten Songs singen zu können.

Master Exploder
Beelzeboss
Hellfire
Be a Man

Ich liebe Karaoke. Wobei ich es hasse, wenn die Original Gesangsspur noch drin ist. Die Sänger dort singen immer total falsch….

Der Auftritt selbst verlief ähnlich wie am Donnerstag. Zwei Mal den Text vergessen und das Publikum lachte erneut bei Witzen an denen vorher niemand lachte und umgekehrt. Es war Tag 3 meiner Auftritte und nie kamen dieselben Sprüche gut an. Ausser „emo uses cut“ aber der ist ein Klassiker.
Ausserdem begann ich etwas Werbung für den Bubbletealaden Mr. Bubbles zu machen.

Zum Einen weil der Laden weniger gut lief als man vermuten sollte und zum Anderen weil das Zeugs irgendwie lecker war. Und dabei hasse ich alles worum nen Hype gemacht wird ^-^`
Am Nachmittag brachen wir dann nach Düsseldorf auf und trafen uns mit Freunden und unserem Hochzeitspriester. Es mag zwar blöd klingen, dass man zur Gamescom fährt und sich dann ne halbe Stunde entfernt mit Freunden trifft. Aber wenn man schon die Chance hat Freunde 600 Km entfernt zu treffen, dann will man das nutzen 🙂

In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte nur noch Zimmer 513 eine tolle Stimmung. Aber das Hotel hat nun ein Zimmer weniger *höhö*

Sonntag

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Endes einer Con. Der Auftritt verlief angenehm. Das Publikum lachte schon wieder über andere Dinge und bei einem Zuschauer hatte ich Angst, dass er die Bühne stürmen würde ^-^`
Ausserdem schien das Karaoke keine Lust mehr zu haben sich für die Bühne zurückzuhalten. ES HERRSCHTE KRIEG: JEDES DEZIBEL ZÄHLTE IM KAMPF GEGEN DIE BESCHALLUNG…. oder so XD

Danach hiess es sich von allen alten und neuen Freunden verabschieden.

Und hier liegt die Quintessenz weswegen für mich die Gamescom eine echte Con war. Natürlich gab es Dinge die man bemängeln könnte (wie an jeder Veranstaltung). Die Besucher die einfach nur durch den Bereich rennen um danach 5 Stunden für 4 Minuten zocken anzustehen anstelle sich einfach mal die ruhigen Punkte anzusehen. (Naja… nicht jeder hat 4 Tage Zeit und ein Ausstellerticket ^^`). Man könnte die Bühne gegenüber vom Karaoke bemängeln, aber diese Form des Setup war an der ganzen Gamescom so und wenn man gesehen hat wie sich die Ausstellerbereiche gegenseitig die Halle zudröhnen, war unser Setup geradezu gemütlich.

Und genau das war das Cosplay Village selbst.

Gemütlich

Die Helfer und Orgas rissen sich den Hintern auf um alles am Laufen zu halten und Probleme schnellstmöglichst zu lösen. Die Techniker waren sympathisch und (in meinen Augen) sehr fähig. Das Karaoke hatte eine coole Auswahl. Der Bubble Tea wurde mit jedem Tag leckerer und überhaupt. Es war ein kleiner Fleck Familie und einem grossen Haufen Irrer. (Irre ist in diesem Zusammenhang nicht negativ gemeint) 😉

Trotzdem waren wir froh, als wir nach weiteren 7 Stunden Autofahrt endlich zu Hause ankamen und uns in unser Bett fallen lassen konnten. Mit mittlerweile 30 Jahren muss ich einfach einsehen, dass ich für 3-4 Tage Con einfach zu alt bin. Ich kann einfach nicht mehr so viel Zeit an einer Con verbringen und 500 Km und mehr für einen Auftritt auf mich nehmen.
In dem Sinne. Bis am Freitag bis Sonntag im 700 Km entfernten Kassel zur Connichi XD

Permalink Schreibe einen Kommentar

Shinji Schneider goes Gamescom – Vorconbericht

28. August 2012 at 10:05 (Comedy, Conbericht) (, , , , , , , , , , )

Die Erklärung wie es dazu kam, habe ich ja nun bereits verfasst. Nun kommen wir zur eigentlichen Frage die mir gestellt wurde.

„Wie war es denn?“

Diese Frage lässt sich am besten mit einem Wort beschreiben.

Speziell.

Ich war noch nie an der Gamescom und wusste daher nicht was mich erwartet ausser vielen vielen Menschen. Kurz vor der Gamescom machten sich dann erste Bedenken bei mir breit, betreffend Bühne und Publikum (und meinem Programm generell) und manches davon bewahrheitete sich.

Aber beginnen wir von Anfang an.

Am Dienstag dem 14.08. nahm ich mir extra frei um mich auf den Mittwoch vorzubereiten. Dies stellte sich als dringend notwendig heraus, da ich gegen Mittag erfuhr, dass ich am Mittwoch bereits um 7 Uhr Morgens in Köln sein müsste.
Sind ja nur 550 Kilometer.

Katzensprung.

Dementsprechend versuchte ich irgendwie vorzuschlafen und um 23 Uhr Nachts fuhren wir auf nach Köln.

Mittwoch

Die Fahrt selbst war nahezu ereignislos. Um Mitternacht sind die deutschen Strassen leer. Lediglich Sekundenschlaf um 5:30 Uhr Morgens kann da für Abwechslung und Adrenalinschübe sorgen.
Wir kamen gegen 6:30 Uhr in Köln an und ich habe endlich eine Stadt gefunden deren Verkehrsleitsystem nahezu gleich beschissen ist wie diejenige von Stuttgart.

„Besucher Gamescom links einspuren. Links halten. Hier hätten Sie rechts abbiegen sollen“

Fuck you Köln….

Vor Ort besichtigten wir dann das „Cosplay Village“ der Gamescom, nachdem alle Formalitäten geregelt waren (und ich im Wachkoma herumtorkelte).

Das Cosplay Village war eine süsse kleine Ecke irgendwo im Hallenwirrwar (ich brauchte 2 Tage um mich zurechtzufinden). Es gab einen Bubbleteastand, eine Trading Card Gruppe, einen extrem versteckten Animexx-Stand, Zeichnertische, eine Schminkecke und einen Fotoshootingbereich.

Und es gab natürlich einen Synchroworkshop-Schrägstrich-Karaokestand. Direkt gegenüber (ca. 20 Meter entfernt) von der Bühne.

Die Bühne bestätigte auch etwas meine Befürchtungen zur Gamescom als solcher. Direkt zwischen Karaoke und Go-Kart-Bahn stand die kleine Bühne inmitten der Halle und wusste nicht richtig was mit sich anzufangen.
Ich machte mir ernsthaft Sorgen wie dies funktionieren sollte, wenn dann Besucher da wären, aber aktuell hatte ich andere Probleme. Ich musste meine Technikprobe hinter mich bekommen (also testen ob alle Videos, Präsentationen etc. laufen) um schnellstmöglich ins Hotel zu kommen um Schlaf nachzuholen.

Die Fahrt ins Hotel gestaltete sich allerdings schwerer als geplant. Verkehrsleitsystem eine Katastrophe und Parkplätze in der Kölner Innenstadt logischerweise Fehlanzeige. Wir brauchten über eine Stunde um von der Messe Köln ins Parkhaus Dom zu kommen und so entschlossen wir uns das Auto dort stehen zu lassen ^-^`

Danach ging es aber ab ins Hotel…. ok ins Backpackers am Bahnhof….

Der folgende Teil mag nun arrogant und verschwenderisch klingen, aber ich weiss wieder wieso ich auf keinen Fall in Hostels und Backpackers übernachten will.
Ich bin mittlerweile 30 Jahre alt, habe Rücken und Knieprobleme und nach/vor einem Auftritt den dringenden Wunsch in Ruhe auch mal duschen und mich ausruhen zu können.
Dies ist in Hostels meist nur bedingt möglich. Wir hatten das Glück wenigstens ein eigenes Badezimmer und ein Zimmer für uns allein zu haben, jedoch war das Zimmer extrem klein, das Bett hatte Flecken und ein riesiges Fenster direkt zum Hauptbahnhof (welches immer offen sein muss, da das Hotel nicht klimatisiert ist) machen es schwer zu schlafen.

Ich gehe davon aus, dass die Organisation des Cosplay Village getan hat, was sie konnten um einen Schlafplatz zu organisieren, aber jeden Morgen mit Rückenschmerzen aufzuwachen wegen der viel zu dünnen Matratze (mit weissen Flecken drauf…. bitte lass es Sabber sein… bitte lass es Sabber sein) trägt nicht unbedingt dazu bei grinsend und lachend über eine Bühne zu stiefeln.

Generell müssen einige Dinge zur Organisation des Cosplay Village gesagt werden.

Die Jungs und Mädels haben im Vorfeld einiges an Kritik einstecken müssen von Helfern etc. und ich muss ehrlich sagen, dass manche Dinge betreffend Kommunikation etc. suboptimal verliefen. Aber ich frage mich ob die ganzen Kritiker sich jemals über folgende Punkte Gedanken gemacht haben.

Das Cosplay Village war zwar Bereich der Gamescom, wurde jedoch nicht wirklich von der Gamescom gemanaged.
Die Orgas sind normale Animefans die mit dem Job beauftragt wurden das ganze zu organisieren. Vermutlich ohne grosse Erfahrung, mit kaum Budget und mit dauernden Rückfragen zur Gamescom selbst, welche wohl (wie jeder grosse Verein) nicht unbedingt schnell antwortet.
Und auch wenn ich hier eventuell ein wenig rummecker möchte ich festhalten, dass ich mir sicher bin, dass die Orga alles Menschenmögliche getan hat, was in ihrer Macht stand.

Wenn aber die Gamescom entscheidet, dass die Bühne gegenüber vom Karaoke stehen soll. Dann entscheidet die Gamescom das halt einfach.

Und generell. Für den ersten Versuch hätte es weitaus schlimmer laufen können, glaubt mir 😉

Und da dieser Blog bereits wieder nahe an den 800 Wörtern grenzt, beende ich diesen Vorconbericht.

Wie die Gamescom während den Besuchertagen verlief und was uns im Hostel noch so widerfahren sollte, erfahrt Ihr später 😉

Permalink Schreibe einen Kommentar

Shinji Schneider goes Gamescom 2012 – Vorwort

28. August 2012 at 07:47 (Comedy, Conbericht, Life of shin) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Etwas verspätet aber noch diesen Monat komme ich endlich dazu meine Fahrt zur Gamescom und meine Erfahrungen mit der grössten Spielemesse Europas zu beschreiben.

 

Zuerst muss ich jedoch etwas ausholen. Wer meine Comedy etwas verfolgt weiss, dass ich dieses Jahr keine Auftritte als Komiker machen wollte aufgrund meiner bald (Ende September) stattfindenden Hochzeit.
Ich schrieb weder an einem Comedyprogramm, noch bewarb ich mich für irgendeine Con. So fiel ich dann auch aus allen Wolken, als ich plötzlich von einem Techniker angeschrieben wurde, womit ich denn an der Gamescom auftreten würde.

„Wie? Gamescom? Ich bin Animekomiker. Ich mache nichts über Games… ich mein ich könnte aber….wie kommst du darauf?“

Typisch Techniker halt, hatte mein Kumpel bereits vor den Showacts erfahren, wer Wunschkandidaten für das Cosplay Village, einen eigenen Cosplayer/Animefanbereich, der Gamescom wären. Ich selber wurde allerdings erst einen Tag später angefragt. (Verdammte Techniker und ihre Fähigkeit schon alles zu wissen).

 

Das Angebot an der Gamescom aufzutreten war durchaus etwas spezielles. Es IST die grösste Computerspieleveranstaltung Europas. Sie zieht rund 300 000 Besucher an und es wäre eine Möglichkeit mein Repertoire um Gamer zu erweitern.
Meine Frau griff mir liebevoll unter die Arme indem sie mir drohte sich noch vor der Hochzeit scheiden zu lassen, sollte ich dieses Angebot ablehnen.

 

Doch nun stand ich vor einem anderen Problem. Respektive mehreren.
Die Gamescom lag noch rund 2-3 Monate entfernt und ich hatte kein Comedyprogramm. An einer Gamescom wollte ich keines meiner alten Programme verwenden. Diese waren rein auf Animefans abgestimmt und besonders das Programm „Con ist Krieg“ wäre keine positive Repräsentation für Animefans nach draussen gewesen.

Ein neues Programm musste her.

Innerhalb von 2 Monaten begann ich also ein Comedyprogramm zu schreiben, welches sich in erster Linie auf Computerspiele bezieht. Hier entstand jedoch das nächste Problem. Perfekte Ziele um sich drüber lustig zu machen sind natürlich die üblichen Verdächtigen.

 

Squaresoft / Square-Enix

Eine Firma die mittlerweile dafür bekannt ist, dass sie die Final Fantasy Franchise und alles was damit zusammen hängt melkt bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter. Ein typisches Beispiel einer Firma, welche den Anschluss an ihre eigenen Fans verloren hat.
Aus einer Firma deren Spiele früher ein „Must-Buy“ waren, wurde eine Firma deren Spiele man lieber mal ein Jahr rumliegen lässt. Nur so zur Sicherheit.

 

UbiSoft

Auch einer dieser Melkvereine. Ubisoft machte sich bereits früh Gegner mit ihrer glorreichen Idee für Offlinespiele eine Internetverbindung voraussetzen zu wollen. Ebenfalls spricht es nicht unbedingt FÜR Ubisoft, dass die „Assassins Creed Trilogie“ mittlerweile bereits 5 Teile umfasst und dies nur auf den Grundkonsolen. (Handhelds nicht mitgerechnet)

 

Blizzard

Früher machten sie gute Spiele. Nun machen sie World of Warcraft…… und brauchen 13 Jahre um Nachfolger für Spiele zu produzieren die man ebenfalls melken kann. Das beste Beispiel bietet hier Diablo 3, welches einen neuen Tiefpunkt der Abzocke darstellt.
Man muss IMMER online sein um zocken zu können, auch wenn man es alleine würde spielen wollen. Die Server sind nicht stabil. Das Spiel schreibt einem vor wie man sich nennen darf UND es verbindet das ganze mit einer eingebauten „Goldseller“-Mechanik um noch mehr Geld zu verdienen.
Jahrelange Diskussionen zu Onlinespielen haben klar gemacht, das Goldselling den internen Markt eines Onlinespiels zerstört. Aber scheinbar nur, wenn der Spielehersteller nichts daran mitverdient 😉

 

EA

Was kann man über EA sagen? Niemand hat mehr Firmen zerstört. Die Liste der Firmen die gekauft/übernommen und danach ausgeschlachtet wurden ist lang und wird noch länger.

Bullfrog
Origin
Westwood
Criterion
Mythic
Maxis
Bioware
Pandemic

Um nur ein Paar zu nennen.

 

 

Und zu guter Letzt hätten wir CAPCOM

Man muss sich schon sehr anstrengen um EA den Titel der meistgehassten Spielefirma abspenstig zu machen, aber Capcom hat es geschafft. Mit ihrer Abzocke in den Kampfspielen. On Disk DLC. Super Deluxe Versionen die nicht mit dem Vorgänger kombatibel sind etc. etc. etc.

Capcom hat es erfolgreich geschafft, dass niemand der nicht ein absolut naiver Fanboy ist, sich noch Spiele beim Release von ihnen kauft. JEDER mit einer Spur Würde und Selbstachtung, verzichtet bei Capcom erst einmal darauf das Spiel zu kaufen. Es ist ja eh nicht komplett.
Den Vogel schossen sie mit Asuras Wrath ab, das plötzlich ein „real ending DLC“ ankündigte.

 

Ihr seht also. An Munition zum verschiessen mangelte es an der Gamescom nicht. Jedoch gab es ein Problem. All dies sind Aussteller die an der Gamescom vertreten sind/waren. Und es kommt schlecht, wenn eine Firma vor Ort (zurecht) denunziert wird.
Ich musste also meine Kritik geschickt verpacken ohne Namen zu nennen. Foppen statt Anprangern. Lediglich bei RTL konnte ich es nicht verhindern den Namen während dem Programm auszusprechen. Aber die haben es sich bei der Gamescom eh mit einigen Leuten verscherzt.

Auch brauchte ich einen Namen, ein Intro, ein Outro und ich musste irgendwie 60 Minuten Programm füllen. An Animecons kein Problem. Wer die Aufnahmen von der Connichi 2011 gesehen hat weiss, dass ich 40 Minuten Programm locker mit 30 Minuten Zugaben auffüllen kann. Aber gesungen wurde an der Gamescom nicht, also wurde mein neues Programm „Extralife“ (eine Hommage an Pornophonique) genau eine Stunde lang.

 

Und wie verlief die Gamescom denn nun wirklich?

Dies beschreibe ich dann in meinem eigentlichen Conbericht.

Permalink Schreibe einen Kommentar

Der Sommer der journalistischen Faux-Pas‘

7. September 2011 at 08:33 (Motzen gegen Medien) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Dass die Medien sich gerne als vierte Macht des Landes (neben Judikative, Exekutive und Legislative) aufspielen und dieser Rolle in der Tat gerecht werden, war schon lange klar und wurde seitdem auch immer wieder unter Beweis gestellt.

Eine Partei kann noch soviel Wahlwerbung betreiben, ein Musiker sich noch so anstrengen Erfolg zu haben, schlussendlich läuft alles darauf hinaus, dass die Medien diejenigen sind, die die Meinungen Formen. Streng nach „BILD dir meine Meinung“. (oder glaubt ihr ernsthaft irgendjemand würde sowas wie Lady Gaga oder Justin Bieber kennen, wenn sie nicht gezielt von den Medien berühmt gemacht worden wären?)

 

Manchmal geschieht es nun, dass Journalisten diese potentielle Macht zu Kopf steigt. Sie nutzen ihre Position aus um gezielt über Einzelpersonen herzuziehen, vermitteln gekaufte Propaganda als sogenannte News (Halloooo Apple) oder vermitteln ihre persönliche Meinung als sogenannte „Nachrichten“.

Dieser Sommer war und ist ein Paradebeispiel für diese Gattung der Journalisten.

Den Anfang machte die frankfurter neue Presse Anfang August in ihrem Bericht über den Cosday in Frankfurt. Der Schreiberling (welcher seltsamerweise nicht einmal im Redakteurenteam Erwähnung findet) zieht seelenruhig über die Veranstaltung und seine Besucher her.
Sein Interviewpartner ist „untersetzt“, das Mädel dass für Fotos posiert zu freizügig und überhaupt strotzt sein Beitrag nur so von Überheblichkeit und Ignoranz. Die Reaktionen der Cosdaybesucher liess nicht auf sich warten und die FNP wird wohl keine Interviewpartner mehr am Cosday finden.

Doch dieser Beitrag war nur der Anfang und geradezu subtil im Gegensatz zu dem was der journalistisch hochstehende Sender RTL sich Ende August geleistet hat.

Seien wir ehrlich. Niemand erwartet von den Machern von geistreichen Programmen wie „Das Dschungelcamp“, „Deutschland sucht den Superstar“ und „IQ – Besser schauen Sie uns ohne“ dass sie auch nur irgendetwas brauchbares produzieren. Aber was sich die Sendung Explosiv, respektive der Redakteur und ehemaliges NPD-Mitglied Tim Kickbusch geleistet hat, trotzt jeglicher Beschreibung.

Besagter Redakteur, hatte sich bereits in seinem privaten Facebook vor der Gamescom (der grössten europäischen Videospielemesse) abfällig über dessen Besucher geäussert. Nichts desto trotz erachtete er es als eine gute Idee einen Bericht darüber zu verfassen, dass Gamer (rund 15% der westlichen Bevölkerung und immerhin über 200 000 Besucher der Gamescom) sowieso nur stinken, Freaks sind und zu keinen sozialen Interaktionen fähig sind.

Die Reaktionen waren zahlreich. Manche davon intelligent (danke Budi), manche davon böse (danke Giga), manche davon nur aggressiv oder dumm (halloooo Anonymous), manche humoristisch (Eigenwerbung wuuhuu) und manche Personen hinterliessen einen bleibenden guten Eindruck (hier erwähnt Andreas Garbe, Redakteur bei 3Sat der sich Tim Kickbusch zur Brust nahm und recht deutlich machte, dass Tim nur ein weiterer kleiner Bauer in einer Befehlsreihe quotengeiler Manager ist).
Wie sinnvoll es ist alle Gamer zu beleidigen, wenn man selbst versucht so hochstehende Games wie „Alarm für Cobra 11“, „Helicopter 110“ etc. an den Mann zu bringen, sei dahingestellt.

Doch ich will das Thema RTL nicht breit treten, das haben schon alle anderen. (Nur noch kurz erwähnt. Lasst bitte Laura da Silva alias Laura Schen etwas Luft. Das Mädel wurde von RTL schon genug verarscht und wird in Zukunft wohl doppelt darüber nachdenken bei wem sie ihr Gesicht in die Kamera hält.

 

Der nächste Fall liess jedoch nicht lange auf sich warten und vereinigte die Wut der gesamten amerikanischen Nerdschaft hinter sich.

Alyssa Bereznak, ihreszeichens internistische Redakteurin bei Gizmodo.com (ja DAS Gizmodo), nutzte ihren Status um einen Bericht über die Onlinedatingseite OkCupid zu verfassen.
Aber nicht nur einen Bericht. Nein. Diesen Bericht.

Sie schrieb ausführlich darüber, wie sie einen Kerl kennen lernte, der echt nett zu sein schien, sich dann aber als Jon Finkel herausstellte (nur sowas wie ein Gott unter Magic the Gathering-Spielern, also nicht der Rede wert) und warnte die Leser ihres Blogs davor, dass auch sie an solche Geeks geraten könnten wenn sie Online-Dating betreiben.

Sie warnte also Ihre Leser (Geeks die einen Blog auf einer Geekseite lesen) davor sich mit Geeks einzulassen… Ich könnte mich hierzu äussern… aber ich kann es nicht. Da fällt mir ernsthaft nichts mehr ein, was ich noch dazu sagen könnte 🙂

Gehen wir also weiter zum Auslöser des heutigen Beitrags.

20 Minuten.

Dass die Medien seit Tagen nur noch die Ereignisse des elften Septembers 2001 ausschlachten liegt ja auf der Hand. Der Kinofilm existiert auch bereits und wir alle müssen Betroffenheit zeigen. Oder Muslime töten. Oder Kriege führen. Keine Ahnung. Auch egal.

Was sich seit 9/11 nie gelegt hat, ist bei vielen Menschen das Gefühl, dass die USA nicht unbeteiligt an der ganzen Geschichte gewesen war.
Zuviele Ungereimtheiten häufen sich, was die Menschen zweifeln lässt.

Wieso um eine Uhrzeit wo kaum jemand im Gebäude war?
Wieso war dieser Teil des Pentagons wegen Renovation geschlossen?
Was geschah mit Flugzeugen 4 und 5?
Wieso sind die Türme so perfekt zusammengekracht?
Wie können 3 Flugzeuge so problemlos in Städte hinein fliegen?
Wieso geschieht dies in dem Moment wo Bush die niedrigsten Umfragewerte ever hat?

Genug offene Punkte die nie geklärt wurden um Menschen stutzig zu machen. Vor allem da es in der Vergangenheit ja niemals vorgekommen ist, dass ein Machthaber das eigene Land sabotierte um Mobil gegen einen neuen Feind zu machen.

*hust* *hust*

 

Aber keine Sorge. Denn wer es wagt Zweifel an der offiziellen Aussage der Bushadministration (wir erinnern uns. Bin Laden wurde in Afghanistan gefunden und der Irak hatte Massenvernichtungswaffen) zu äussern, ist laut Peter Blunschi ja nur ein Freak, ein Spinner oder (wie man am Titel seines Beitrags vermuten kann) einfach nur blöd.

Die Frage bleibt offen ob dies wirklich Peter Blunschis eigene Meinung ist oder ob dieser Bericht auch nur gekauft war.

So oder so, bleibt dies ein Sommer von Journalisten die gekonnt den eigenen Lesern und Zuschauern ins Gesicht spucken.
Well done.

Permalink 10 Kommentare