Shinji Schneider goes Gamescom – Vorconbericht

28. August 2012 at 10:05 (Comedy, Conbericht) (, , , , , , , , , , )

Die Erklärung wie es dazu kam, habe ich ja nun bereits verfasst. Nun kommen wir zur eigentlichen Frage die mir gestellt wurde.

„Wie war es denn?“

Diese Frage lässt sich am besten mit einem Wort beschreiben.

Speziell.

Ich war noch nie an der Gamescom und wusste daher nicht was mich erwartet ausser vielen vielen Menschen. Kurz vor der Gamescom machten sich dann erste Bedenken bei mir breit, betreffend Bühne und Publikum (und meinem Programm generell) und manches davon bewahrheitete sich.

Aber beginnen wir von Anfang an.

Am Dienstag dem 14.08. nahm ich mir extra frei um mich auf den Mittwoch vorzubereiten. Dies stellte sich als dringend notwendig heraus, da ich gegen Mittag erfuhr, dass ich am Mittwoch bereits um 7 Uhr Morgens in Köln sein müsste.
Sind ja nur 550 Kilometer.

Katzensprung.

Dementsprechend versuchte ich irgendwie vorzuschlafen und um 23 Uhr Nachts fuhren wir auf nach Köln.

Mittwoch

Die Fahrt selbst war nahezu ereignislos. Um Mitternacht sind die deutschen Strassen leer. Lediglich Sekundenschlaf um 5:30 Uhr Morgens kann da für Abwechslung und Adrenalinschübe sorgen.
Wir kamen gegen 6:30 Uhr in Köln an und ich habe endlich eine Stadt gefunden deren Verkehrsleitsystem nahezu gleich beschissen ist wie diejenige von Stuttgart.

„Besucher Gamescom links einspuren. Links halten. Hier hätten Sie rechts abbiegen sollen“

Fuck you Köln….

Vor Ort besichtigten wir dann das „Cosplay Village“ der Gamescom, nachdem alle Formalitäten geregelt waren (und ich im Wachkoma herumtorkelte).

Das Cosplay Village war eine süsse kleine Ecke irgendwo im Hallenwirrwar (ich brauchte 2 Tage um mich zurechtzufinden). Es gab einen Bubbleteastand, eine Trading Card Gruppe, einen extrem versteckten Animexx-Stand, Zeichnertische, eine Schminkecke und einen Fotoshootingbereich.

Und es gab natürlich einen Synchroworkshop-Schrägstrich-Karaokestand. Direkt gegenüber (ca. 20 Meter entfernt) von der Bühne.

Die Bühne bestätigte auch etwas meine Befürchtungen zur Gamescom als solcher. Direkt zwischen Karaoke und Go-Kart-Bahn stand die kleine Bühne inmitten der Halle und wusste nicht richtig was mit sich anzufangen.
Ich machte mir ernsthaft Sorgen wie dies funktionieren sollte, wenn dann Besucher da wären, aber aktuell hatte ich andere Probleme. Ich musste meine Technikprobe hinter mich bekommen (also testen ob alle Videos, Präsentationen etc. laufen) um schnellstmöglich ins Hotel zu kommen um Schlaf nachzuholen.

Die Fahrt ins Hotel gestaltete sich allerdings schwerer als geplant. Verkehrsleitsystem eine Katastrophe und Parkplätze in der Kölner Innenstadt logischerweise Fehlanzeige. Wir brauchten über eine Stunde um von der Messe Köln ins Parkhaus Dom zu kommen und so entschlossen wir uns das Auto dort stehen zu lassen ^-^`

Danach ging es aber ab ins Hotel…. ok ins Backpackers am Bahnhof….

Der folgende Teil mag nun arrogant und verschwenderisch klingen, aber ich weiss wieder wieso ich auf keinen Fall in Hostels und Backpackers übernachten will.
Ich bin mittlerweile 30 Jahre alt, habe Rücken und Knieprobleme und nach/vor einem Auftritt den dringenden Wunsch in Ruhe auch mal duschen und mich ausruhen zu können.
Dies ist in Hostels meist nur bedingt möglich. Wir hatten das Glück wenigstens ein eigenes Badezimmer und ein Zimmer für uns allein zu haben, jedoch war das Zimmer extrem klein, das Bett hatte Flecken und ein riesiges Fenster direkt zum Hauptbahnhof (welches immer offen sein muss, da das Hotel nicht klimatisiert ist) machen es schwer zu schlafen.

Ich gehe davon aus, dass die Organisation des Cosplay Village getan hat, was sie konnten um einen Schlafplatz zu organisieren, aber jeden Morgen mit Rückenschmerzen aufzuwachen wegen der viel zu dünnen Matratze (mit weissen Flecken drauf…. bitte lass es Sabber sein… bitte lass es Sabber sein) trägt nicht unbedingt dazu bei grinsend und lachend über eine Bühne zu stiefeln.

Generell müssen einige Dinge zur Organisation des Cosplay Village gesagt werden.

Die Jungs und Mädels haben im Vorfeld einiges an Kritik einstecken müssen von Helfern etc. und ich muss ehrlich sagen, dass manche Dinge betreffend Kommunikation etc. suboptimal verliefen. Aber ich frage mich ob die ganzen Kritiker sich jemals über folgende Punkte Gedanken gemacht haben.

Das Cosplay Village war zwar Bereich der Gamescom, wurde jedoch nicht wirklich von der Gamescom gemanaged.
Die Orgas sind normale Animefans die mit dem Job beauftragt wurden das ganze zu organisieren. Vermutlich ohne grosse Erfahrung, mit kaum Budget und mit dauernden Rückfragen zur Gamescom selbst, welche wohl (wie jeder grosse Verein) nicht unbedingt schnell antwortet.
Und auch wenn ich hier eventuell ein wenig rummecker möchte ich festhalten, dass ich mir sicher bin, dass die Orga alles Menschenmögliche getan hat, was in ihrer Macht stand.

Wenn aber die Gamescom entscheidet, dass die Bühne gegenüber vom Karaoke stehen soll. Dann entscheidet die Gamescom das halt einfach.

Und generell. Für den ersten Versuch hätte es weitaus schlimmer laufen können, glaubt mir 😉

Und da dieser Blog bereits wieder nahe an den 800 Wörtern grenzt, beende ich diesen Vorconbericht.

Wie die Gamescom während den Besuchertagen verlief und was uns im Hostel noch so widerfahren sollte, erfahrt Ihr später 😉

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Shinji Schneider goes Gamescom 2012 – Vorwort

28. August 2012 at 07:47 (Comedy, Conbericht, Life of shin) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Etwas verspätet aber noch diesen Monat komme ich endlich dazu meine Fahrt zur Gamescom und meine Erfahrungen mit der grössten Spielemesse Europas zu beschreiben.

 

Zuerst muss ich jedoch etwas ausholen. Wer meine Comedy etwas verfolgt weiss, dass ich dieses Jahr keine Auftritte als Komiker machen wollte aufgrund meiner bald (Ende September) stattfindenden Hochzeit.
Ich schrieb weder an einem Comedyprogramm, noch bewarb ich mich für irgendeine Con. So fiel ich dann auch aus allen Wolken, als ich plötzlich von einem Techniker angeschrieben wurde, womit ich denn an der Gamescom auftreten würde.

„Wie? Gamescom? Ich bin Animekomiker. Ich mache nichts über Games… ich mein ich könnte aber….wie kommst du darauf?“

Typisch Techniker halt, hatte mein Kumpel bereits vor den Showacts erfahren, wer Wunschkandidaten für das Cosplay Village, einen eigenen Cosplayer/Animefanbereich, der Gamescom wären. Ich selber wurde allerdings erst einen Tag später angefragt. (Verdammte Techniker und ihre Fähigkeit schon alles zu wissen).

 

Das Angebot an der Gamescom aufzutreten war durchaus etwas spezielles. Es IST die grösste Computerspieleveranstaltung Europas. Sie zieht rund 300 000 Besucher an und es wäre eine Möglichkeit mein Repertoire um Gamer zu erweitern.
Meine Frau griff mir liebevoll unter die Arme indem sie mir drohte sich noch vor der Hochzeit scheiden zu lassen, sollte ich dieses Angebot ablehnen.

 

Doch nun stand ich vor einem anderen Problem. Respektive mehreren.
Die Gamescom lag noch rund 2-3 Monate entfernt und ich hatte kein Comedyprogramm. An einer Gamescom wollte ich keines meiner alten Programme verwenden. Diese waren rein auf Animefans abgestimmt und besonders das Programm „Con ist Krieg“ wäre keine positive Repräsentation für Animefans nach draussen gewesen.

Ein neues Programm musste her.

Innerhalb von 2 Monaten begann ich also ein Comedyprogramm zu schreiben, welches sich in erster Linie auf Computerspiele bezieht. Hier entstand jedoch das nächste Problem. Perfekte Ziele um sich drüber lustig zu machen sind natürlich die üblichen Verdächtigen.

 

Squaresoft / Square-Enix

Eine Firma die mittlerweile dafür bekannt ist, dass sie die Final Fantasy Franchise und alles was damit zusammen hängt melkt bis zur Unendlichkeit und noch viel weiter. Ein typisches Beispiel einer Firma, welche den Anschluss an ihre eigenen Fans verloren hat.
Aus einer Firma deren Spiele früher ein „Must-Buy“ waren, wurde eine Firma deren Spiele man lieber mal ein Jahr rumliegen lässt. Nur so zur Sicherheit.

 

UbiSoft

Auch einer dieser Melkvereine. Ubisoft machte sich bereits früh Gegner mit ihrer glorreichen Idee für Offlinespiele eine Internetverbindung voraussetzen zu wollen. Ebenfalls spricht es nicht unbedingt FÜR Ubisoft, dass die „Assassins Creed Trilogie“ mittlerweile bereits 5 Teile umfasst und dies nur auf den Grundkonsolen. (Handhelds nicht mitgerechnet)

 

Blizzard

Früher machten sie gute Spiele. Nun machen sie World of Warcraft…… und brauchen 13 Jahre um Nachfolger für Spiele zu produzieren die man ebenfalls melken kann. Das beste Beispiel bietet hier Diablo 3, welches einen neuen Tiefpunkt der Abzocke darstellt.
Man muss IMMER online sein um zocken zu können, auch wenn man es alleine würde spielen wollen. Die Server sind nicht stabil. Das Spiel schreibt einem vor wie man sich nennen darf UND es verbindet das ganze mit einer eingebauten „Goldseller“-Mechanik um noch mehr Geld zu verdienen.
Jahrelange Diskussionen zu Onlinespielen haben klar gemacht, das Goldselling den internen Markt eines Onlinespiels zerstört. Aber scheinbar nur, wenn der Spielehersteller nichts daran mitverdient 😉

 

EA

Was kann man über EA sagen? Niemand hat mehr Firmen zerstört. Die Liste der Firmen die gekauft/übernommen und danach ausgeschlachtet wurden ist lang und wird noch länger.

Bullfrog
Origin
Westwood
Criterion
Mythic
Maxis
Bioware
Pandemic

Um nur ein Paar zu nennen.

 

 

Und zu guter Letzt hätten wir CAPCOM

Man muss sich schon sehr anstrengen um EA den Titel der meistgehassten Spielefirma abspenstig zu machen, aber Capcom hat es geschafft. Mit ihrer Abzocke in den Kampfspielen. On Disk DLC. Super Deluxe Versionen die nicht mit dem Vorgänger kombatibel sind etc. etc. etc.

Capcom hat es erfolgreich geschafft, dass niemand der nicht ein absolut naiver Fanboy ist, sich noch Spiele beim Release von ihnen kauft. JEDER mit einer Spur Würde und Selbstachtung, verzichtet bei Capcom erst einmal darauf das Spiel zu kaufen. Es ist ja eh nicht komplett.
Den Vogel schossen sie mit Asuras Wrath ab, das plötzlich ein „real ending DLC“ ankündigte.

 

Ihr seht also. An Munition zum verschiessen mangelte es an der Gamescom nicht. Jedoch gab es ein Problem. All dies sind Aussteller die an der Gamescom vertreten sind/waren. Und es kommt schlecht, wenn eine Firma vor Ort (zurecht) denunziert wird.
Ich musste also meine Kritik geschickt verpacken ohne Namen zu nennen. Foppen statt Anprangern. Lediglich bei RTL konnte ich es nicht verhindern den Namen während dem Programm auszusprechen. Aber die haben es sich bei der Gamescom eh mit einigen Leuten verscherzt.

Auch brauchte ich einen Namen, ein Intro, ein Outro und ich musste irgendwie 60 Minuten Programm füllen. An Animecons kein Problem. Wer die Aufnahmen von der Connichi 2011 gesehen hat weiss, dass ich 40 Minuten Programm locker mit 30 Minuten Zugaben auffüllen kann. Aber gesungen wurde an der Gamescom nicht, also wurde mein neues Programm „Extralife“ (eine Hommage an Pornophonique) genau eine Stunde lang.

 

Und wie verlief die Gamescom denn nun wirklich?

Dies beschreibe ich dann in meinem eigentlichen Conbericht.

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