Quo Vadis Animeszene?

12. Januar 2012 at 11:50 (Comedy, Liebesgrüsse vom Arschloch, Rantabout) (, , , , , , , , , , , , , )

Heute bin ich mal in Stimmung für einen bösen Blog der einige Themen behandelt die mir schon lange auf dem Herzen liegen, vermutlich werde ich damit auch einigen Leuten auf den Schlips treten, aber hey, das ist das Ziel meines Blogs 🙂

Wie die meisten Leser meines Blogs ja wissen, war ich 2011 mit meinem vorerst letzten Comedyprogramm „Con ist Krieg“ unterwegs.
In diesem Programm behandelte ich das ganze Drama welches sich an Cons abspielt und das Feedback welches ich am meisten bekommen habe war „aber recht hat er ja“.

Mit diesem Blogeintrag will ich nun einmal gröber ausholen wieso ich überhaupt auf die Idee kam dieses Thema als Comedyprogramm zu behandeln und was ich persönlich zu diesem Thema zu sagen habe.

Um meine Meinung zu erläutern muss ich jedoch weiter ausholen und erst einmal erklären was die Animeszene für mich bedeutet.

Ich wurde mit 15 Jahren als Anime- und Mangafan von meinem damaligen besten Freund durch Dragonball und Sailormoon angefixt.  Durch das Hobby lernte ich neue Leute kennen und mit der schrittweisen Verbreitung von Internet lernte ich dann mit 17 die ersten deutschen Animefans kennen.

In der Schweiz kam ich in ein Forum in welchem sich rund 80 Animefans des ganzen Landes unterhielten und der Szene verdankte ich im Jahr 2000 meine erste Beziehung (und meine erste Con).

Ich hebe dies deswegen hervor, weil damals (also vor 10-14 Jahren) waren einige Punkte in der Animeszene nahezu in Stein gemeiselt, auch wenn es logischerweise Ausnahmen gab.

– Animefans sind fast alle Mobbingopfer
– Animefans verachten Alkohol
– Animefans verachten Hiphop

Die Animeszene war damals für viele Mobbingopfer eine Möglichkeit sich unter Gleichgesinnten wohl zu fühlen. Eine Art Familie fernab der Normalität.
Während die „normalen“ Menschen sich besoffen, Hiphop hörten und ihre Gruppenkämpfe austrugen, so besprach man die neueste Serie, traf sich zum Gameboy spielen oder machte Animesessions bei denen man sich NGE, Trigun etc. ansah.
Eines der Credos der Szene war jahrelang (zumindest in der Schweiz) „Wir brauchen keinen Alkohol um Spass zu haben“.

Natürlich gab es auch Streitereien und zwischenmenschliche Probleme, aber im Kern wussten wir immer, dass wir alle Animefans sind. Im Kern halten wir zusammen. Selbst wenn ich jemandem am liebsten die Zähne eingeschlagen hätte, so hätte ich ihn immer gegen äussere Einflüsse verteidigt. Weil er wie ich war und dementsprechend ein Angriff auf ihn, ein Angriff auf mich war.

Dieses Gefühl ist in meinen Augen allerdings immer mehr verschwunden. Die Szene ist gewachsen. Nicht nur in der Masse sondern auch in der Breite.
Die Szene setzt sich mittlerweile nicht mehr „nur“ aus Metal/Goth-Hörern zusammen sondern auch Normalos, Popkiddies, Hiphoppern etc.
Anime und Manga scheint in der Normalität angekommen zu sein. Zumindest für Animefans der älteren Garde wie mich. (Was lustig ist, da bereits wir als Mainstream betrachtet wurden von denjenigen die noch mühsam Fansubs auf Videokassetten gekauft hatten in den siebziger und achziger Jahren)

Durch die Masse hat sich die Szene immer mehr aufgespaltet. Aus Treffen von 20 Leuten wurden Treffen von 50 Leuten. Daraus Treffen von 100 Leuten.
Ein Forum mit 80 Benutzern hat plötzlich 800 Benutzer.
Logischerweise begannen sich Grüppchen zu bilden. Man hat plötzlich die Freiheit sich nicht mehr mit jedem verstehen zu müssen und so schade dies ist, es ist normal.

Auch die Einstellung zum Alkohol hat sich geändert. Wo früher Alkohol noch verpönt war gibt es nun Cons an welchen Alkohol verkauft wird und Cons an welchen sich die Orgas besaufen.
Immer mehr Animefans fröhnen dem Alkoholgenuss. Die Jüngeren weil es cool ist und dazu gehört. Die Älteren um ihre Depressionen und Midlife-Crises zu ersäufen.

Im Grunde mag der Alkoholgenuss vernachlässigbar sein und bei weitem nicht jeder ist so ein Alkoholhasser wie der alte Mann der diesen Blog verfasst. (wobei ich nichts gegen ein Glas Met einzuwenden hätte wenn die Leute es nicht übertreiben würden und es nicht nach Alkohol schmecken würde)

Der Alkohol ist für mich eher eines der Beispiele an Dingen welche sich geändert haben. Die Grüppchenbildung der Szene hat vermehrt zu Situationen geführt, welche ich so nur aus der Schule kannte und welche in der Animeszene für mich nie denkbar gewesen wären.
Mobbing und Profilierungsneurose.

Zum Beispiel das Cosplay. Die Cosplayszene lässt sich mittlerweile gut Unterteilen in Teilzeitcosplayer und Vollzeitcosplayer. Und ich persönlich halte mich je länger je mehr von den Vollzeitcosplayern fern, da einige davon ein gutes Beispiel dessen zeigen, was mit der Szene (in meinen Augen) nicht mehr stimmt.

Anstatt ihr Hobby zu geniessen scheint es nur noch aus Gehässigkeit, Arroganz, Selbstprofilierung und Arbeit zu bestehen.
Es wird sich bei möglichst vielen Leuten eingeschleimt um viele Freunde zu haben. Denn nur wenn man viele Freunde hat kann man diese dazu mobilisieren, dass bei Cosplaywettbewerben für einen gestimmt wird.
Das Ziel ist klar. Die Startseite von Deviantart, Cosplay.com oder Animexx.

Übergewichtige Cosplayer, Cosplayer die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, genetische Männer welche gerne Frauen cosplayen oder (gnade Dende) Cosplayer die es wagen dasselbe Cosplay wie man selbst zu tragen, werden mittlerweile gnadenlos gemobbed und attackiert.
Noch schlimmer ist die Bigotterie welche einige Leute betreiben wenn es um Freizügigkeit geht.

Da können zwei Mädels dasselbe Cosplayprinzip verfolgen. Beide weiblich, beide oben ohne, beide liegen auf dem Bauch wodurch man nur einen Teil der Brüste sieht.
Die eine ist eine Schlampe und die andere hat das Cosplay voll cool herüber gebracht.
Ich habe aus diesem Grund bereits „Freunde“ aus Facebook gelöscht, weil ich mich sonst nicht hätte zurückhalten können meine Meinung zu äussern, wenn ein Mädel welches auf zig Fotos ihre Brüste im Cosplay in die Kamera streckt, sich darüber aufregt dass ein anderes Mädel ihre Brüste (wohlbemerkt weniger angstrengt) ebenfalls in die Kamera streckt.

Die grösseren Cosplaywettbewerbe treiben dieses Getue dann auf die Spitze. Da wird gelogen und betrogen und gegen die Jury aufgebracht um sich einen Vorteil zu erschleichen. Es hat beim DCM nicht zur Qualifikation gereicht? Kein Problem. Man versucht einfach den Sieger zu verunglimpfen. Man erstellt Doppelaccounts um seine eigenen Thesen noch durch eine zweite Person untermauern zu können oder man mobilisiert einfach seine Freunde und Fans.
Etwas das mal als Spass begonnen hat wird immer mehr zum knallharten Business bei dem die Beteiligten keinerlei Spass und Kritik verstehen. Schlimmstenfalls geht dies bis zum krankhaften Bekehrungsversuch, dass Cosplay nicht etwas besonderes sei.

Aber nicht nur vor, auch hinter der Kamera spiegelt sich das wieder. Seien es Cosplayfotografen die darauf pochen, dass sie viel bessere Fotos machen als XY, Animeradios die sich gegenseitig bekämpfen und schlecht machen oder auch die immer häufiger werdenden Filmcrews mit ausgeklügelteren oder weniger ausgeklügelten Formaten.
Die schlimmsten sind jene die hinter jedes Video und jeden Blog und jeden Kommentar ihr „abonniert mich und klickt auf like“ schreiben, was bei mir automatisch eine Abneigung auslöst.
„Wenn du etwas Gutes leistest werde ich es automatisch liken, wenn du mehrere gute Dinge leistest, werde ich dich abonnieren. Wenn ich der Meinung bin, dass du WIRKLICH sehenswert bist, mache ich Werbung für dich. Hör auf mich dazu aufzufordern sondern ARBEITE für deinen Erfolg…“ aber ich schweife ab.

Überall werden Seilschaften geknüpft um sich einen Vorteil zu verschaffen. Händler XY gibt Orga YZ einen Freundschaftsrabatt im Laden und erhält dadurch Exklusivrechte für Con XZ. Orga AB lässt die Veranstaltung BC nur von seinem guten Kumpel CD in Szene setzen etc.
Vereine werden gegründet um diese Seilschaften in offizielle Strukturen zu zwängen um davon abzulenken und die Vetternwirtschaft geht bis zum Punkt wo manche Leute Geld für Dinge erhalten, welche der Rest ehrenamtlich leistet.

Die Animeszene verkam in den letzten Jahren vermehrt genau dazu, wovon sie sich noch vor zehn Jahren so krankhaft abzugrenzen versuchte.

Selbst die Toleranz, ein Punkt auf den wir in der Animeszene so stolz sind, schwindet immer mehr.
Wir Animefans rühmen uns, dass wir keine Vorurteile haben. Egal ob weiss, schwarz, asexuell, homosexuell, bisexuell oder sogar heterosexuell. Alle sind erwünscht und akzeptiert. Niemand wird gemobbed.

Ausser man gehört zu Jenen die erneut ausserhalb des erlernten Tellerrandes liegen. Die Akzeptanz der Furries lässt noch immer zu wünschen übrig. Starkes Übergewicht wird eher noch verstärkt blossgestellt als früher. Ein Animefan mit christlichem Glauben (ja die gibts) wird eher belächelt. Ja wir sind toleranter als der Durchschnittsbürger, aber die Grenze unserer eigenen Toleranz verteidigen wir dafür härter als es ein Normalo tun würde und sie nimmt ab.
Und ich bilde da keine Ausnahme. Ich war geschockt erkennen zu müssen wieviel Sprüche ich gegen Furries losgelassen habe oder wie ich auch manchmal Leute der Szene gemobbed habe weil sie in meinen Augen einfach nur Trottel waren.
Auch heute erwische ich mich noch dabei wie ich genau jene Dinge tue welche ich hier anprangere und ich könnte mir selber in den Hintern treten wenn ich mich dabei erwische.

Ich weiss für all jenes was ich hier beschrieben habe gibt es zahlreiche Ausnahmen und Situationen die anders laufen und die Lage mag bei weitem nicht so dramatisch sein, wie ich es hier darstelle aber trotzdem musste es raus. Zum Beispiel wurde an der Hanami eine junge Frau zum Mr. Hanami und ein junger Mann zur Mrs. Hanami gewählt, was ich sehr cool fand.

 

Long Story Short:

Betrachtet die Entwicklung der Animeszene und fragt euch, ob es das ist was ihr wollt. Falls nicht nehmt euch ein Beispiel. Beteiligt euch nicht beim Mobbing. Sagt Leuten die sich so benehmen eure Meinung oder werft sie aus der Freundesliste, denn sowas sind keine Freunde.
Hört auf krankhaft besser sein zu wollen als alle anderen. Es gibt so unendlich viel kreative Energie in dieser Szene und ein Grossteil wird auf kindischen Konkurrenzkampf verschwendet anstatt darauf etwas zu erreichen.

Dies ist worauf ich hinaus wollte und mitunter ein Grund wieso ich mich für ein Jahr aus der Comedy zurückziehe (neben Hochzeit und Erholung). Ich habe in den letzten zwei Jahren mehr Drama in der deutschen Szene erlebt als ich es in den ganzen 12 Jahren als Animefan davor getan habe und je mehr Auftritte ich habe, desto mehr bekomme ich mit. Wenn ich mich also aus den Cons zurückziehe, bekomme ich eventuell auch etwas weniger Drama mit und bekomme wieder mehr den Glauben in die Szene zurück.

In diesem Zusammenhang noch ein grosses Lob an die Showacts der Szene. Ich habe bisher nur mit wenigen Showgruppen/Sänger/innen sprechen können, aber meine Erfahrung war es, dass sich hier noch gegenseitig unterstützt wird.
Man hilft sich hinter der Bühne beim umziehen, man gibt sich Tipps, man versucht das Publikum anzuheizen und genau so sollte es sein. (Ok ich kenne auch Showacts die ne ganze Garderobe für sich beanspruchten und der Rest musste sich zu 30 ein kleines Zimmer teilen aber shit happens :))

 

 

PS: Keine Ahnung ob meine Einschätzung zu gewissen Themen wie dem Alkoholkonsum wirklich stimmt oder ob die heutigen Animefans überhaupt noch gemobbed werden. Falls ich da total schief liege wäre ich um Feedback dankbar.

Permalink 37 Kommentare

Von Ritualen und Traditionen

4. August 2008 at 05:50 (Liebesgrüsse vom Arschloch) (, , , )

Das Wochenende ist vorbei und es gelang mir einen interessanten Blick in die Psyche der anderen Menschen zu erhaschen. Doch holen wir erst einmal zu den Rahmenbedingungen aus.

 

Am Freitag dem 8.8.08 (gelungenes Datum) heiratet eine alte Jugendfreundin von mir. Als Tradition in der Schweiz, ist es normal, dass am letzten Wochenende vor der Hochzeit, der Bräutigam und die Braut ein letztes Mal in „Freiheit“ auf Tour geschickt werden.

Am Samstag dem 2.8. versammelten wir uns also gegen 19 Uhr beim Basler Münster um unseren lieben Thomas ein letztes Mal in Freiheit zu demütigen.
Unsere Gruppe, bestehend aus 2 Pascal, 4 Dominik, Andi und mir (ich war das erste Mal froh über meinen Namen) zogen uns Sheriffsterne an und klebten uns ein Foto des Opfers auf den Rücken.
Traditionsgemäss trank jeder (ausser mir) noch ein Bier, bevor Thomas überhaupt erst da war. Denn nur mit einem gewissen Alkoholgehalt kann man Spass haben…. hab ich zumindest mal gehört.
Den Alkoholgehalt eines der Probanten, nennen wir ihn Depp, werde ich nebenbei mitrechnen (so pii mal Handgelenk). (0.18 Promille ab jetzt)

Viertel nach Sieben erscheint dann auch unser Opfer, wird zunächst begrüsst und fortan in eine Sträflingsuniform gepackt, komplett mit Eisenkugel (aus Plastik) um sein Bein. Zwischendurch wurde natürlich der Pegel mit einem weiteren Bier und 2 kleinen Shots angehoben. (Depp = 0.7 Promille)

Nun werden die ersten Wetten abgeschlossen. Unser Opfer Thomas, bekommt den Auftrag Unterschriften von Frauen auf seine Uniform zu bekommen, der Haken an der Sache. Er muss einen Kuss auf die Wange von jeder der Frauen bekommen die unterschreibt. Die Schätzungen belaufen sich von 17 bis zu 69 Unterschriften (ja die 17 waren von mir, ich hab den folgenden Tag massiv unterschätzt).

Sofort zog er los, vor allem darum, weil er von einigen der anderen Kerle dazu genötigt wurde. (Denkfehler meinerseits…. beim Junggesellenabschied gehts nicht um den Bräutigam, sondern um die anderen Kerle die ihn als Lockmittel missbrauchen).
Nachdem Thomas bereits nach 10 Minuten 10 Küsse abgesahnt hatte wusste ich, ich verliere meinen Wetteinsatz. Das musste doch auch gleich wieder von allen mit einem Shot begossen werden. (mittlerweile hatte ich auch mein zweites Cola getrunken). (Depp  = 0.95 Promille)

Gegen 20 Uhr gings dann mal weiter, zu einem Restaurant, denn Alkohol muss auch mit fettem Essen gebodigt werden. Kurzum verbrachten wir die folgenden 2 Stunden im Papa-Joes. Meine 9 Mitstreiter bestellten sich 3  3,5-Liter-Biertürme (Fotos folgen), was unter dem Strich 1.2 Liter für jeden ausmacht. (natürlich war auf dem Weg nochmal ein Shot genehmigt worden. Füllstand des Depps = 1.5 Promille)
Während wir gemütlich essen, stellen wir fest, dass bei uns im Raum noch 2 weitere Junggesellenabschiedsgruppen sitzen, Bier trinken und sich amüsieren.

Während  einer der Dominiks nun einen schönen Burger mit Schimmel verziert bekam (wurde anstandslos zurückgenommen und er bekam ein Gratisdesert angeboten) und wir uns den Magen vollschlugen, hatte sich Thomas derweil die nächsten 20 Unterschriften ergattert… Der Abend wird noch lange werden.

Als es ans bezahlen geht, merkt man dann, dass zwei unserer Mitstreiter, es scheinbar leider nötig haben sich zu profilieren. (Vor dem Treffen steuerte jeder von uns einen gewissen Beitrag zum Essen hinzu, was sich nun als zuviel herausstellte. Essen = 462.50 Fr. Dabei hatten wir 640.- (entspricht rund 300 Euro kosten und 450 Euro dabei))
Von dumpfen Sprüchen der, wirklich bemühten und netten, Bedienung gegenüber abgesehen, lassen es sich die beiden (ja ihr habt richtig geraten, der Depp ist einer davon) nicht nehmen, sie noch nach der Handynummer zu fragen um das Trinkgeld zu erhöhen. (wohlbemerkt, beide haben eine Freundin).
Schlussendlich geben sie ihr genau die 462.5 Fr. die es gekostet hat und sitzen blöd grinsend da, um ihr danach „gönnerhaft“ noch 40.- Fr. Trinkgeld zu geben…
Vielleicht liegt es an meiner anderen Definition von Würde und Anstand oder „gehobenem Verhalten“. Aber hohes Trinkgeld gibt man der Bedienung nebenbei, anstatt sich von oben herab zu verhalten, als ob man eine Gegenleistung erwarte.

Doch nun gehts weiter. Vor dem Restaurant werden nochmal 1 Bier und 3 Shots gekippt, (Depp = 2.2 promille) und Thomas wird weiter auf Kussjagd geschickt. Sehr zugute kommt ihm, dass wir gleich von zwei 10erGruppen Frauen begrüsst werden, welche ebenfalls den Junggesellinnenabschied ihrer Freundin feiern. (man merke 8.8.8 ist ein doofes Datum zum heiraten, da machen alle mit)

Langsam ziehen wir dann die Steinenvorstadt weiter (ist sowas wie die Reeperbahn bloss ohne Sex und grade mal 1-2 Kilometer lang) und sammeln Unterschriften, trinken Shots und Bier. (für mich machen sich allmählich die ganzen Colas die ich solidarisch mittrinken musste bemerkbar).

Kommen wir gegen Mitternacht zu einem Zwischenstand:

Erhaltene Küsse von Thomas: 70
Getroffene Junggesellenabschiedsgruppen: 4 Frauengruppen, 3 Männergruppen (wohlbemerkt alle mit dummen Aufgaben, doofen Klamotten und viel Alkohol im Blut)
Getrunkene = pro Person ca. 2.5 Liter Bier + 0.45 Liter Shots (Füllstand des Depps = 2.9 Promille)

Ein gewisses Lallen ist von nun an zumindest bei unserem Deppchen nicht mehr abzuweisen, dementsprechend schickt er auch Nonstop Thomas zum Küsschen bekommen und nutzt die Chance um selbst die Frauen anzugraben, Nummern aufzuschreiben und Küsschen zu verlangen… (auch der Halbstarke der im Restaurant versuchte die Kellnerin anzugraben, versucht kurzzeitig Frauen aufzureissen, begnügt sich jedoch mit einer ergatterten Handynummer).

Trinkend ziehen wir weiter, langsam sind wir genug rumgelaufen, also gehts auf zum nächsten Irish Pub zum…. ihr könnts euch denken. WEITERTRINKEN!!!
Innerhalb der nächsten 2 Stunden werden noch durchschnittlich 3 Shots und 2 Biere gekippt, wobei nun die ersten anfangen auf Cola umzusteigen, da sie langsam ihre Grenzen bemerken. Nicht so jedoch Schlaffi (der Halbstarke) und Deppi. Schlaffi ext weiterhin alles was man ihm vorsetzt und Deppi kippt dazu jedesmal noch nen zweiten Shot hinzu. (Deppi hat also in dieser Zeit rund 6 Shots und 2 Biere gekippt, was seinen Blutalkoholwert auf rund 4 Promille angehoben hat.)

Den Blutalkohol merkt man nun bei Deppi und Schlaffi vermehrt an. Schlaffi beginnt rumzugröhlen und Deppi fängt an rumzusitzen und nicht zu wissen was eigentlich abgeht. Es dauert nicht lange und beide entleeren den Mageninhalt auf dem Klo. (Prost meine Herren).
Die Gruppe geht langsam in die Bar, wir hören etwas Musik, als uns irgendwann auffällt. HE? Wo sind Deppi und Schlaffi?

Nun…. Deppi ist abgehauen, weil er heim wollte (bei wohlbemerkt fast 4 Promille vielleicht keine schlechte Idee… und Schlaffi fühlt sich schuldig und will ihn zurückholen, irgendwie schafft er es auch, weil Deppi rund 1 Kilometer weinend vor nem anderen Club sitzt und sich selbst die schlimmsten Bestrafungen herbeiwünscht, weil er ja alles was Brüste hat, angegraben hat obwohl er seine Freundin so sehr liebt. (Tipp meinerseits, IQ erhöhen und Blutalkohol senken wirkt Wunder)

Zumindest kommt er irgendwann zurück und wir ziehen gegen 3 Uhr morgens weiter. Zumindest probieren wir es, als wir nämlich Deppi in ein Taxi stecken wollen, rennt er plötzlich wie von der Tarantel gestochen los und ward nicht mehr gesehen…. In diesem Moment schwanke ich mit meinen Gefühlen…
Zum Einen amüsiere ich mich über die Tatsache, dass sich jemand so masslos besaufen kann, dass er nicht mehr zurechnungsfähig ist. Zum Anderen jedoch bin ich überrascht, dass der Junge mit 3.9 Promille überhaupt noch so schnell und gerade rennen kann, dass wir ihn nicht mehr einholen konnten (und ICH war komplett nüchtern). (Selbst wenn ich laut Alkoholrechner den Alkabbau aufs Maximum haue, müsste er noch 2.7 Promille intus gehabt haben).

Nunja, wir lassen uns nicht aufhalten. Während Schlaffi sich also Vorwürfe macht, dass er Deppi nicht aufgehalten habe, gehen wir in die nächste Disko und schwitzen den Alkohol aus, bis ich um 4 Uhr Morgens das Taxi besteige und nach Hause fahre.

Ergebniss des Abends:

Von Thomas erhaltene Küsse/Unterschriften: Ca. 115 (Schlaffi hat irgendwann aufgehört zu zählen, weil er nur noch saufen wollte)
Getroffene Junggesellenabschiedsgruppen: 5 männliche 5 weibliche
Getrunkene Getränke: Unsummen. Ich selbst hatte 3 Red Bull und rund 2 Liter Cola… mein Bauch schmerzt jetzt noch
Gefallene Kameraden: 1
Getroffene Erkenntnisse: Ich werde effektiv NIEMALS Alkohol trinken und mit den geschossenen Fotos viel Geld verdienen, damit die Typen ihre Freundinnen behalten 😉

 

Für die Promilleberechnung noch danke an:

http://www.blutalkohol-homepage.de/Promillerechner.php

Permalink 3 Kommentare