Gesundheitsupdate – Oder: Wie Krankenhäuser einen krank machen

19. Juni 2014 at 08:55 (Life of shin, Rantabout)

Zuerst einmal vorweg. Ich befinde mich seit einigen Monaten in guter Behandlung bei einem Osteopathen den ich gerne als meinen persönlichen Wunderheiler bezeichne.

Dieser Mann grenzt nicht nur deswegen an einem Wunder, weil er in 8 fünfminutigen Sitzungen mehr erreicht hat als die anderen Ärzte in 1,5 Jahren, sondern weil er einem auch noch zuhört und einem sogar am Sonntag anruft um den Gesundheitszustand abzuklären.

Dementsprechend stehen die Chancen gut, dass ich dieses Jahr wieder an Cons fahren kann. Auch wenn es nur als Besucher ist.

Leider sind die meisten Ärzte nicht so, wie ich heute/gestern wieder feststellen durfte. Den Rest des Beitrags lesen »

Advertisements

Permalink 1 Kommentar

Gesundheitsupdate die elfundfünfzigste – Krankenhäuser sind böse

23. März 2014 at 11:16 (Life of shin, Rantabout) (, , , , , )

Am 8ten Februar verkündete ich meinen letzten Gesundheitsupdate.

Der Stand damals war, dass es mir halbwegs OK ginge, ich aber Stress mit der Unfallversicherung hätte. Der richtige Stress begann allerdings erst so richtig am folgenden Tag.

Die kurze Zusammenfassung. Ich bin nicht mehr bei denselben Ärzten wie vorher. Ich bin nun endgültig bei einem 2 Stunden entfernten Spezialisten der sanfter vorgeht als der Genickbrecher.
Aber es wird sicher eine Weile (Monate/Jahre?) dauern bis ich wieder Fit für die Bühne bin.

Die ausführliche Ärzte-/Anwaltsodyssey folgt nach dem Mehr.

Den Rest des Beitrags lesen »

Permalink 2 Kommentare

Geschützt: Die Sorgen der Mieterschaft

1. Februar 2013 at 13:04 (Life of shin, Rantabout)

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anzuschauen, gib dein Passwort bitte unten ein:

Permalink Um die Kommentare zu sehen, musst du dein Passwort eingeben.

„20Min unterstützt Kinderpornografie“ – oder so

27. Juli 2012 at 13:28 (Liebesgrüsse vom Arschloch, Motzen gegen Medien, Rantabout) (, , , , , , , )

Reisserischer Titel ich weiss. Ich hoffe von der Bild engagiert zu werden.

Jetzt aber ernsthaft. Was Medien anbelangt sind wir schon einiges gewohnt. Onlinezeitungen besorgen sich ihre „Berichte“ direkt von Internetnewsseiten oder sogar von 9gag.com und wenn es ihnen Spass macht sollen sie doch.

Aber heute hat es 20 Minuten geschafft mal wieder den Vogel abzuschiessen.

Dank wochenlanger Werbung für das Schundwerk „50 Shades of Grey“….( ein super Werk wenn man auf schlechte Twilightfanfiction steht die häusliche Gewalt glorifiziert) musste natürlich „EROTIK“ in Literatur auch zum Thema erkoren werden.

Praktisch also, dass irgendwelche geldgeilen Lüstlinge damit begonnen haben richtige Bücher wie Jane Austens „Pride and Predjudice“ mit Sexszenen anzukurbeln um wieder mehr Geld reinzuholen.

http://www.20min.ch/panorama/news/story/Aufgegeilte-Klassiker-21794557

Sofort springt also 20 Minuten auf den Zug auf und bittet die Benutzer via (nicht aufgeschaltete) Kommentarfunktion selber Vorschläge zu machen, welche Bücher man verpornoisieren könnte.

20 Minuten macht direkt selbst den Anfang mit ihren glorreichen Vorschlägen von denen 1 – 7 fragwürdig aber naja sind. Punkt 8 jedoch hat bei mir die Schallmauer der Idiotie durchbrochen.

Let's make Bibiporn

Really 20 Minuten? Ihr wollt Pornos von Bibi Blocksberg? Einem 12/13 jahre alten Mädchen?

Smart move.

Nachtrag: Bereits wenige Minuten nach Hochschaltung wurden Bild und Verweis auf Bibi Blocksberg entfernt. Scheinbar hat da jemand den Denkfehler erkannt 😉

Permalink Schreibe einen Kommentar

Quo Vadis Animeszene?

12. Januar 2012 at 11:50 (Comedy, Liebesgrüsse vom Arschloch, Rantabout) (, , , , , , , , , , , , , )

Heute bin ich mal in Stimmung für einen bösen Blog der einige Themen behandelt die mir schon lange auf dem Herzen liegen, vermutlich werde ich damit auch einigen Leuten auf den Schlips treten, aber hey, das ist das Ziel meines Blogs 🙂

Wie die meisten Leser meines Blogs ja wissen, war ich 2011 mit meinem vorerst letzten Comedyprogramm „Con ist Krieg“ unterwegs.
In diesem Programm behandelte ich das ganze Drama welches sich an Cons abspielt und das Feedback welches ich am meisten bekommen habe war „aber recht hat er ja“.

Mit diesem Blogeintrag will ich nun einmal gröber ausholen wieso ich überhaupt auf die Idee kam dieses Thema als Comedyprogramm zu behandeln und was ich persönlich zu diesem Thema zu sagen habe.

Um meine Meinung zu erläutern muss ich jedoch weiter ausholen und erst einmal erklären was die Animeszene für mich bedeutet.

Ich wurde mit 15 Jahren als Anime- und Mangafan von meinem damaligen besten Freund durch Dragonball und Sailormoon angefixt.  Durch das Hobby lernte ich neue Leute kennen und mit der schrittweisen Verbreitung von Internet lernte ich dann mit 17 die ersten deutschen Animefans kennen.

In der Schweiz kam ich in ein Forum in welchem sich rund 80 Animefans des ganzen Landes unterhielten und der Szene verdankte ich im Jahr 2000 meine erste Beziehung (und meine erste Con).

Ich hebe dies deswegen hervor, weil damals (also vor 10-14 Jahren) waren einige Punkte in der Animeszene nahezu in Stein gemeiselt, auch wenn es logischerweise Ausnahmen gab.

– Animefans sind fast alle Mobbingopfer
– Animefans verachten Alkohol
– Animefans verachten Hiphop

Die Animeszene war damals für viele Mobbingopfer eine Möglichkeit sich unter Gleichgesinnten wohl zu fühlen. Eine Art Familie fernab der Normalität.
Während die „normalen“ Menschen sich besoffen, Hiphop hörten und ihre Gruppenkämpfe austrugen, so besprach man die neueste Serie, traf sich zum Gameboy spielen oder machte Animesessions bei denen man sich NGE, Trigun etc. ansah.
Eines der Credos der Szene war jahrelang (zumindest in der Schweiz) „Wir brauchen keinen Alkohol um Spass zu haben“.

Natürlich gab es auch Streitereien und zwischenmenschliche Probleme, aber im Kern wussten wir immer, dass wir alle Animefans sind. Im Kern halten wir zusammen. Selbst wenn ich jemandem am liebsten die Zähne eingeschlagen hätte, so hätte ich ihn immer gegen äussere Einflüsse verteidigt. Weil er wie ich war und dementsprechend ein Angriff auf ihn, ein Angriff auf mich war.

Dieses Gefühl ist in meinen Augen allerdings immer mehr verschwunden. Die Szene ist gewachsen. Nicht nur in der Masse sondern auch in der Breite.
Die Szene setzt sich mittlerweile nicht mehr „nur“ aus Metal/Goth-Hörern zusammen sondern auch Normalos, Popkiddies, Hiphoppern etc.
Anime und Manga scheint in der Normalität angekommen zu sein. Zumindest für Animefans der älteren Garde wie mich. (Was lustig ist, da bereits wir als Mainstream betrachtet wurden von denjenigen die noch mühsam Fansubs auf Videokassetten gekauft hatten in den siebziger und achziger Jahren)

Durch die Masse hat sich die Szene immer mehr aufgespaltet. Aus Treffen von 20 Leuten wurden Treffen von 50 Leuten. Daraus Treffen von 100 Leuten.
Ein Forum mit 80 Benutzern hat plötzlich 800 Benutzer.
Logischerweise begannen sich Grüppchen zu bilden. Man hat plötzlich die Freiheit sich nicht mehr mit jedem verstehen zu müssen und so schade dies ist, es ist normal.

Auch die Einstellung zum Alkohol hat sich geändert. Wo früher Alkohol noch verpönt war gibt es nun Cons an welchen Alkohol verkauft wird und Cons an welchen sich die Orgas besaufen.
Immer mehr Animefans fröhnen dem Alkoholgenuss. Die Jüngeren weil es cool ist und dazu gehört. Die Älteren um ihre Depressionen und Midlife-Crises zu ersäufen.

Im Grunde mag der Alkoholgenuss vernachlässigbar sein und bei weitem nicht jeder ist so ein Alkoholhasser wie der alte Mann der diesen Blog verfasst. (wobei ich nichts gegen ein Glas Met einzuwenden hätte wenn die Leute es nicht übertreiben würden und es nicht nach Alkohol schmecken würde)

Der Alkohol ist für mich eher eines der Beispiele an Dingen welche sich geändert haben. Die Grüppchenbildung der Szene hat vermehrt zu Situationen geführt, welche ich so nur aus der Schule kannte und welche in der Animeszene für mich nie denkbar gewesen wären.
Mobbing und Profilierungsneurose.

Zum Beispiel das Cosplay. Die Cosplayszene lässt sich mittlerweile gut Unterteilen in Teilzeitcosplayer und Vollzeitcosplayer. Und ich persönlich halte mich je länger je mehr von den Vollzeitcosplayern fern, da einige davon ein gutes Beispiel dessen zeigen, was mit der Szene (in meinen Augen) nicht mehr stimmt.

Anstatt ihr Hobby zu geniessen scheint es nur noch aus Gehässigkeit, Arroganz, Selbstprofilierung und Arbeit zu bestehen.
Es wird sich bei möglichst vielen Leuten eingeschleimt um viele Freunde zu haben. Denn nur wenn man viele Freunde hat kann man diese dazu mobilisieren, dass bei Cosplaywettbewerben für einen gestimmt wird.
Das Ziel ist klar. Die Startseite von Deviantart, Cosplay.com oder Animexx.

Übergewichtige Cosplayer, Cosplayer die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, genetische Männer welche gerne Frauen cosplayen oder (gnade Dende) Cosplayer die es wagen dasselbe Cosplay wie man selbst zu tragen, werden mittlerweile gnadenlos gemobbed und attackiert.
Noch schlimmer ist die Bigotterie welche einige Leute betreiben wenn es um Freizügigkeit geht.

Da können zwei Mädels dasselbe Cosplayprinzip verfolgen. Beide weiblich, beide oben ohne, beide liegen auf dem Bauch wodurch man nur einen Teil der Brüste sieht.
Die eine ist eine Schlampe und die andere hat das Cosplay voll cool herüber gebracht.
Ich habe aus diesem Grund bereits „Freunde“ aus Facebook gelöscht, weil ich mich sonst nicht hätte zurückhalten können meine Meinung zu äussern, wenn ein Mädel welches auf zig Fotos ihre Brüste im Cosplay in die Kamera streckt, sich darüber aufregt dass ein anderes Mädel ihre Brüste (wohlbemerkt weniger angstrengt) ebenfalls in die Kamera streckt.

Die grösseren Cosplaywettbewerbe treiben dieses Getue dann auf die Spitze. Da wird gelogen und betrogen und gegen die Jury aufgebracht um sich einen Vorteil zu erschleichen. Es hat beim DCM nicht zur Qualifikation gereicht? Kein Problem. Man versucht einfach den Sieger zu verunglimpfen. Man erstellt Doppelaccounts um seine eigenen Thesen noch durch eine zweite Person untermauern zu können oder man mobilisiert einfach seine Freunde und Fans.
Etwas das mal als Spass begonnen hat wird immer mehr zum knallharten Business bei dem die Beteiligten keinerlei Spass und Kritik verstehen. Schlimmstenfalls geht dies bis zum krankhaften Bekehrungsversuch, dass Cosplay nicht etwas besonderes sei.

Aber nicht nur vor, auch hinter der Kamera spiegelt sich das wieder. Seien es Cosplayfotografen die darauf pochen, dass sie viel bessere Fotos machen als XY, Animeradios die sich gegenseitig bekämpfen und schlecht machen oder auch die immer häufiger werdenden Filmcrews mit ausgeklügelteren oder weniger ausgeklügelten Formaten.
Die schlimmsten sind jene die hinter jedes Video und jeden Blog und jeden Kommentar ihr „abonniert mich und klickt auf like“ schreiben, was bei mir automatisch eine Abneigung auslöst.
„Wenn du etwas Gutes leistest werde ich es automatisch liken, wenn du mehrere gute Dinge leistest, werde ich dich abonnieren. Wenn ich der Meinung bin, dass du WIRKLICH sehenswert bist, mache ich Werbung für dich. Hör auf mich dazu aufzufordern sondern ARBEITE für deinen Erfolg…“ aber ich schweife ab.

Überall werden Seilschaften geknüpft um sich einen Vorteil zu verschaffen. Händler XY gibt Orga YZ einen Freundschaftsrabatt im Laden und erhält dadurch Exklusivrechte für Con XZ. Orga AB lässt die Veranstaltung BC nur von seinem guten Kumpel CD in Szene setzen etc.
Vereine werden gegründet um diese Seilschaften in offizielle Strukturen zu zwängen um davon abzulenken und die Vetternwirtschaft geht bis zum Punkt wo manche Leute Geld für Dinge erhalten, welche der Rest ehrenamtlich leistet.

Die Animeszene verkam in den letzten Jahren vermehrt genau dazu, wovon sie sich noch vor zehn Jahren so krankhaft abzugrenzen versuchte.

Selbst die Toleranz, ein Punkt auf den wir in der Animeszene so stolz sind, schwindet immer mehr.
Wir Animefans rühmen uns, dass wir keine Vorurteile haben. Egal ob weiss, schwarz, asexuell, homosexuell, bisexuell oder sogar heterosexuell. Alle sind erwünscht und akzeptiert. Niemand wird gemobbed.

Ausser man gehört zu Jenen die erneut ausserhalb des erlernten Tellerrandes liegen. Die Akzeptanz der Furries lässt noch immer zu wünschen übrig. Starkes Übergewicht wird eher noch verstärkt blossgestellt als früher. Ein Animefan mit christlichem Glauben (ja die gibts) wird eher belächelt. Ja wir sind toleranter als der Durchschnittsbürger, aber die Grenze unserer eigenen Toleranz verteidigen wir dafür härter als es ein Normalo tun würde und sie nimmt ab.
Und ich bilde da keine Ausnahme. Ich war geschockt erkennen zu müssen wieviel Sprüche ich gegen Furries losgelassen habe oder wie ich auch manchmal Leute der Szene gemobbed habe weil sie in meinen Augen einfach nur Trottel waren.
Auch heute erwische ich mich noch dabei wie ich genau jene Dinge tue welche ich hier anprangere und ich könnte mir selber in den Hintern treten wenn ich mich dabei erwische.

Ich weiss für all jenes was ich hier beschrieben habe gibt es zahlreiche Ausnahmen und Situationen die anders laufen und die Lage mag bei weitem nicht so dramatisch sein, wie ich es hier darstelle aber trotzdem musste es raus. Zum Beispiel wurde an der Hanami eine junge Frau zum Mr. Hanami und ein junger Mann zur Mrs. Hanami gewählt, was ich sehr cool fand.

 

Long Story Short:

Betrachtet die Entwicklung der Animeszene und fragt euch, ob es das ist was ihr wollt. Falls nicht nehmt euch ein Beispiel. Beteiligt euch nicht beim Mobbing. Sagt Leuten die sich so benehmen eure Meinung oder werft sie aus der Freundesliste, denn sowas sind keine Freunde.
Hört auf krankhaft besser sein zu wollen als alle anderen. Es gibt so unendlich viel kreative Energie in dieser Szene und ein Grossteil wird auf kindischen Konkurrenzkampf verschwendet anstatt darauf etwas zu erreichen.

Dies ist worauf ich hinaus wollte und mitunter ein Grund wieso ich mich für ein Jahr aus der Comedy zurückziehe (neben Hochzeit und Erholung). Ich habe in den letzten zwei Jahren mehr Drama in der deutschen Szene erlebt als ich es in den ganzen 12 Jahren als Animefan davor getan habe und je mehr Auftritte ich habe, desto mehr bekomme ich mit. Wenn ich mich also aus den Cons zurückziehe, bekomme ich eventuell auch etwas weniger Drama mit und bekomme wieder mehr den Glauben in die Szene zurück.

In diesem Zusammenhang noch ein grosses Lob an die Showacts der Szene. Ich habe bisher nur mit wenigen Showgruppen/Sänger/innen sprechen können, aber meine Erfahrung war es, dass sich hier noch gegenseitig unterstützt wird.
Man hilft sich hinter der Bühne beim umziehen, man gibt sich Tipps, man versucht das Publikum anzuheizen und genau so sollte es sein. (Ok ich kenne auch Showacts die ne ganze Garderobe für sich beanspruchten und der Rest musste sich zu 30 ein kleines Zimmer teilen aber shit happens :))

 

 

PS: Keine Ahnung ob meine Einschätzung zu gewissen Themen wie dem Alkoholkonsum wirklich stimmt oder ob die heutigen Animefans überhaupt noch gemobbed werden. Falls ich da total schief liege wäre ich um Feedback dankbar.

Permalink 37 Kommentare

Bin ich Marke oder bin ich Mensch?

3. November 2011 at 22:20 (Comedy, Liebesgrüsse vom Arschloch, Life of shin, Rantabout) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Hier mal wieder ein Beitrag der dies tut, wozu dieser Blog eigentlich gedacht wäre. Einen Hintergrund zu dem Menschen liefern, der hinter dem kostümierten Spinner auf der Bühne steht. Mir.

Der folgende Eintrag, respektive seine Aussage ist mir sehr wichtig aber ich haderte lange damit ob ich ihn wirklich so schreiben sollte, wie er schlussendlich hier steht.

Seit über 6 Jahren (genauer genommen, seit dem 5.6.2005) tingle ich von Animeconvention zu Animeconvention und versuche das Publikum mit meinen Kapriolen auf der Bühne zu unterhalten.

Die Anfänge waren damals bescheiden und kamen nur durch Connections und den Goodwill der jeweiligen Veranstalter zustande.

Meine ersten Auftritte (Hanami, J-Con, Kamani, Nippon Island Con) liessen sich daher mehr auf persönliche Beziehungen als wirklich auf Talent zurückführen und daher war für mich mein erster Auftritt an der Bonenkai 2006, wo ich zuvor keinerlei Connections hatte, eine riesige Ehre.

Ich will den Orgas der anderen Veranstaltung keinesfalls unterstellen, dass sie mich als reinen Freundschaftsdienst auf die Bühne liessen, aber in meinen Augen verfügte ich niemals über das Talent Leute wirklich zu unterhalten und als Showact zu fungieren.
(Dies wurde mir ebenfalls wortwörtlich so 2006 von einer Con bei der ich bis heute Auftrittsverbot habe so attestiert. „Wir glauben nicht, dass du Leute unterhalten kannst“)

Zu dieser Zeit nannte ich mich selbst noch „Michael Mittermeier der Animeszene“. Nicht weil ich mich auf einem Level mit ihm gesehen hätte oder besonders wichtig erscheinen wollte, sondern weil ich mich selber als einen schlechten Abklatsch von MM sah.

Ich befand mich auf der Suche nach meinem eigenen Style, nach mir selbst und nach einem Weg die Leute wirklich zum Lachen zu bringen. Und das taten sie. Die Leute lachten. Aber wieso? An meiner Comedy konnte es unmöglich liegen. Die war nicht lustig.
Ich selbst hielt sie nicht für sonderlich komisch. Meine damalige Freundin hielt sie absolut nicht für komisch und machte mir dies auch oft genug deutlich mit Sprüchen wie „Naja für Deutsche reichts“.

Dementsprechend war auch mein Verhalten in der Comedy. Nach jedem Auftritt durchsuchte ich Conberichte nach meinem Namen. Ich musste wissen was die Leute wirklich von meiner Comedy halten. Lachen sie nur aus Anstand oder halten sie mich wirklich für witzig? Und was gefällt ihnen nicht? Wie kann ich besser werden?

Meine Gemütsschwankungen varrierten irgendwo zwischen „Yes ich kann die Leute zum lachen bringen“ und „warum schauen die mich an? Ich bin Scheisse“ und dementsprechend war ich auch stets auf der Suche nach Möglichkeiten mich zu beweisen und besser zu werden. Oder zumindest meine Comedy von Allem und Jedem bewerten zu lassen.

Damals war ich aber nicht nur auf der Suche nach mir selbst, einer besseren Arbeitsstelle, meiner eigenen Comedy und Auftritten, sondern auch nach simplen Themen über die ich überhaupt Witze machen könnte.

2005/2006 – Auftritte an der Nippon Island Con, der Hanami, der Kamani und der Bonenkai

Mein erstes Programm (Ein Mann unter Freaks) hatte eine Vorlaufzeit von 2 Jahren in denen ich diverse Witze aufgeschrieben und irgendwie ins Programm verwurstet hatte um dann schlussendlich RTL 2 den Krieg zu erklären.

An der Bonenkai lernte ich das erste Mal die Schattenseiten des Ruhms kennen, indem ich mit anderen Showacts in einer Mailingliste war, denen ihr „Stardom“ scheinbar zu Kopf gestiegen war. Lautstark beschwerten sie sich über zuwenig Auftrittszeit, zuwenig Tickets, zu wenig Zeit im Hauptsaal und überhaupt zuwenig Würdigung für ihr Genie.
Dies untermauerten sie mit der Betonung, dass sie sowieso beliebter wären als alles andere was an der Con auftreten würde.

In diesem Moment fasste ich mir einen Entschluss. Sollte ich jemals so werden…. erschiesst mich. In erster Linie sollten wir Showacts zur Unterhaltung der Besucher dienen und nur an zweiter Stelle unserer eigenen Profilierung fröhnen. Ganz besonders aber sollte man niemals die anderen Showgruppen beleidigen, denn jeder Showact weiss selbst, wieviel Überwindung es kostet auf die Bühne zu gehen.

Daher rührte mein Entschluss immer dankbar dafür zu sein, dass ich auftreten darf.

2007 – Auftritte an der Hanami, der Kamani und der J-Con

Das zweite Programm (Erlebnisse eines Condrivers) sollte etwas von der Szene weg kommen, mir eventuell ermöglichen auch lustig für Leute zu werden, die keine Ahnung von Anime hatten (wie meine Familie) damit ich auch diese unterhalten könnte (man beachte wieder die Suche nach Bestätigung).

In diesem Programm hatte ich zwei Punkte entdeckt, der mir für spätere Programme dienlich sein sollten.

1. Finde einen guten Abschluss

Wenn du nicht weisst wie du dein Programm beenden sollst, wirst du in der Schwebe stecken. Kein Abschlussgag hinterlässt das Publikum mit Enttäuschung.

2. Kenne dein Publikum

Die Zuschauer bei Comedy möchten mitreden können, sie müssen sich integriert fühlen. Dieses Programm scheiterte darin. Jeder Congänger kommt irgendwie zu einer Convention, doch die Fahrt wird gerne ausgeblendet. Aber für mich war klar, an Animeconventions nur noch passende Comedy.

2008 – Auftritte an der Kamani, dem Best of Anime und der Hanami

Das dritte Programm (zehn Jahre Conhopping) war wieder ein Versuch zurück zum Ursprungsthema. Ich merkte, dass es eine gute Idee gewesen war direkt über die Szene als solches zu sprechen. Das Publikum fühlte sich miteinbezogen und ich hatte das erste Mal das Gefühl, dass ich sie wirklich in meinen Bann ziehen konnte.

Zu diesem Zeitpunkt verabschiedete ich mich auch von meiner damaligen Freundin und eine neue Frau trat in mein Leben. Die Frau, der ich am 3.12.2011 meinen Nachnamen übergeben werde.

Sie gab mir wieder Selbstvertrauen. Sie unterstützte mich bei meiner Comedy. Sie glaubte an mich und das half mir ebenfalls an mich zu glauben. In demselben Jahr gab ich auch mein erstes abgedrucktes Interview für Pummeldex, was mir endgültig das Gefühl gab, doch irgendwie als Showact gelten zu dürfen. Auch wenn ich nicht verstehen konnte wieso.

2009 – Auftritte an der Dokomi, der Kamani, der Hanami, Best of Anime und der Connichi

2009 erlebte ich mit meinem vierten Programm (Voll im Stress) einen plötzlichen Popularitätsanstieg. Ich weiss nicht ob es mit dem Interview bei Pummeldex zu tun hatte, aber ich hatte das Gefühl, dass an der Hanami der Saal voller war als auch schon.

Das Programm, bei welchem mir meine Freundin sehr geholfen hatte indem sie als Zuhörerin und Ideengeberin fungierte, schlug beim Publikum sehr gut an. Insbesondere die Helfer, welche Hauptopfer meiner Show waren konnten mir nur beipflichten und fünf kleine Sätze, sollten sich in die Köpfe der Conbesucher bohren.

Keine Ahnung.
Ich bin nur Helfer.
Frag nen Orga.
Wo steckt die Orga?
Wo bleibt meine Vertretung?

2009 markierte daher auch eine dreifache Premiere für mich. Zum einen wurde ich das erste Mal direkt von einer Con angefragt ob ich bei ihnen auftreten wollen würde.

Bei der Bonenkai hatte ich mich beworben. Hanami/J-Con/Best of Anime/Kamani waren für mich Cons/Treffen an denen ich eh auftreten würde, weil sie von Freunden organisiert wurden.
Aber nun gab es da eine Con die mich wollte. MICH. Und das ohne dass ich da jemanden kannte.

Ich musste mehrmals meine Augen reiben bevor ich der Mail glauben konnte die mich nach Düsseldorf einlud. Aber was tut man als Showact in so einem Fall? Düsseldorf war weiter weg als alle bisherigen Cons  und fordert man bei sowas Benzingeld? Gage? Miep?

Dies ist eine Frage die sich mir bis heute nicht wirklich beantworten liess. Kann ich Gage/Spesen verlangen? Darf ich das? Sollte ich das sogar? Die Geldfrage wurde bis heute nie wirklich geklärt, aber dazu werde ich mich später noch äussern.

Der Auftritt an der Dokomi führte auch dazu, dass ich JD kennen lernte und sah, dass ich scheinbar in Zukunft nicht der einzige Animekomiker sein würde. Dies machte mich glücklich, da ich damit die Möglichkeit hätte irgendwann aufzuhören weil ja nun jemand anders meinen Job erledigt und weil es mir zeigte, dass die Idee mit Animecomedy scheinbar ganz gut gewesen war.
Ebenfalls wurde ich das erste Mal gezwungen eine Zugabe zu geben. Eine Zugabe? Wie denn, wo denn was denn? Schlussendlich stammelte ich irgendetwas dahin, aber die Idee Songs (als Hommage an Chibichibixxx) am Ende zu singen war geboren.

Die dritte Premiere und ein noch viel grösserer Schock war als ich von der Connichi die Erlaubnis bekam bei ihnen aufzutreten. Zwar nur weil eine andere Showgruppe absagen musste und ich als Einmannshow flexibel war, aber ich wurde genommen.
Das triumphale Fiasko mit dem Stromausfall dürfte allen genug geläufig sein und muss daher nicht extra erwähnt werden.

Aber 2009 war für mich endlich der Moment, in dem es in meinem Kopf „Klick“ machte und ich wirklich zu mir selbst sagen konnte. „Ja. Ich bin lustig. Ich KANN Leute zum Lachen bringen“
Trotzdem verbrachte ich absolut gehypte Wochen online und suchte nach Kommentaren zu meinem Auftritt. ^-^`

2010 – Auftritte an der Contopia, der Hanami, der Dokomi, der Kamani, der Chisaii-Con, dem Cosday, der NiCon, der Frankfurter Buchmesse, der Wie.Mai.Kai, der Animaco und der J-Con

2010 und mit dem fünften Programm (Fan @ Work) ging die Show so richtig los. Das neue Programm war im Grunde dasselbe wie bereits die anderen beiden davor. Neu widmete ich mich jedoch den Fans selbst und nicht mehr den Helfern.

Ich persönlich denke das Programm war weniger ausgereift als sein Vorgänger. Gezwungener vielleicht. Zumindest überzeugte es mich selbst nicht so sehr wie Voll im Stress. Aber ich denke es kam beim Publikum trotzdem an, gerade weil sich die Zuschauer selbst mehr darin erkannten als in den Helfern.

Die Connichi und das damit geborene Kamen no Maid Guy-Cosplay hatten mir einen Popularitätsboost gegeben, der dazu führte, dass ich von 6 neuen Cons angefragt wurde.

Nun war der Moment gekommen, wo ich mir ernsthaft Sorgen um mein Budget machen musste. 10 Cons innerhalb eines Jahres waren bei weitem zuviel für mein Budget, besonders wenn mich manche Cons bis nach Hannover oder Hamburg führen sollten.
Schweren Herzens entschloss ich mich dazu, dass ich bei manchen Cons auf Reisekostenerstattung und/oder ein Hotelzimmer bestehen musste wenn ich nicht pleite gehen wollen würde.

Mein Selbstwertgefühl war auf einem gigantischen Hoch und es kam gerade recht, dass die Connichi mich 2010 nicht auftreten lassen wollte. Nach 2009 fragte ich mich, was ich noch tun könnte um angenommen zu werden. Wenn 30 Minuten Improvisation ohne Beamer nicht reichen würden sie von meinen Qualitäten zu überzeugen, was dann?

BERLIN!

Richtig gehört. Wenn ein Showact an der Animaco oder der MMC auftreten kann, sind seine Chancen 50% höher an der Nichi auftreten zu dürfen, also schnell an der Animaco bewerben. Die Con ist eh cool und ich hab dort oben Freunde die ich sonst ned sehen könnte.
Ich hatte Glück und konnte tatsächlich an der Animaco auftreten. An Krücken… wie bereits an der WieMaiKai die Woche zuvor.
Da ich mich aber bei der Maco beworben hatte, traute ich mich nicht Forderungen zu stellen. Wieso auch Geld fordern wenn ich da unbedingt hin will? Is ja dumm.

Als besonderes Highlight erlebte ich die Frankfurter Buchmesse an der die Bühne von Leuten gestürmt wurde (was zum Running Gag werden sollte). Leider gab es hier einige Unklarheiten im Vorfeld wodurch ich die Überbrückung zwischen DCM und Auswertung komplett improvisieren musste, auch da die Technik ihre verdiente Pinkelpause nachholen musste.
Dementsprechend werd ich dort wohl nie mehr zu sehen sein. Auch weil ich da das erste Mal merken durfte. Cosplayer/innen könnne richtige Diven sein. Das Gezicke einiger ganz schlimmen Exemplare sollte so auch Pate stehen für mein nächstes Programm.

Unterm Strich endete 2010 mit ganzen zehn Cons mit denen ich zwischen 2000 und 3000 Euro ungedeckten Ausgaben hatte. (Die Reisekostenerstattungen reichten für das Minimum, auch da ich bei Cons wo ich immer aufgetreten war niemals Geld verlangen könnte)

2011 – Auftritte an der Hanami, der ChisaiiCon, der Dokomi, der Wie.Mai.Kai, dem Cosday, der Connichi und der J-Con

Das aktuelle Jahr startete wie üblich mit der Hanami und einem neuen Programm (Con ist Krieg). Das erste Mal hatte ich mir überlegt sowas wie einen richtigen Act aufzusetzen. Ein alter Ego. Ein Grundthema. Etwas, das sich von Anfang bis Ende durch zieht.
Auch entschloss ich mich auf die wunderbaren Commissions von Mummymetaller zurückzugreifen, respektive sie für mich malen zu lassen.
Ebenfalls ging das erste Mal Merchandising in Form von Buttons und Shirts an den Start (was beides aber mittlerweile passé ist).

2011 war ich nun endgültig im Stardom angelangt. An der Hanami war die Halle so voll, dass Leute nicht mehr hinein durften. Ich wurde von Conhon zu Conhon getrieben, fotografiert, um ein Autogramm oder Interview gebeten und fühlte mich wirklich als ein Star. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf „Was wollt ihr von mir? Ich bins nichts besonderes. Ich bin genau so ein Depp wie ihr alle auch.“
Ich wurde sogar gefragt ob ich nicht zum 18ten Geburtstag eines Fans kommen wolle, musste aber aus Zeitgründen absagen. (wobei ich mir immer noch seltsam vorkomme beim Gedanken daran für Geburtstage gebucht zu werden :))

Das Jahr hindurch versuchte ich mir auch diesem Gedanken treu zu bleiben und mich an die Bonenkai und die zu Selbstüberzogenen Showacts zu erinnern. So dürfte ich niemals werden. So will ich niemals werden.
Aber ich musste feststellen, dass mit dem Alter (immerhin fast dreissig) langsam die Kraft aus dem alten Mann gezogen wurde.
An diversen Cons musste ich darum bitten, dass man für mich einen Schlafplatz im Hotel organisiert, einfach weil ich Angst hatte keinen Schlaf zu finden wenn ich mit anderen Animefans im selben Raum wäre und weil auch mein Rücken die harten Better nicht mehr so gut verträgt.

Besonders ChisaiiCon und Dokomi, wegen denen ich 3000 Km innerhalb von 8 Tagen zurück legte, setzten mir enorm zu und ich musste an der Dokomi mit Fieber auftreten.

In dem Moment fasste ich den Entschluss, dass eine Pause her musste. nach 6 Jahren und 6 Comedyprogrammen brauchte ich einfach eine Pause.
Ich wusste nicht mehr was ich für Witze bringen sollte.

Die Verlobung und baldige Hochzeit mit meiner Freundin war daher der perfekte Grund um mir die Auszeit auch wirklich zu nehmen und nicht trotzdem etwas neues zu organisieren. Denn einne Hochzeit kostet Zeit, Nerven und Euro. Und grade von letzterem blieben dieses Jahr erneut 2-3000 auf der Strecke.

Mit dem erneuten Auftritt an der Connichi, dem Auftritt bei DCIH, einem weiteren Interview bei Moonflow, der Comoderation des Cosplaywettbewerbs und der Eröffnung, sollte ich auch auf dem Höhepunkt meiner Popularität eine Pause einschlagen, am Kamin sitzen und meinen eigenen Hentai lesen.
Lediglich der Hanami und der J-Con würde ich einen Besuch abstatten als Moderator, Workshopler, Sänger oder wasauchimmer. Nur keine neue Comedy.

Was ich aber unterschätzt hatte und was nun eigentlich der Grund für diesen extrem langen Blog wurde, ist die Tatsache, dass ich nicht mehr der Mann Shinji Schneider zu sein scheine, sondern zu einer Marke geworden bin.
Mit meinem Namen wird Werbung für Cons gemacht (warum auch immer). Ich bin Teil einer Marketingstruktur.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich finde es absolut genial, wenn ich Leute dazu animieren kann an Cons zu kommen und ich bin gerne bereit jeden möglichen Scheiss auszuprobieren (Moderation, Eröffnung, Karaoke, der Webler mit DCIH hat extrem viel Spass gemacht). Wo ich aber das Gefühl habe, einen Riegel vorschieben zu müssen, ist wenn es nicht mehr darum geht mit dem Mann Shinji etwas spassiges zu machen sondern mit dem Produkt.
Und dieses Gefühl beginnt sich langsam in mir aufzubauen. Wollen mich die Leute noch meinetwillen oder nur noch weil ich „berühmt“ bin mit meinen 550 Facebookfans? Also quasi genau das umgekehrte Problem welches ich am Anfang hatte.

Auch ein Punkt welcher mich zum grübeln brachte, ist dass ich die Angst habe in der Vergangenheit zu höflich gewesen zu sein. Ich kenne den Stress von Helfern und Orgas und weiss was an Cons alles schief gehen kann. Auch hatte ich immer die Bonenkai im Hinterkopf und wie ich nie werden wollte.
Doch langsam begannen sich Geschehnisse zu häufen, bei denen ich eventuell früher hätte intervenieren sollen.

Rund 5 Mal musste ich einem vorher klar versprochenen Schlafplatz nachrennen, weil es vergessen ging oder jemand das ganze verschlampt hatte. Einmal fuhr ich sogar um 2 Uhr morgens wieder nach Hause weil ich schlichtweg keinen Schlafplatz hatte. Trotzdem versuchte ich mir immer bewusst zu sein „Junge. Du kannst froh sein, dass sie ein Zimmer für dich organisieren“.

Doch langsam ist für mich der Punkt gekommen, wo ich meiner, körperlichen und geistigen, Gesundheit Willen eventuell sagen muss. „NEIN“.

Es muss Grenzen geben bei denen ich für mich selber sagen muss „SEI BÖSE“.

Wenn mir eine Con ein Hotel verspricht, muss ich in Zukunft darauf bestehen im Vorfeld dieses Zimmer vom Hotel bestätigt zu haben und nicht an der Con 2 Stunden nach einem Orga suchen um zu erfahren wo ich überhaupt schlafen kann.
Wenn sie mir kein Hotel anbieten/zahlen können/wollen muss ich mit mir und meinem Budget abklären ob ich mir diese Con leisten kann oder ob andere Cons aus Verpflichtungsgründen vorrang haben. (wobei ich an sich zu jeder Con fahren möchte die mich haben will, einfach weil ich das Gefühl habe es jedem Recht zu machen)
Wenn sie mir beim Benzin nicht entgegen kommen können/wollen dasselbe. Ich komme gern aber mein Budget lässt nur einen gewissen Betrag im Monat zu. Miete zahlen und etwas Essen muss ich ja auch noch.
Wenn ich etwas anderes als Comedy machen soll, dann muss ich rechtzeitig das Rahmenprogramm wissen. Es ehrt mich wenn Leute davon ausgehen, dass ich innerhalb von 2 Wochen eine komplette lustige Aktion aus meinem Hintern ziehen kann, aber meistens kann ich das NICHT.

Und der letzte Punkt in diesem elend langen Blog.

Bitte versteht, dass ich es ernst damit meine dass ich eine Pause einlege und keine neue Comedy schreiben kann, will und werde. Geht nicht davon aus, dass nur weil ich ein netter Kerl bin eine Ausnahme für euch machen kann, denn ich kann das leider nicht mehr. Sonst gibt es nämlich irgendwann keine einjährige Pause sondern ein neues Programm „Shinji Schneider – in der Klapsmühle“

2011 war das erste Jahr, in dem es Fälle gab an denen ich nicht zu einer Con fahren wollte. Nicht weil mir die Con nicht gefallen hätte oder das Auftreten nicht mögen würde. Sondern einfach weil ich nicht wieder 700+ Kilometer an einem Wochenende zurücklegen und in einem lauten Hotel schlafen wollte. Selbst für die Connichi, welche absolut genial war und auf die ich mich so extrem gefreut hatte, musste ich mich zuerst aus dem Bett quälen um hoch zu fahren.
An den Cons selbst legte sich dieses Gefühl sofort wieder. Ich war wieder unter Gleichgesinnten. Ich traf alte Freunde. War mitten im Confieber und liebte es.

Aber wenn ich 2012 meine Pause nicht einlege. Wenn ich nicht auf mich selber acht gebe. Werde ich diese Liebe behalten? Oder ende ich irgendwann wie David Hosselhoff oder Charlie Sheen und latsche an eine Con, ziehe meine Show durch, lege 2-3 Groupies flach und betrinke mich in meinem Hotel? Ich möchte dies nicht (naja ausser den Teil mit den Groupies).

Aus diesem Grund bitte ich euch zu verstehen, dass auch wenn ich extrem viel Spass auf und neben der Bühne habe, dass 6 Jahre Comedy einen Körper und einen Geist stark beanspruchen, besonders wenn man nebenbei noch einen „richtigen“ Beruf ausübt.

Ich weiss, dass dieser Blogeintrag extrem lange und zum Teil vor allem ein riesiges Gejammer ist. Aber ich wollte, dass ihr versteht wie wichtig mir meine Comedy, meine Fans und die Cons im Allgemeinen sind.
Ich bin mit Fieber, an Krücken und mit heiserer Stimme aufgetreten. Ich habe mir mehrmals Krämpfe beim Auto fahren, auf harten Betten schlafen und kleine Kreislaufkollapse beim Rocken auf der Bühne geholt. Achja, beim Headbangen hab ich mich auch noch blutig geschlagen.
Auch wollte ich mit dem Gerücht aufräumen, dass ich von meiner Comedy leben könnte. In den letzten 6 Jahren haben mich meine Auftritte (Fahrt, Übernachtung, Verpflegung) rund 10 000 Euro gekostet.

ABER. All das ist mir meine Comedy, die Cons und die Animeszene als solches mehr als nur wert. Doch der alte Mann braucht eine Pause, also bitte versteht wenn ich kürzer trete und manchmal auch höhere Ansprüche stellen sollte.

Permalink 10 Kommentare

Selbstkontrolle ums Verrecken

3. Oktober 2011 at 09:27 (Liebesgrüsse vom Arschloch, Rantabout) (, , , , , , , , , , , , , , , )

Ich habe mich schon vor einer Weile über Idioten aufgeregt die für ihre Gewaltausbrüche immer nach einer Entschuldigung suchen. (Siehe Hier)

Aus aktuellem Anlass wird es nun vermutlich Zeit für eine Fortsetzung. Fangen wir jedoch hierfür einiges in der Vergangenheit an. Und zwar vor 8-10 Jahren.

Damals war ich noch in Basel wohnhaft und dementsprechend fühlte ich mich dem FC Basel (die Mannschaft die beinahe Manchester United besiegt hätte… ja ich reite drauf rum ;)) zugehörig.

Schon damals fiel mir jedoch auf, dass bei einigen Fans das ganze wohl wirklich nur die Kurzform von Fanatikern war.
Da gab es die angenehme Variante, die an jedes Spiel fährt und jedes Merchandise kauft, egal wie scheisse es ist (heutzutage bekannt als iFan), aber es gab auch die weniger angenehme Variante. Die Art von Leuten, die einem die Freundschaft kündigen, weil man es wagt in die „Stadt des Feindes“ arbeiten zu gehen und dadurch „Hochverrat“ begeht. (und ja genau das ist mir passiert, als mich die Arbeitssuche nach Zürich trieb)

Zu letzterer Kategorie zählten auch damals schon so seltsame Gestalten, deren einziges Gesprächsthema zu sein schien, wen sie wann verprügelt hatten weil er einem anderen Team angehörte. Und wenn man keine anderen Fans zum verprügeln hatte, nahm man halt die Schwächsten der eigenen Gruppierung.

Nette Kameraden und Hauptgrund wieso man mich nie an einem Auswärtsspiel sah, weil ich nicht mit Leuten abhängen wollte, die damit prahlen, dass sie einen Luzern-Fan am eigenen Schal im Tram aufgeknüpft hätten.

Auch vor zehn Jahren, gab es bereits Ausschreitungen und sogenannte „Scharmützel“ mit der Polizei und man konnte davon ausgehen, dass irgendeine Konstellation der Mannschaften FCB, FCZ, GCZ, YB dazu führen würde, dass Tränengas eingesetzt werden muss.

Dies führte schlussendlich zu wunderbaren Erlebnissen wie.

Bei all diesen Eskalationen waren gewisse Reaktionen immer absehbar.

1. Die Presse stürzt sich auf das Thema

2. Die Politiker übertrumpfen sich gegenseitig mit Lösungsvorschlägen die entweder am Ziel vorbei schiessen oder nicht angewandt werden.

3. Die Täter sehen sich als Opfer die provoziert wurden. Von der Polizei, den anderen Fans (was fällt es denen auch ein zu jubeln wenn sie gewinnen), den Securitas und weil irgendjemand etwas Böses über ihre Mama gesagt hat.

4. Die Fanverantwortlichen spielen die gesamte Situation herrunter, verweisen darauf, dass weder Politik noch Polizei noch Sicherheitsverantwortliche das ganze wirklich verstehen könnten und verweisen auf die Selbstregulierung der Fankurven.

Selbstregulierung.

Ein Wort welches ich vor 10 Jahren schon bei kleineren Ausschreitungen gehört habe und welche niemals Erfolg zeigte. Eigentlich würde es bedeuten, dass die Fankurve jedem der über die Stränge schlägt deutlich zeigt, dass er nicht dazu gehört. Notfalls mit Gewalt.

Die Realität sah und sieht jedoch anders aus. Ein Haufen vermummter Feiglinge sucht Schutz in der Masse der Fans. Wenn die Securitas oder die Polizei genau jene heraus picken will, stellt sich die gesamte Fanmasse jedoch gegen den „Feind“ und solidarisiert sich mit den Krawallbrüdern.
Geisterspiele, Fanpass, Stärkere Kontrollen. Alles ungerechte Massnahmen gegen friedfertige Fans die nur eine „geile Stimmung“ verbreiten wollen, jedoch diejenigen welche ihnen am stärksten schaden mit Herzblut (vor allem Blut) verteidigen.

Dieses Wochenende gipfelte das ganze (leider) mal wieder mit der zweiten Schande von Zürich. (Siehe hier)

Das ganze begann damit, dass Anhänger des FCZ einen Knallböller in Richtung eines Balljungen warfen, respektive Anhänger von GCZ Fahnen hissten die sie scheinbar mal den FCZ-Fans geklaut hatten.

Die Hintergründe der Fahnenaktion ist das endlose Prinzip des „er hat angefangen“ und spielen nicht wirklich eine Rolle.
Als wäre aber der Böllerwurf nicht schlimm genug gewesen, so fühlten sich nun die armen armen Opfer des FCZ persönlich in ihrem Ego gekränkt weil ihre schönen Fähnchen von GC verschandelt wurden und kletterten aus ihrem (kaum abgesperrten) Sektor und liefen am Rand des Spielfelds entlang rüber zum Sektor der GC-Fans und warfen 2 der 1000° heissen Petarden hinein. Danach kam es zu Schlägereien während die normalen Fans mit Kindern das Weite suchten.

Die Securitas sah dem ganzen ziemlich teilnahmslos zu. Vermutlich besser so. Sonst wären sie wieder schuld gewesen.

So bleibt die Schuldfrage an den Fans hängen welche sich tunlichst gegenseitig beschuldigen. Am erwähnenswertesten seien hier jedoch die Administratoren des FCZ-Forums, Devante und Dieter.

Beide suchten sehr schnell die Schuld in den Provokationen der GC-Fans und machten deutlich wieso die Krawallbrüder noch immer von der eigenen Kurve gedeckt werden.

Die Frage ist was bleibt. Der Präsident des FCZ dürfte es endgültig aufgegeben haben, sich schützend vor „seine Fans“ zu stellen.
Die Politiker werden (es ist Wahljahr) noch stärker auf Repression setzen. Die Fans werden sich weiter gegenseitig zerfleischen und am wichtigsten. Die Gewaltspirale geht weiter bis es wirklich zu Todesopfern kommt.

Doch was kann man wirklich gegen diese Krawalle unternehmen?

Solange nicht jeder Fan aufs heftigste untersucht wird, ist es nahezu unmöglich zu verhindern, dass Pyros ins Stadion geschmuggelt werden und selbst dann müssten bauliche Massnahmen an den Stadien getroffen werden.

Ein Ansatz wäre es einen Dresscode einzuführen, der jegliche Vermummungsmöglichkeit verbietet. Aber das würde auch das Mannschaftseigene Merchandising betreffen (Schals, Jacken etc.) und ist kaum durchführbar.

Der Fanpass, welches es nur eingetragenen Personen erlaubt ein Ticket zu kaufen, ist ein Ansatz der stärker verfolgt werden wird. Aber auch ein Fanpass hilft nicht, wenn der Träger vermummt ist.

Die Selbstkontrolle ist nicht gescheitert, sondern hat niemals existiert. Eine Gängelung der Hardcorefans (keine Saisonkarten mehr oder nur extrem überteuert, Abwälzung der Schäden und Strafen auf die Fanclubs etc.) ist kaum umzusetzen und wird eher den Zusammenhalt dieser Gruppierungen erhöhen als ihnen die Augen zu öffnen.

Absperrungen hochzuziehen die die Sektoren WIRKLICH voneinander trennen (ich spreche hier von Wänden zwischen den Sektoren die nur den Blick nach vorne zulassen) wären bescheuert und gefährlich (dafür aber sicher).

Dann bleibt noch diejenigen Randalierer die man erwischt und verurteilt richtig bluten zu lassen, dass sie sich davon nicht mehr erholen. (Abwälzung der Strafen, Kosten für Polizei etc.) Aber hiermit zerstört man nur das Leben einiger weniger (die vermutlich eh nicht über den Intellekt verfügen ihre Taten zu reflektieren) und die sogenannte „Fanbase“ verbrüdert sich noch stärker.

Für mich und einen Haufen Leuten die einfach nur Fussball sehen wollen, bleibt schlussendlich nur eine Lösung. Wenn ein Fussballspiel einer der oben genannten Mannschaften stattfindet, bleibe ich daheim und schaue es am TV oder im Internet.

Permalink Schreibe einen Kommentar

Es kriselt…. mal wieder

10. August 2011 at 07:59 (Liebesgrüsse vom Arschloch, Motzen gegen Medien, Random Blah, Rantabout) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Kommen wir zur Abwechslung zu etwas ernsterem.

Wenn man wie ich in der Schweiz lebt, dann ergab sich in den letzten Monaten immer wieder ein interessanter Blick .

Euro – CHF: vor drei Jahren

1 = 1.62

Euro – CHF: vor zwei Jahren

1 = 1.5

Euro – CHF: vor einem Jahr

1 = 1.35

Eine Zahl die stetig kleiner wurde, aber man konnte es ignorieren. Die Wirtschaft passte sich an während Griechenland, Spanien und die restlichen Schweine… ich meine PIIGS-Länder ankündigten, dass sie wohl finanziell doch schlechter da stünden als man zugeben wolle.

Der Eurokurs änderte sich also in den letzten 3 Monaten von 1.27 CHF runter zu 1.005 CHF und somit der faktischen Parität (seien wir ehrlich. Bis Ende dieser Woche werden CHF und EUR vermutlich gleichviel wert sein). Die Reaktion der Medien war dementsprechend.

„Der Franken könnte die psychologisch wichtige Marke von XY unterschreiten“ hiess es Woche für Woche. Immer derselbe Satz. Nur die Zahl wurde kleiner und kleiner und kleiner.

Nicht besser erging es den USA. Diese sind innerhalb eines Jahres von 1.05 auf rund 0.7 CHF gefallen und somit endgültig weniger wert als der CHF.

Britische Pfund? Innerhalb von 3 Monaten von 1.45 runter auf 1.15. Kurs fallend. (begünstigt durch die Unruhen im Moment)

Dieses Bild zog sich nun seit Monaten durch die Landschaft. Faktisch gesprochen bin ich als Schweizer in 3 Monaten um rund 30% reicher geworden. Im letzten Jahr sogar 50% reicher. Vorausgesetzt ich gebe mein Geld im Ausland aus.

Die schweizer Wirtschaft ächzt und stöhnt nun. Firmen die ihr Geld hauptsächlich mit dem Export verdienen, haben Einsatzeinbussen von rund 40% hinnehmen müssen wenn sie in Euro verkaufen oder verkaufen generell weniger wenn sie schweizer Preise besitzen.
Die schweizerische Nationalbank kaufte Milliarden von Euro um den Kurszerfall aufzuhalten und schwächte so die eigene Währung ohne Erfolg.

Die Detail- und Lebensmittelhändler beschweren sich, dass ihre Kunden ins grenznahe Ausland einkaufen gehen, weil sie dort nicht nur billigere Preise haben, sondern auch die Mehrwertsteuer erstattet bekommen und vom billigen Euro profitieren.

Gerne ausser acht gelassen, werden jedoch die Vorteile genau dieser Situationen. Firmen die im Ausland produzieren oder Waren/Werkstoffe importieren müssen, haben aktuell viel geringere Ausgaben als früher.
Immobilien und Firmen im Ausland einkaufen und somit die eigene Position in der Zukunft stärken war kaum billiger.
Und nicht zu guter letzt. Wenn die Schweizer im Ausland einkaufen, fördern sie die ausländische Wirtschaft und tun genau das, was die Nationalbank auch getan hat. Euros kaufen.

Doch kommen wir zum Kern der Sache. Wieso geht alles vor die Hunde? Die Situation lässt sich zwar mit wirtschaftlichen Faktoren erklären, aber meine Stärke war schon immer die Psychologie und wenn wir ehrlich sind, ist die Psychologie in der aktuellen Situation wichtiger als jedwede wirtschaftlichen Spielereien.

Da haben wir als erstes die EU.

Ein lose zusammengewürfelter Haufen von Staaten die sich zu einem Gegenpol zu Russland, China und den USA aufbauen wollten. Anstatt dies jedoch, wie ihre Konkurrenten über Dekaden und Jahrhunderte hinweh zu tun, hat man innerhalb weniger Jahre bereits Einheitswährung, Einheitsgesetze und sonstige Einheitsgrössen definiert.
Um das ganze noch zu toppen, wurde alles rundherum anektiert was sich nur anektieren liess. Egal ob sie die wirtschaftlichen oder menschenrechtlichen Voraussetzungen dafür erfüllten. Sie mussten nichtmal wirklich zu Europa gehören. Hauptsache grösser, stärker, erfolgreicher und somit besser werden.
Das eigene Ego (und natürlich die Geldbörse) von Wirtschaftsmogulen und Politikern konnte und kann es immer noch nicht zulassen, dass das Projekt EU scheitert. „Die EU wird halten. Und wenn sie daran zerbricht“

Als nächstes folgt die USA.

Seit der Wirtschaftskrise hat sich die USA kaum erholt und ihre Kriege für Öl konnten auch durch den Messias Obama nicht gestoppt werden wodurch dem Land wichtige Milliarden fehlen. Wie denn auch? Die Republikaner blockieren ALLES was von den Demokraten kommt und riskieren sogar die Pleite des eigenen Landes, wodurch nun selbst langjährige Republikaner sich über die eigene Partei wundern.

Die Wirtschaftskrise als solches:

Generell war die Wirtschaftskrise wohl Ursprung der ganzen Misäre. Die Staaten (allen vorran USA und Grossbritannien) verordneten Sparkurse. Entliessen Staatsangestellte. Kürzten Staatsausgaben und retteten mit Milliarden die angeschlagenen Banken. Nur. Wie soll eine Wirtschaft funktionieren wenn ihr das Treibmittel fehlt? Das Geld.
Keine Arbeit -> kaum geld. Kaum Geld -> es wird gespart. Es wird gespart -> Umsatzeinbussen der Firmen, Umsatzeinbussen der Firmen -> sie müssen Leute entlassen -> Keine Arbeit -> Kaum Geld…..

Nur wenige Länder erkannten diesen simplen Kreislauf und förderten die eigene Wirtschaft. Im Euroraum erfolglos, denn wenn 2 Länder die Konjunktur ankurbeln und der Rest sich pleite spart, dann wird das Geld einfach bei den erfolgreichen geholt.
Aus diesem Grund wurden dann auch die sozialen Scheren wieder grösser. Die Reichen wurden schon wieder noch reicher und es gab noch mehr arme.

Die Unruhen in London sind ein Beispiel dafür. Menschen ohne Zukunft (und stellenweise mit unglaublich wenig Hirn gesegnet) gehen aus dem erstbesten Grund auf die Strasse. Stehlen, Töten, Brandschatzen und wissen selber nicht einmal weswegen eigentlich. Sie wissen nicht was sie wollen, nur dass sie wütend auf den Staat sind.

Die Banken und Wirtschaftsbosse (die uns den Schlamassel ja erst eingebrockt haben) halten sich derweil schön raus. Ja nicht auffallen und ihr Geld in Gold und den Franken investieren.

Und was macht die Schweiz derweil? Das was sie immer tat. Abwarten. Aktuell flüchten die Leute in den Franken weil sich die Welt im Wandel befindet. Dies wird sich auch durch das Drucken von mehr Noten nicht ändern. Oder Negativzinsen auf ausländische Frankenkonten.
Solange die politischen und wirtschaftlichen Zustände im Ausland so unzurechenbar sind, wird der Franken heimgesucht. Das einzige was uns Schweizern bleibt, ist auf unserem viel zu hohen Berg aus Gold zu sitzen und jämmerlich um Hilfe zu rufen, während der Rest der Welt im Chaos versinkt.

Denn seien wir ehrlich. Während im arabischen Raum, in Frankreich, in Deutschland, in Griechenland, in Grossbritannien und überall sonst, die Leute auf die Strasse gehen um ihren Unmut gegenüber der Regierung und anderen Institutionen (zum Beispiel einer korrupten FIFA unter Sepp Blatter die trotz Milliardengewinnen keine Steuern zahlen muss) zu demonstrieren, so muss man in der Schweiz keine grossflächigen Aktionen befürchten. Wir überlegen uns höchstens mal verschärft darauf hinzuweisen, dass wir eventuell eine Volksinitiative starten könnten. Aber nur vielleicht.

 

 

Nachtrag:

Und das Ausland? Wie so oft ist es dem Ausland eigentlich egal was mit dem Franken passiert. Alle Währungen sind eigentlich stabil geblieben. Kursschwankungen von knapp 5% übers Jahr verteilt, also business as usual. Nur der Franken halt 😉

 

Man beachte die 3 Frankenrelevanten Kurse

Permalink Schreibe einen Kommentar

Ein Hoch auf die Dummheit

27. Januar 2011 at 08:38 (Liebesgrüsse vom Arschloch, Rantabout) (, , , , , , , , , , , )

Es ist noch nicht so lange her, da blickten wir alle gebannt in die USA und wunderten uns, wie dämlich ein Volk sein könne, dass jemanden wie George W. Bush als politischen Führer wählt.

Mittlerweile sind zehn Jahre vergangen und wir können uns sicher sein, wir ahmen den Amerikanern selbst ihre Dummheit und Arroganz nach.

Ausschlag für diese Aussage sind zwei Volksinitiativen, welche wir in den letzten 2 Jahren mit knapper Mehrheit angenommen haben.

1. Die Minarettinitiative

In der Bundesverfassung der Schweiz, stehen aktuell folgende Sätze.

„In Namen Gottes des allmächtigen“
„Niemand darf schlechter behandelt werden aufgrund von Ethnie, Religion, Geschlecht, Haarfarbe etc.“
„Der Bau von Minaretten ist verboten“

…..

Es wurden Millionen investiert um zu verhindern, dass die „Speerspitze des Islam“ in der Schweiz gebaut werden darf.
Minarette die unsere Sicherheit gefährden, unsere Schweizheit und den Inhalt unserer Hose.

Man muss sich auch wahnsinnig bedroht fühlen, von einem kamingrossen Türmchen auf einem Haus während keine 100 Meter daneben ein riesiger Kirchturm steht.

Grosses böses Minarett...

Aber hey. Immerhin gibt es bereits 4 Minarette in der Schweiz und ein 5tes sollte gebaut werden. Das kommt gefährlich nahe an die Tausenden von Kirchtürmen in der Schweiz, also durchaus ein Grund sich in die Hosen zu machen. Aber gut. Das Thema ist gegessen und wird unter Garantie wieder gekappt, weil es gegen die Menschenrechte verstösst. (ja sogar gegen die eigene Verfassung).

Punkt 2 geschah gegen Ende letztes Jahr.

Die Ausschaffungsinitiative

Ich sage es offen heraus… ich bin aus linker Sicht ein Rassist. Ich war schon immer (vor allem früher als ich noch jung war) jemand der sich fragen konnte, wieso ein Bevölkerungsanteil von ca. 25% für ca. 50% der Straftaten verantwortlich ist (laut Polizeistatistik) und dies herzhaft diskutiert hat. Im Gegenzug wollten mich dafür die Faschos verprügeln wenn ich sie ausgelacht hab, weil sie ALLE Ausländer als Abschaum hinstellen wollten, anstatt den wenigen faulen Äpfeln die den Früchtekorb versauen. Ich war also quasi mitte rechts oder so.. whatever.
Scheinbar wurde ich für meine Fragen öffentlich kritisiert aber bei Wahlen muss man ja bekanntlich sein Gesicht nicht zeigen. Und während man in der Öffentlichkeit sein Gesicht wahren muss, darf man hintenrum gegen die bösen Ausländer hetzen.

Das Ergebniss war die Ausschaffungsinitiative. Ein Gesetzesentwurf der Ausländer sofort aus dem Land schmeissen soll, wenn sie gewisse Straftaten begehen.

Im Grunde keine sooo miese Idee. Mörder, Vergewaltiger und Leute die das Leben anderer nicht respektieren (dazu gehört Rasen mit 100 km/h innerorts) braucht es wirklich nicht. Wir haben schon genug eigene Idioten, wieso noch andere unterhalten?

Die Vorlage der SVP, schoss jedoch (wie so oft) über das Ziel hinaus und der Gegenvorschlag (in dem es darum ging, dass Ausländer erstmal integriert werden sollten und nur bei Straftaten mir 2 Jahren Gefängnis ausgeschafft werden sollten), wurde sowohl von Links als auch von Rechts bekämpft.

Ergebniss:

Der neue Gesetzesentwurf steht fest und hat gute Chancen akzeptiert zu werden. Die besten beiden Punkte sind grob zusammengefasst.

Ein Ausländer der mit Drogen oder beim Kiffen erwischt wird, wird für mindestens 5 Jahre des Landes verwiesen. Leichte Körperverletzung (also ein blaues Auge oder eine Prellung oder sonst eine Lappalie ebenfalls. Die Höhe der Strafe spielt KEINE Rolle.

Während ein Schweizer also mit einer Busse davonkommt, wird ein Ausländer sofort des Landes verwiesen..

Weil. Ihr wisst schon. Das ist Verhältnissmässig nicht? ¬_¬

Schlusswort: Direkte Demokratie ist etwas wunderschönes, aber nicht wenn das Volk zu dämlich ist über die Konsequenzen ihrer Taten nachzudenken und nur brav nachplappern was die Politiker in den Zeitungen publizieren….

Permalink 1 Kommentar

Beavis and Butthead do media – oder „haha er hat Schwanz gesagt“

6. Januar 2011 at 08:12 (Motzen gegen Medien, Rantabout) (, , , , , , , , , )

In meiner Jugend gab es einige nostalgische TV-Serien.

Silverhawks, die Turtles, die Anfänge von Sailormoon…. es gab allerdings auch eine Serie die aus dem ganzen Rest hervorstach, da die Serie weder auf Story, noch auf sympathische Charaktere sondern nur auf Idiotie und die unterste Schublade setzte.

Beavis and Butthead.

höhö

Beavis und Butthead waren das Urgestein der pubertären Schwachmatten die mit  unflätigen Bemerkungen das Publikum schocken sollten. Man kann sie quasi als die Grossväter von Jackass, Drawn Together oder Southpark  betrachten.

Neben ihrer Serie, der Spin-Off-Serie Darma und nach einem Kinofilm wurde es jedoch ruhig um B&B… Was machen Sie jetzt?

Sie schreiben scheinbar Berichte für die 20 Minuten, anders kann ich mir zumindest folgenden Beitrag nicht erklären:

Wer hat den coolsten Schwanz?

Im folgenden Bericht geht es um eine Tiersendung auf dem Kinderkanal, in der Tiere darüber diskutieren, welches von ihnen den coolsten Schweif/Federschmuck oder eben Schwanz hat.
Dieses Video hat sich dank der Generation Youtube wie ein Lauffeuer verbreitet und jeder zweite lädt das Video auf sein Facebook weil es so urkomisch ist, dass in 10 Minuten rund 50 Mal das Wort „Schwanz“ fällt.

Ich will gar nicht abstreiten, dass einige der Sätze durchaus falsch verstanden werden können und im falschen Zusammenhang amüsant klingen. „Ich will nicht, dass alle meinen Schwanz sehen. Er hängt nur so lasch herunter während der Rest mit ihren Schwänzen im Zirkus auftreten könnte“

Wo ich jedoch die Grenze ziehe, ist es wenn eine offizielle Tageszeitung es als News betrachtet, dass man eine Kindersendung falsch interpretieren kann und wie sehr die Übersetzer geschlampt hätten. (ich bin ja gespannt wie man sonst „Tail“ hätte übersetzen sollen)

Unterm Strich kann ich nur sagen, respekt. Beavis und Butthead haben es weit gebracht. Sie sitzen nun vor Youtube, amüsieren sich über das Wort Schwanz und schreiben Berichte darüber bei 20 Minuten…

„hu…huhhuh…huhhuh….er hat Schwanz gesagt….huhhuh“ – „hähhäh ja ja hähä“

Permalink Schreibe einen Kommentar

Next page »