Conberichte 2014: WieMaiKai

23. Juni 2014 at 12:48 (Comedy, Conbericht, Life of shin) (, , , , , , , , , )


Richtig gelesen. Conbericht.

Am Samstag war ich, mehr oder weniger spontan, für einige Stunden an der WieMaiKai in Mainz-Kastel.

Einleitung

Wie ich ja bereits in meinen anderen Blogs geschrieben habe, waren die letzten Monate aufgrund des Schleudertraumas und der damit verbundenen Probleme (inkompetente Ärzte, konstante Schmerzen, Stress mit Anwälten und Versicherung) nicht immer einfach.
Dazu kam der Conentzug der sich nach 11 Monate ohne Conventions, und somit auch 11 Monate ohne viele seiner Freunde zu sehen, immer stärker bemerkbar machte.

Ich hatte bereits im Vorfeld mit meinem Osteopathen gesprochen, ob es ratsam wäre wieder an Conventions zu fahren. Er war zwar kritisch aufgrund der Distanz (400 Km bis zur WMK), aber ihm war auch bewusst, dass es für die geistige Gesundheit von Kawaii und mir wichtig ist, wieder unter Leute zu kommen.
Dazu kommt, dass ich mich seit einem Monat dem Fahrverbot meines Krankenhauses widersetze und mit dem Auto die 150Km zur Behandlung bei meinem Osteopathen fahre. Diese Stressreduktion (ich hasse Zugfahren) wirkt sich ebenfalls positiv auf meine Nackenproblematik aus.
Ergo. Zum Wohle meiner Gesundheit, widersetze ich mich den Anordnungen meines Krankenhauses. Dies sollte uns zu Denken geben 😉

Vorbereitung

Diese Con begann für uns bereits am Freitag. Unsere Wohnung liegt direkt in der Altstadt, gegenüber eines italienischen Restaurants. Und dieses Wochenende hatten wir nen regionalen Biomarkt… der sich über die ganze Hauptgasse zieht….über der unser Schlafzimmer liegt…. und um 21 Uhr spielte die Schweiz gegen Frankreich in der WM…

Da wir um 5 Uhr Morgens aufstehen wollten, war es also wichtig früh ins Bett zu kommen. Dies gestaltete sich ziemlich kompliziert, da durchs geschlossene Fenster nicht nur der Marktlärm sehr gut hörbar war, sondern auch noch die Zuschauer des Fussballspiels und die Strassensängerin welche krampfhaft versuchte beides zu übertönen… Freude.

Aus diesem Grund schlief Kawaii mit dem iPod an und ich verzog mich in unser Gästebett. Dort war der Geräuschpegel etwas niedriger und es war sogar möglich zu schlafen. Dass die Schweiz 2:5 verlor half wohl den Geräuschpegel der schweizer Fans zu minimieren.

Hinfahrt

Am Samstag Morgen standen wir dann ausgeruht (haha) um 5 Uhr Morgens auf, leisteten die letzten Vorbereitungen und fuhren gegen 6:45 Uhr los. Ich war im Vorfeld ziemlich nervös ob mein Körper diese Fahrt überstehen wurde und wir hatten im Vorfeld vereinbart, dass wir Notfalls auf halbem Weg umkehren oder am Abend einfach nicht mehr nach Hause fahren sondern ins Hotel gehen.
Nichts war jedoch davon der Fall. Wir brauchten genau 3 Pausen um zu pinkeln, rauchen und uns die Beine zu vertreten. Dafür verbrachten wir die Zeit mit Gesangsübungen und damit Ideen für ein neues Comedyprogramm aufzuschreiben. Confahrten sind halt schon perfekt um die kreativen Säfte fliessen zu lassen.
Wir schafften es sogar an der WMK einen Parkplatz in der Nähe zu finden. In den letzten 3 Jahren war ich immer vor 8 Uhr vor Ort weil ich meistens noch Helfer an Bord hatte und da ist die Parkplatzsuche bei Weitem weniger anstrengend 😉

WieMaiKai

Wir erreichten die Con gerade noch rechtzeitig für die Eröffnungsveranstaltung und ich wurde auch sofort nach oben geschickt um der Orga zeigen zu können, dass wir da waren.
Allzuviel bekamen wir leider nicht von der Eröffnung mit. Wir sahen ein Video des ersten Ehrengastes, dem japanischen Vizekonsuls, Herr Ishida und der Stadtrat Axel Imholz, welcher als zweiter Ehrengast vertreten war, erzählte von seinen alten Deadpool Comics und wie vor zehn Jahren in Comicsalons noch darüber diskutiert wurde ob dieser Nischenhype „Manga“ jemals erfolgreich würde. Ich weiss auch noch wie sich damals die angestammten Comichändler über diesen neuen, japanischen Müll aufregten der ihnen nun vermutlich mehr Einnahmen beschert als alle Marvel, DC und Asterix-Comics zusammen. 😉
Danach wurden Kawaii und Ich ebenfalls noch als Ehrengäste aufgerufen und somit verabschiedete sich mein Spruch, dass dies die erste Con seit 8 Jahren wäre, bei der ich nicht auf die Bühne stehen würde. ^-^`

Ich stand kurz für fünf Minuten auf die Bühne und erzählte dem Publikum wie froh ich war endlich wieder an ner Con zu sein. In diesem Zusammenhang gab ich auch einen kleinen Vorgeschmack darauf, was in meinem potentiellen nächsten Programm vorkommen würde. Gegen Ende der fünf Minuten begann jedoch meine linke Hand bereits etwas nervös zu zucken und ich war froh wieder von der Bühne runter und ins Maid-Café sitzen zu können.
Ich war nach dem „Auftritt“ ähnlich fertig wie früher bei neuen Programmen auf der Hanami oder meinem ersten Auftritt an der Connichi. Es zeigte mir, dass ich noch nicht so weit bin, dass ich als Showact auf die Bühne stehen kann, dass ich mich jedoch auf einem sehr guten Weg befinde dies eventuell nächstes Jahr wieder zu tun.

Im Zusammenhang mit meinem kleinen Bühnenstelldichein, gab es auch eine interessante Annekdote die mir danach erzählt wurde. Während ich oben auf der Bühne sprach/sang kam scheinbar jemand hinten in den Saal. „Oh der hat eine interessante Stimme… Och nö das ist ja Shinji Schneider“…
Gut, besser als umgekehrt 😉

Im Verlaufe des Tages taten wir das, weswegen wir so gerne an Cons fahren. Uns mit neuen und alten Freunden unterhalten. Für mich ist dies die beste Möglichkeit neue Ideen für Programme zu bekommen und meine bestehenden Ideen am lebenden Objekt zu testen. In diesem Zusammenhang sang ich auch eine kleine Gesangsidee leise vor mich hin und wurde unterbrochen mit einem „Sing lauter, du hast eine schöne Stimme. Singst Du in ner Band?“

Für jemanden der seit Monaten versucht seine Stimme zu finden und der seinem Partner und seinen Freunden Komplimente eh nicht glaubt (die mögen mich, die lügen sowieso) war das das schönste Kompliment dieses Tages. Dankeschön 🙂

Natürlich haben wir auch Cosplays begutachtet, Händler und Bring’n’Buy gestürmt und uns bei den Maidos verpflegt. Leider reichte die Zeit nicht um beim Mario-Kart Wettbewerb mitzumachen, da wir bereits gegen halb vier Uhr wieder aufbrachen um noch brauchbar nach Hause zu kommen. Aber zuerst ESSEN.
Im Mc. Donalds wurde ich dann noch angesprochen . „Hey bist Du nicht Shinji Schneider?“… eine interessante Frage, denn darauf könnte genausogut ein „Nimm mich jetzt“ wie auch ein „Ich mach die fertig“ folgen 😉

In diesem Fall war es eine der Angestellten des McDoofs. Sie stand scheinbar vor 1-3 Jahren direkt vor mir am Cosday auf der Bühne.  Leider habe ich ein extrem mieses Gedächtnis, welches durch den Unfall nicht besser wurde, und ich konnte sie daher nicht einordnen.
Es hilft nicht, dass ich vor, während und nach meinen Auftritten meistens einen Tunnelblick habe der es mir unmöglich macht mich auf etwas Anderes als den eigentlichen Text zu konzentrieren. Ich reagiere zwar auf Zwischenrufe und ich kann mich mit Leuten unterhalten, aber wenige Stunden danach ist fast alles weg.
Manche kennen das von langen Autofahrten bei denen man sich nur an Losfahren und Ankommen erinnert aber nicht an die eigentliche Fahrt. Oder wenn man aus einem seltsamen Traum aufwacht und nur noch weiss, dass er seltsam war.

Mittlerweile konnte ich sie, glaube ich, auf die Showgruppe Foocha zurücklenken. In dem Sinne, sorry fürs nicht mehr so sehr erinnern und noch viel grösseres Sorry falls ich mich mit Foocha irre. ^-^` Ich hoffe du konntest nach deiner Schicht noch zur WMK 🙂

Heimfahrt und Zuhause

Die Heimfahrt dauerte dann nochmal rund 4-5 Stunden mit 3-4 Pausen um sich die Beine zu vertreten. Hierbei war Hockenheim interessant wo sich tausende Leute versammelten um ihre Autos einfach irgendwo zu parken um Fussball gucken zu können. Manche Leute stiegen sogar auf der Autobahn aus dem Taxi aus um ins Stadion zu kommen… Die folgenden 3 Stunden in Deutschland wurde immer wieder dasselbe im Radio wiederholt. „Vorsicht Region Hockenheim, Personen auf der Fahrbahn.“
…. Gottseidank haben wir Schweizer keine Chance Weltmeister zu werden, sonst wären wir auch noch so verrückt 😉

Gegen 21 Uhr kamen wir dann zuhause an und warfen uns, nachdem wir noch alle besorgten Mitbürger über unsere erfolgreiche Fahrt informiert hatten, ins Bett. Ich war sofort weg aber nach 3 Stunden auch sofort wieder wach.
Nach 11 Monaten ohne Con war ich komplett geistig überladen. Wie ein Kind welches 11 Monate nichts Süsses hatte und nun über Nacht in Willy Wonkas Schokoladenfabrik eingesperrt worden war. Ich hatte seltsame Träume und einen kompletten Conflash…. Gott hab ich das vermisst XD

Generell kann ich sagen, dass es unendlich gut tat wieder an eine Con zu fahren. Es war schön unsere Freunde wieder zu sehen und endlich unter „normale“ Leute zu kommen. Ich hatte auch entschieden weniger Probleme mit hunderten Otakus über Stunden auf engem Raum, als ich es z,B. bei uns auf dem BioMarkt mit weniger normalen Leuten hatte. Mir.. nein UNS hat diese Bande einfach enorm gefehlt und ich bin auch froh, dass ich dem einen Fan ein Autogramm geben konnte, welcher es seit 2 Jahren umsonst versuchte von mir zu bekommen.

Nun sass ich heute wieder bei der Arbeit mit freudigen Erinnerungen und werde mich diese Woche daran machen die Gewinner der Shirt-Verlosung zu bestimmen welche ich vor der WMK lanziert habe.

Fazit

Kann ich zu Cons fahren? JA
Kann ich auftreten? Nicht länger als 5 Minuten
Schaffe ich 800 Km Fahrt an einem Tag? JA
Brauche ich danach einen freien Tag? Unbedingt.
Wird man mich nun wieder häufiger an Cons sehen? Abhängig von meiner jeweiligen Tages/Wochenform JA. Aber es sind keine längerfristigen Pläne möglich. Ich hangel mich eher von Con zu Con.

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1 Kommentar

  1. Jahresrückblick 2014 | Ansichten eines Komikers said,

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