Gesundheitsupdate die elfundfünfzigste – Krankenhäuser sind böse

23. März 2014 at 11:16 (Life of shin, Rantabout) (, , , , , )


Am 8ten Februar verkündete ich meinen letzten Gesundheitsupdate.

Der Stand damals war, dass es mir halbwegs OK ginge, ich aber Stress mit der Unfallversicherung hätte. Der richtige Stress begann allerdings erst so richtig am folgenden Tag.

Die kurze Zusammenfassung. Ich bin nicht mehr bei denselben Ärzten wie vorher. Ich bin nun endgültig bei einem 2 Stunden entfernten Spezialisten der sanfter vorgeht als der Genickbrecher.
Aber es wird sicher eine Weile (Monate/Jahre?) dauern bis ich wieder Fit für die Bühne bin.

Die ausführliche Ärzte-/Anwaltsodyssey folgt nach dem Mehr.

Am Sonntag dem 9. Februar begaben meine Frau, meine Schwiegermutter und Ich uns komplett gestyled an ein Steampunk-Treffen in der Region Basel.
Ich hatte seit dem letzten Chiropraktiker-Besuch starke Kopf- und Nackenschmerzen aber wollte mich davon nicht unterkriegen lassen.

Im Verlauf des Tages steigerten sich meine Beschwerden und gegen 4-5 Uhr Abends brach ich plötzlich zusammen. Mein rechter Arm zuckte wie wild, ich konnte kaum noch sprechen und mich schon gar nicht mehr auf den Beinen halten.
Mein Vater fuhr dann meine Frau und mich ins nächstgelegene Krankenhaus wo ich noch 3 Stunden lang weiter immer wieder Zuckanfälle (Tremore oder Spasmen) im rechten Oberarm hatte.

Wie Ärzte nunmal sind, spielten sie erst einmal Dr. House. Von Hyperventilation über schwache Muskeln bis hin zu wenig Phosphat im Körper oder Epilepsie wurde alles aufgelistet was es sein könnte. Nur das Thema Schleudertrauma (und somit geschädigte Nerven welches sowas auslösen können) wurde gezielt ignoriert.

Nach 6 Stunden in der Notaufnahme wurde ich über Nacht drin behalten und am nächsten Morgen einem MRI und einem EEG unterzogen. Befunde? Negativ.
Ich müsse bald nochmal für ein SchlafentzugsEEG aufkreuzen. Bis dahin dürfe ich nicht Auto fahren.

Es wird wohl niemanden überraschen wenn ich sage, dass das Krankenhaus intern meinen Fall versemmelt hat und ich mich nach einem Monat selbst darum kümmern musste endlich aufgeboten und untersucht zu werden. Diese Untersuchung war…. ohne Befund. Alles Normal im Kopf vom Shinji ausser dem was da eh nicht so normal ist 😉

Nun heisst es dem Krankenhaus nachrennen da die Trottel mir nicht sagen konnten ob ich wieder Auto fahren darf.

 

Davon aber abgesehen mussten wir den ganzen Monat herumrennen und von allen involvierten Ärzten alle Unterlagen über das Schleudertrauma einfordern um Einsprache gegen die Unfallversicherung einzulegen.
Es ist beeindruckend wie sehr sich Ärzte anstellen können, wenn sie dem Patienten zeigen sollen, was sie den Versicherungen über ihn schreiben. Es ist ebenfalls interessant wie sehr sich Ärzte nicht darum kümmern was andere Ärzte bereits geschrieben/herausgefunden haben.

Die Analyse aller Untersuchungen ergab nämlich folgendes.

 

Röntgen = Verschobene Halswirbel
Physiotherapie = instabile Halswirbelsäule
Chiropraktiker vor Ort = Keine instabile Halswirbelsäule, lediglich Hypo- und Hypermobilität
Neurologe = Im Kopf alles ok
HNO = Beschwerden klar vom Nacken ausgehend
MRI = Abnutzung der Halswirbel, Verschobene Bandscheibe mit angehendem Flüssigkeitsverlust
CT (von den selben Leuten wie das MRI) = ach nein nein da is ja nix schlimmes… am knochen.
Hausarzt = Der Patient hat irgendwelche Beschwerden. Herp Derp.
Chiropraktiker 2 Stunden entfernt der alles nochmal überprüft hat = Verschobene Halswirbel, Grenzinstabilität der Halswirbelsäule etc. etc. etc.

 

 

Wir haben dann die Einsprache an die Unfallversicherung geschickt… 14 A4-Seiten Beschwerdeverlauf und Ärzteodyssey. Dazu noch 20 Seiten Beilagen wie Röntgenbilder etc.

6 Tage später erhielt ich den Brief sie hätten meine Einsprache erhalten. 4 Tage danach erhielt ich den Brief es ginge an einen Anwalt und noch am selben Tag teilte mir dieser mit, dass er nach eingängiger Prüfung (von 5 Minuten nehme ich an) meinen Einspruch ablehnt, da ich ja unter Anderem nicht wirklich in meinem Leben eingeschränkt wäre..

Ich glaube alle Cons die mich wegen einem Auftritt angeschrieben haben sehen das anders aber oh well….

 

Ich hätte nun die Möglichkeit das Ganze an ein Versicherungsgericht weiter zu ziehen aber ich denke, dass ich dies bleiben lassen werde. Ich muss mich darauf konzentrieren gesund zu werden und bald wieder an Cons fahren zu können. Und das kann ich nicht wenn ich mich mit Anwälten herumschlagen muss und mich jedesmal aufrege wenn etwas ist. Dass meine Rechtsschutzversicherung Autounfälle nicht abdeckt hilft bei der Entscheidung.
Ausserdem hat meine Krankenkasse den Schwanz eingekniffen und übernimmt die Kosten für den Unfall nun.

Wir werden nun wohl für die nächsten Jahre hohe Arztkosten bezahlen müssen. Aber hoffentlich nie mehr als 1000 Euro aufs Jahr verteilt. (ich habe bewusst die Versicherung mit dem tiefsten Limit gewählt als ich damals den Vertrag abgeschlossen habe)

Aber nach all den negativen News ein Lichtblick.

Ich bin nun bei einem echten Spezialisten der schon vor einem Jahr genau hingeschaut hätte, wenn er nicht 2 Stunden entfernt von uns wäre. Dieser ist nun aber so extrem wütend auf die Ärzte bei mir, dass ich wohl alle 2 Wochen Samstags zu ihm fahren werde, bis ich wieder gesund bin.

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2 Kommentare

  1. Con-Zukunft, Gesundheitsupdate und der goldene Kibo | Ansichten eines Komikers said,

    […] bereits unten im Gesundheitsupdate geschrieben, schwankt meine Gesundheit aktuell immer mal wieder auf und ab. Dies hat natürlich auch […]

  2. Jahresrückblick 2014 | Ansichten eines Komikers said,

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