Das Scheitern der EU und seine Gründe

7. Juni 2012 at 14:43 (Random Blah) (, , , , , , , )


Lange ist es her. Über zwanzig Jahre bereits. Da fragte ein kleiner Shinji seine Mama, warum man denn Geld wechseln müsste wenn man nach Italien fährt. Es wäre doch viel praktischer wenn alle dieselbe Währung hätten.

Wie sich mittlerweile gezeigt hat, war es nicht nur der kleine Shinji der sich das fragte sondern auch ganz viele Politiker, Wirtschaftsbosse und andere Menschen. Aus der Grundidee eines vereinten Europa entstand die EU und WOW ist dieser Versuch eines Staatenbundes gescheitert….

Aber lasst mich ausführen, da ich als Schweizer sowieso als EU-Hasser prädestiniert bin, möchte ich erklären wieso ich das Experiment EU als gescheitert betrachte.

Die Grundidee der EU war eine gute Idee. Europa sollte neben China, den USA und Russland als vierte Grossmacht agieren. Zuerst wirtschaftlich aber später auch politisch… oder andersrum.

Aber weswegen scheitert die EU daran verschiedene Staaten unter einer Führung zu vereinen während die USA funktioniert? Die Anzahl der Staaten? Kaum. Die EU besteht aus 27 Staaten während die USA aus ganzen 50 Staaten besteht.
Die Einwohnerzahl ist relativ einfach zu ignorieren aber die Probleme sind anderweitig gelagert.

Im Kopf aller Einwohner inklusive der Politiker die um die EU und deren Erhalt kämpfen.
Niemand sieht sich selbst als Europäer.

Wenn ich jemanden frage „Was bist du?“ werde ich als Antwort garantiert erhalten „Schweizer“, „Franzose“, „Deutscher“, „Österreicher“ etc.

Was ich aber NIEMALS hören werde ist „Europäer“.

 

Und an dieser Stelle liegt der Hund begraben für das erste der beiden Hauptprobleme der EU.

Auch wenn sich die EU als einen Staatenbund betrachtet der irgendwann Länderübergreifend führt und agiert, so ist es zur Zeit nur eine Ansammlung einzelner Staaten die versuchen für sich selbst das Beste herauszuholen.

Aber warum ist das so und wie kann man dieses Problem beheben? Die Antwort ist „ZEIT“.
Als Beispiel kann ich erneut die USA nennen.

Die Amerikaner betrachteten sich selber als Amerikaner noch bevor es die USA gab. Die 13 Gründerstaaten gehörten zwar zu Grossbritannien, aber waren geografisch und ideologisch bereits zu stark von Ihren „Herrschern“ entfernt.

1783 gründeten sie die USA. Nach 20!! Jahren schlossen sich 13 weitere Staaten an. 15 Jahre DANACH nochmal 7 Staaten.
Erst 1898 erreichte die USA ihre endgültige Grösse. 115 Jahre nach ihrer Gründung.
Und die USA verband immerhin nur 4-5 verschiedene Sprachen.

Die EU als solches gründete sich 1992 aus den damaligen 12 EG-Staaten (12 Amtssprachen) mit jeweils eigenen Interessen.
1995 kamen 3 hinzu, also 15 Mitglieder
2004 waren es bereits 25 Mitgliedsstaaten.
2012 sind es 27 Mitgliedsstaaten und 9 Staaten die sich in Verhandlungen befinden um aufgenommen zu werden. Und geplant ist es die EU noch auf insgesamt 45 Staaten auszuweiten.

Und hier haben wir Nummer 2 der beiden Hauptprobleme.

Die Geduld.

Die Gründer der EU scheinen sich keine Zeit lassen zu wollen. Anstatt sich zuerst als EU/Europa zu definieren begann die EU sich schnellstmöglich auszubreiten. Anstatt von Anfang an klare Regeln zu definieren an die sich neue Mitglieder würden halten müssen, wollte man lieber so schnell wie möglich Masse aufbauen. Kein Wunder also, kommt weder eine gesellschaftliche noch eine wirtschaftliche Stabilität zugange.

Wenn sich die Politiker nicht von Herzen mit einem vereinten Europa anfreunden können, wie sollten es die normalen Bürger können? Wenn man wirklich die EU dazu bringen will, als Staatenbund zu funktionieren benötigt es zwei Dinge.

1. Viel Zeit.
Viel Zeit die man sich lassen muss um Probleme zu beheben, Erfahrungen zu sammeln und Pläne zu schmieden.

2. Viele Änderungen.
Europa benötigt eine gemeinsame Kultur. Eine gemeinsame Sprache. In Schulen muss Europa unterrichtet werden. Die nationalen Sportligen müssen europäischen Ligen weichen. Europameisterschaften gibt es nicht mehr, da jeder Sportler als „Europäer“ an den Start geht.

Aber ich zweifle stark daran, dass auch nur 5% der EU-Befürworter dies jemals wollen würden 😉

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