Quo Vadis Animeszene?
Heute bin ich mal in Stimmung für einen bösen Blog der einige Themen behandelt die mir schon lange auf dem Herzen liegen, vermutlich werde ich damit auch einigen Leuten auf den Schlips treten, aber hey, das ist das Ziel meines Blogs
Wie die meisten Leser meines Blogs ja wissen, war ich 2011 mit meinem vorerst letzten Comedyprogramm “Con ist Krieg” unterwegs.
In diesem Programm behandelte ich das ganze Drama welches sich an Cons abspielt und das Feedback welches ich am meisten bekommen habe war “aber recht hat er ja”.
Mit diesem Blogeintrag will ich nun einmal gröber ausholen wieso ich überhaupt auf die Idee kam dieses Thema als Comedyprogramm zu behandeln und was ich persönlich zu diesem Thema zu sagen habe.
Um meine Meinung zu erläutern muss ich jedoch weiter ausholen und erst einmal erklären was die Animeszene für mich bedeutet.
Ich wurde mit 15 Jahren als Anime- und Mangafan von meinem damaligen besten Freund durch Dragonball und Sailormoon angefixt. Durch das Hobby lernte ich neue Leute kennen und mit der schrittweisen Verbreitung von Internet lernte ich dann mit 17 die ersten deutschen Animefans kennen.
In der Schweiz kam ich in ein Forum in welchem sich rund 80 Animefans des ganzen Landes unterhielten und der Szene verdankte ich im Jahr 2000 meine erste Beziehung (und meine erste Con).
Ich hebe dies deswegen hervor, weil damals (also vor 10-14 Jahren) waren einige Punkte in der Animeszene nahezu in Stein gemeiselt, auch wenn es logischerweise Ausnahmen gab.
- Animefans sind fast alle Mobbingopfer
- Animefans verachten Alkohol
- Animefans verachten Hiphop
Die Animeszene war damals für viele Mobbingopfer eine Möglichkeit sich unter Gleichgesinnten wohl zu fühlen. Eine Art Familie fernab der Normalität.
Während die “normalen” Menschen sich besoffen, Hiphop hörten und ihre Gruppenkämpfe austrugen, so besprach man die neueste Serie, traf sich zum Gameboy spielen oder machte Animesessions bei denen man sich NGE, Trigun etc. ansah.
Eines der Credos der Szene war jahrelang (zumindest in der Schweiz) “Wir brauchen keinen Alkohol um Spass zu haben”.
Natürlich gab es auch Streitereien und zwischenmenschliche Probleme, aber im Kern wussten wir immer, dass wir alle Animefans sind. Im Kern halten wir zusammen. Selbst wenn ich jemandem am liebsten die Zähne eingeschlagen hätte, so hätte ich ihn immer gegen äussere Einflüsse verteidigt. Weil er wie ich war und dementsprechend ein Angriff auf ihn, ein Angriff auf mich war.
Dieses Gefühl ist in meinen Augen allerdings immer mehr verschwunden. Die Szene ist gewachsen. Nicht nur in der Masse sondern auch in der Breite.
Die Szene setzt sich mittlerweile nicht mehr “nur” aus Metal/Goth-Hörern zusammen sondern auch Normalos, Popkiddies, Hiphoppern etc.
Anime und Manga scheint in der Normalität angekommen zu sein. Zumindest für Animefans der älteren Garde wie mich. (Was lustig ist, da bereits wir als Mainstream betrachtet wurden von denjenigen die noch mühsam Fansubs auf Videokassetten gekauft hatten in den siebziger und achziger Jahren)
Durch die Masse hat sich die Szene immer mehr aufgespaltet. Aus Treffen von 20 Leuten wurden Treffen von 50 Leuten. Daraus Treffen von 100 Leuten.
Ein Forum mit 80 Benutzern hat plötzlich 800 Benutzer.
Logischerweise begannen sich Grüppchen zu bilden. Man hat plötzlich die Freiheit sich nicht mehr mit jedem verstehen zu müssen und so schade dies ist, es ist normal.
Auch die Einstellung zum Alkohol hat sich geändert. Wo früher Alkohol noch verpönt war gibt es nun Cons an welchen Alkohol verkauft wird und Cons an welchen sich die Orgas besaufen.
Immer mehr Animefans fröhnen dem Alkoholgenuss. Die Jüngeren weil es cool ist und dazu gehört. Die Älteren um ihre Depressionen und Midlife-Crises zu ersäufen.
Im Grunde mag der Alkoholgenuss vernachlässigbar sein und bei weitem nicht jeder ist so ein Alkoholhasser wie der alte Mann der diesen Blog verfasst. (wobei ich nichts gegen ein Glas Met einzuwenden hätte wenn die Leute es nicht übertreiben würden und es nicht nach Alkohol schmecken würde)
Der Alkohol ist für mich eher eines der Beispiele an Dingen welche sich geändert haben. Die Grüppchenbildung der Szene hat vermehrt zu Situationen geführt, welche ich so nur aus der Schule kannte und welche in der Animeszene für mich nie denkbar gewesen wären.
Mobbing und Profilierungsneurose.
Zum Beispiel das Cosplay. Die Cosplayszene lässt sich mittlerweile gut Unterteilen in Teilzeitcosplayer und Vollzeitcosplayer. Und ich persönlich halte mich je länger je mehr von den Vollzeitcosplayern fern, da einige davon ein gutes Beispiel dessen zeigen, was mit der Szene (in meinen Augen) nicht mehr stimmt.
Anstatt ihr Hobby zu geniessen scheint es nur noch aus Gehässigkeit, Arroganz, Selbstprofilierung und Arbeit zu bestehen.
Es wird sich bei möglichst vielen Leuten eingeschleimt um viele Freunde zu haben. Denn nur wenn man viele Freunde hat kann man diese dazu mobilisieren, dass bei Cosplaywettbewerben für einen gestimmt wird.
Das Ziel ist klar. Die Startseite von Deviantart, Cosplay.com oder Animexx.
Übergewichtige Cosplayer, Cosplayer die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, genetische Männer welche gerne Frauen cosplayen oder (gnade Dende) Cosplayer die es wagen dasselbe Cosplay wie man selbst zu tragen, werden mittlerweile gnadenlos gemobbed und attackiert.
Noch schlimmer ist die Bigotterie welche einige Leute betreiben wenn es um Freizügigkeit geht.
Da können zwei Mädels dasselbe Cosplayprinzip verfolgen. Beide weiblich, beide oben ohne, beide liegen auf dem Bauch wodurch man nur einen Teil der Brüste sieht.
Die eine ist eine Schlampe und die andere hat das Cosplay voll cool herüber gebracht.
Ich habe aus diesem Grund bereits “Freunde” aus Facebook gelöscht, weil ich mich sonst nicht hätte zurückhalten können meine Meinung zu äussern, wenn ein Mädel welches auf zig Fotos ihre Brüste im Cosplay in die Kamera streckt, sich darüber aufregt dass ein anderes Mädel ihre Brüste (wohlbemerkt weniger angstrengt) ebenfalls in die Kamera streckt.
Die grösseren Cosplaywettbewerbe treiben dieses Getue dann auf die Spitze. Da wird gelogen und betrogen und gegen die Jury aufgebracht um sich einen Vorteil zu erschleichen. Es hat beim DCM nicht zur Qualifikation gereicht? Kein Problem. Man versucht einfach den Sieger zu verunglimpfen. Man erstellt Doppelaccounts um seine eigenen Thesen noch durch eine zweite Person untermauern zu können oder man mobilisiert einfach seine Freunde und Fans.
Etwas das mal als Spass begonnen hat wird immer mehr zum knallharten Business bei dem die Beteiligten keinerlei Spass und Kritik verstehen. Schlimmstenfalls geht dies bis zum krankhaften Bekehrungsversuch, dass Cosplay nicht etwas besonderes sei.
Aber nicht nur vor, auch hinter der Kamera spiegelt sich das wieder. Seien es Cosplayfotografen die darauf pochen, dass sie viel bessere Fotos machen als XY, Animeradios die sich gegenseitig bekämpfen und schlecht machen oder auch die immer häufiger werdenden Filmcrews mit ausgeklügelteren oder weniger ausgeklügelten Formaten.
Die schlimmsten sind jene die hinter jedes Video und jeden Blog und jeden Kommentar ihr “abonniert mich und klickt auf like” schreiben, was bei mir automatisch eine Abneigung auslöst.
“Wenn du etwas Gutes leistest werde ich es automatisch liken, wenn du mehrere gute Dinge leistest, werde ich dich abonnieren. Wenn ich der Meinung bin, dass du WIRKLICH sehenswert bist, mache ich Werbung für dich. Hör auf mich dazu aufzufordern sondern ARBEITE für deinen Erfolg…” aber ich schweife ab.
Überall werden Seilschaften geknüpft um sich einen Vorteil zu verschaffen. Händler XY gibt Orga YZ einen Freundschaftsrabatt im Laden und erhält dadurch Exklusivrechte für Con XZ. Orga AB lässt die Veranstaltung BC nur von seinem guten Kumpel CD in Szene setzen etc.
Vereine werden gegründet um diese Seilschaften in offizielle Strukturen zu zwängen um davon abzulenken und die Vetternwirtschaft geht bis zum Punkt wo manche Leute Geld für Dinge erhalten, welche der Rest ehrenamtlich leistet.
Die Animeszene verkam in den letzten Jahren vermehrt genau dazu, wovon sie sich noch vor zehn Jahren so krankhaft abzugrenzen versuchte.
Selbst die Toleranz, ein Punkt auf den wir in der Animeszene so stolz sind, schwindet immer mehr.
Wir Animefans rühmen uns, dass wir keine Vorurteile haben. Egal ob weiss, schwarz, asexuell, homosexuell, bisexuell oder sogar heterosexuell. Alle sind erwünscht und akzeptiert. Niemand wird gemobbed.
Ausser man gehört zu Jenen die erneut ausserhalb des erlernten Tellerrandes liegen. Die Akzeptanz der Furries lässt noch immer zu wünschen übrig. Starkes Übergewicht wird eher noch verstärkt blossgestellt als früher. Ein Animefan mit christlichem Glauben (ja die gibts) wird eher belächelt. Ja wir sind toleranter als der Durchschnittsbürger, aber die Grenze unserer eigenen Toleranz verteidigen wir dafür härter als es ein Normalo tun würde und sie nimmt ab.
Und ich bilde da keine Ausnahme. Ich war geschockt erkennen zu müssen wieviel Sprüche ich gegen Furries losgelassen habe oder wie ich auch manchmal Leute der Szene gemobbed habe weil sie in meinen Augen einfach nur Trottel waren.
Auch heute erwische ich mich noch dabei wie ich genau jene Dinge tue welche ich hier anprangere und ich könnte mir selber in den Hintern treten wenn ich mich dabei erwische.
Ich weiss für all jenes was ich hier beschrieben habe gibt es zahlreiche Ausnahmen und Situationen die anders laufen und die Lage mag bei weitem nicht so dramatisch sein, wie ich es hier darstelle aber trotzdem musste es raus. Zum Beispiel wurde an der Hanami eine junge Frau zum Mr. Hanami und ein junger Mann zur Mrs. Hanami gewählt, was ich sehr cool fand.
Long Story Short:
Betrachtet die Entwicklung der Animeszene und fragt euch, ob es das ist was ihr wollt. Falls nicht nehmt euch ein Beispiel. Beteiligt euch nicht beim Mobbing. Sagt Leuten die sich so benehmen eure Meinung oder werft sie aus der Freundesliste, denn sowas sind keine Freunde.
Hört auf krankhaft besser sein zu wollen als alle anderen. Es gibt so unendlich viel kreative Energie in dieser Szene und ein Grossteil wird auf kindischen Konkurrenzkampf verschwendet anstatt darauf etwas zu erreichen.
Dies ist worauf ich hinaus wollte und mitunter ein Grund wieso ich mich für ein Jahr aus der Comedy zurückziehe (neben Hochzeit und Erholung). Ich habe in den letzten zwei Jahren mehr Drama in der deutschen Szene erlebt als ich es in den ganzen 12 Jahren als Animefan davor getan habe und je mehr Auftritte ich habe, desto mehr bekomme ich mit. Wenn ich mich also aus den Cons zurückziehe, bekomme ich eventuell auch etwas weniger Drama mit und bekomme wieder mehr den Glauben in die Szene zurück.
In diesem Zusammenhang noch ein grosses Lob an die Showacts der Szene. Ich habe bisher nur mit wenigen Showgruppen/Sänger/innen sprechen können, aber meine Erfahrung war es, dass sich hier noch gegenseitig unterstützt wird.
Man hilft sich hinter der Bühne beim umziehen, man gibt sich Tipps, man versucht das Publikum anzuheizen und genau so sollte es sein. (Ok ich kenne auch Showacts die ne ganze Garderobe für sich beanspruchten und der Rest musste sich zu 30 ein kleines Zimmer teilen aber shit happens
)
PS: Keine Ahnung ob meine Einschätzung zu gewissen Themen wie dem Alkoholkonsum wirklich stimmt oder ob die heutigen Animefans überhaupt noch gemobbed werden. Falls ich da total schief liege wäre ich um Feedback dankbar.
Prettycurefreak sagte,
12. Januar 2012 um 12:08
Ja da stimme ich dir zu in manchen Punkten aber das Animefans gemobbt werden naja hab das in meinen 6Jahren als Cosplayer noch nicht sohäufig gesehen und Alkohol trinken kaum welche (ist jeden falls in meiner Umgebung/freundeskreis so) aber das kann ja überall anderster sein aber es ist ein sehr gelungender Bericht und ja es nervt schon das sich die einige nur noch Cosplayn damit sie besser sind als andere sowas find ich blöd man sollte in der Szene spaß haben und sich nicht gegenseitig bekriegen mit Bildern etc
shinjischneider sagte,
12. Januar 2012 um 12:14
Danke.
Eben ich weiss nicht ob heute noch mehrheitlich Mobbingopfer in die Animeszene ströhmen. Ich denke eher, dass dies nicht mehr der Fall ist, sondern dass unser Hobby immer “normaler” wird. Halt mit den dazugehören Problemen und Vorteilen.
Und ich bin kein Stück besser als alles was ich hier ankreide. Ich habe auch schon meine peinlichen Kleinkriege geführt und habe vermutlich immer noch einiges an Leichen im Keller. Das einzige was ich machen kann, ist versuchen nicht noch mehr anzuhäufen.
Stefan Kellner sagte,
12. Januar 2012 um 12:14
“Selbst die Toleranz, ein Punkt auf den wir in der Animeszene so stolz sind, schwindet immer mehr.” Genau dieser Satz bezeichnet den Verfall der Animeszene in Deutschland am allerbesten..
“- Animefans sind fast alle Mobbingopfer
- Animefans verachten Alkohol
- Animefans verachten Hiphop”
Wie ich mich drin seh..
Gab auch mal einen interessanten Blogeintrag auf Mexx, der hieß “Cosplay ist Krieg”
der hats auch das Thema Cosplay gut beschrieben.
shinjischneider sagte,
12. Januar 2012 um 12:17
Vor oder nach meinem Comedyprogramm? Ich hoffe ich hab den Titel ned geklaut XD
Stefan Kellner sagte,
12. Januar 2012 um 12:21
xD da war ja was (*fg*)..ich glaub der ist schon deutlich älter^^ Aber wenn du fragst wirst du ihn wohl net kennen
!! Vielleicht find ich den nochmal^^
Rumi Becker sagte,
12. Januar 2012 um 12:16
Es ist wirklich traurig, wie sich Leute anstellen nur damit sie in irgendeiner Liste ganz weit oben stehen. “Ich bin ein besseres Rin (Vocaloid) als du”
Was bitte sollen solche Kommentare? Aber sich im selben Atemzug drüber aufregen, dass jemand anderes irgendwelche Cosplayer mobbt und das ist so ungerecht.
Die ganze Szene weiß glaube ich momentan nicht so recht was sie will. Hier spielt jeder gegen jeden.
Diese Szene ist eine “One-man-Show”. Warum? “Fireangels” wurde von einem Animefan gegründet genauso wie MyCostumes. Im Endeffekt steht immer EIN Mensch dahinter. Was ich total schwachsinnig finde.
Wir (die Szene) sollte zusammen halten weil wir alle zusammen eine tolle Zeit haben wollen.
Ich schau auch schon einige Jahre Anime (obwohl ich zarte 19 bin) und habe das vor allem in den letzten Jahren richtig krass mitbekommen wie sich alles verändert hat. Mittlerweile wohne ich auch “mitten drin” sodass ich zu mehr Cons und Treffen kann. Hätte ich “Moonflow” nicht, hätte ich vielleicht sogar den Spaß schon dran verloren, weil mich dieses verlogene einfach nur ankotzt.
Danke für den tollen Beitrag!
Liebe Grüße
shinjischneider sagte,
12. Januar 2012 um 12:20
Gut. Irgendjemand muss sich mal hinsetzen und anfangen sich die Arbeit zu machen.
Irgendjemand ist immer derjenige der es anfängt und die anderen ziehen nach. Die schweizer Animeszene zu der ich gehöre, gründet auf wenigen Leuten die sich damals den Arsch aufgerissen habe eine Mailingliste, Kinotreffen oder ein Forum aufzubauen.
Daraus entstand der ganze Rest und es entstand etwas Wunderbares.
ABER es entstand auch immer mehr Missgunst und Drama und der Wert eine Gesellschaft/Gruppe zeigt sich daran wie sie sich bei Problemen verhält und nicht wenn es ihnen gut geht.
Fisky sagte,
12. Januar 2012 um 12:38
Schöner Beitrag. Ganz so kritisch sehe ich es im Moment zwar nicht, aber das liegt vielleicht auch daran weil ich im Moment nur von hinter den Kulissen zuschaue. Und was ich da sehe, ist vor allem gegenseitige Unterstützung statt Konkurrenzkampf. Zumindest wenn ich mir die Conorganisatoren anschaue, die ich so in den letzten 3 Jahren kennengelernt habe.
Das Drama gehört in den Tat auf Seiten der Besucher schon seit Ewigkeiten dazu. Und ich hab auch das Gefühl, dass es intensiver geworden ist. Aber etwas schlimmeres hab ich bisher nicht mitbekommen. Und wenn es dabei bleibt, dann bin ich ehrlich gesagt schon froh. Denn wo sonst gibt es eine Jugendszene, die (noch) ohne Gewalt und Drogen auskommt? Aber vielleicht hab ich auch Glück und verkehre nur mit den richtigen Leuten, wer weiß… Wäre aber auch sehr bestürzt, wenn ich merken müsste, dass sich das so ändert. Ich weiß auch nicht ob ich mich dann noch großartig für die Szene, die seit über 10 Jahren mein zuhause ist, engagieren könnte.
Aber vom Kindergartendrama mal abgesehen habe ich bisher keine so dramatischen Erfahrungen gemacht. Und ich hoffe dass das auch so bleibt. oo
Chris "Sinji" sagte,
12. Januar 2012 um 12:50
ich kann dir eigentlich nur in allen punkten zustimmen. ich selbst würde es vllt sogar nich etwas heftiger beschreiben: heucheln und deflamierung gehören in der animeszene fast mehr zur tagesordnung als in anderen “subkulturen”.
kurz zur Erklärung, ich selbst wurde schon relativ früh mit der Szene in Kontakt gebracht, von meiner schwester, da müsste ich ungefähr ….7 gewesen sein? damals war das alles noch relativ übersichtlich. Alles war toll, machte spass, man lernt mehr leute kennen und der ganze mist eben. als ich dann ca.17 war und kein Freundeskreis quasi nur noch aus animefans bestand, gabs irgendwien knackpunkt. es wurde gelästert, gemobbt ,lügen erzählt und betrogen und was nicht alles. das war so der zeitpunkt, von dem an mich aus der szene zurückgezogen habe. durch den Kontakt den ich mit einzelnen gehalten habe und geschichten von freundesfreunden ( halloooo facebook!) drängt sich das gefühl auf, dass der moralverlust den wir beklagen immer schlimmer und schlimmer wird.
auf der connichi 2011, auf der ich durch umwege als “presse” unterwegs war, ist mir eines aufgefallen. mit so einem lustigen pressekärtchen, wirst du, zum. von vielen cosplayern, direkt doppelt so gut und von deinen “Kollegen” einen bruchteil so behandelt wie sonst.
long story short, ich hätte auch einfach amen schreiben können. (wäre auch vllt besser gewesen, schreiben mit Touchscreen ist ein krampf)
kuekteil sagte,
12. Januar 2012 um 13:06
Leider alles sowas von wahr…
Also ich kann mich auch erinnern, dass ich auf einer Con auch recht irritiert war, dass da mit Alkohol rumgerannt wurde. Nicht weil es nun etwas ungewöhnliches wäre, dass junge Menschen mit ‘ner Pulle Bier rumrennen, eher weil ich eine Con immer für etwas gehalten habe, wo sowas nicht “gebraucht” wird.
Was die Toleranz betrifft, ist mir das auch besonders im letzten Jahr immer wieder sauer aufgestoßen. Da schießen die Anhänger der einen Con/Serie/was-auch-immer gegen die der anderen und so weiter und so fort… Nur weil man nicht akzeptieren kann, dass es auch einfach andere Meinungen als die eigene gibt?
Ich kann mich davon leider auch nicht immer ganz freisprechen – wer kann das schon? Man ertappt sich doch viel zu schnell selbst dabei, wie man über den ein oder anderen herzieht und wieder die Litanei herunterbetet, dass derjenige mit den Ansichten, dem Schild und in dem Cosplay ja wohl mal gar nicht geht.
Ich für mich finde aber schon positiv, dass ich das für mich erkannt habe. Dann kann ich zumindest versuchen, was dagegen zu tun.
Vor allem seitdem ich das mit dem Cosplay endlich mal selbst durchgemacht habe und endlich mitreden kann, wenn ich sehe, was Leute an Arbeit in die Sachen stecken. Da ist es vollkommen egal, ob nun Modellmaße oder nicht.
Aber ich habe auch langsam den Eindruck, dass es immer mehr Leuten auch aufzufallen scheint, dass “etwas nicht stimmt”. Ob nun die Versuche, etwas dagegen zu unternehmen von Erfolg gekrönt sein werden oder vielleicht wieder nur eine Splitterung nach sich ziehen, dass wird man dann sehen.
Für manch einen scheint es wirklich von Spaß zu einer Art Arbeit geworden zu sein. Die Frage ist dann nur, ob es eine Arbeit ist, die Spaß macht, oder nur noch dem dient, sich selbst darzustellen…
Sehen wir mal, was das neue Jahr so bringt…
-jackhammer- sagte,
12. Januar 2012 um 13:13
Mehr Leute = Mehr Diversität = Mehr Meinungen = Mehr Unstimmigkeiten = Mehr Drama = Das, was du jetzt beschrieben hast. Dieses ‘Gemeinsam’ wie du es so schön beschreibst, ist nun mal schwerer aufrecht zu erhalten, je grösser das ‘Gemeinsam’ ist.
Ansonsten kannst du dir wahrscheinlich denken, dass ich dir in der Hälfte der Punkte zustimme und in der anderen Hälfte nicht
Schlussendlich ist das doch nicht die einzige Szene, die sich so verhält. Ist doch immer so. Die Frage ist, ob es nicht auch positive Seite hat. Wenn diese Szene nicht so krass gewachsen wäre, würden wir mittlerweile wohl immer noch irgendwo bei einer Null-Toleranzgrenze rumdümpeln und niemand würde uns mögen. Ist uns egal, wir sind speziell haben wir damals gesagt. Ich bin froh, dass mehr dazugekommen ist. Weil in einem Punkt hast du recht, die Chancen auf Toleranz ist in dieser Szene sicherlich grösser, als bei einer Parteiversammlung der FDP. Aber um Toleranz zu fördern, müssen meiner Meinung nach auch andere Einflüsse zusätzlich eingebracht werden. Man muss nicht alles mögen, aber ‘Wir alle mögen kein Hiphop’ ist nicht diese, aus meiner Sicht erwünschte, Toleranz. Ich finde es toll, dass ich in einer Szene bin, in welcher ich jemanden in Baggies anquatschen kann und man sich, meistens, mal grunsätzlich gesprochen, eher versteht, weil man miteinander was verbindet (Das trifft auch auf andere Dinge zu, nicht nur auf Hiphop).
Klar entsteht durch das auch das Gegenteil. Man kann sich nicht mit jedem verstehen. Ist aber auch nicht so schlimm, das Leben ist so. Es gibt Konflikte. Wichtig ist, dass es für einem selber passt. Und ich habe meine 20-30 Leute, die mir in dieser Szene wichtig sind. Die nicht perfekt sind, aber ich weiss, wieso ich sie schätze. Und eine davon hat vielleicht 20 andere, und von denen mach ich alle nicht. Shit happens, ist doch immer so. Du kannst deinen Beitrag genauso auf die ganze Weltbevölkerung ausweiten und er würde immernoch stimmen. Je grösser die Gruppe, desto eher geht sie in Richtung der Norm (auch wenn es für mich eigentlich keine Norm gibt, aber das muss jeder selber wissen). Ich mag diese Szene, weil ich hier wohl mit den besten Chancen Leute kennenlerne, die zu mir passen. Früher war das die Metalszene, hat sich aber nunmal geändert. Diese unterlief meiner Meinung nach übrigens dasselbe Problem. Ist ja auch nicht mehr ‘Einer für alle, alle für einen’. Und ich glaube das passiert mit jeder anderen Szene doch auch. Schlussendlich muss jeder für sich entscheiden, wo es ihm passt oder nicht. Für mich sind die positiven Erlebnisse hier immernoch massiv in der Überzahl, und ich werde dafür sorgen, dass das für mich auch so bleibt.
paradoQs sagte,
12. Januar 2012 um 13:47
Hier meldet sich auch mal ein Veteran. Ich kann nur allzu gut verstehen was du hier schreibst. Ich bin selbst älteren Semester und bin auch durch Serien wie Cat’s Eye, Sailor Moon und Nadia in meiner Abi-Zeit zum Hobby gekommen. Allerdings kann ich dieses “Früher war alles besser” nicht so ganz nachvollziehen. Vielleicht weil ich diese 3 Punkte die damals jeden Anime-Fan ausmachten gar nicht so extrem wahrgenommen habe. Wir waren wohl Außenseiter, wenn man sich die Mehrheit meiner Schulkameraden damals anguckt – aber das ist mir nie störend aufgefallen, im Gegenteil: mit der Zeit hat sich in der Schule eine Jahrgangsübergreifende Gruppe gebildet, die sich eben durch Manga und Anime definierte – man hatte also immer einige Leute mit denen man Comicbörsen besuchen konnte und dann auch Cons unsicher machen konnte. Zwar haben wir alle mehr oder weniger häufiger Metal gehört, allerdings war es kaum ein Kriterium gewesen, das unser “Wir-Gefühl” definitere, weil es eigentlich egal war, welche Musik man hörte. Alkohol wurde auch getrunken, wenn auch in Maßen: “Komasaufen” oder andere Exzesse waren weniger interessant, aber ab und zu sind wir auch mal in’ne Bar gegangen. Was aber wichtig war, dass ein klares Wir-Gefühl da war, und das schreibst Du ja auch. Es ist heute kaum noch zu vermitteln: Erklär mal einen 14-Jährigen Animefan, dass man sich damals wie ein Schnitzel gefreut hat, wenn man seine Lieblingsserie als Fansub auf Tape, in der 7. oder 8. Generation kopiert mit englischen Untertiteln bekommen hat. Oder dass man auf E-Bay jemanden gefunden hat, der ein Anime-Film angeboten hat, den man schon immer gesucht hat: Japanisch mit chinesischen Untertiteln! – und man trotzdem 2 Monate Taschengeld dafür bezahlt hat. Es haben sich Netzwerke gebildet, auf jeder Comicbörse lernte man neue Leute kennen, die über 3 Ecken Leute kannten, die sich Fansubs auf Tape aus den Staaten bezogen, und so kannte sich über -zig Ecken irgendwann die ganze Szene der Region. Auf Cons lernte man immer wieder neue, schräge Gestalten kennen, die dann irgendwann Teil des Netzwerkes wurden. Das ist auch die Glanzzeit der Szene, die Animeszene an die ich mich am liebsten zurückerinnere. Das ist jetzt aber weit über 10 Jahre her.
Meine Bezugsgruppe löste sich dann nach dem Abi nach-und nach auf, und obwohl ich einige von damals noch in Facebook geaddet habe, ist der Kontakt mit den Meisten eingeschlafen. Ich muss auch gestehen, dass ich das Hobby dann als Breitbandinternet aufkam eher in meine eigenen vier Wände verlagert hab, und meine Kontakte online pflege. Meine Leidenschaft hat sich seit dem nicht geändert, und ich bin irgendwie auch ein Stück weit stolz mir da eine jugendliche Begeisterungsfähigkeit behalten zu haben. Immer wenn ich ein Päckchen aus meinen Lieblingsshops in Japan erhalte fühl ich mich wie der kleine 17 Jährige der eine Video-CD mit der Singapur-Version von Rurouni Kenshin mit chinesischen Untertitel auspackt, und diese in seinen brandneuen DVD-Player steckt. Mit einer Anime-Szene habe ich allerdings seit wohl 10 Jahren relativ wenig am Hut: Mein Fandasein beschränkt sich auf Anime gucken, meist alleine und austauschen mit Online-Bekanntschaften, Kommentaren in Blogs oder in Foren. Ich gelte in meinen Freundeskreis schon relativ exzentrisch, und die meisten können kaum was mit Anime anfangen, aber das ist okay, und nimmt mir auch wenig der Freude am Hobby.
Um mich mit einem dieser Online-Freunden zu treffen habe ich mich breit schlagen lassen, und bin auf die Connichi gegangen. Und was Du gesagt hast konnte ich da wirklich nicht so extrem feststellen: klar, es ist weitestgehend eine andere Generation, und man fühlt sich schon ein wenig wie’n Opa, aber es bei vielen habe ich dieses “wir-Gefühl” eben noch erkennen können. Es war zwar nur eine kurze Momentaufnahme, und wohl kaum repräsentativ, aber ich konnte jetzt kaum einen Unterschied zwischen der Animagic 1999 und der Connichi 2011 feststellen – außer dass das Programm auf der Connichi wesentlich besser war (weil auf der Ani1999 das Programm noch sehr viel mehr auf Anime-Räume aufgebaut hat, und die Serien auch nicht soooo toll waren). Immer noch hat man lauter netter Leute kennen gelernt. Mag sein, dass ich ein Großteil der Szene einfach übersehen habe, weil ich mich eher mit Leuten in meiner Altersgruppe unterhalten habe, aber zumindest bei diesen Leuten hat sich in der langen Zeit kaum was geändert, möchte ich meinen. Ich habe jetzt keine Ahnung wie es bei den ganzen Sub-Subszenen wie Cosplayer, Anime-Videospieler oder RPG’er aussieht, weil ich mit denen kaum ins Gespräch kam. Kann sein, dass es dort anders ist.
Lange Rede kurzer Sinn: Du bist wohl sehr viel mehr noch in der deutschen Fankultur verankert, und es schockiert mich ein wenig zu hören, dass die deutsche Szene in Teilen so herunter gekommen ist. Andererseits hat eine Fankultur wie es die Manga- und Animeszene auch immer kleine Nischen wo man sich wohl fühlen kann. Ich habe auf der Connichi dein Programm gesehen und habe sehr viel Spaß gehabt, deswegen finde ich es ein wenig schade, dass Du dich da ein Stück weit zurückziehst. Andererseits respektiere ich das auch, dass wenn man innerhalb der Szene so in der Öffentlichkeit steht auch die nicht so schönen Seiten mitbekommt, und das dich dann auch ankotzt – ich glaube, mir würde es nicht anders gehen. Trotzdem hoffe ich, dass Du nach dem Jahr Pause mit neuer Kraft und Kreativität zurück kommst und uns zum Lachen bringst.
Devilkitten sagte,
12. Januar 2012 um 14:22
Ich bin seit über 10 Jahren Orga einer größeren Con und kann (leider) in vielen Punkten nur zustimmen. Seit ich14 bin, bin ich quasi offizieller Anime-Fan und erst später durch Ermangelung von Nicht-Vorhandenem- Internet wirklich in die Szene reingekommen. Das war mit 19 auf meiner ersten Animagic. Damals war echt alles Friede Freude Eierkuchen, nur wenige Cosplayer, man hat diejenigen bewundert, die überhaupt welche trugen. Klar ein wenig wurde schon immer gelästert, aber diese offenen Anfeindungen, wie sie inzwischen Gang und Gäbe sind, die gab es damals nicht. Warum auch?
Auf der einen Seite befürworte ich, daß Anime und Manga-Fans inzwischen akzeptiert werden und das es normal ist, einer zu sein, nur leider ziehen die Cons somit immer mehr Leute an, die sich vll. als Fans sehen, sich aber bei weitem nicht so benehmen: Da wird auf Cons gesoffen, Müll unbedacht irgendwohin geworfen, gepöbelt, geklaut, Hotelzimmer auf den Kopf gestellt und was ist das Ende vom Lied? Die Orgas sind die Bösen, weil sie Regeln aufstellen M Ü S S E N, damit das Schlimmste verhindert wird. Es gibt ja inzwischen immer mehr Fans, die die Moralkeule schwingen und auch zum Glück welche, die wirklich was unternehmen (wollen). Aber das sind immer noch zu wenige. Solange es vollkommen normal ist, Alkohol in Colaflaschen zu füllen und dann als cool dazu stehen, alles zuzumüllen, Wörter wie “Bitte und Danke” zu vergessen oder Leute es vollkommen ok finden, 20 Tickets zu kaufen, um dann 19 davon vollkommen überteuert zu verkaufen, desto mehr wird die Szene ins negative abrutschen. Die Ende der Fahnenstange ist sicherlich noch nicht erreicht und ich hoffe inständig, daß die Leute noch rechtzeitig die Kuve bekommen und erkennen, daß sie sich mehr schaden mit dem Verhalten – dann alles irgendwann seine Konsequnzen.
Anonymous sagte,
12. Januar 2012 um 15:09
Hach Shinji, was du aber auch so alles in deinen Blog schriebst
Aber tut auch gut mal ein weing Dampf ab zu lassen oder?
Wenn du dich über das Verhalten mancher nur wunder kanns und dir der ewige zwanghafte Wettbewerb auf die Nerven geht, dann freu dich schon mal jetzt auf “unser” neues Motto für 2012 – das trifft genau den Zeitgeist. Ich freu mich auf jeden Fall schon rießig drauf!
Eigentlich wollte ich ja, wie die anderen hier einen TLDR Beitrag verfassen. Aber hier im Büro kann man kaum einen vernünftigen Gedanken (ver)fassen geschweige den schlafen.
Also kürze ich das ganze auf meine Kernaussage, welche ich nur immer wieder als Ratschlag an alles und jedes weitergehen kann:
Anhänger(Fan) einer Sache oder einer Gruppe zu sein macht nicht automatisch zum bessern Menschen. Ich selbst bin dafür der beste Beweis. Anime/Manga/Game/Japan Fans sind in der Regel ganz normale junge Leute mit normalen Sorgen, Problemen und Wünschen. Kurz um: Warum sollte es hier besser sein als überall anders auch?
Und ich meine das nicht so negativ wie es vielleicht rüberkommt sondern sehe das eher von der nüchternen, menschlichen Seite.
Vielleicht können wir uns ja aber schon in diesem Jahr persönlich darüber unterhalten
Beim Reden mach ich auch bedeutend weniger Schreibfehler.
Grüße
Edi
shinjischneider sagte,
12. Januar 2012 um 15:19
TL, DR
Aber jo. Hanami vertiefen wir das Thema gerne mal
Beatrice sagte,
12. Januar 2012 um 17:10
Sooooo… will noch jemand etwas senf von mir? nicht? egal… ihr bekommt ihn trotzdem ^^
Ich sehe, was du ansprechen willst aber ich würde es noch nicht ganz so dramatisch sehen, wie du es hier beschreibst.
Zum einen gibt es da die gemeinsamkeiten, “Mobbingopfer”, “kein Alkohol” und “verachten Hip Hop”. Ich muss zugeben, ich bin erst seit 2008 in der szene und es kann durchaus sein, dass sich immer mehr von diesen Gemeinsamkeiten Unterscheiden. ABer generell treffen diese Gemeinsamkeiten noch auf einen sehr sehr großen Teil der szene zu. Ich würde sagen, von 80% von meinen mexx bekannten weiß ich, dass sie in der schule teilweise stark gemobbt wurden. Ich bin keine ausnahme ^^”’
Was aber die Toleranz betrifft muss ich dir aber leider Recht geben… ich gehöre zu diesen Sagenumwobenenen Mexxlern, die sich auch zum Christentum bekennt… Damit bin ich schon oft auf andere Mexxler gestoßen, die meinen, mir die Welt erklären zu müssen, weil meine Weltansicht ja falsch ist ^^””
Nun.. ich bin selber sehr begeisterter und aktiver Cosplayer. Ich habe keine Ahnung, ob ich ein Vollzeit Cosplayer bin oder nicht… das müsstest du wohl noch etwas genauer für mich definieren, was dazu gehört oder nicht X___x
Ich cosplaye seit 2009 intensiv und mit viel Leidenschaft und freue mich natürlich, wenn jemandem meine cosplays gefallen. Aber ich versuche immer noch mich nicht von dem ganzen gerangel um Beliebtheit anstecken zu lassen.
Da kenne ich aber leider Freunde, die sich davon sehr wohl haben anstecken lassen… Eine Freundin war sogar extrem enttäuscht und frustriert, als ihr cosplay nicht auf die animexx startseite landte… bei sowas kann auch ich nur den kopf schütteln. Es ist einfach nur kindisch.
Aber jetzt nochmal zu einem Thema, dass mir inzwischen sehr am Herzen liegt: DCM.
Mir fällt auf, dass DCM, und auch andere Wettbewerbe mit etwas höherem niveau, einen sehr schlechten Ruf haben, was Konkurrenzkampf und gezicke haben. Aber nicht unbedingt zurecht. Ich war dieses Jahr das erste mal beim DCM dabei. Um genau zu sein war der Hanami Vorentscheid mein aller erster Wettbewerb überhaupt. Ich war davor mega nervös schon allein wegen den gerüchten, wie sich alle hinter der Bühne fertig machen (und shinji’s kommentar am hanami samstag, das die Konkurrenten sich gegenseitig die Cosplays aufschneiden hat auch nicht geholfen XDDDD).Ich kannte niemanden der anderen Teilnehmern also von daher hatte ich auch keinen, an den ich mich klammern konnte.
Ich habe mir im Internet vorab schon so viel wie möglich der Konkurrenz “erstalkt” und versucht sie ein zu schätzen… animexx eben. Dabei ist mir auch eine gewisse Dame aus der Schweiz aufgefallen, die teilnehmen wollte. Ich habe mir ihre Bilder angeschaut und gesehen, dass sie bereits mehrmals an der DCM teilgenomen hat. Mein Vorurteilshirn at sich eingeschaltet und gesagt: “Das ist bestimmt voll die Zicke…….”
Nun war der Tag des Vorentscheids gekommen… Und was war… die Teilnehmer stellten sich allesamt auf die liebsten Menschen auf Erden heraus ;____;. Man saß auf engstem Raum vor dem bewertung, haben einander Mut zugesprochen und miteinander geschwizt und ist so auch ins Gespräch gekommen.
Es stellte sich heraus, dass diese Person, die ich vorher als Zicke eingestuft hatte (SOOOOOORRYYYYY ;___;) wirklich mega lieb ist und wir eine menge gemeinsame anime interessen haben.
Ich bin an diesem Tag leider nicht ins Finale gekommen aber sie schon und ich habe mich riesig für sie gefreut… ^^
Eigentlich haben sich alle für die finalisten gefreut…..
Und dann schau ich auf animexx nach den Kommentaren… zum Vorentscheid. Und was ist los? Es beschweren sich nur die Leute, die noch nie am DCM teilgenommen haben und somit kene Ahnung vn bewertung etc haben… aber eben immer alles besser wissen wollen… FAIL? XD
Das ist kein einzelfall…. ich hatte das glück auf der animagic ins finale nach zu rücken und da war es genau das gleiche.
Beim Finale fand ich es wirklich rührend, wie sich die Finalisten gegenseitig unterstützt haben und Hilfe angeboten haben…. Nichts Konkurrenzkampf hinter der Bühne <___<
Das einzige, was ich bei der DCM vielleicht negativ anrechnen würde wäre die dumme bewertung.. aber wie shinji schon sagte… bei der dcm beschwert man sich nicht über die konkurrenz…. nicht über die jury.. ssondern über das scheiß regelwerk XDDDD
Lange Rede kurzer Sinn: nur weil viele Cosplayer meinen sich im internet aufführen zu müssen ist das noch lange nicht der normalfall…..
Die heulenden mexxler/cosplayer hört und sieht man nur um einiges besser, als der Rest, weil sie mehr auf sich aufmerksam machen -.-'''
Diese "Person" vom hanami vorentscheid is heute übrigens einer meiner besten animexx freunde…. Nur so am Rande….
So… genug senf…
LG Beatrice
shinjischneider sagte,
12. Januar 2012 um 18:03
Hallo Beatrice,
sorry wenn ich dir Angst vor dem DCM gemacht hatte ^-^` Die Veranstaltung selbst ist nicht das Problem, sie zieht einfach eher diese Elitecosplayer an als andere Veranstaltungen, einfach da sie mehr Prestige verspricht.
Meine Erfahrung bezog sich vor allem auf ganz gezielte Exponenten die innerhalb der Szene scheinbar auch schon einen genug schlechten Ruf besitzen, da ich auch extrem liebe Mädels beim DCM kennen gelernt habe. Nur beim DCM wie überall hab ich auch diese Cosplayergrüppchen erleben können die gemeinsam zu jedem Vorentscheid in ihrer Region fahren um sich noch qualifizieren zu können und wehe einer der Gruppe schafft es nicht weiter zu kommen, dann war die Jury mies oder das Cosplay der Gewinner viel schlechter etc. etc. etc.
4chan und Animexx kennen das Theater das dann von diesen Gruppen und deren Fans veranstaltet wird nur zu gut
Beatrice sagte,
12. Januar 2012 um 18:41
also ich kann aus eigener Erfahung sagen, dass das WIRKLICh nur die ausnahme ist, wenn sich einige besser und mehr elitär fühlen als die anderen… und größtenteils kommen die leute auch nur im internet so rüber und sind eigentlich persönlich voll in ordnung.
Ich werde das gefühl nicht los, dass du hier unter anderen einen bestimmten männlichen Teilnehmer von diesem und letzten jahr meinst, der seine frsutration an bestimmten sachen auch sehr sehr offen zeigt.
Diese Person hat mir aber persönlich zum finaleinzug gratuliert, obwohl wir das dahin nie kontakt hatten und das fand ich eine sehr sehr freundliche und nette geste ;__;
Das mit den Grüppchen versteh ich nicht so ganz… Es gibt natürlich Leute, die schon öfter am dcm teilgenommen haben und sich deshalb kennen und natürlich hoffen wieder gemeinsam im finale zu stehen aber wirklich “feste” gruppen sind das nicht….
Anni sagte,
12. Januar 2012 um 17:20
Ich stimme dann auch mal ganz geflissentlich zu.
Mal gespannt wie die Hanami dieses Jahr wird.
Ich kam mit demselben Hintergrund in die Szene, habe Menschen mit ähnlichem Hintergrund getroffen und dieses anfängliche Bild erlebt.
NUR: Das war die letzten 6 Jahre, nicht vor 10 Jahren. Man braucht vermutlich Glück, “passende” Freunde, die dieses bild aufrechterhalten können. Ich scheine dieses glück gehabt zu haben.
Dass es immer weniger Toleranz gibt und innerhalb der szene gemobbt wird, das habe ich auch schon erlebt. Im Cosplay, einen Charakter dessselben animes angesprochen, doch da mein Charakter bereits in derselben Gruppe unterwegs war, wurde ich ignoriert. Danke auch, es darf ja auch nicht mehr Personen geben die denselben Charakter cosplayen. Inzwischen halte ich mich von komplett “Fremden” auf Conventions fern, so gerate ich in keine Gruppen die gerade diese Intoleranz zeigen.
Daumen hoch zu diesem wirklich richtigen Blogeintrag. Du hast es auf den Punkt gebracht
Rangiku sagte,
12. Januar 2012 um 19:36
Du sprichst mir großteils total aus dem Herzen.
Zum Thema Alkohol, ich geh selbst gerne mal was mit Freunden trinken, aber ich bin der Ansicht, dass das ganze auf einer Con und besonders auf den Geländen NICHTS, definitiv gar nichts zu suchen hat!
Und das nicht nur von Seiten der Besucher, sondern vor allem auch den Orgas.
Zum Thema Cosplayer und ihr Verhalten will ich mich jetzt gar nicht großartig äußern, denn das Thema bringt mich
seit einiger Zeit immer mehr zum Schlucken,
besonders weil ich selbst Cosplayerin bin und das Verhalten von manchen nicht verstehen kann
und mir mittlerweile meinen Teil einfach nur noch denke.
Zuletzte zu der Sache mit dem Mobbing.
Also ich spreche jetzt nur aus persönlicher Erfahrung, aber ich wurde nie gemobbt, aber man trifft immer wieder auf Neugierige und besonders, die jungen Leute so unter 30 stehen der Sache sehr unaufgeschlossen gegenüber. Du kriegst diesen “woah ne, is doch nich normal”-Blick ab
(als ob es normal ist sich mehrmals die Woche die Kante zu geben und sich dann am Anfang der Woche darüber zu freuen, dass man schon wieder n FIlmriss hatte, oder sonst wen abgeschleppt hat …)
aber bisher wurd ich soweit dann doch noch immer in Ruhe gelassen.
Wobei ich grad im Gegenteil dazu mit den älteren Generationen viel positive Erfahrungen gemacht habe, gerade in Bezug auf Cosplay. Man hat mir bisher immer nur echtes Interesse entgegengebracht und keine gehäucheltes “ach erzähl uns was schönes und wir lachn dann drüber, wenn du´s nicht mitbekommst”.
Ich habe auch Verständnis wenn daraufhin jemand sagt, dass ihm die Sache unsympatisch ist, denn das is dann ne ehrlich Meinung und die kann eigentlich jeder normale Mensch akzeptieren.
Aber danke für diese gelungenen Worte, sie treffen es einfach auf den Punkt!
flyingtinkerbell sagte,
12. Januar 2012 um 20:59
Ich war nun mehrere Jahre raus aus der Szene und habe nur die Anfänge mitbekommen, daß Gruppenbildung stattgefunden hat und das das Mobbing anfing…
Jetzt nach fast 6 Jahren bin ich absolut erschreckt, was sich in dem Bereich getan hat…
Ich muss gerade an einen Tag im Sommer 1999 denken als ich in Koblenz vor der Rhein-Mosel-Halle stand und anfing zu weinen, weil dort einfach Leute waren wie man selbst.
- Animefans sind fast alle Mobbingopfer
- Animefans verachten Alkohol
- Animefans verachten Hiphop
OH JA!!! Das waren eindeutig wir!
Wobei ich den zweiten Punkt, für mich, auf Veranstalltungen begrenze
(denn auf meinen Mojito mit Freunden möchte ich einfach nicht verzichten
)
Wir waren wie eine große Familie
Und ja… wie du es geschrieben hast… wir hatten zwar auch mal Streit untereinander, aber wir waren Otaku!
Aber wenn ich das richtig mitbekommen habe ging es damals mit dem Mobbing mit dem WCS los, als dieser auf der Connichi war…
WIr sind damals mit T-Shirts rumgelaufen mit der Aufschrift “Keine Angst wir nehmen nicht am WCS teil!”
Im Vorfelde ging es schon extremst ab…
Trotz allem bin ich aber froh, daß ich wieder in der Szene bin und hier in Hamburg auch wieder meine “Familie” wiedergefunden habe…
Nunja aber ich denke, daß du wirklich den Nerv getroffen hast
LG
Sugar
Lethe sagte,
12. Januar 2012 um 21:25
Wie so viele muss ich dir einerseits recht geben, andererseits aber das ganze wieder ein bisschen abmildern – zumindest in der Hinsicht, was ich so erlebt habe.
Bei mir fing Anime wohl gegen ’98 (mit 10) an, erstmal nur mit Animes im Fernsehen (die mir meine Tante aufnehmen musste) und Manga die in Deutschland erhältlich waren, nach einiger Zeit kam dann noch ein Animeforum dazu (welches inzwischen nichtmehr existiert und in dem irgendwann so viele Leute waren, dass man eigentlich keinen mehr kannte) und 2006 dann mit einer Schulkameradin die erste Con. Es hat also lange bei mir gedauert, bis ich viel mit der Szene zu tun hatte.
Als ich mit Animes anfing gehörte ich in der Schule zu den Mobbinopfer und war wahnsinnig froh als ich dann nach und nach Leute kennenlernte die ähnliches erlebt hatte und bei denen man einfach nur freundlich aufgenommen wurde
. Nächster Punkt in deiner Liste, Alkohol. Ich hab mich erst recht spät an Alkohol “rangetraut”, also keine Saufgelade. Inzwischen drink ich durchaus gern etwas, allerdings nie zu viel, angetrunken ja, betrunken eigentlich nicht. In meinem Animexx Bekanntenkreis kenne ich viele die keinen Alkohol bzw. nur spezielle Getränke (Met) und dann auch nur ein Glas oder so trinken. Auf Cons hat auch bisher keiner von denen, die ich kenne Alkohol getrunken, aber dass andere es anders machen hat man direkt oder indirekt an der Hanami ja von dem Bisasam-Cosplayer mitbekommen. Ich hab nur den Krankenwagen gesehen und erst gedacht, dass jemand zusammengebrochen ist, weil es ja auch ziemlich heiß war, durch Freunde dann später mitbekommen was angeblich los war.
Hiphop mag ich nicht, hab aber nichts dagegen, wenn andere es hören, dass einzige was schlimm ist, ist wenn man auf einer Feier eingeladen ist und dann nur Hiphop oder Minimaltechno läuft und nicht darauf eingegangen wird, dass einige Gäste auch gern mal was anderes hören wollen (waren aber keine Animefans).
In meinem Freundeskreis, also Leute die ich auch wirklich kenne und nicht nur mal wo getroffen habe, sind eigentlich die meisten sehr tolerant und hilfsbereit. Gut es gibt einige “Cosplay Kritiker”, wovon ich nicht ganz ausgeschloßen bin. Ich cosplaye nicht selbst u.a. weil ich zu kritisch mit mir selbst bin, aber vergleiche durchaus Cosplays, es spielt für mich keine Rolle, wer der Cosplayer ist, sondern eher ob etwas gut aussieht/sitzt/schön gemacht ist. “Bewerten” auch nur in dem Sinn, dass ich mich mit Freunden darüber unterhalten, welche Cosplays wir auf der Con gut fanden und was uns nicht gefallen hat. Ich kenn aber eine Freundin, die sich dann an Kleinigkeiten stören und sagen, sie würden den Charakter ja so viel besser cosplayen und sich aufregen, wenn sie weniger Kommentare bekommen und/oder weniger Fotos von sich finden. Wobei diejenige vor kurzem meinte ihr geht das Animexx gemobbe und gemeckere auf die Nerven und sie hat sich da zu sehr auch von anderen reinziehen lassen.
Was Toleranz und gezicke angeht, ist das lokale Treffen hier ein gutes Beispiel. Es gab eine Zeit, in der es richtig viele Leute waren, dann gab es Streiterein, die ich nicht direkt mitbekommen habe. Inzwischen sind wir eine kleine Stammtruppe und dadurch ist es eigentlich besser geworden, man kennt sich einfach eher, es ist einfacher was gemeinsames zu unternehmen außer nur im Park zu sitzen und es ist alles eigentlich recht locker.
Einige von uns haben mal jemanden von früher getroffen (mit denen alle die zu dem Zeitpunkt dabei waren nicht viel Kontakt hatten), diejenige hat sich dann gleich über eine noch nicht Anwesende ausgelassen, dass es nichtmehr schön war. Die Aussagen wurde von uns dann einfach ignoriert. Ich persönlich würde sagen, dass ich eigentlich relativ tolerant bin, aber wenn
1. jemand über andere schlecht redet, im Sinne von lästern, nicht im Sinne von sich über etwas beschweren
2. man mich nervt. Und ich halte VIEL aus, aber wenn man mir z.B. einen Manga förmlich aus der Hand reißt oder dauernt dazwischen redet, wenn man eigentlich nicht am Gespräch teilgenommen hat, sondern womöglich sogar mit anderen geredet hat
dann hört meine Toleranz auf und ich beteilige mich auch daran über die Person zu lästern, in dem ich meine Erlebnisse weitergebe.
Das ist jetzt bisschen lang geworden, im Prinzip hab ich diese Veränderung also eigentlich nicht mitbekommen, da ich relativ spät angefangen habe wirklich mich mit den Personen die in der Szene aktiv sind zu beschäftigen. Hab aber meinen Bekanntenkreis der eher auf das von dir geschilderte, wie es früher war, zutrifft.
Jeanne sagte,
13. Januar 2012 um 00:54
DANKE!
Mit vielen was du hier sagst, sprichst du genau das aus, was ich in letzter Zeit immer häufiger denke.
Alkohol: ich kam nicht umhin, an dieser Stelle mit ausdrücklicher Zustimmung zu nicken. Wenn ich an meine Anfangszeit als Anime-Fan zurück denke, da war mein Freundeskreis alkoholfrei, und zwar ganz bewusst. Wir hatten immer viel Spaß, und waren, denke ich, auch irgendwo stolz darauf, uns dafür nicht dem Rausch hingeben zu müssen. Anime-Fans waren die Art Freunde, die man jederzeit den Eltern vorstellen konnte.
Die wenigsten meiner Freunde sind “trocken” geblieben, auch wenn ich fairerweise sagen muss, dass es bei den meisten nicht mehr ist, als hier und da ein bisschen weil’s schmeckt. Aber bei einigen fließt das Bier auf Parties inzwischen in Strömen, was genau die Art “Feiern” ist, die wir früher alle abgelehnt haben.
Trotzdem: immerhin ist auf den allermeisten deutschen Anime-Cons (und auch Treffen, soweit ich weiß) Alkohol weiterhin verboten, was im Ausland nach allem was ich gehört habe ganz anders aussieht.
Aber auch auf unserem lokalen Treffen gab es damit in letzter Zeit schon mal Probleme, und zwar nicht aus den Reihen der Älteren, sondern vom jungen Zuwachs. Das macht mich irgendwie traurig. Nüchtern sind mir Menschen einfach viel lieber. Meistens riechen sie auch besser. ^^x
Mobbing: “Wir wissen wie das ist, Opfer zu sein – das wollen wir nicht nach machen!”, so oder so ähnlich haben das doch sicher viele gesehn. Mir ging es so. In der Anime-Szene (weniger online als auf Treffen) habe ich mich zum ersten mal voll akzeptiert und von gleich gesinnten umringt gefühlt. Und das habe ich vor gut fünf Jahren auch noch lieber gesagt bzw erzählt als heute.
Mit Cosplay bin ich erst vor gut anderthalb Jahren in Kontakt gekommen, und seit dem habe ich zunehmend das Gefühl, gegen einen Sog anzukämpfen. In manches, was da in der Szene passiert, will ich gar nicht rein gezogen werden. Es hat die bizarre Faszination einer real life Soap Opera oder eines Autounfalls: man kann kaum weg sehen.
Und immer wieder erwische ich mich dabei, mich davon treiben zu lassen, anstatt manchmal meine Meinung zu sagen und mich abzuwenden.
Furries: ich hab das Fandom erst von innen und DANN von außen kennen gelernt. Die Szene hat auch nicht mehr Deppen als jede andere. Und wenn ich jemanden komplett verstören will, kann ich das auch mit irgendwelchen expliziten Yaoi-Mangas, das muss kein Yiff sein.
Ich hab erst später immer wieder gemerkt, wie viele Leute Furries mit Ablehnung oder zumindest einer gehörigen Portion Skepsis gegenüber stehen. Es erinnert mich, böse gesagt, an jene Leute, die Sachen von sich geben wie, “nein nein, ich bin nicht homophob! …aber es ist schon komisch, oder? irgendwie nicht normal.”
Ich mag Furry Zeug – aber nicht alles. Ich mag auch Animes, aber bei Gott nicht alle, und das wird wohl jeder Fan so unterschreiben können. Als Anime-Fan wollte ich früher einfach nur akzeptiert und hin genommen werden, ohne als unnormal zu gelten. Das hätte ich jetzt gern auch für meine anderen Fandoms.
Ich bin ein Anime-Fan und Cosplayer, ein Furry, ein kleiner Trekkie, ein Nerd, ein Fantasy-Fan. Und ich bin genauso normal wie alle anderen da draußen.
Außerdem bin ich ein Abschweifer. XD;;; Entschuldige den ellenlangen Kommentar. Dein Beitrag regt eben zum Nachdenken und Mitreden an.
Liebe Grüße,
Jeanne
Lena (@Mi_chan785) sagte,
13. Januar 2012 um 01:34
Puh…
Ich weiß nicht, ob ich mich als Neuling wirklich zu Wort melden sollte…
Also “Neuling”… ich bin seit ’97 Animefan, damals ebenfalls “angefixt” mit Sailor Moon, Dragonball und Pokémon.
Gemobbt wurde ich deswegen nicht, nur manchmal etwas komisch angeguckt. Aber wenn ich gezeichnet hab, wollten auf einmal alle Bilder von mir xD’ tjaja…
Mit Alkohol und HipHop stimme ich auch heute mit meinen 26 Jahren noch zu, allerdings denke ich… nya, Musikgeschmack sei jedem selbst überlassen und ich kenn paar sehr nette Leute, die HipHop hören xD
Ich cosplaye erst seit 2010, bin also da erst recht spät in die Szene gerutscht… und habe seitdem sehr viele, sehr nette Leute und mittlerweile gute Freunde kennen gelernt.
Zickenkrieg und ähnliches habe ich – bisher – am eigenen Leib noch nicht erlebt, aber schon häufig erzählt bekommen, bzw. in Cosplay Kommentaren lesen müssen und ich finds schrecklich… ich meine, was soll das bitte ._. es ist ein verdammtes HOBBY, Hobbies sollen SPASS machen, also warum der Terror??
Womit man bisschen aufpassen muss, ist der Begriff “Elite-Cosplayer”, denke ich…
Vor kurzem lernte ich jemanden kennen, den ich zur Elite gezählt habe, weil ihre Cosplays allesamt einfach… umwerfend sind. Sie hat schon mehrfach am DCM teilgenommen und letztes Jahr gewonnen.
Hab mich nie getraut, sie anzusprechen, weil ich eingeschüchtert war von, nun, allem und ich, als Neuling, Anfänger, etc… nya.
Langer Rede kurzer Sinn: durch Zufall haben wir angefangen, miteinander zu schreiben und, Überraschung, sie ist ein TOTAL lieber Mensch und heute gute Freundin, die ich auf keinen Fall mehr missen möchte ^_^
Bevor mein Kommentar noch länger wird, komme ich mal zum Punkt: ja, die Szene verändert sich, bzw. hat das längst.
Bzgl. der Punkte “Mobbing” und “HipHop” finde ich, ist es durchaus ein guter Trend. Es ist gut, akzeptiert zu werden, und mehr Auswahl heißt, mehr Leute, mit denen man sich über auch nicht-Anime-Themen unterhalten kann.
Der Punkt “Alkohol” geht mir gegen den Strich, muss ich sagen, ich brauche keine betrunkenen Cosplayer, denn der Punkt wird früher oder später kommen…
Und die sinkende Toleranz… das ist was, was nicht geht, und das sollte wirklich jeder erkennen und versuchen, dagegen zu arbeiten!
Danke für diesen Beitrag!
mem sagte,
13. Januar 2012 um 02:25
WoW ganz schön viel zu lesen.
Aber bei dem meisten hast du ja auch recht. Nur bei den Showacts will ich meinen ist auch eine Rivalität zustandegekommen und das noch freundlich ausgedrückt. Die Szene erstickt an ihrem Wachstum wie ein Waldbrand der die andere Seite des Waldes erreicht hat. Wir bzw. die Szene ist zu gewaltig und wie du schon sagtest entstanden aus “Opfern”. Mittlerweile setzt sich auch hier das gesetz der Strasse durch. Die unscheinbaren wurden gepusht bis sie nicht stark genug wurden die Schwachen zu knechten^^.
Aber ganz ehrlich wem Nützt so eine Szene überhaupt? Ich brauche nicht 100 menschen die mein Cos mögen sondern einen der mich wirklich unterstützt. Ich brauche nicht 32876 Menschen die sich mit mir wegen einer Übereinstimmung in 5 Punkten von dem rest der Menschen (Hip Hopern usw.) abkapselt, sondern einen der zu mir kommt und mir einen Teil seiner Welt zeigt/schenkt. Wer braucht 1000 gleichgesinnte man hat ja nur einen Mund 2 Ohren 2 Hände und einen Kopf, man wird allen einfach nicht gerecht. Viele suchen in der Szene Selbstverwirklichung, Zukunft, Sicherheit. Nur beginnt es bei sich selbst.
Mann kann auch nichts dagegen machen, ein Blog wie dieser geht unter in 1000 Blogs. Die Wahrheit wird hinter 1000 schleiern der Ignoranz verborgen. Kritik verkraftet … keiner. Und jeder denkt nein ich bin damit nicht gemeint. “Er” ist sowieso ein Individuum und nicht die Szene und recht hat er. Wer einfach er selbst bleibt und die Freiheit hat zu sagen “Des Cos sieht scheizze aus” weils so ist. Ohne dabei die Person abzuwerten, hat schon gewonnen. Die Szene Entstand weil man sich mit Menschen umgab die einen Verstanden haben. Warum umgibt man sich dann mit allen die Freund schreien. Aber scheinbar gehts allen einfach zu gut und so wie im wahren Leben bleibt niemand Authentisch jeder will mehr. Ist es nicht das warum es auf der Welt kriege gibt?
Lange rede kurzer Sinn: “Back to Realworld” oder auch :” wir brauchen neue ‘Kriege’ um die einzelnen zu einen”.
Sry dafür das ich aus Gefühl herraus schreibe. Mir gab die Szene und mir nahm die Szene und ich sah was sie aus anderen machte. Aber eigentlich will ich nur das die die nach uns kommen nicht diesselben Fehler machen.
@Shinji
LG dir man sieht sich auf Hanami^^
Aera sagte,
13. Januar 2012 um 10:24
Netter Beitrag Shinji, wobei ich fürchte, dass du in einigen Punkten zu schwarz siehst.
ZUm Beispiel der Alkohol – ich weiß nicht wie das bei den Orgas hinter der Bühne ist. Aber auf den meisten Cons wird immer noch kaum bis gar kein Alkohol getrunken (wenn ich da im Vergleich an so Veranstaltungen wie die Gamescom denke…)
Ja, hier und da gibt es Idioten, die meinen einen Bierkasten mitbringen zu müssen. Aber nicht selten, sind das Leute, die noch nicht mal ein Ticket haben oder wirklich in die Szene integriert wären. Zumindest in meinem (nach ca. 14Jahre in der Szene und 10Jahren auf Mexx) doch recht ausufernden Bekanntenkreis, habe ich noch niemanden erlebt, der auf einer Con ernsthaft Alkohol dabei gehabt hätte um sich damit zu besaufen.
Und der Abschnitt zu den Cosplayern… tja Shinji, was soll ich sagen… da gleitest du leider sehr ins Cosplayer-Bashing ab.
Ich kann jetzt nicht verneinen, dass es nich gerade wenig Drama unter den Cosplayern gäbe. Aber das hat selten was mit der Qualität oder Zahl ihrer Cosplays zu tun.
Gerade im letzten Jahr habe ich einige Leute kennen gelernt die viele und gute Cosplays machen und gerade deswegen ziemlich gut Drama umschiffen.
Ich denke, dass Cosplay vor allem das ist, was man selbst daraus macht. Entweder man konzentriert sich auf die Qualität des eigenen Kostüms und hat Spaß am basteln etc. oder man meint andere runter machen zu müssen, damit man besser da steht. Und wie gesagt, ich musste feststellen, dass grade die besseren Cosplayer lieber den ersten Weg gehen. Wenn man bereit ist, solche Leute in der Szene zu suchen, dann findet man sie auch zu Hauf.
Aber suchen muss man sie schon. Sie sind halt nicht gerade die, die am lautesten nach Aufmerksamkeit schreien und rumbitchen. Es ist sogar so, dass die Leute, die am meisten rumschreien, unter den (in meinen Augen) wirklich guten Cosplayern, sehrsehr schnell an Ansehen verlieren. Das gleich gilt für Fotografen. Geschätzt werden Leute, die Spaß an ihrem Hobby haben und gute Arbeit abliefern. Mit denen man Spaß haben kann.
Ob du es glauben magst oder nicht, auch die meisten Cosplayer sind auch nur Menschen, für die ihr Hobby nur eine Nebensächlichkeit ist und wo sie rel. wenig Lust auf zusätzlichen Stress haben.
BTW, nur weil man sich mit neuen Leuten und anderen Cosplayern unterhält und sich gegenseitig KOmmentare gibt, ist das noch lange kein Schleimen. In meinem Fall wäre es eher ein vorsichtiges Herantasten an eine neue Bekanntschaft.
Ja die Szene ist groß geworden. Und nein, die MItglieder sind nicht mehr alle Mobbingopfer. Aber mal ehrlich, was hast du damals denn gesucht? Eine Mobbingopfer-Selbsthilfegruppe oder ging es dir darum gleichgesinnte Anime- und Mangafans zu finden?
Sicherlich half uns die Szene damals darüber hinweg, dass der Alltag in der Schule nicht immer einfach war und dass man meistens der/die einzige im Umkreis von 50km mit diese ungewöhnlichen Hobby war, das auf wenig Verständniss stieß. Aber ich finde es immer wieder entäuschend, wenn Leute sich aus der Szene verabschieden, weil diese nicht mehr heimelig, nerdig, etc. genug ist. Da fragt man sich dann schon ob M+A für sie eigentlich nur ein Vehikel waren um sich vom Rest abzugrenzen.
Fuchswerk/R. Fuchs sagte,
13. Januar 2012 um 13:46
Du hast in den Grundlagen Recht, da muss ich dir zustimmen, aber das einzige Mittel was wirklich dagegen hilft ist es sich nicht von dieser Szene abhängig zu machen.
Ja das mit den Conorgas und den Bezahlungen oder Finanziellen Einkünften das ist leider absolute Wahrheit, das mit dem Gründen von Vereinen die Regional aggieren hat auch oftmals den Grund das man so billiger an Locations kommt, ich denke den konkreten Fall muss ich nicht beschreiben.
Ich finde aber auch du gehst zu Schwarz-Weiß an die Sache, auch was diese Mobbing-Thematik angeht…. bitte nicht solche Theorien aufstellen wenn du sie nicht beweisen kannst
Ich halte es inzwischen so: ich bin auf Cons und in der Szene um Spaß zu haben, fertig aus! Man hat ja auch ein Leben ausserhalb der Szene, und ich kann auch jedem nur raten sich von der Szene unabhängig zu machen, auch Freunde die nicht Anime&Manga Fans sind durchaus tolle Freunde z.B.
Yume Tsukama sagte,
13. Januar 2012 um 16:29
Lieber Shinji,
wir kennen uns mittlerweile persönlich, haben uns auf Facebook und auf ein/zwei Cons ausgetauscht. Ich mag Dich und finde unsere Konversation immer sehr nett, erkenntnisreich und ja einfach toll. Und Du hast recht mit dem, was Du sagst. Was passiert ist, ist wahr. Aber ganz ehrlich, es ist leider und einfach nur ganz normales menschliches Verhalten.
Es ist in jeder Gesellschaft, wenn sie eine gewisse Größe überschreitet, einfach ganz natürlich. Sad, but true….. (und mal so nebenbei, auch wenn es mich evtl. dikreditiert: Gegen ein Aufbau- und ein Abbau-Bierchen habe ich nach einem anstrengenden Auf- oder Abbautag vor/nach einer Con nichts einzuwenden *g*)
Ja, ich hab resigniert. Ja, ich kann nicht die Kraft aufbringen, andere ändern zu wollen oder anzuprangern. Ich kann nur eins und das mit unerbittlicher Konsequenz: Mit gutem Beispiel vorangehen und jeden respektvoll und höflich zu behandeln – selbst wenn ich die Person am liebsten an die Wand klatschen möchte. Aber auch solche Gefühle versuche ich möglichst respektvoll dem anderen zu sagen – auch Streit muss manchmal sein, es ist ‘gesund’ – oder zumindest gesünder als es in sich reinzufressen. Aber jetzt schweife ich ab
Im Grunde gilt für jeden: “Behandele andere so, wie Du selbst behandelt werden möchtest…..” Denn man fällt immer auf sich selbst zurück (für Erklärungen zu diesem Satz einfach darum bitten *g*).
Aber: Der Beitrag ist gut. Er ist verdammt wichtig. Er dient dazu, dass Du Dampf ablassen kannst (= gut für die Seele) und er dient dazu, dass wir alle mal über uns, unser Verhalten und die Art und Weise, wie wir evtl. uns bessern könnten nachzudenken. Einige wird erreichen, andere nicht. Einige nehmen es sich zu Herzen, andere nicht. Und nein, ich glaube nicht, dass ich mir widerspreche.
In diesem Sinne, bis bald und Dir und Deiner lieben Frau (schöne Grüße!!!) ein wundervolles, entspanntes und liebevolles Wochenende!
minigoddess sagte,
14. Januar 2012 um 20:09
Nabend
Ich fand diesen Eintrag sehr interessant, insbesondere wir in manchen Punkten die selbe Meinung vertreten. Vor kurzen habe ich ein Referat über Cosplay gehalten, die Hauptthematik waren Jugendkulturen. Da ich selbst einmal zu den Cosplayern gehört habe, war es natürlich sinnig, sich damit noch einmal auseinander zu setzen und erst dann ist mir aufgefallen, wie sehr sich eigentlich alles verändert hat.
Der Kommerz ist einfach viel zu sehr durchgebrochen. Die Wettbewerbe haben Keile zwischen die Cosplayer getrieben und haben selbst in dieser Gruppe zu Feindschaften geführt, wobei eigentlich ja der Zusammenhalt der Sinn ist. Wie es aussieht, wird sich die Szene ohnehin allmählich selbst vernichten, bzw. einfach nicht mehr das Bieten können, was einst so kostbar war. Es ist kein Wunder, das Cosplayer im “normalen Leben” so verpönt werden, schließlich tun sie dafür mittlerweile genug!
Na ja, Zeiten ändern sich. Eine große Gruppe bedeutet, allerlei verschiedene Persönlichkeiten, wodurch eben Veränderungen eintreffen. Aber so wie es gekommen ist, hätte es nicht kommen müssen. Was soll’s, daran werden wir herzlich wenig verändern können.
Aber ich finde es gut, dass du deine Gedanken niedergeschrieben hast, denn die Szene wird von den Betroffenen selbst oft genug als noch immer wunderbar beschrieben.
Liebe Grüße,
Minigoddess
André sagte,
14. Januar 2012 um 21:50
Wohin gehst du Animeszene?
Natürlich in eine andere Richtung, als das man es noch aus den 90ern kennt. Wenn man auch früh mit Anime angefangen hat, (1995, Sailor Moon, ZDF) und sich erst spät (2008, Animagic) mit dieser sog. “Szene” auseinandergesetzt hat, macht sich etwas befremdliches breit.
Ist es die Altersdifferenz, Weltanschauung, Werte, Moralvorstellungen, Die Auswirkungen des Internets auf das Fandom, Gruppendynamik, Das aktuelle Konsumverhalten der Fans…? Überhaupt kann man ja Faktoren und übergreifende Verbindungen hernehmen, dass einem jede Übersicht verloren geht.
Das Hobby, was wir so schätzen und lieben, hat sich doch in unserer eigenen, kleinen Welt (mit Freunden und Bekannten) abgespielt. Abgegrenzt von Conventions, Social Networks und allgegenwärtigem Informations-Flow. Oder dem was wir “Szene” nennen oder schimpfen.
Zudem sind wir seit jeher davon abhängig, was uns zum konsumieren dargereicht wird.
Schauen wir mal Japan, wo Oppai, Loli und Fan Service Anime’s allgemein einen überaus beachtlichen Marktanteil genießen.
Verpornoisierung… why not? Wenn es die Fans und Otakus der aufgehenden Sonne wünschen, werden sie entsprechend bedient. Und dank Internet haben wir auch Zugriff auf alles, was dort produziert und publiziert wird. Auf alle Informationen, die man sich nur denken kann.
Wie wir hier in Deutschland letztlich damit umgehen, ist wiederum unsere eigene Sache. Was wir konsumieren und wir das interpretieren, was wir sehen und hören ist je nach Person unterschiedlich.
Genauso das soziale Verhalten einer jeden Person… ich würde das so zusammenfassen: Medienbewusstsein und soziales Ich eines jeden einzelnen.
Und dann haben wir jenes Gebiet, was Anime und Manga als ausschlaggebendes Hobby im eigentlichen Sinne ersetzt hat: Cosplay, aka Kostümieren & Fotografieren…
Das Streitthema Nr. 1 mittlerweile, oder? Was man damit jedoch unweigerlich in Verbindung bringt, sind Verpronoisierung, verbale und psychische Gewalt, den Begriff “Elite” und einige andere Schlagworte und Stammtischparolen, die einem nach und nach eingetrichtert wurden.
Eingetrichtert deswegen, weil man doch nicht unbedingt selber darauf gekommen sein muss, sondern von anderen Quellen nur lange genug bearbeitet werden musste.
Wenn man sich lange genug etwas einredet oder es einem eingeredet wird, fruchtet es in unserem Gehirn. Wir können sogar bewusst wissen, dass es Schwachsinn und nichtsdestotrotz haben wir diesen Gedanken im Kopf.
Man kann ja mal überlegen, ob einem nicht nur die Meinung zu etwas, wie z.B. Cosplay vorab ‘eingepflanzt’ wurde, aber meine Frage wäre, wie würde es aussehen, wenn einem die Haltung zum gesamten Hobby vorgekaut werden würde.
Diese “Szene”, wenn es denn so was gibt, ist inzwischen ein Multimediales Ungetüm, was im Internet, auf Conventions, im Fernsehen oder in Buchhandlungen (für Printform, mir fällt kein besseres Beispiel ein) vorhanden ist, und uns irgendwie prägt. Und dabei natürlich mehr oder weniger, je nach Person.
Warum ist man z.B. Fan von der oder der Serie? Warum veröffentlicht man von sich halbnackte Fotos in einem Social Network, wie Animexx? Warum haben wir alle so schlechte Erfahrungen mit so etwas ungreifbaren wie der “Szene” gemacht?
Wäre es nicht an der Zeit, dieses Hobby wieder zu etwas Persönlichem zu machen? Oder sind wir heute so auf unsere “Meinungs”- und “Kreativitäts”-Verbreitung online angewiesen, dass wir selber kaum mehr wissen, was uns warum gefällt und was wir warum dafür oder damit tun…
Wohin sich die Animeszene bewegt, entscheidet in zweiter oder dritter Instanz die Person, an erster Stelle steht jedoch das Internet.
Und das ist ja bekanntlich unvergesslich, gewissenlos und Anonym.
Laxiel Oni sagte,
15. Januar 2012 um 20:51
Ich finde mich in deinem Weblog-Eintrag wieder und stimme dir in allen Punkten zu.
Je älter ich werde desto unwohler fühle ich mich in der hiesigen Anime Szene.
Meine Wenigkeit zählt sich zu den ehemaligen Mobbingopfern denen Sailor Moon das Leben rettete bzw. einen Halt bot, den die Realität nicht gab.
Heute allerdings, würde ich dort als 10jährige mein Seelenheil nicht mehr finden.
Heutzutage kann man unter High Cossern eine Massenpanik auslöst wenn man erwähnt, man habe das Cos gekauft.
Die Dogmatik mit der dieses Hobby betrieben wird nervt.
Was den Anime- und Mangakonsum betrifft so darf man inmitten diverser Szene-Nazis auf keinen Fall erwähnen, das du nicht sämtliche Anime- u. Mangaserien rückwärts auf japanisch runterbeten kannst oder deren OST’s in perfekt auswendiggelernten japanisch mitgröhlst.
Was mir auch negativ aufstößt sind die Vorsätze weswegen einige Szene Kiddies zwischen 12 und 18 Jahren ein Fan-Treffen/eine Con besuchen oder nicht besuchen.
Die eine will XYZ “fertigmachen”, weil Käsekuchen etc. und eine andre will eine bestimmte Person nicht sehen – das Kindergarten Vollprogramm eben.
Zur Negativ-Seite sind auch noch die chronischen Selbstdarsteller und Blender (die es immer geben wird) zu zählen, die dich nicht nur in Animexx mit “Hans Dieter empfiehlt ‘Naruto-Cosser zündet Furz an’ ” oder “…bitte kommentiere…bla, bla, bla…” belästigen, sondern dich mittlerweiler auch noch via Twitter, Facebook, YouTube und was es nich alles gibt nerven.
Der Szene-Crash ist meiner Meinung nach längst überfällig.
Ein Untergang kann einen Neuanfang bergen.
Hoffen wir das Beste für die Zukunft.
Liebe Grüße
Laxiel
Cal sagte,
16. Januar 2012 um 02:23
Es is leider alles genau so. Es wird gelogen, betrogen etc. und – genau so wie es menschlich ist, das alles in der Regel – also normalerweise – abzulehnen, ist es genau so menschlich, zu genau solchen Mitteln zu greifen, wenn jemand, der einem nahesteht genau so angegangen wird. Vielleicht nicht mit dem lügen oder betrügen, aber mit dem mitlästern etc.
Katja El sagte,
19. Januar 2012 um 11:20
Hey, ich habe mit Interesse deinen Blogeintrag gelesen und muss dir in vielerlei Hinsicht zustimmen.
Ob sich am allgemeinen Klima noch einmal etwas ändern lässt ist schwer zu sagen. Wo viele Leute sind, da steigt auch zwangsläufig die Anzahl derer, die nicht mehr so gut ins “alte” Bild passen. Du sagtest ja selbst, die Szene geht in die Breite.
Aber ich denke es ist auch eine Form von Toleranz, die wir, wie ich dir vollkommen zustimme, in Ehren halten sollten, diese “neuen Bilder” in der Szene zu tolerieren. Die Leute wollen teilweise Alkohol trinken und HipHop hören? Okay. Ich mach’ nicht mit, du machst nicht mit, viele andere machen auch nicht mit. Diejenigen die es wollen dürfen das von mir aus aber gerne tun. Ich lauf’ dann einfach einen Bogen drum.
Der Cosplay-Krieg ist leider sehr schade finde ich. Ich habe erst kürzlich (Hanami 2011) meine erste Con seit 2004 besucht, ebenfalls cosplayend, und war etwas erschrocken wie sehr sich alles verändert hat. Viel mehr Besucher, alles viel anonymer, kleine Gruppen untereinander statt großer Gemeinschaft.
Allerdings ist es vermutlich tatsächlich so, dass mit einer größeren Gesamtgemeinde sowas unweigerlich passiert.
Mobbing unter Cosplayern will und werde ich aber niemals tolerieren oder unterstützen. Cosplay ist kein Model-Geschäft sondern eine Kunstform und Ausdruck von Begeisterung. Jeder Mensch hat das Recht sich selbst darzustellen, so wie er / sie möchte.
Ich stoße an meine Toleranzgrenze wenn ich die Kostüme als “unästhetisch” empfinde, allerdings würde ich mich nicht erdreisten, die Leute deswegen zu kritisieren. Es ist jedermanns eigene Entscheidung wie er/sie sich darstellen möchte.
Just my 2 cents. Danke für deinen tollen Blogeintrag.
Anonymous sagte,
22. Januar 2012 um 05:47
Hi erstmal,
bin per Zufall auf deinen Blog gestoßen, bin nun auch schon eine ganze Weile in der Szene aktiv, seit einigen Jahren auch journalistisch. Leider muss ich dir in vielen Punkten zustimmen, aber ich erlebe nicht nur Negatives. Ich habe positiv feststellen dürfen dass einerseits die Blogger, Radios usw. sich seit 2010 oftmals untereinander helfen und Zusammenarbeiten anstreben, wenn man den richtigen Ton anschlägt^^, bin öfter schon mit von Kollegen anderer Blogs oder Magazine zum gemeinsamen Shooting oder Interview und dann noch was essen.
Die Fans helfen sich auch oft untereinander, natürlich gibt es durch das Wachstum in der Szene immer mal wieder Differenzen, schade nur dass diese in letzter Zeit öfter mal ausarten wie in deinem Artikel beschrieben, doch meistens klären sich diese im Stillen.
Zum Alkohol muss ich sagen, dass ich selten feststellen musste dass auf einer Con selbst getrunken wurde, meist danach und die meisten halten sich auch in Zaun was den Konsum angeht. Ich trink persönlich auch gern mal eine Karaffe Sake oder Flasche Kirin.
Diese Zeilen sind nur mal ein paar subjektive, angeriessene, positive Aspekte zur Szene, da dein Artikel das Negative relativ abdeckt.
Viele Grüsse
Neo Kamui