Follow up: Quo Vadis

27. Januar 2012 at 03:42 (Nicht kategorisiert) (, , , , , , , , , , )

Mein letzter Blog, respektive die zahlreichen Reaktionen darauf haben mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht.
Ich hatte mit den üblichen 3-4 Kommentaren gerechnet und mit einigen Leuten die mich anschnauzen würden, aber das Feedback von zig geteilten Links und rund 80 Kommentaren machen es mir unmöglich auf jeden einzeln zu antworten.

Die Reaktionen auf meine Frage zum Stand der Szene waren so breit gefächert, wie sie es nur sein können. Manche Leute stimmten mir 100% zu während andere Leute mir zu 100% widersprachen. Manche äusserten sich, dass ich komplett falsch liege, nur um mir dann trotzdem Recht zu geben und andere stimmten mir in Punkten zu, welche sie selbst mit Füssen treten.

Ich habe mich daher entschieden nochmal das Thema hervor zu kramen um nochmal auf einige Fragen, Kommentare, Reaktionen aus meiner Sicht einzugehen.

 

1. HipHop

Ich hatte es bereits befürchtet und es trat ein. Das Thema HipHop und Metall wurde stärker bewertet, als ich es beabsichtigt hatte. Als ich geschrieben habe, dass es früher kaum jemanden in der Szene gab der Hiphop hörte, sollte dies niemals wertend über die Qualität von HipHop, Metall, Dubstep oder sonstige Musikrichtungen gemeint sein.
Es sollte eher auf die Verbreiterung der Szene darstellen die von einer extremen Randgruppe zu etwas nahezu Alltäglichem geworden ist.

 

2. Alkohol

Das Thema Alkohol wurde ebenfalls zweigeteilt aufgenommen, weswegen ich wieder zu dem Thema zurück kehre. Ich persönlich trinke keinen Alkohol. Er schmeckt mir nicht, ich verstehe den Sinn nicht dahinter (ausser als Desinfektionsmittel) und meine direkten Erfahrungen mit Alkohol, respektive alkoholisierten Personen, waren durchs Band hindurch eher negativ. In meinen Augen fördert Alkohol die schlechtesten Seiten im Menschen.
ABER… und der Punkt ist wichtig und sollte beachtet werden. Diese Erfahrungen beziehen sich auf Komasäufer und sonstige Vollidioten. Leute die nur dann Spass haben können wenn sie sich am Sonntag nicht mehr an den Samstag erinnern können, Mädels die ihr erstes Mal nicht einem romantischen Abend sondern einem Blackout zu verdanken haben und Kerlen die sowas noch cool finden und fahren mit 1,8 Promille als Kavaliersdelikt betrachten.
Was für mich shizophrenerweise nicht unter „Alkohol“ fällt, ist ein Glas Wein am Tag, oder ein Horn Met oder generell der disziplinierte Umgang mit Alkohol.

Warum erzähl ich das nun? Relativ simpel. Früher war meine (eher radikale) Einstellung zum Alkohol stärker in der Szene vertreten. Die Komasäufer waren für die Mitglieder der Szene eines der perfekten Beispiele was mit der Gesellschaft schief läuft und weswegen wir die Bezeichnung „Normalo“ als Schimpfwort abstempelten.
Bis heute hat sich bei vielen in meinem Freundeskreis der Stolz gehalten, dass wir uns auch ohne Alkohol amüsieren können. Fälle wie das betrunkene Bisasam an der Hanami unterstreichen diese Meinung nur noch.

Dass sich die Fans mittlerweile auch mal ein Glas Alkohol gönnen sei ihnen erlaubt. Es zeigt, dass die Szene auch in dieser Hinsicht in die Breite gewachsen ist und sollte daher nicht unbedingt verteufelt werden. Wenn sich allerdings Orgas an den eigenen Cons besaufen… ja das kann ich ned wirklich beschönigen.

 

3. Die Kiddies

Dieses Wort habe ich in den Reaktionen sehr oft gehört. Die „Kiddies“. Stimmt. Weil nur die jüngere Generation ist schuld an den heutigen Problemen. Die Jugend von Heute hat keinen Anstand mehr. Als ich in deren Alter war, musste ich 10Km barfuss durch den Schnee laufen um meine Animes noch in der Bäckerei zu kaufen.
Ihr seht worauf ich hinaus will.

Ja, die jüngere Generation der Animefans hat einen anderen Bezug zu der ganzen Szene und Anime/Manga generell, das bedeutet aber nicht, dass wir die Schuld mal einfach auf die jüngeren abschieben können. Wenn ich beim Drama und den Hintertürchenmachenschaften etwas gelernt habe, dann dass der Fisch überall stinkt, nicht nur vom Kopf oder vom Ende her.
Wie sollen die Jüngeren die Älteren respektieren, wenn diese sie nur als Trottel ohne Manieren betrachten?
Wir alle waren jung und haben manchmal extrem dumme Aktionen geliefert, was damals jedoch anders war als heute, war die Tatsache, dass man gegenseitig aufeinander geachtet hat. Die Erfahreneren (nicht zwangsweise Älteren) namen die Übermütigen unter ihre Fittiche. Wer über die Stränge schlug wurde zurechtgewiesen und lernte sich zu benehmen. Ansonsten war er in der Szene bald nicht mehr so gern gesehen (so heftig das nun klingt).
Heutzutage findet diese Massregelung nicht mehr statt. Die Problempersonen scharen sich zu Problemgrüppchen zusammen und müssen keine Sorge mehr davor haben wenn sie negativ auffallen. Da ist es egal ob sie 15,25 oder 35 sind. Seien es die Rosenbeete der Dokomi, abgesperrter Neurasen bei der Connichi oder Treffen in einem Starbucks. Man ist „unter sich“ und wirft Verhaltensregeln über Bord.

 

4.  Mobbing

Jemand hat mich gefragt warum ich damals in die Szene gekommen wäre. Weil ich eine Selbsthilfegruppe für Mobbingopfer gesucht hätte oder weil ich Anime/Mangafan war?
Hierzu muss ich etwas einfaches sagen. Es war dasselbe.
Als ich vor 13-14 Jahren in die Szene geschliddert bin, waren 85% der Animefans nunmal einfach Mobbingopfer und das nicht weil sie Animefans waren. Es war eher so, dass Mobbingopfer dem Thema Anime und Manga einfach offener gegenüber standen als die „coolen“ Kids.
Und die Szene war damals eine Selbsthilfegruppe und ist es in manchen Bereichen immer noch. Es war und ist eine Möglichkeit mit Leuten in Kontakt zu kommen die einen akzeptieren wie man ist und es bietet einem die Möglichkeit seine Grenzen etwas auszutesten und sich selbst zu erkennen.

„Wenn ich nicht in die Animeszene gekommen wäre, könnte ich nicht dafür garantieren, dass ich nicht Selbstmord oder einen Amoklauf begangen hätte.“

Dieser Satz ist weder Übertreibung noch ein Scherz sondern 100% ernst gemeint und er trifft auf mehr Leute zu als man denken sollte.  Sowohl damals als auch heute. Ein weiterer Grund wieso ich hoffe, dass sich manche Leute wirklich überlegen wie man mit den anderen Fans, oder anderen Menschen generell umgeht.

 

5. Du übertreibst. So schlimm ist es nicht.

Natürlich übertreibe ich. Das ist ein Blog. Ich komme schon auf 1500 Wörter wenn ich pauschalisiere und übertreibe. Nun stellt euch mal den Roman vor, wenn ich jeweils ins Detail gehen und erklären würde, dass es diese Variation und jene gibt.
Aber jetzt ernsthaft.
Die Szene hat Probleme wie alles andere auch. Wie schwerwiegend diese Probleme sind, stellt eine subjektive Darstellung für jeden dar. Für mich persönlich sind sie schwerwiegend genug mich hier drüber aufzuregen und nen blöden Blog zu schreiben. (Ein Hoch auf das Internet ;) )

 

6. Cosplayer sind nicht so schlimm

Bei meinem Blog wurde mir teilweise unterstellt, dass ich ziemliches Cosplayerbashing betrieben hätte. Es liegt mir fern hier nur über Cosplayer ablästern zu wollen. Zum Einen sind der Grossteil meiner Freunde Cosplayer (die ich grösstenteils sogar nur dadurch kennen gelernt habe) und zum Anderen zähle ich mich selber ja auch dazu (auch wenn die Qualität meiner Werke bei weitem nicht so gut ist wie die anderer).
Es ist aber leider nunmal so, dass die Probleme der Szene sich am einfachsten an der Cosplayszene ablesen lassen. Es gibt natürlich auch heute noch Cosplayer die die liebsten Menschen überhaupt sind. Sie helfen anderen wo sie nur können. Seien dies Cosplayer die bei Wettbewerben teilnehmen oder nur generell cosplayen. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass es noch nie soviele nette und freundliche Cosplayer wie früher gab.
Es gibt aber auch die Dramaqueens die versuchen 1000 Facebookfreunde zu kriegen damit jeder ihren Cosplaylink teilt und die an Cons die wunderbarsten falschen Freunde sind die man sich vorstellen kann. Letztere lassen einen wünschen, dass an jedem Cosplaywettbewerb eine versteckte „Fairness-Jury“ agiert ;)
Und auch von denen gibt es viel mehr, als jemals zuvor.
Es gibt einfach generell viel mehr Cosplayer als zuvor und wenn man Pech hat landet man in einer der Gruppen die sich nur noch selbst sehen und man lässt sich in den Sumpf ziehen.
Das fängt damit an, dass man beginnt sich mit anderen Cosplayern die dasselbe cossen zu messen und geht damit weiter über die nicht so gut gearbeiteten Cosplays zu lästern. Irgendwann endet es damit, dass man eigentlich keine Freunde mehr ausser seiner eingeschworenen Gruppe hat und von Con zu Con fährt und Dinge deswegen cosplayt weil die Gruppe es cossed und nicht weil einem etwas am Charakter liegt.

 

7. Eventuell sollte man das Thema öffentlich zur Sprache bringen

Dies ist ein Punkt, bei dem ich zwiegespalten bin. Ich denke eine Podiumsdiskussion wäre eine interessante Sache, wenn sie richtig gehandhabt wird. Ich habe meinen Blog bewusst nicht auf Animexx gepostet, da ich zwar mit einem Shitstorm gerechnet habe, ihn aber etwas geordneter regeln wollte als dass ich ins Hornissennest der Szene reinsteche ;)
Bei einer Diskussionsrunde sollte das Thema nicht davon handeln, wer sich wie daneben verhält, sondern dass das Thema Respekt wieder grossgeschrieben wird.
Ich denke das ganze in einem Forum ist einfacher zu diskutieren als im Blog. Leider besitze ich nur mein eigenes Forum und dort müsste man sich anmelden. Jemand könnte auch einen Thread bei Animexx eröffnen aber ICH mache das nicht ;)

 

8. Respekt

Dieser Punkt ist für mich das Kernthema. Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, dann müssen wir anfangen unsere hochgelobte Toleranz und den Respekt wieder vorzuleben.
Die Älteren müssen die Jüngeren wieder respektieren. Die Jüngeren müssen die Älteren respektieren. Cosplayer sollen sich gegenseitig respektieren. Conbesucher sollen die Regeln respektieren, genauso wie Helfer und Orgas die Besucher respektieren müssen.
Wenn sich eine Organisation selbst die Nächste ist, kann sie nicht erwarten dass ihre Besucher sie noch ernst nehmen. Und wenn die Besucher sich weiterhin versuchen in Cons zu schleichen oder sich in Büschen zu verlustieren, wird dies plötzlich zu weiteren Zaunimagics führen.

 

9. Das Alles bringt doch nichts

Stimmt. Was ich hier schreibe bringt gar nichts, ausser dass es vor allem die Leute zum Denken animiert, welche mir grössenteils eh schon zustimmen und Gegenreaktionen von Leuten hervorruft die es anders sehen, zu tief im Sumpf stecken oder einfach aus Prinzip anderer Meinung sind.
Ich persönlich denke, dass es etwas bringt, wenn wenigstens die die es interessiert sich immer wieder vergewissern, dass sie andere respektvoll behandeln. Ich erwarte nicht, dass ihr Müllspechten hinterher aufräumt oder Grüppchen zurecht weist. Dies wird eh meistens nichts bringen.
Aber ich hoffe dass ihr selbst auf euren Müll achtet und eure Freunde darauf hinweist den Müll nicht liegen zu lassen oder sich nicht über die Cosplayerin mit dem grösseren Körperbau lustig zu machen.
Wenn sich dank meinem vorherigen (oder diesen Blog) nur eine Person um mehr Respekt bemüht, dann hat sich bereits etwas geändert.

 

10. Und wie geht es mit der Szene nun weiter?

Das wird sich wohl zeigen. Die älteren Orgas erreichen langsam den Zeitpunkt zu dem sie diesen Blödsinn schon seit zehn Jahren machen und sich eventuell endgültig ihrem Privatleben widmen wollen. Wenn die Cons nicht gut übergeben werden können, werden sie verschwinden.
Kleinere Cons werden an ihre Stelle treten. Die grossen Gruppen werden sich vermutlich verstärkt in kleinere Gruppen aufteilen. Die ersten sogenannten „Gammelcons“ existieren bereits und es werden mehr davon werden.
Schlussendlich läuft das ganze auf drei Szenarien hinaus.
- Alles bleibt wie es ist.
- Es wird schlimmer und irgendwann gibt es einen riesigen Knall
- Die Situation wird sich normalisieren (entweder weil der Hype um A/M verschwindet oder weil sich alles etwas auflöst und in kleinere Grüppchen verteilt)

 

11. Aber ist das nicht ein gesellschaftliches Problem?

Doch. Die komplette Gesellschaft ist egoistischer und agressiver geworden.  Mehr denn je ist uns bewusst, dass wir von Politik und Wirtschaft verarscht und ausgenutzt werden. Aber sollten wir wirklich mit Gewalt und Respektlosigkeit uns selbst gegenüber darauf reagieren? In London raubten „Demonstranten“ im Protest gegen die korrupten Banken und Politiker kleine Familienbetriebe aus oder klauten sich gegenseitig die Geldbörsen.
Nur weil uns Unrecht getan wird, dürfen wir dies nicht mit Unrecht anderen gegenüber vergelten.

Und hiermit endet die Predigt. Was ich sagen wollte ist soweit gesagt und falls mir noch etwas einfällt behalt ich es für mich oder auch nicht :)
Wie oben erwähnt wäre ich froh das Thema grösser in einem Forum oder dergleichen diskutieren zu lassen, denn das Thema verdient mehr als nur via Kommentarfunktion besprochen zu werden.

Permalink 2 Kommentare

Quo Vadis Animeszene?

12. Januar 2012 at 11:50 (Comedy, Liebesgrüsse vom Arschloch, Rantabout) (, , , , , , , , , , , , , )

Heute bin ich mal in Stimmung für einen bösen Blog der einige Themen behandelt die mir schon lange auf dem Herzen liegen, vermutlich werde ich damit auch einigen Leuten auf den Schlips treten, aber hey, das ist das Ziel meines Blogs :)

Wie die meisten Leser meines Blogs ja wissen, war ich 2011 mit meinem vorerst letzten Comedyprogramm „Con ist Krieg“ unterwegs.
In diesem Programm behandelte ich das ganze Drama welches sich an Cons abspielt und das Feedback welches ich am meisten bekommen habe war „aber recht hat er ja“.

Mit diesem Blogeintrag will ich nun einmal gröber ausholen wieso ich überhaupt auf die Idee kam dieses Thema als Comedyprogramm zu behandeln und was ich persönlich zu diesem Thema zu sagen habe.

Um meine Meinung zu erläutern muss ich jedoch weiter ausholen und erst einmal erklären was die Animeszene für mich bedeutet.

Ich wurde mit 15 Jahren als Anime- und Mangafan von meinem damaligen besten Freund durch Dragonball und Sailormoon angefixt.  Durch das Hobby lernte ich neue Leute kennen und mit der schrittweisen Verbreitung von Internet lernte ich dann mit 17 die ersten deutschen Animefans kennen.

In der Schweiz kam ich in ein Forum in welchem sich rund 80 Animefans des ganzen Landes unterhielten und der Szene verdankte ich im Jahr 2000 meine erste Beziehung (und meine erste Con).

Ich hebe dies deswegen hervor, weil damals (also vor 10-14 Jahren) waren einige Punkte in der Animeszene nahezu in Stein gemeiselt, auch wenn es logischerweise Ausnahmen gab.

- Animefans sind fast alle Mobbingopfer
- Animefans verachten Alkohol
- Animefans verachten Hiphop

Die Animeszene war damals für viele Mobbingopfer eine Möglichkeit sich unter Gleichgesinnten wohl zu fühlen. Eine Art Familie fernab der Normalität.
Während die „normalen“ Menschen sich besoffen, Hiphop hörten und ihre Gruppenkämpfe austrugen, so besprach man die neueste Serie, traf sich zum Gameboy spielen oder machte Animesessions bei denen man sich NGE, Trigun etc. ansah.
Eines der Credos der Szene war jahrelang (zumindest in der Schweiz) „Wir brauchen keinen Alkohol um Spass zu haben“.

Natürlich gab es auch Streitereien und zwischenmenschliche Probleme, aber im Kern wussten wir immer, dass wir alle Animefans sind. Im Kern halten wir zusammen. Selbst wenn ich jemandem am liebsten die Zähne eingeschlagen hätte, so hätte ich ihn immer gegen äussere Einflüsse verteidigt. Weil er wie ich war und dementsprechend ein Angriff auf ihn, ein Angriff auf mich war.

Dieses Gefühl ist in meinen Augen allerdings immer mehr verschwunden. Die Szene ist gewachsen. Nicht nur in der Masse sondern auch in der Breite.
Die Szene setzt sich mittlerweile nicht mehr „nur“ aus Metal/Goth-Hörern zusammen sondern auch Normalos, Popkiddies, Hiphoppern etc.
Anime und Manga scheint in der Normalität angekommen zu sein. Zumindest für Animefans der älteren Garde wie mich. (Was lustig ist, da bereits wir als Mainstream betrachtet wurden von denjenigen die noch mühsam Fansubs auf Videokassetten gekauft hatten in den siebziger und achziger Jahren)

Durch die Masse hat sich die Szene immer mehr aufgespaltet. Aus Treffen von 20 Leuten wurden Treffen von 50 Leuten. Daraus Treffen von 100 Leuten.
Ein Forum mit 80 Benutzern hat plötzlich 800 Benutzer.
Logischerweise begannen sich Grüppchen zu bilden. Man hat plötzlich die Freiheit sich nicht mehr mit jedem verstehen zu müssen und so schade dies ist, es ist normal.

Auch die Einstellung zum Alkohol hat sich geändert. Wo früher Alkohol noch verpönt war gibt es nun Cons an welchen Alkohol verkauft wird und Cons an welchen sich die Orgas besaufen.
Immer mehr Animefans fröhnen dem Alkoholgenuss. Die Jüngeren weil es cool ist und dazu gehört. Die Älteren um ihre Depressionen und Midlife-Crises zu ersäufen.

Im Grunde mag der Alkoholgenuss vernachlässigbar sein und bei weitem nicht jeder ist so ein Alkoholhasser wie der alte Mann der diesen Blog verfasst. (wobei ich nichts gegen ein Glas Met einzuwenden hätte wenn die Leute es nicht übertreiben würden und es nicht nach Alkohol schmecken würde)

Der Alkohol ist für mich eher eines der Beispiele an Dingen welche sich geändert haben. Die Grüppchenbildung der Szene hat vermehrt zu Situationen geführt, welche ich so nur aus der Schule kannte und welche in der Animeszene für mich nie denkbar gewesen wären.
Mobbing und Profilierungsneurose.

Zum Beispiel das Cosplay. Die Cosplayszene lässt sich mittlerweile gut Unterteilen in Teilzeitcosplayer und Vollzeitcosplayer. Und ich persönlich halte mich je länger je mehr von den Vollzeitcosplayern fern, da einige davon ein gutes Beispiel dessen zeigen, was mit der Szene (in meinen Augen) nicht mehr stimmt.

Anstatt ihr Hobby zu geniessen scheint es nur noch aus Gehässigkeit, Arroganz, Selbstprofilierung und Arbeit zu bestehen.
Es wird sich bei möglichst vielen Leuten eingeschleimt um viele Freunde zu haben. Denn nur wenn man viele Freunde hat kann man diese dazu mobilisieren, dass bei Cosplaywettbewerben für einen gestimmt wird.
Das Ziel ist klar. Die Startseite von Deviantart, Cosplay.com oder Animexx.

Übergewichtige Cosplayer, Cosplayer die nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechen, genetische Männer welche gerne Frauen cosplayen oder (gnade Dende) Cosplayer die es wagen dasselbe Cosplay wie man selbst zu tragen, werden mittlerweile gnadenlos gemobbed und attackiert.
Noch schlimmer ist die Bigotterie welche einige Leute betreiben wenn es um Freizügigkeit geht.

Da können zwei Mädels dasselbe Cosplayprinzip verfolgen. Beide weiblich, beide oben ohne, beide liegen auf dem Bauch wodurch man nur einen Teil der Brüste sieht.
Die eine ist eine Schlampe und die andere hat das Cosplay voll cool herüber gebracht.
Ich habe aus diesem Grund bereits „Freunde“ aus Facebook gelöscht, weil ich mich sonst nicht hätte zurückhalten können meine Meinung zu äussern, wenn ein Mädel welches auf zig Fotos ihre Brüste im Cosplay in die Kamera streckt, sich darüber aufregt dass ein anderes Mädel ihre Brüste (wohlbemerkt weniger angstrengt) ebenfalls in die Kamera streckt.

Die grösseren Cosplaywettbewerbe treiben dieses Getue dann auf die Spitze. Da wird gelogen und betrogen und gegen die Jury aufgebracht um sich einen Vorteil zu erschleichen. Es hat beim DCM nicht zur Qualifikation gereicht? Kein Problem. Man versucht einfach den Sieger zu verunglimpfen. Man erstellt Doppelaccounts um seine eigenen Thesen noch durch eine zweite Person untermauern zu können oder man mobilisiert einfach seine Freunde und Fans.
Etwas das mal als Spass begonnen hat wird immer mehr zum knallharten Business bei dem die Beteiligten keinerlei Spass und Kritik verstehen. Schlimmstenfalls geht dies bis zum krankhaften Bekehrungsversuch, dass Cosplay nicht etwas besonderes sei.

Aber nicht nur vor, auch hinter der Kamera spiegelt sich das wieder. Seien es Cosplayfotografen die darauf pochen, dass sie viel bessere Fotos machen als XY, Animeradios die sich gegenseitig bekämpfen und schlecht machen oder auch die immer häufiger werdenden Filmcrews mit ausgeklügelteren oder weniger ausgeklügelten Formaten.
Die schlimmsten sind jene die hinter jedes Video und jeden Blog und jeden Kommentar ihr „abonniert mich und klickt auf like“ schreiben, was bei mir automatisch eine Abneigung auslöst.
„Wenn du etwas Gutes leistest werde ich es automatisch liken, wenn du mehrere gute Dinge leistest, werde ich dich abonnieren. Wenn ich der Meinung bin, dass du WIRKLICH sehenswert bist, mache ich Werbung für dich. Hör auf mich dazu aufzufordern sondern ARBEITE für deinen Erfolg…“ aber ich schweife ab.

Überall werden Seilschaften geknüpft um sich einen Vorteil zu verschaffen. Händler XY gibt Orga YZ einen Freundschaftsrabatt im Laden und erhält dadurch Exklusivrechte für Con XZ. Orga AB lässt die Veranstaltung BC nur von seinem guten Kumpel CD in Szene setzen etc.
Vereine werden gegründet um diese Seilschaften in offizielle Strukturen zu zwängen um davon abzulenken und die Vetternwirtschaft geht bis zum Punkt wo manche Leute Geld für Dinge erhalten, welche der Rest ehrenamtlich leistet.

Die Animeszene verkam in den letzten Jahren vermehrt genau dazu, wovon sie sich noch vor zehn Jahren so krankhaft abzugrenzen versuchte.

Selbst die Toleranz, ein Punkt auf den wir in der Animeszene so stolz sind, schwindet immer mehr.
Wir Animefans rühmen uns, dass wir keine Vorurteile haben. Egal ob weiss, schwarz, asexuell, homosexuell, bisexuell oder sogar heterosexuell. Alle sind erwünscht und akzeptiert. Niemand wird gemobbed.

Ausser man gehört zu Jenen die erneut ausserhalb des erlernten Tellerrandes liegen. Die Akzeptanz der Furries lässt noch immer zu wünschen übrig. Starkes Übergewicht wird eher noch verstärkt blossgestellt als früher. Ein Animefan mit christlichem Glauben (ja die gibts) wird eher belächelt. Ja wir sind toleranter als der Durchschnittsbürger, aber die Grenze unserer eigenen Toleranz verteidigen wir dafür härter als es ein Normalo tun würde und sie nimmt ab.
Und ich bilde da keine Ausnahme. Ich war geschockt erkennen zu müssen wieviel Sprüche ich gegen Furries losgelassen habe oder wie ich auch manchmal Leute der Szene gemobbed habe weil sie in meinen Augen einfach nur Trottel waren.
Auch heute erwische ich mich noch dabei wie ich genau jene Dinge tue welche ich hier anprangere und ich könnte mir selber in den Hintern treten wenn ich mich dabei erwische.

Ich weiss für all jenes was ich hier beschrieben habe gibt es zahlreiche Ausnahmen und Situationen die anders laufen und die Lage mag bei weitem nicht so dramatisch sein, wie ich es hier darstelle aber trotzdem musste es raus. Zum Beispiel wurde an der Hanami eine junge Frau zum Mr. Hanami und ein junger Mann zur Mrs. Hanami gewählt, was ich sehr cool fand.

 

Long Story Short:

Betrachtet die Entwicklung der Animeszene und fragt euch, ob es das ist was ihr wollt. Falls nicht nehmt euch ein Beispiel. Beteiligt euch nicht beim Mobbing. Sagt Leuten die sich so benehmen eure Meinung oder werft sie aus der Freundesliste, denn sowas sind keine Freunde.
Hört auf krankhaft besser sein zu wollen als alle anderen. Es gibt so unendlich viel kreative Energie in dieser Szene und ein Grossteil wird auf kindischen Konkurrenzkampf verschwendet anstatt darauf etwas zu erreichen.

Dies ist worauf ich hinaus wollte und mitunter ein Grund wieso ich mich für ein Jahr aus der Comedy zurückziehe (neben Hochzeit und Erholung). Ich habe in den letzten zwei Jahren mehr Drama in der deutschen Szene erlebt als ich es in den ganzen 12 Jahren als Animefan davor getan habe und je mehr Auftritte ich habe, desto mehr bekomme ich mit. Wenn ich mich also aus den Cons zurückziehe, bekomme ich eventuell auch etwas weniger Drama mit und bekomme wieder mehr den Glauben in die Szene zurück.

In diesem Zusammenhang noch ein grosses Lob an die Showacts der Szene. Ich habe bisher nur mit wenigen Showgruppen/Sänger/innen sprechen können, aber meine Erfahrung war es, dass sich hier noch gegenseitig unterstützt wird.
Man hilft sich hinter der Bühne beim umziehen, man gibt sich Tipps, man versucht das Publikum anzuheizen und genau so sollte es sein. (Ok ich kenne auch Showacts die ne ganze Garderobe für sich beanspruchten und der Rest musste sich zu 30 ein kleines Zimmer teilen aber shit happens :) )

 

 

PS: Keine Ahnung ob meine Einschätzung zu gewissen Themen wie dem Alkoholkonsum wirklich stimmt oder ob die heutigen Animefans überhaupt noch gemobbed werden. Falls ich da total schief liege wäre ich um Feedback dankbar.

Permalink 34 Kommentare

Jahresrückblick 2011 und Achievements

1. Januar 2012 at 11:31 (Life of shin) (, , , , , , , , , , , )

Ich habe mir lange überlegt ob ich einen Jahresrückblick zum Jahr 2011 schreiben soll, aber ehrlich gesagt habe ich aktuell viele Probleme damit mich überhaupt wirklich an das Jahr 2011 zu erinnern.

Ich kann lediglich die (für mich) wichtigsten Punkte aufführen.

In meiner Erinnerung war es das erfolgreichste Jahr meiner Comedykarriere und seit langem das glücklichste Jahr als Arbeitnehmer. Ich konnte mich gut in meine neue Arbeit eingewöhnen und mir sind sogar meine Haare wieder nachgewachsen.

Comedytechnisch hatte ich extrem viel zu tun dieses Jahr.

Ich hatte dieses Jahr lediglich 7 Auftritte, da der 8chte aus Gesundheitsgründen geplatzt ist. (Vorjahr: 9 Auftritte)

Namentlich waren dies: Hanami, ChisaiiCon, Dokomi, WieMaiKai, Cosday, Connichi und J-Con.

Ich legte insgesamt 6867 Kilometer zurück (Vorjahr 11 350), jedoch ALLE mit dem Auto (und ich sage euch über 3000 Km innerhalb von 8 Tagen ist DUMM)
Ich gab für die Comedy 2011 insgesamt rund 3500 Euro aus (wovon keine 300 Euro wieder reingekommen sind)
X Zuschauer im Publikum (keine Ahnung was die ganzen Cons an Zuschauern zusammenkriegen)
2 Cosplays auf der Bühne
Einige Interviews gegeben und immer noch 0 Groupies *hehe*

Generell empfand ich mein Programm „Con ist Krieg“ zwar nicht als mein bestes Programm, aber sicherlich als mein professionellstes.
Es war das erste Mal, dass ich mir selber ein Cosplay geschneidert und mein Programm auch um ein alter Ego herum aufgebaut habe. Ich habe auch das erste Mal mit einem eigenen Zeichner gearbeitet um nicht immer auf Fotos aus dem Internet zurückgreifen zu müssen.

Hier ein riesiges Lob an die Künstlerin Mummymetaller welche für mich die Commissions gezeichnet hat.

Generell konnte ich auch dieses Jahr einige nette Leute neben der Comedy kennen lernen, respektive ich hatte im September die Möglichkeit mal Edi von Die Con ist Heiss persönlich zu treffen und sogar mit dem Team bei einem Webler mitzumischen.

Ebenfalls konnte ich dieses Jahr vermehrt mit den Leuten von Moonflow.tv zusammen arbeiten und zusammen mit Christian Leiser die J-Con moderieren. Hätte nichts dagegen das nächstes Jahr nochmal zu wiederholen. Dann jedoch müssen wir das letzte Einhorn besser hinbekommen ;)

Stichwort das Letzte Einhorn.

Ein riesiges Highlight war natürlich, dass ich wieder an der Connichi auftreten konnte. Und zwar nicht nur als Komiker, sondern auch als Mitmoderator bei der Eröffnung und beim Cosplaywettbewerb zusammen mit dem Catman Olaf. Es hat extrem viel Spass gemacht, auch wenn ich die Arbeit die da Olaf (oder auch besonders die Orga) leisten muss, komplett unterschätzt hatte. Hier nochmal einen lieben Gruss an Elly und Anne (und natürlich Olaf).
Im Zusammenhang mit der Nichi hab ich mich auch einmal am letzten Einhorn versucht und daraus ist sogar der schlimmste Youtubechannel ever entstanden. Shinji Sings.

Ebenfalls Erwähnung finden muss natürlich mein allererster eigener Hentai, welcher von Nihao gezeichnet wurde. Bestellungen können immer noch bei mir getätigt werden und aufgrund des Interesses wird vermutlich im Frühjahr ein Nachfolger erscheinen. (allerdings mehr als nur eine shortstory dann)

Von der Comedy weg, kommen wir jedoch zu meinem absoluten persönlichen Highlight dieses Jahres.
Am 3.12.2011 gab ich meiner Freundin nach 3,5 Jahren Beziehung das Ja-Wort und bin seitdem verheiratet. Geändert hat sich nichts, ausser dass wir nun mehr Steuern zahlen. Passt scho ;)

Da wir im September jedoch eine grosse Hochzeit planen und ich mich 2011 mit meiner Comedy übernommen habe, wird es wie mehrfach angekündigt keine Comedy von mir geben im Jahr 2012. Ich werde höchstens an 2-3 Cons moderieren aber ich kann es mir finanziell nicht leisten soviel zu reisen dieses Jahr :)

Kommen wir nun zu den Achievements.

Ich hatte für 2011 einige Pläne und manche konnte ich auch durchsetzen.

Comedytechnisch:

Stay busy (10G)
Mindestens 5 Auftritte dieses Jahr haben

- erfüllt

Oops i did it again. (15G)
Erneut auf der Connichi auftreten.

- erfüllt

GODLIKE (20G)
Das geplante Cosplay rechtzeitig bis zur Hanami fertig haben

- erfüllt

Halfgodlike (10G)
Das geplante Cos irgenwann 2011 fertig haben.

- erfüllt

Being Famous (10)
Auf Facebook 300 Fans bis Endes des Jahres. (Stand Anfang Jahr 250)

- Erfüllt (sind über 500)

Keeping it straight. (5G)
Die traditionellen 3 Auftritte dieses Jahr haben. (Hanami, Kamani, Dokomi)

- NICHT erfüllt. Die Kamani fiel aus Krankheitsgründen aus.

You can do it – ALONE(50)
Das Cosplay selbstständig erfolgreich bauen

- Nicht erfüllt da ich grosse Hilfe durch meine Frau hatte.

Being ahead of Time (25G)
Ein komplettes Comedyprogramm mal NICHT erst 2 Wochen vor dem Auftritt fertig haben

- Nicht erfüllt ^-^`

Teaching you. (10G)
Shinji Schneiders Anime-ABC 2011 beenden

- Nicht erfüllt… ich bin scheisse

Nun kommen wir ins Jahr 2012. Für mich persönlich wird 2012 ein hoffentlich ruhigeres Jahr. Trotzdem habe ich einige Pläne die ich erreichen möchte.

Comedytechnisch

Keep Word (50)
An nicht mehr als 4 Cons fahren 2012

But don’t shut up (20)
Wenigstens neue Songs aufnehmen

Get your effing ass to work (20)
Vielleicht endlich mal das Anime-ABC abschliessen?

Get that shit up to date (20)
Meine Homepage mal auf einen neuen Stand bringen und überarbeiten

Persönlich

You’ll never do it (20)
Gewicht auf 85 max. reduzieren

Money makes the world go round (50)
Genug Geld für die Hochzeit zur Seite kriegen

Yes, i do (25)
Die Steampunkhochzeit erfolgreich planen und durchstehen.

In dem Sinne wünsche ich allen ein frohes 2012. Achtet auf eure Lieben und geniesst das Jahr. Und keine Sorge wegen dem Weltuntergang.
Hätten die Spanier nicht die Mayas ausgerottet hätten die vielleicht ihren Kalender fertigstellen können.

Permalink 1 Kommentar

Bundesratswahlen 2011

14. Dezember 2011 at 11:51 (Nicht kategorisiert) (, , , , , , , , )

Ich fasse mich kurz und lasse Zahlen für sich Sprechen.

SVP = 26.6% Wähleranteil = 1 Sitz im Bundesrat
SP = 18.7% Wähleranteil = 2 Sitze im Bundesrat
FDP = 15.1% Wähleranteil = 2 Sitze im Bundesrat
CVP = 12.3% Wähleranteil = 1 Sitz im Bundesrat
Grüne = 8.4% Wähleranteil = 0 Sitze im Bundesrat
Grünliberale = 5.4% Wähleranteil = 0 Sitze im Bundesrat
BDP = 5.4% Wähleranteil = 1 Sitz im Bundesrat

Politik ist in der Tat „Politik“

PS: Ich halte rein gar nichts von der SVP oder von der SP. Aber Demokratie heisst nunmal, dass alle Meinungen im Parlament vertreten sein sollten, selbst die von Querulanten.

Permalink Hinterlasse einen Kommentar

Die bizarre Welt der Bild D. E.

5. Dezember 2011 at 20:51 (Motzen gegen Medien) (, , , , , , , )

Der letzte Beitrag des heutigen Tagen ist weniger erfreulich, aber scheinbar ist es mal wieder notwendig sich über gewisse Eigenheiten gewisser Medienvertreter Luft zu verschaffen.

Aber holen wir nun etwas aus.

Anfang November wurden zwei abgetrennte Arme im Leipziger Elsterbecken entdeckt. Danach fand eine Wochenlange Suche nach dem restlichen Körper und nach der traurigen Gewissheit, dass der Besitzer der Arme nicht mehr am Leben war, der Identität des Getöten.

Per DNA-Analyse wurde nun die Identität des Opfers, welches vermutlich ermordet wurde, ermittelt. Und man kann einem den Wunsch nicht verübeln, dass dies nie geschehen wäre, wenn man die nun folgende Geschichte liest und sich bereits zusammenreimen kann, wie die Geschichte weiter gehen wird.

Die Bild-Zeitung tut nämlich genau dies, was sie am besten kann, an den Pranger stellen und Schmutzwäsche waschen. Im aktuellen Fall gibt es keine echten Anhaltspunkte auf den Täter, also stürzen sich die habgierigen Geier auf das Opfer.
Dank der Bild-Zeitung wissen wir nun nämlich, dass Jonathan H ein „Cosplayer“ war der sich auch gerne in Frauenklamotten ablichten liess.
Er brach mit seiner Familie, lebte von Hartz IV, war ein ängstlicher Eigenbrötler, lebte in seiner Fantasiewelt und war homosexuell mit ständig wechselnden Männerbekanntschaften.
Zumindest behauptet das Bild.

Es verwundert nicht, dass die Abschnitte in denen Frauenkleider, schwarzer Nagellack und die Homosexualität erwähnt werden, fett markiert wurden. Selbst dann, wenn es sich lediglich um irgendwelche Aussagen von irgendwelchen Nachbarn handelt. Und wir wissen alle, wie gute Nachbarn im Nachhinein immer Bescheid gewusst haben wollen.

Ich habe mich entschlossen gezielt nicht dieses Machwerk deutscher Medienkunst zu verlinken, da in meinen Augen kein Cent Werbeeinnahmen an diese Leute gehen sollte.  Stattdessen verlinke ich einfach Printscreens des Beitrags.

Es bleibt zu hoffen, dass die Bild-Zeitung sich von der Anime- und Cosplayszene fern halten und die Trauer der Angehörigen respektieren wird. Aber wir wissen alle bereits, dass dies nicht geschehen wird.
Es reicht nicht, dass ein junger Mensch sein Leben auf vermutliche grausame Art und Weise verloren hat. Sein Leben muss auch noch im Nachhinein zur Schau gestellt und gewertet werden.

In dem Zusammenhang bleibt mir nur noch ein einziger Link den ich posten kann.

http://www.presserat.info/inhalt/beschwerde/anleitung.html

Eine Beschwerde beim Presserat mag vielleicht nicht viel bewirken wenn es nur eine Person tut. Aber je mehr Leute sich je öfter beim Presserat beschweren, desto eher wird irgendwann etwas gegen diese Form des Schmierenjournalismus unternommen.

 

 

 

Nachtrag:

Hier ein Beispiel wie man es richtig macht.

http://nachrichten.lvz-online.de/leipzig/polizeiticker/polizeiticker-leipzig/lehrer-von-leipziger-mordopfer/r-polizeiticker-leipzig-a-116240.html

Permalink 14 Kommentare

Just Married

5. Dezember 2011 at 20:23 (Life of shin)

Was gibt es gross zu sagen?

 

Der Shinji ist verheiratet. Am Samstag haben mein Schatz und ich uns das Ja-Wort gegeben. Gemeinsam mit der engsten Familie, den Trauzeugen und engsten Freunden machten wir uns auf ins Standesamt und gaben uns das Ja-Wort.

Danach brachen wir auf lecker, von meinen Eltern gesponsertes, Hochzeitsmampf zu verdrücken.
Nachdem ich nun zwei Tage verheiratet bin, ist das ganze noch immer nicht wirklich bei mir angekommen, aber  nichts desto trotz freue ich mich über den neuen Lebensabschnitt.

Im September werden wir dann noch eine grosse Hochzeit nachholen an der wir mehr Familienmitglieder und mehr Freunde einladen werden. Dies kostet aber Zeit und Geld was einer der Hauptgründe für die folgende Hochzeitspause darstellt.

Über den Fortschritt der Hochzeit kann man sich auf unserer Homepage informieren. Und Fotos der standesamtlichen Trauung befinden sich hier.

Permalink Hinterlasse einen Kommentar

J-Con AKA Con ist Penis…..Penis ist Krieg….whatever

5. Dezember 2011 at 20:19 (Comedy, Conbericht) (, , , , , , , , , , , )

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und das Conjahr hat für mich seinen Abschluss am vergangenen Wochenende an der J-Con in Merzig im Saarland gefunden.

Wie letztes Jahr sollte ich auch dieses Jahr wieder die Con moderieren. Neu allerdings nicht alleine sondern gemeinsam mit Christian Leiser von Moonflow.tv 

Um rechtzeitig anzukommen, fuhren wir bereits am Freitag Abend hoch und sahen uns etwas den Aufbau an, plauderten mit Christian Leiser und natürlich den restlichen Leuten vor Ort.

Am Samstag ging es dann früh los zur Con, alles vorbereiten und moderieren.
Ich habe nicht vor euch mit den Details der Moderation zu langweilen. Um es kurz zu machen, obwohl ich 0 vorbereitet war (sorry) lief die Moderation ganz ok. Der Cosplaywettbewerb hatte dieses Jahr schlussendlich doch noch einige Teilnehmer und ich fand mich irgendwie plötzlich wieder in der Jury wieder (weird).

Ebenfalls gaben wir uns noch beim Karaokewettbewerb als Abschluss mit „Last Unicorn“ die Ehre. Was reichlich schräg klang, da wir den Originalsound nie auf der Bühne hörten.

Nach lecker Essen beim lokalen Inder (Maharaja) ging es dann auch bald wieder schlafen und am Sonntag das letzte Mal vor meiner Hochzeitspause als Ares auf die Bühne.
Der Auftritt lief ganz ok und am Schluss konnte ich das Publikum noch mit dem Song „Seid Bereit“ verwirren welchen ich extra für die J-Con noch fertig gemischt hatte.  (Video folgt)

Generell hatte ich an der J-Con viel Spass und von Fans erhielt ich einen lieben Abschiedsdank für 6 Jahre Comedy. Danke Jungs und Mädels.

Nun heisst es jedoch Pause und Heiraten. Ich lasse euch natürlich über alles auf dem laufenden in meiner Facebookgruppe oder unserer Hochzeitshomepage.

Und warum Con = Penis ist? Das müsst ihr die Mädels der J-Con fragen die das Wort einfach immer wieder in den Mund genommen haben. :)

Permalink Hinterlasse einen Kommentar

Bin ich Marke oder bin ich Mensch?

3. November 2011 at 22:20 (Comedy, Liebesgrüsse vom Arschloch, Life of shin, Rantabout) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Hier mal wieder ein Beitrag der dies tut, wozu dieser Blog eigentlich gedacht wäre. Einen Hintergrund zu dem Menschen liefern, der hinter dem kostümierten Spinner auf der Bühne steht. Mir.

Der folgende Eintrag, respektive seine Aussage ist mir sehr wichtig aber ich haderte lange damit ob ich ihn wirklich so schreiben sollte, wie er schlussendlich hier steht.

Seit über 6 Jahren (genauer genommen, seit dem 5.6.2005) tingle ich von Animeconvention zu Animeconvention und versuche das Publikum mit meinen Kapriolen auf der Bühne zu unterhalten.

Die Anfänge waren damals bescheiden und kamen nur durch Connections und den Goodwill der jeweiligen Veranstalter zustande.

Meine ersten Auftritte (Hanami, J-Con, Kamani, Nippon Island Con) liessen sich daher mehr auf persönliche Beziehungen als wirklich auf Talent zurückführen und daher war für mich mein erster Auftritt an der Bonenkai 2006, wo ich zuvor keinerlei Connections hatte, eine riesige Ehre.

Ich will den Orgas der anderen Veranstaltung keinesfalls unterstellen, dass sie mich als reinen Freundschaftsdienst auf die Bühne liessen, aber in meinen Augen verfügte ich niemals über das Talent Leute wirklich zu unterhalten und als Showact zu fungieren.
(Dies wurde mir ebenfalls wortwörtlich so 2006 von einer Con bei der ich bis heute Auftrittsverbot habe so attestiert. „Wir glauben nicht, dass du Leute unterhalten kannst“)

Zu dieser Zeit nannte ich mich selbst noch „Michael Mittermeier der Animeszene“. Nicht weil ich mich auf einem Level mit ihm gesehen hätte oder besonders wichtig erscheinen wollte, sondern weil ich mich selber als einen schlechten Abklatsch von MM sah.

Ich befand mich auf der Suche nach meinem eigenen Style, nach mir selbst und nach einem Weg die Leute wirklich zum Lachen zu bringen. Und das taten sie. Die Leute lachten. Aber wieso? An meiner Comedy konnte es unmöglich liegen. Die war nicht lustig.
Ich selbst hielt sie nicht für sonderlich komisch. Meine damalige Freundin hielt sie absolut nicht für komisch und machte mir dies auch oft genug deutlich mit Sprüchen wie „Naja für Deutsche reichts“.

Dementsprechend war auch mein Verhalten in der Comedy. Nach jedem Auftritt durchsuchte ich Conberichte nach meinem Namen. Ich musste wissen was die Leute wirklich von meiner Comedy halten. Lachen sie nur aus Anstand oder halten sie mich wirklich für witzig? Und was gefällt ihnen nicht? Wie kann ich besser werden?

Meine Gemütsschwankungen varrierten irgendwo zwischen „Yes ich kann die Leute zum lachen bringen“ und „warum schauen die mich an? Ich bin Scheisse“ und dementsprechend war ich auch stets auf der Suche nach Möglichkeiten mich zu beweisen und besser zu werden. Oder zumindest meine Comedy von Allem und Jedem bewerten zu lassen.

Damals war ich aber nicht nur auf der Suche nach mir selbst, einer besseren Arbeitsstelle, meiner eigenen Comedy und Auftritten, sondern auch nach simplen Themen über die ich überhaupt Witze machen könnte.

2005/2006 – Auftritte an der Nippon Island Con, der Hanami, der Kamani und der Bonenkai

Mein erstes Programm (Ein Mann unter Freaks) hatte eine Vorlaufzeit von 2 Jahren in denen ich diverse Witze aufgeschrieben und irgendwie ins Programm verwurstet hatte um dann schlussendlich RTL 2 den Krieg zu erklären.

An der Bonenkai lernte ich das erste Mal die Schattenseiten des Ruhms kennen, indem ich mit anderen Showacts in einer Mailingliste war, denen ihr „Stardom“ scheinbar zu Kopf gestiegen war. Lautstark beschwerten sie sich über zuwenig Auftrittszeit, zuwenig Tickets, zu wenig Zeit im Hauptsaal und überhaupt zuwenig Würdigung für ihr Genie.
Dies untermauerten sie mit der Betonung, dass sie sowieso beliebter wären als alles andere was an der Con auftreten würde.

In diesem Moment fasste ich mir einen Entschluss. Sollte ich jemals so werden…. erschiesst mich. In erster Linie sollten wir Showacts zur Unterhaltung der Besucher dienen und nur an zweiter Stelle unserer eigenen Profilierung fröhnen. Ganz besonders aber sollte man niemals die anderen Showgruppen beleidigen, denn jeder Showact weiss selbst, wieviel Überwindung es kostet auf die Bühne zu gehen.

Daher rührte mein Entschluss immer dankbar dafür zu sein, dass ich auftreten darf.

2007 – Auftritte an der Hanami, der Kamani und der J-Con

Das zweite Programm (Erlebnisse eines Condrivers) sollte etwas von der Szene weg kommen, mir eventuell ermöglichen auch lustig für Leute zu werden, die keine Ahnung von Anime hatten (wie meine Familie) damit ich auch diese unterhalten könnte (man beachte wieder die Suche nach Bestätigung).

In diesem Programm hatte ich zwei Punkte entdeckt, der mir für spätere Programme dienlich sein sollten.

1. Finde einen guten Abschluss

Wenn du nicht weisst wie du dein Programm beenden sollst, wirst du in der Schwebe stecken. Kein Abschlussgag hinterlässt das Publikum mit Enttäuschung.

2. Kenne dein Publikum

Die Zuschauer bei Comedy möchten mitreden können, sie müssen sich integriert fühlen. Dieses Programm scheiterte darin. Jeder Congänger kommt irgendwie zu einer Convention, doch die Fahrt wird gerne ausgeblendet. Aber für mich war klar, an Animeconventions nur noch passende Comedy.

2008 – Auftritte an der Kamani, dem Best of Anime und der Hanami

Das dritte Programm (zehn Jahre Conhopping) war wieder ein Versuch zurück zum Ursprungsthema. Ich merkte, dass es eine gute Idee gewesen war direkt über die Szene als solches zu sprechen. Das Publikum fühlte sich miteinbezogen und ich hatte das erste Mal das Gefühl, dass ich sie wirklich in meinen Bann ziehen konnte.

Zu diesem Zeitpunkt verabschiedete ich mich auch von meiner damaligen Freundin und eine neue Frau trat in mein Leben. Die Frau, der ich am 3.12.2011 meinen Nachnamen übergeben werde.

Sie gab mir wieder Selbstvertrauen. Sie unterstützte mich bei meiner Comedy. Sie glaubte an mich und das half mir ebenfalls an mich zu glauben. In demselben Jahr gab ich auch mein erstes abgedrucktes Interview für Pummeldex, was mir endgültig das Gefühl gab, doch irgendwie als Showact gelten zu dürfen. Auch wenn ich nicht verstehen konnte wieso.

2009 – Auftritte an der Dokomi, der Kamani, der Hanami, Best of Anime und der Connichi

2009 erlebte ich mit meinem vierten Programm (Voll im Stress) einen plötzlichen Popularitätsanstieg. Ich weiss nicht ob es mit dem Interview bei Pummeldex zu tun hatte, aber ich hatte das Gefühl, dass an der Hanami der Saal voller war als auch schon.

Das Programm, bei welchem mir meine Freundin sehr geholfen hatte indem sie als Zuhörerin und Ideengeberin fungierte, schlug beim Publikum sehr gut an. Insbesondere die Helfer, welche Hauptopfer meiner Show waren konnten mir nur beipflichten und fünf kleine Sätze, sollten sich in die Köpfe der Conbesucher bohren.

Keine Ahnung.
Ich bin nur Helfer.
Frag nen Orga.
Wo steckt die Orga?
Wo bleibt meine Vertretung?

2009 markierte daher auch eine dreifache Premiere für mich. Zum einen wurde ich das erste Mal direkt von einer Con angefragt ob ich bei ihnen auftreten wollen würde.

Bei der Bonenkai hatte ich mich beworben. Hanami/J-Con/Best of Anime/Kamani waren für mich Cons/Treffen an denen ich eh auftreten würde, weil sie von Freunden organisiert wurden.
Aber nun gab es da eine Con die mich wollte. MICH. Und das ohne dass ich da jemanden kannte.

Ich musste mehrmals meine Augen reiben bevor ich der Mail glauben konnte die mich nach Düsseldorf einlud. Aber was tut man als Showact in so einem Fall? Düsseldorf war weiter weg als alle bisherigen Cons  und fordert man bei sowas Benzingeld? Gage? Miep?

Dies ist eine Frage die sich mir bis heute nicht wirklich beantworten liess. Kann ich Gage/Spesen verlangen? Darf ich das? Sollte ich das sogar? Die Geldfrage wurde bis heute nie wirklich geklärt, aber dazu werde ich mich später noch äussern.

Der Auftritt an der Dokomi führte auch dazu, dass ich JD kennen lernte und sah, dass ich scheinbar in Zukunft nicht der einzige Animekomiker sein würde. Dies machte mich glücklich, da ich damit die Möglichkeit hätte irgendwann aufzuhören weil ja nun jemand anders meinen Job erledigt und weil es mir zeigte, dass die Idee mit Animecomedy scheinbar ganz gut gewesen war.
Ebenfalls wurde ich das erste Mal gezwungen eine Zugabe zu geben. Eine Zugabe? Wie denn, wo denn was denn? Schlussendlich stammelte ich irgendetwas dahin, aber die Idee Songs (als Hommage an Chibichibixxx) am Ende zu singen war geboren.

Die dritte Premiere und ein noch viel grösserer Schock war als ich von der Connichi die Erlaubnis bekam bei ihnen aufzutreten. Zwar nur weil eine andere Showgruppe absagen musste und ich als Einmannshow flexibel war, aber ich wurde genommen.
Das triumphale Fiasko mit dem Stromausfall dürfte allen genug geläufig sein und muss daher nicht extra erwähnt werden.

Aber 2009 war für mich endlich der Moment, in dem es in meinem Kopf „Klick“ machte und ich wirklich zu mir selbst sagen konnte. „Ja. Ich bin lustig. Ich KANN Leute zum Lachen bringen“
Trotzdem verbrachte ich absolut gehypte Wochen online und suchte nach Kommentaren zu meinem Auftritt. ^-^`

2010 – Auftritte an der Contopia, der Hanami, der Dokomi, der Kamani, der Chisaii-Con, dem Cosday, der NiCon, der Frankfurter Buchmesse, der Wie.Mai.Kai, der Animaco und der J-Con

2010 und mit dem fünften Programm (Fan @ Work) ging die Show so richtig los. Das neue Programm war im Grunde dasselbe wie bereits die anderen beiden davor. Neu widmete ich mich jedoch den Fans selbst und nicht mehr den Helfern.

Ich persönlich denke das Programm war weniger ausgereift als sein Vorgänger. Gezwungener vielleicht. Zumindest überzeugte es mich selbst nicht so sehr wie Voll im Stress. Aber ich denke es kam beim Publikum trotzdem an, gerade weil sich die Zuschauer selbst mehr darin erkannten als in den Helfern.

Die Connichi und das damit geborene Kamen no Maid Guy-Cosplay hatten mir einen Popularitätsboost gegeben, der dazu führte, dass ich von 6 neuen Cons angefragt wurde.

Nun war der Moment gekommen, wo ich mir ernsthaft Sorgen um mein Budget machen musste. 10 Cons innerhalb eines Jahres waren bei weitem zuviel für mein Budget, besonders wenn mich manche Cons bis nach Hannover oder Hamburg führen sollten.
Schweren Herzens entschloss ich mich dazu, dass ich bei manchen Cons auf Reisekostenerstattung und/oder ein Hotelzimmer bestehen musste wenn ich nicht pleite gehen wollen würde.

Mein Selbstwertgefühl war auf einem gigantischen Hoch und es kam gerade recht, dass die Connichi mich 2010 nicht auftreten lassen wollte. Nach 2009 fragte ich mich, was ich noch tun könnte um angenommen zu werden. Wenn 30 Minuten Improvisation ohne Beamer nicht reichen würden sie von meinen Qualitäten zu überzeugen, was dann?

BERLIN!

Richtig gehört. Wenn ein Showact an der Animaco oder der MMC auftreten kann, sind seine Chancen 50% höher an der Nichi auftreten zu dürfen, also schnell an der Animaco bewerben. Die Con ist eh cool und ich hab dort oben Freunde die ich sonst ned sehen könnte.
Ich hatte Glück und konnte tatsächlich an der Animaco auftreten. An Krücken… wie bereits an der WieMaiKai die Woche zuvor.
Da ich mich aber bei der Maco beworben hatte, traute ich mich nicht Forderungen zu stellen. Wieso auch Geld fordern wenn ich da unbedingt hin will? Is ja dumm.

Als besonderes Highlight erlebte ich die Frankfurter Buchmesse an der die Bühne von Leuten gestürmt wurde (was zum Running Gag werden sollte). Leider gab es hier einige Unklarheiten im Vorfeld wodurch ich die Überbrückung zwischen DCM und Auswertung komplett improvisieren musste, auch da die Technik ihre verdiente Pinkelpause nachholen musste.
Dementsprechend werd ich dort wohl nie mehr zu sehen sein. Auch weil ich da das erste Mal merken durfte. Cosplayer/innen könnne richtige Diven sein. Das Gezicke einiger ganz schlimmen Exemplare sollte so auch Pate stehen für mein nächstes Programm.

Unterm Strich endete 2010 mit ganzen zehn Cons mit denen ich zwischen 2000 und 3000 Euro ungedeckten Ausgaben hatte. (Die Reisekostenerstattungen reichten für das Minimum, auch da ich bei Cons wo ich immer aufgetreten war niemals Geld verlangen könnte)

2011 – Auftritte an der Hanami, der ChisaiiCon, der Dokomi, der Wie.Mai.Kai, dem Cosday, der Connichi und der J-Con

Das aktuelle Jahr startete wie üblich mit der Hanami und einem neuen Programm (Con ist Krieg). Das erste Mal hatte ich mir überlegt sowas wie einen richtigen Act aufzusetzen. Ein alter Ego. Ein Grundthema. Etwas, das sich von Anfang bis Ende durch zieht.
Auch entschloss ich mich auf die wunderbaren Commissions von Mummymetaller zurückzugreifen, respektive sie für mich malen zu lassen.
Ebenfalls ging das erste Mal Merchandising in Form von Buttons und Shirts an den Start (was beides aber mittlerweile passé ist).

2011 war ich nun endgültig im Stardom angelangt. An der Hanami war die Halle so voll, dass Leute nicht mehr hinein durften. Ich wurde von Conhon zu Conhon getrieben, fotografiert, um ein Autogramm oder Interview gebeten und fühlte mich wirklich als ein Star. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf „Was wollt ihr von mir? Ich bins nichts besonderes. Ich bin genau so ein Depp wie ihr alle auch.“
Ich wurde sogar gefragt ob ich nicht zum 18ten Geburtstag eines Fans kommen wolle, musste aber aus Zeitgründen absagen. (wobei ich mir immer noch seltsam vorkomme beim Gedanken daran für Geburtstage gebucht zu werden :) )

Das Jahr hindurch versuchte ich mir auch diesem Gedanken treu zu bleiben und mich an die Bonenkai und die zu Selbstüberzogenen Showacts zu erinnern. So dürfte ich niemals werden. So will ich niemals werden.
Aber ich musste feststellen, dass mit dem Alter (immerhin fast dreissig) langsam die Kraft aus dem alten Mann gezogen wurde.
An diversen Cons musste ich darum bitten, dass man für mich einen Schlafplatz im Hotel organisiert, einfach weil ich Angst hatte keinen Schlaf zu finden wenn ich mit anderen Animefans im selben Raum wäre und weil auch mein Rücken die harten Better nicht mehr so gut verträgt.

Besonders ChisaiiCon und Dokomi, wegen denen ich 3000 Km innerhalb von 8 Tagen zurück legte, setzten mir enorm zu und ich musste an der Dokomi mit Fieber auftreten.

In dem Moment fasste ich den Entschluss, dass eine Pause her musste. nach 6 Jahren und 6 Comedyprogrammen brauchte ich einfach eine Pause.
Ich wusste nicht mehr was ich für Witze bringen sollte.

Die Verlobung und baldige Hochzeit mit meiner Freundin war daher der perfekte Grund um mir die Auszeit auch wirklich zu nehmen und nicht trotzdem etwas neues zu organisieren. Denn einne Hochzeit kostet Zeit, Nerven und Euro. Und grade von letzterem blieben dieses Jahr erneut 2-3000 auf der Strecke.

Mit dem erneuten Auftritt an der Connichi, dem Auftritt bei DCIH, einem weiteren Interview bei Moonflow, der Comoderation des Cosplaywettbewerbs und der Eröffnung, sollte ich auch auf dem Höhepunkt meiner Popularität eine Pause einschlagen, am Kamin sitzen und meinen eigenen Hentai lesen.
Lediglich der Hanami und der J-Con würde ich einen Besuch abstatten als Moderator, Workshopler, Sänger oder wasauchimmer. Nur keine neue Comedy.

Was ich aber unterschätzt hatte und was nun eigentlich der Grund für diesen extrem langen Blog wurde, ist die Tatsache, dass ich nicht mehr der Mann Shinji Schneider zu sein scheine, sondern zu einer Marke geworden bin.
Mit meinem Namen wird Werbung für Cons gemacht (warum auch immer). Ich bin Teil einer Marketingstruktur.

Versteht mich bitte nicht falsch. Ich finde es absolut genial, wenn ich Leute dazu animieren kann an Cons zu kommen und ich bin gerne bereit jeden möglichen Scheiss auszuprobieren (Moderation, Eröffnung, Karaoke, der Webler mit DCIH hat extrem viel Spass gemacht). Wo ich aber das Gefühl habe, einen Riegel vorschieben zu müssen, ist wenn es nicht mehr darum geht mit dem Mann Shinji etwas spassiges zu machen sondern mit dem Produkt.
Und dieses Gefühl beginnt sich langsam in mir aufzubauen. Wollen mich die Leute noch meinetwillen oder nur noch weil ich „berühmt“ bin mit meinen 550 Facebookfans? Also quasi genau das umgekehrte Problem welches ich am Anfang hatte.

Auch ein Punkt welcher mich zum grübeln brachte, ist dass ich die Angst habe in der Vergangenheit zu höflich gewesen zu sein. Ich kenne den Stress von Helfern und Orgas und weiss was an Cons alles schief gehen kann. Auch hatte ich immer die Bonenkai im Hinterkopf und wie ich nie werden wollte.
Doch langsam begannen sich Geschehnisse zu häufen, bei denen ich eventuell früher hätte intervenieren sollen.

Rund 5 Mal musste ich einem vorher klar versprochenen Schlafplatz nachrennen, weil es vergessen ging oder jemand das ganze verschlampt hatte. Einmal fuhr ich sogar um 2 Uhr morgens wieder nach Hause weil ich schlichtweg keinen Schlafplatz hatte. Trotzdem versuchte ich mir immer bewusst zu sein „Junge. Du kannst froh sein, dass sie ein Zimmer für dich organisieren“.

Doch langsam ist für mich der Punkt gekommen, wo ich meiner, körperlichen und geistigen, Gesundheit Willen eventuell sagen muss. „NEIN“.

Es muss Grenzen geben bei denen ich für mich selber sagen muss „SEI BÖSE“.

Wenn mir eine Con ein Hotel verspricht, muss ich in Zukunft darauf bestehen im Vorfeld dieses Zimmer vom Hotel bestätigt zu haben und nicht an der Con 2 Stunden nach einem Orga suchen um zu erfahren wo ich überhaupt schlafen kann.
Wenn sie mir kein Hotel anbieten/zahlen können/wollen muss ich mit mir und meinem Budget abklären ob ich mir diese Con leisten kann oder ob andere Cons aus Verpflichtungsgründen vorrang haben. (wobei ich an sich zu jeder Con fahren möchte die mich haben will, einfach weil ich das Gefühl habe es jedem Recht zu machen)
Wenn sie mir beim Benzin nicht entgegen kommen können/wollen dasselbe. Ich komme gern aber mein Budget lässt nur einen gewissen Betrag im Monat zu. Miete zahlen und etwas Essen muss ich ja auch noch.
Wenn ich etwas anderes als Comedy machen soll, dann muss ich rechtzeitig das Rahmenprogramm wissen. Es ehrt mich wenn Leute davon ausgehen, dass ich innerhalb von 2 Wochen eine komplette lustige Aktion aus meinem Hintern ziehen kann, aber meistens kann ich das NICHT.

Und der letzte Punkt in diesem elend langen Blog.

Bitte versteht, dass ich es ernst damit meine dass ich eine Pause einlege und keine neue Comedy schreiben kann, will und werde. Geht nicht davon aus, dass nur weil ich ein netter Kerl bin eine Ausnahme für euch machen kann, denn ich kann das leider nicht mehr. Sonst gibt es nämlich irgendwann keine einjährige Pause sondern ein neues Programm „Shinji Schneider – in der Klapsmühle“

2011 war das erste Jahr, in dem es Fälle gab an denen ich nicht zu einer Con fahren wollte. Nicht weil mir die Con nicht gefallen hätte oder das Auftreten nicht mögen würde. Sondern einfach weil ich nicht wieder 700+ Kilometer an einem Wochenende zurücklegen und in einem lauten Hotel schlafen wollte. Selbst für die Connichi, welche absolut genial war und auf die ich mich so extrem gefreut hatte, musste ich mich zuerst aus dem Bett quälen um hoch zu fahren.
An den Cons selbst legte sich dieses Gefühl sofort wieder. Ich war wieder unter Gleichgesinnten. Ich traf alte Freunde. War mitten im Confieber und liebte es.

Aber wenn ich 2012 meine Pause nicht einlege. Wenn ich nicht auf mich selber acht gebe. Werde ich diese Liebe behalten? Oder ende ich irgendwann wie David Hosselhoff oder Charlie Sheen und latsche an eine Con, ziehe meine Show durch, lege 2-3 Groupies flach und betrinke mich in meinem Hotel? Ich möchte dies nicht (naja ausser den Teil mit den Groupies).

Aus diesem Grund bitte ich euch zu verstehen, dass auch wenn ich extrem viel Spass auf und neben der Bühne habe, dass 6 Jahre Comedy einen Körper und einen Geist stark beanspruchen, besonders wenn man nebenbei noch einen „richtigen“ Beruf ausübt.

Ich weiss, dass dieser Blogeintrag extrem lange und zum Teil vor allem ein riesiges Gejammer ist. Aber ich wollte, dass ihr versteht wie wichtig mir meine Comedy, meine Fans und die Cons im Allgemeinen sind.
Ich bin mit Fieber, an Krücken und mit heiserer Stimme aufgetreten. Ich habe mir mehrmals Krämpfe beim Auto fahren, auf harten Betten schlafen und kleine Kreislaufkollapse beim Rocken auf der Bühne geholt. Achja, beim Headbangen hab ich mich auch noch blutig geschlagen.
Auch wollte ich mit dem Gerücht aufräumen, dass ich von meiner Comedy leben könnte. In den letzten 6 Jahren haben mich meine Auftritte (Fahrt, Übernachtung, Verpflegung) rund 10 000 Euro gekostet.

ABER. All das ist mir meine Comedy, die Cons und die Animeszene als solches mehr als nur wert. Doch der alte Mann braucht eine Pause, also bitte versteht wenn ich kürzer trete und manchmal auch höhere Ansprüche stellen sollte.

Permalink 10 Kommentare

Selbstkontrolle ums Verrecken

3. Oktober 2011 at 09:27 (Liebesgrüsse vom Arschloch, Rantabout) (, , , , , , , , , , , , , , , )

Ich habe mich schon vor einer Weile über Idioten aufgeregt die für ihre Gewaltausbrüche immer nach einer Entschuldigung suchen. (Siehe Hier)

Aus aktuellem Anlass wird es nun vermutlich Zeit für eine Fortsetzung. Fangen wir jedoch hierfür einiges in der Vergangenheit an. Und zwar vor 8-10 Jahren.

Damals war ich noch in Basel wohnhaft und dementsprechend fühlte ich mich dem FC Basel (die Mannschaft die beinahe Manchester United besiegt hätte… ja ich reite drauf rum ;) ) zugehörig.

Schon damals fiel mir jedoch auf, dass bei einigen Fans das ganze wohl wirklich nur die Kurzform von Fanatikern war.
Da gab es die angenehme Variante, die an jedes Spiel fährt und jedes Merchandise kauft, egal wie scheisse es ist (heutzutage bekannt als iFan), aber es gab auch die weniger angenehme Variante. Die Art von Leuten, die einem die Freundschaft kündigen, weil man es wagt in die „Stadt des Feindes“ arbeiten zu gehen und dadurch „Hochverrat“ begeht. (und ja genau das ist mir passiert, als mich die Arbeitssuche nach Zürich trieb)

Zu letzterer Kategorie zählten auch damals schon so seltsame Gestalten, deren einziges Gesprächsthema zu sein schien, wen sie wann verprügelt hatten weil er einem anderen Team angehörte. Und wenn man keine anderen Fans zum verprügeln hatte, nahm man halt die Schwächsten der eigenen Gruppierung.

Nette Kameraden und Hauptgrund wieso man mich nie an einem Auswärtsspiel sah, weil ich nicht mit Leuten abhängen wollte, die damit prahlen, dass sie einen Luzern-Fan am eigenen Schal im Tram aufgeknüpft hätten.

Auch vor zehn Jahren, gab es bereits Ausschreitungen und sogenannte „Scharmützel“ mit der Polizei und man konnte davon ausgehen, dass irgendeine Konstellation der Mannschaften FCB, FCZ, GCZ, YB dazu führen würde, dass Tränengas eingesetzt werden muss.

Dies führte schlussendlich zu wunderbaren Erlebnissen wie.

Bei all diesen Eskalationen waren gewisse Reaktionen immer absehbar.

1. Die Presse stürzt sich auf das Thema

2. Die Politiker übertrumpfen sich gegenseitig mit Lösungsvorschlägen die entweder am Ziel vorbei schiessen oder nicht angewandt werden.

3. Die Täter sehen sich als Opfer die provoziert wurden. Von der Polizei, den anderen Fans (was fällt es denen auch ein zu jubeln wenn sie gewinnen), den Securitas und weil irgendjemand etwas Böses über ihre Mama gesagt hat.

4. Die Fanverantwortlichen spielen die gesamte Situation herrunter, verweisen darauf, dass weder Politik noch Polizei noch Sicherheitsverantwortliche das ganze wirklich verstehen könnten und verweisen auf die Selbstregulierung der Fankurven.

Selbstregulierung.

Ein Wort welches ich vor 10 Jahren schon bei kleineren Ausschreitungen gehört habe und welche niemals Erfolg zeigte. Eigentlich würde es bedeuten, dass die Fankurve jedem der über die Stränge schlägt deutlich zeigt, dass er nicht dazu gehört. Notfalls mit Gewalt.

Die Realität sah und sieht jedoch anders aus. Ein Haufen vermummter Feiglinge sucht Schutz in der Masse der Fans. Wenn die Securitas oder die Polizei genau jene heraus picken will, stellt sich die gesamte Fanmasse jedoch gegen den „Feind“ und solidarisiert sich mit den Krawallbrüdern.
Geisterspiele, Fanpass, Stärkere Kontrollen. Alles ungerechte Massnahmen gegen friedfertige Fans die nur eine „geile Stimmung“ verbreiten wollen, jedoch diejenigen welche ihnen am stärksten schaden mit Herzblut (vor allem Blut) verteidigen.

Dieses Wochenende gipfelte das ganze (leider) mal wieder mit der zweiten Schande von Zürich. (Siehe hier)

Das ganze begann damit, dass Anhänger des FCZ einen Knallböller in Richtung eines Balljungen warfen, respektive Anhänger von GCZ Fahnen hissten die sie scheinbar mal den FCZ-Fans geklaut hatten.

Die Hintergründe der Fahnenaktion ist das endlose Prinzip des „er hat angefangen“ und spielen nicht wirklich eine Rolle.
Als wäre aber der Böllerwurf nicht schlimm genug gewesen, so fühlten sich nun die armen armen Opfer des FCZ persönlich in ihrem Ego gekränkt weil ihre schönen Fähnchen von GC verschandelt wurden und kletterten aus ihrem (kaum abgesperrten) Sektor und liefen am Rand des Spielfelds entlang rüber zum Sektor der GC-Fans und warfen 2 der 1000° heissen Petarden hinein. Danach kam es zu Schlägereien während die normalen Fans mit Kindern das Weite suchten.

Die Securitas sah dem ganzen ziemlich teilnahmslos zu. Vermutlich besser so. Sonst wären sie wieder schuld gewesen.

So bleibt die Schuldfrage an den Fans hängen welche sich tunlichst gegenseitig beschuldigen. Am erwähnenswertesten seien hier jedoch die Administratoren des FCZ-Forums, Devante und Dieter.

Beide suchten sehr schnell die Schuld in den Provokationen der GC-Fans und machten deutlich wieso die Krawallbrüder noch immer von der eigenen Kurve gedeckt werden.

Die Frage ist was bleibt. Der Präsident des FCZ dürfte es endgültig aufgegeben haben, sich schützend vor „seine Fans“ zu stellen.
Die Politiker werden (es ist Wahljahr) noch stärker auf Repression setzen. Die Fans werden sich weiter gegenseitig zerfleischen und am wichtigsten. Die Gewaltspirale geht weiter bis es wirklich zu Todesopfern kommt.

Doch was kann man wirklich gegen diese Krawalle unternehmen?

Solange nicht jeder Fan aufs heftigste untersucht wird, ist es nahezu unmöglich zu verhindern, dass Pyros ins Stadion geschmuggelt werden und selbst dann müssten bauliche Massnahmen an den Stadien getroffen werden.

Ein Ansatz wäre es einen Dresscode einzuführen, der jegliche Vermummungsmöglichkeit verbietet. Aber das würde auch das Mannschaftseigene Merchandising betreffen (Schals, Jacken etc.) und ist kaum durchführbar.

Der Fanpass, welches es nur eingetragenen Personen erlaubt ein Ticket zu kaufen, ist ein Ansatz der stärker verfolgt werden wird. Aber auch ein Fanpass hilft nicht, wenn der Träger vermummt ist.

Die Selbstkontrolle ist nicht gescheitert, sondern hat niemals existiert. Eine Gängelung der Hardcorefans (keine Saisonkarten mehr oder nur extrem überteuert, Abwälzung der Schäden und Strafen auf die Fanclubs etc.) ist kaum umzusetzen und wird eher den Zusammenhalt dieser Gruppierungen erhöhen als ihnen die Augen zu öffnen.

Absperrungen hochzuziehen die die Sektoren WIRKLICH voneinander trennen (ich spreche hier von Wänden zwischen den Sektoren die nur den Blick nach vorne zulassen) wären bescheuert und gefährlich (dafür aber sicher).

Dann bleibt noch diejenigen Randalierer die man erwischt und verurteilt richtig bluten zu lassen, dass sie sich davon nicht mehr erholen. (Abwälzung der Strafen, Kosten für Polizei etc.) Aber hiermit zerstört man nur das Leben einiger weniger (die vermutlich eh nicht über den Intellekt verfügen ihre Taten zu reflektieren) und die sogenannte „Fanbase“ verbrüdert sich noch stärker.

Für mich und einen Haufen Leuten die einfach nur Fussball sehen wollen, bleibt schlussendlich nur eine Lösung. Wenn ein Fussballspiel einer der oben genannten Mannschaften stattfindet, bleibe ich daheim und schaue es am TV oder im Internet.

Permalink Hinterlasse einen Kommentar

Ein Schneider an der Connichi

19. September 2011 at 15:08 (Comedy, Conbericht) (, , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , )

Dieser Conbericht wird vermutlich der längste seit Langem werden.

Nachdem ich letztes Jahr nicht an der Connichi auftreten und noch nicht einmal als Besucher hinfahren konnte, freute ich mich enorm, als ich nicht nur erfuhr, dass ich dieses Jahr auftreten werden dürfe, sondern dass mir auch noch die Ehre zuteil kommen würde zusammen mit Elly die Eröffnung  UND neben Olaf die Cosplaywettbewerbe zu moderieren.

Doch fangen wir erst einmal an.

Für mich begann die Nichi bereits am

Donnerstag:

Ich hatte mir den ganzen Tag frei genommen um sicher zur Nichi zu kommen und auch alles ordnungsgemäss packen zu können. Gegen zwölf Uhr ging es dann los um noch Reiseproviant und Requisiten zu kaufen und um 13 Uhr ging es dann auf nach Deutschland.

Kurz vor Offenburg kamen wir dann das erste Mal in stockenden Verkehr und dieser sollte sich spätestens bei Baden-Baden in einen ausgewachsenen Stau umwandeln.  Ganze 1,5 Stunden brauchten wir für die 50 Kilometer Strecke bis Karlsruhe und das auch nur, weil wir den komplizierten Landweg fuhren.

So erreichten wir schlussendlich die Nichi auch nicht wie geplant um 18 Uhr sondern erst um 23 Uhr.

Zum Abschluss des Tages gönnte ich mir dann noch ein paar Cocktails (ok ich hab Cola getrunken) mit einigen Helfern, Orgas und Conassistenten.
Die Insidergespräche waren sehr amüsant und es hat Spass gemacht mal wieder in alten Zeiten zu schwelgen, aber sehr bald war bereits auch schon

Freitag:

Am Freitag ging es früh los. Zuerst Frühstücken, danach die Tickets holen und schlussendlich das gesamte Material, dass ich noch brauchen würde hinter die Bühne bringen.

Am Vormittag machte ich noch etwas die Con unsicher, plauderte noch mit diversen Leuten und dann war schneller 15:30 Uhr als ich es gedacht hätte.

So begab ich mich daher hinter die Bühne wo ich mich in meinen Anzug warf und zusammen mit Elly die Eröffnung plante. Als sich die Zeit langsam der Eröffnung näherte, mussten wir feststellen, dass auch der Freitag nicht vom Verkehr verschont bleiben sollte.
Der Stadtrat von Kassel, sowie der Generalkonsul und Herr Abe von der Japanwoche steckten im Stau fest und da der Generalkonsul die Eröffnung hätte eröffnen sollen, verzögerte sich somit das ganze Programm um eine Stunde. Höhere Macht quasi.

Nachdem unsere Gäste jedoch angekommen waren, ging es auch schon los mit der Eröffnung.
Nach den Ansprachen des Generalkonsuls, Herr Abe und des Stadtrats begann der eigentliche Teil der Eröffnung. Elly kündigte mich an, ich kündigte sie an und wir übergaben das Wort an Edi Edhutschek, den Macher von „Die Con ist Heiss“ und „Webler“.

Aufgrund technischer Probleme konnte man ihn zwar zuerst nicht hören, aber was wär so ne Con denn ohne kleine technische Pannen. Nachdem diese technische Panne jedoch nebenher behoben worden war, verlief die Eröffnung jedoch grösstenteils reibungslos und ich konnte den Tiefpunkt meiner Karriere durchziehen. In Abendkleid und Pumps japanische Ehrengäste ankündigen.

Nach der Eröffnungsrede blieb mir dann auch kaum Zeit. Ich zog mich hinter der Bühne um und sollte auch gleich mein nächstes Erlebniss dieser Con erfahren. Eine Moderation zusammen mit Olaf.

Eine Zusammenarbeit mit dem „Catman“ Olaf ist eine sehr interessante Erfahrung. Zuerst hatte ich Angst, dass wir nicht harmonieren könnten, ihr alt aussehen würde oder es aussehen könnte als wolle ich ihm die Schau stehlen, aber nachdem meine anfängliche Panik gewichen war, konnten wir uns im Laufe der Moderation immer besser aufeinander einstimmen.
Es war und ist eine wahre Freude mit ihm zu arbeiten und ich war echt geplättet von der Professionalität die diese Katze an den Tag legte. Ich kann noch viel von ihm lernen :)
Natürlich wäre der Wettbewerb nicht so gelaufen wenn nicht unsere Chefin Anne sich hinter der Bühne die Hacken abgelaufen und organisiert hätte. Auch an sie ein riesiges Lob.

Direkt nach dem Einzel- und Paarcosplay (mit einigen echt schicken Cosplays und der elende Gummibärensong läuft mir immer noch nach) war es Zeit mich schon wieder umzuziehen, denn nun war mein eigentlicher Auftritt dran.

Doof wie ich war hatte ich vergessen meinen Bart anzukleben (da ich mich für das Kleid extra rasiert hatte… ja RTL du hast richtig gehört, ich rasiere mich) und so stand ich quasi „oben ohne“ auf der Bühne. Aber shit happens ;)

Wenn wir grade bei RTL sind… ein Kamerateam von denen trieb sich vor der Nichi rum, wurde jedoch recht schnell von den Cosplayern weggemobbed.. hachja ich bin so stolz auf euch ;)

Aber kommen wir nun zu meinem Auftritt. Dieser startete mit kleinen technischen Problemen in der Präsentation, aber sowas hält doch einen wahren Kriegsgott nicht auf.
Ich redete mich in meinem Programm mal wieder um Kopf und Kragen und dürfte vermutlich bald eine Anzeige der GEMA im Briefkasten finden, aber ich denke und hoffe, dass es insgesamt recht gut ankam.
Eine Überraschung war es, als Matthes von der Tontechnik plötzlich das letzte Einhorn in meine Zugaben knallte, nachdem ich vorher gerufen hatte, dass das einzig gute Einhorn das letzte Einhorn wäre.
Zur Überraschung aller (inklusive meiner eigenen) konnte ich den Song jedoch sogar runterschmettern.

Nach meinem Auftritt gab ich dann noch ein paar Autogramme und zog mich danach kaputt ins Bett zurück ohne überhaupt nochmal mein Zeugs hinter der Bühne einzupacken. Ich war TOT… aber glücklich :)

Am Samstag

sollte es jedoch natürlich noch weiter gehen. Zuerst ging ich hinter die Bühne mein Zeugs holen, damit ich Cecile Korbel und Yume nicht bei ihren Proben stören sollte. Danach machte ich etwas die Con unsicher und fand nach ner Weile auch den Stand von Nihao an deren Stand ich mir ein Exemplar ihres neuen Hentais „Katzenminze“ kaufen konnte.  Das besondere daran? (ausser, dass Nihao echt süss zeichnet und ihre Charas auch meistens in Chara bleiben?) Werft einen Blick auf den männlichen Hauptdarsteller ;)

Katzenminze mit "Miau" und "Shinji Schneider"

Ich habe mir generell gleich 10 Exemplare gekauft von denen ich noch vor Ort einige weiter verkauft und signiert habe. (es ist interessante wieviele Leute plötzlich wollen, dass du ihnen auf deinen Ständer signierst…)
Ich verdiene übrigens keinen Cent am Verkauf, ich hab Nihao also ned um ihr sauer verdientes Geld betrogen ;)

Dann war es auch schon soweit das Gruppencosplay mit den Teilnehmern vorzubereiten, Fotos zu schiessen (respektive dafür zu Sorgen, dass niemand Tony dabei durchs Bild läuft) und bereits ging es schnell wieder auf die Bühne wo wir das Gruppencosplay moderierten.

Hier geschah etwas besonderes. André der als Merchant aus Resident Evil verkleidet war, machte seiner Freundin Caro direkt nach ihrem Auftritt einen Heiratsantrag auf der Bühne. Ich gratuliere euch beiden hier erneut zur Verlobung, da Caro angenommen hat :)

Am Nachmittag machte ich dann noch weiter die Con unsicher  bevor es soweit war die Siegerehrung der Cosplaywettbewerbe durchzuführen. Leider kamen wir durch erneute technische Probleme etwas ins Straucheln und mussten zuerst mit Momantai abtauschen, damit diese ihren Auftritt problemlos durchziehen konnten (was auch eine Schande gewesen wäre, wenn auch nur eine Minute ihres Acts wegen uns gefehlt hätte) und danach wurden die Sieger von uns geehrt.
Wir wurden gerade noch rechtzeitig fertig, damit May-N damit anfangen konnte ihr Konzert am Abend zu planen.

Für mich ging es jedoch zurück ins Hotel. Ich musste mich noch bereit machen für ein zusätzliches Highlight dieses Wochenendes. Ich konnte/durfte zusammen mit dem Team von „Die Con ist Heiss“ bei der neuesten Episode des „Weblers“ mitwirken und danach ging es rüber in ihr Hotel um auch noch beim „Edi Latenight Christiansen“ mitzuwirken.
Ich hatte generell sehr viel Spass mit Edis Team und fühle mich geehrt, dass ich Teil einer DCIH-DVD sein kann (vom obligatorischen Verarscht werden abgesehen ;) )

Der Sonntag

sollte dann ruhiger werden. Zwar rannte ich auch wieder über die Con. Dieses Mal jedoch um endlich die Strifus-Cosplayerin zu finden und mit ihr die Cosplayfotos zu machen, die wir seit der Dokomi in die Tat umsetzen wollten.
Wir hatten dann (als wir uns nach zig Stunden fanden) auch recht viel Spass und konnten sogar einige Bilder knipsen, auch wenn wir absolut keine Ahnung hatten was wir knipsen wollten. Ausserdem gab ich noch ein Interview bei Moonflow.

Nachdem ich mich danach wieder umgezogen hatte und mal „Zivil“ über die Con lief, sah ich mir nochmal alles ein wenig an und ohne meine Stimme begaben wir uns zur Abschlussveranstaltung in den Hauptsaal wo wir dann auch noch Edis Eröffnungsvideo für die Nichi sehen konnten.

Danach ging es noch was futtern und am Montag um 2:30 Uhr Morgens kamen wir total kaputt wieder zuhause an.

Permalink 2 Kommentare

Nächste Seite »

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.