Die heilige Kuh auf der Schlachtbank
Es gibt 3 Dinge, die dem durchschnittlichen Schweizer per se heilig sind.
1. Die Neutralität
2. Die Autonomie
3. Das Bankgeheimnis
Letzteres befand sich seit der Wirtschaftskrise in stetiger Schusslinie aus allen Richtungen. Es dürfe ja nicht angehen, dass die Schweiz Steuerhinterziehern eine Möglichkeit gibt, ihre Millionen und Abermillionen vor dem Fiskus zu verstecken.
Je stärker der Druck von Aussen auf die Schweiz wurde oder immer noch wird, desto stärker krallt sich die Bevölkerung an das Bankgeheimnis und verteidigt es, als ginge es um die blosse Existenz der Schweiz als solches.
Auch aktuell bauschen die geliebten Medien die Emotionen wieder unnötig hoch.
Bild und Co. bezeichnen die Schweiz als Kollabolateur mit Verbrechern, Blick und Co. bezeichnen Deutschland als Hehler.
Wieso aber eigentlich der ganze Aufruhr? Versuchen wir mal das Thema Bankgeheimnis differenziert zu betrachten.
Das Bankgeheimnis definiert, dass die schweizer Banken keinerlei Kundeninformationen ohne die Erlaubnis der Bankkunden an das Ausland übergeben dürfen. Ausnahme bildet, wenn auf direkten begründeten Verdacht auf Steuerbetrug (aber nicht Steuerhinterziehung) ein Amtshilfegesuch an die Schweiz gestellt wird.
Als Erläuterung: Steuerhinterziehung bedeutet, dass man “vergisst” die 15 Millionen auf schweizer Konten anzugeben. Steuerbetrug bedeutet, dass man mit gefälschten Dokumenten angibt nur 5 Millionen auf schweizer Konten zu haben.
Nr.2 ist strafbar in der Schweiz, Nr.1 nicht.
Ist es also den anderen Ländern wirklich zu verübeln, dass sie der Schweiz vorwerfen, dass diese Steuerhinterziehung unterstützen würde? Immerhin hindert die Schweiz niemanden daran sein Geld hier zu bunkern und weigert sich auch Daten herauszurücken ausser ein Steuerbetrüger war so dämlich aktiv Dokumente zu fälschen.
Ganz klar Jein.
Ich denke den meisten dürfte klar sein, dass das Bankgeheimnis per se ein perfektes Mittel für Steuerhinterziehung bietet, weswegen wird also vehement dafür gekämpft?
Um die Steuerhinterzieher aus dem Ausland zu schützen? Wohl kaum.
Weil der Finanzplatz Schweiz vom Bankgeheimnis abhängig ist? Laut den Banken nicht, aber schon eher.
Weil wir Schweizer uns nicht vom Ausland vorschreiben lassen wollen was wir wollen, sollen, dürfen und müssen? Bingo!
Bei einer objektiven, sachlichen und höflichen Bitte der Nachbarstaaten, würde sich das schweizer Volk kaum dermassen monieren. Immerhin geht es darum, dass irgendwelche reichen Säcke ihr Geld vor dem Finanzamt verstecken wodurch die Mehrwertsteuer wieder angehoben werden kann um die fehlenden Steuereinnahmen auszugleichen (überspitzt dargestellt).
Retten wir damit unsere Arbeitsplätze? Unsere Konjunktur? Gute Frage. Ich weiss ehrlich gesagt die Antwort nicht, gehe jedoch mal böse davon aus, dass wir mit der eisernen Verteidigung dieser heiligen Kuh lediglich den Banken und den Reichen Menschen dienlich sind. (was shizophrenerweise genau die Gruppierung darstellt, welcher der 0815-Bürger am wenigsten helfen will)
Sollten wir also von unserem Standpunkt abweichen und uns vom Bankgeheimnis trennen? Ebenfalls ein klares JEIN.
Das Bankgeheimnis ist ein veraltetes Prinzip, welches immer wieder für Konflikte sorgen wird. Also weg damit. Unter der Voraussetzung, dass die anderen Länder ihre eigenen Steuerparadiese (namentlich Luxemburg, Österreich, Liechtenstein, Monaco, die britischen Kanalsinseln, die Cayman Islands in den USA etc.) ebenfalls aufgeben.
Hier wäre eine starke Führung der Schweiz gefragt, die auch genug auf diesen Punkt pochen kann. Ob die anderen Länder auf ein schweizer Pochen jedoch überhaupt reagieren würden, bleibt stark anzuzweifeln.
My personal 2009
Jahresrückblicke gehören zur Blogosphäre wie Schimmel zu altem Brot also werde auch ich erneut einen schreiben.
Da bereits die Zeitungen und die TV-Stationen das Wiedergeben der Dekade erledigen, möchte ich erst einmal das noch aktuelle Jahr für mich revue passieren lassen. (Die Dekade kommt später).
2009 begann in Shinjihausen nicht gerade so, wie man es sich erhofft hatte. Wegen Eisregen verletzte sich meine Freundin am Rücken und somit hatten wir nicht unbedingt viel von der Silvesterparty, für die ich einen Partyraum organisiert hatte.
Wenigstens hatte ich so eine Ausrede gar nicht erst hin zu können, da sich gewisse Unannehmlichkeiten der Vergangenheit (schöne Umschreibung was?) sowieso dazu entschlossen hatten, die Party an sich zu reissen und stunk zu machen.
Generell war der Jahresbeginn sehr nervig. Während sich meine Freundin aufgrund der starken Schmerzen mit Schmerzmitteln betäuben musste und auf meine Hilfe angewiesen war, versuchte man uns gleichzeitig den Ruf zu versauen, weil ich mich an der Silvesterparty (wo der Unfall geschah) nicht genug habe blicken lassen (und die Leute zu faul waren um bei Problemen den zweiten Orga zu fragen oder die 20 Meter zu unserer Wohnung rüber zu kommen, wo ich meine Freundin pflegte).
Der Rücken meiner Freundin erholte sich dann im Laufe der folgenden zwei Monate zum Glück wieder und unser beider Gesundheitszustand erholte sich ebenfalls, nachdem wir herausgefunden hatten, dass das neue Doppelbett (welches mir meine Mutter geschenkt hatte) einige unschöne allergische Reaktionen auslöste und daher raus musste.
Die Frage wäre nun jedoch gewesen was wir ohne Bett machen, jedoch keimte in den vorhergehenden Monaten die Erkenntniss, dass wir quasi eh schon zusammen wohnen und so begann das Vorbereiten des Zusammenzugs, angefangen mit ihrem Doppelbett.
Während wir in den folgenden Monaten immer mal wieder Möbel von ihrer Wohnung zu unserer zügelten, begann langsam der wahre Stress dieses Jahres.
2008 hatten wir uns bereit erklärt bei einem Vampirfilm als Darsteller mitzumischen und somit verbrachten wir den Frühling 2009 damit Kostüme zu kaufen, Kostüme anzuprobieren und einige der Szenen zu drehen.
Gleichzeitig schrieb ich an meinem neuen Comedyprogramm (welches im Mai fertig sein musste) und durfte feststellen, dass mein Jobwechsel im Dezember dazu führte, dass ich von meiner ehemaligen Firma um rund 3500.- Fr. betrogen wurde. Danke nochmal.
Nach Auftritten an der Hanami in Ludwigshafen und das erste Mal an der Dokomi in Düsseldorf, zeigte sich 2009, dass es scheinbar mit meiner Comedy ein wenig aufwärts gehen würde. Zumindest erhielt ich mitten im Zügelstress einen Anruf, der mich vor Freude im Kreis hüpfen liess.
“Eine Tanzgruppe hat keine Zeit. Du darfst am Freitag an der Connichi auftreten.” (Anmerkung des Redaktionshins- Die Connichi ist die aktuell grösste, deutsche Animeconvention mit rund 15 000 Besuchern)
Dieser Auftritt sollte im September stattfinden, doch zuerst kam der August. Endgültiger Zügeltermin. (HORROR!!)
Die Möbel aus einer 2,5 Zimmer Wohnung in eine voll möblierte 3,5 Zimmer Wohnung zu bringen, gestaltete sich als nahezu unlösbares Problem. Es half auch nicht, dass die Hausverwaltung in genau diesem Zeitraum unsere Wohnung kontrollieren wollte und somit, durch Stapel von Kisten klettern musste.
Doch irgendwie schafften wir es schlussendlich alles unter ein Dach zu bekommen, mehr oder weniger einzuräumen und auf ging es zur Connichi.
Den Bericht kennt ihr ja bereits.
Mit dem ganzen Stress das Jahr hindurch, zeichneten sich leider bei mir einige Abnutzungserscheinungen ab. Ich spürte, wie ich aufgrund der Arbeit langsam auf einen Burnout, respektive einen Nervenzusammenbruch hinsteuerte, welchen ich bereits 2 Jahre zuvor gestreift hatte.
Aus diesem Grund kündigte ich erneut meine Stelle und kehrte im Oktober Zürich den Rücken um ins beschauliche Bern zur Arbeit zu fahren. Die neue Stelle gefällt mir bisher, ich habe neue Aufgaben (von denen ich bislang noch keine Ahnung hatte) und die Stimmung ist einiges ruhiger als in der Koksstadt der Schweiz.
Leider endete damit nicht der Ärger, denn der Besuch der Hausverwaltung im August meldete sich wieder bei uns. Wegen katastrophalen Zuständen der Wohnung, drohte man uns mit einem Rauswurf (man inspiziert eine Wohnung auch nicht WÄHREND dem Umzug) und wir mussten gleichzeitig feststellen, dass die Strecke Lenzburg – Bümpliz mit dem Zug nahezu unzumutbar und mit dem Auto unbezahlbar werden sollte.
Da also Hausverwaltung, Platz der Wohnung, Arbeitsweg und das Budget zu einem echten Problem zu werden drohten, suchten wir uns erneut eine Bleibe und fanden diese in Zofingen.
Eine wunderschöne Altstadtwohnung die 50 Quadratmeter mehr Platz mit einem zusätzlichen Zimmer und viel mehr Stauraum, gerade mal mit 300.- Fr. mehr Miete kombinierte, die durch Ersparnisse von 700.- Fr. im Monat (Benzin ist teuer), locker ausgehebelt werden konnten.
Fertig gezügelt, begann es Bergauf zu gehen, jedoch nicht ohne kleinere Komplikationen namens H1N1…
Ja richtig gelesen. Nachdem ich mich noch im Sommer über die Schweinegrippe lustig gemacht hatte, traf mich Oinkis Zorn mit voller Breitseite im November. 39 Grad Fieber (wohlbemerkt, das erste Mal Fieber seit über 15 Jahren), Schüttelfrost, Schmerzen am ganzen Körper und die restlichen hübschen Symptome, legten sowohl mich, als auch meine Freundin für eine Weile flach.
Doch heute endet dieses ereignissvolle Jahr und es ist Zeit einen Schlussstrich zu ziehen.
Wir wohnen nun gemeinsam, in einer wunderschönen Wohnung die wir glücklich als Heim bezeichnen können.
Meine Comedy war erfolgreicher denn je und wir hoffen, dass es sich im Jahr 2010 noch steigern lässt.
Wir hatten unseren ersten, eigenen Weihnachtsbaum und vermutlich das beste Weihnachtsfest, dass ich bisher hatte (inklusive der folgenden Tage).
Finanziell geht es endgültig Bergauf.
Die neue Stelle tut mir gut.
Meine Freundin noch viel mehr.
In diesem Sinne wünsche ich fast allen einen guten Rutsch und viel Spass im Jahr 2010.
Nicht loslassen können
Jeder von uns kennt das. Etwas ist einem lieb oder wichtig und man kann es einfach nicht gehen lassen.
Sei es das 25 Jahre alte Kuscheltier, welches nur noch aus einem Ohr und der Hälfte des Kopfes besteht oder Fotos seiner Exfreundinnen, mit denen man zwar keine zwei Worte mehr wechseln würde, aber die man trotzdem aus Sentimentalität behalten will.
In vielen Fällen ist ein Festhalten im Grunde also etwas Gutes. In meinen Augen allerdings nicht, wenn man lediglich an Rache und Genugtuung festhalten möchte. (Die Exfreundin die nach einem Jahr noch Leute auf einen ansetzt. Die Arbeitskollegin die sich nachwievor jeden Monat bei deinem Chef beschwert, weil du dich weigerst ihren PC gegen das neueste Teil auszutauschen etc.)
In diesem konkreten Fall, möchte ich ein altes Thema wieder hochleben lassen. Und zwar die Geschichte mit Snouky alias Dunja C. Die hübsche junge Dame die sich hat in SM-Posen abbilden lassen und deswegen vom Blick komplett zerrissen wurde. Genau genommen von Debora Zeier welche scheinbar persönliche Probleme mit ihr hatte.
Im Grunde hatten wir alle gehofft, dass sich das Thema mittlerweile erledigt hätte und dass die Dame nun ihre Ruhe hätte. Scheinbar war jedoch Debora Zeier anderer Meinung, denn gestern wurde ich auf folgendes Aufmerksam gemacht:
Gegendarstellung von 20 Minuten per richterlicher Verfügung.
Frau Zeier musste also richterlich durchsetzen, dass diese Fotos nicht aus einem passwortgeschützten Bereich stammten, sondern aus dem öffentlichen Bereich…. Meine Meinung dazu lautet:
1. Na und? Egal ob öffentlich oder nicht. Frau C. wurde an den Pranger gestellt und lief somit Gefahr ihre Stelle zu verlieren.
2. Von allen Gegendarstellungen die es hätte geben können, ist DAS der springende Punkt der ganzen Geschichte?
Leider bin ich nicht in der Lage das Gerichtsverfahren aufzutreiben, denn ich glaube auf Blick sind die Beiträge über Dunja C nicht mehr zu finden, also hoffe ich, dass dies nicht daran liegt, dass ich zu blöd bin, sondern dass dies auch per richterlicher Verfügung geschah.
Freuen wir uns zumindest weiter auf zukünftigen Zickenkrieg von Frau Zeier und geniessen die Tatsache, dass wir wohl des öfteren freizügige Fotos von jungen Damen sehen werden, die besser aussehen als Frau Zeier
Dem Rassismus Ausdruck verleihen
Heute war die grosse Abstimmung in der Schweiz. Es wurde abgestimmt ob man die Antiminarett-Initiative nun annehmen, und somit den Bau von Minaretten verbieten soll, oder eben nicht.
Im Grunde eine simple Frage. Soll man einer Religion verbieten ihr Wahrzeichen zu bauen, während andere Religionen ihre Wahrzeichen weiter bauen dürfen?
Verstossen Minaretttürme (ohne schreiende Muezzine) so gegen das Weltbild des Schweizers, dass sie per Gesetz verboten werden müssen, obwohl in der gesamten Schweiz lediglich 4 Minarettetürme stehen?
Heute war die Abstimmung und scheinbar ist die Antwort leider, JA. Mit rund 59% wurde die Initiative angenommen nach aktuellen Hochrechnungen und ich bin geschockt.
Dass Kantone wie Glarus und Aargau die doch eher bünzlig und rechtsgerichtet auftreten, diese Initiative annehmen würden, war im Grunde abzusehen. Dass jedoch sogar Zürich, welches sich selbst als Weltoffen betrachtet, einer religiös und rassistisch motivierten Initiative zustimmen kann, war doch eher überraschend.
Doch wie konnte es dazu kommen? Ist der Schweizer als solches, wirklich so rassistisch? So verängstigt gegenüber einer ihm unbekannten Religion? Scheinbar ja, doch bei dieser Abstimmung kamen noch viele weitere Punkte hinzu.
Seit der Einführung des Anti-Rassismus-Gesetzes wurde in der Schweiz sehr oft die Diskussion um andere Religionen und Ethnien unterdrückt. Diskussion um Ausländerkriminalität wurde mit dem Machwort “RASSIST” abgewürgt und viele Schweizer begannen ihre unterdrückte Wut aufzustauen.
Die Antiminarettinitiative ermöglichte es nun, dass man dieser Wut wieder einmal Ausdruck verleihen konnte. Niemandem ging es um die Minarette selbst, sondern nur darum, den bösen bösen Islamisten zu zeigen, dass wir sie hier nicht wollen. Dass man dabei eine gesamte Glaubensgemeinschaft unterdrückt? Who Cares?
Manche Leute sind eventuell auch davon überzeugt, dass man hiermit nun Gadaffi einen reinwürgen konnte…
Ich für meinen Teil bin heute schwer enttäuscht von der Schweiz und zweifel ernsthaft an der Demokratie als solcher, wenn scheinbar 60% der Wahlbevölkerung emotional statt überlegt abstimmt.
Im Sumpf der Telefonie
Heute stand es bereits in allen Zeitungen.
Der französische Telekomanbieter France Telecom plant in der Schweiz die Übernahme von Sunrise.
Da France Telecom auch die Besitzerin von Orange ist, wird dies eine Fusion aus Orange und Sunrise zur Folge haben und Sunrise wird aus der Schweiz verschwinden.
Die Wettbewerbskommission muss dieser Übernahme noch zustimmen, doch falls sie dies tut, wird man in der Schweiz nur noch zwei Möglichkeiten für ein Mobiltelefon haben.
Swisscom und Orange.
Demzufolge ist heute Morgen bereits die Swisscomaktie stärker gestiegen, als der Gesamtaktienmarkt und ehrlich gesagt. Wundern tuts mich nicht.
Ich war jahrelang glücklicher Sunrisekunde und mir war es wert auf mein iPhone zu verzichten, solange ich dafür von Swisscom und Orange verschont bleiben würde.
Swisscom hatte für mich immer den Eindruck des überforderten und überteuerten Staatsbetriebs und wenn ich eines bei Orange gelernt habe, dann dass dieser Laden sich selbst nicht im Griff hat. (Selbst der Businesssupport von Orange ist eine Farce).
Ich hoffe demzufolge, dass diese Fusion nicht erlaubt wird, jedoch gebe ich mich keinen Illusionen hin. In Zukunft heisst es wohl zwischen dem kleineren von zwei Übeln zu wählen oder gleich ganz auf das Handy zu verzichten. Ich wünschte bloss ich wüsste, welches von beiden das kleinere Übel ist.
Scheisse gebaut und dumm gehandelt
Nutzen wir fünf Minuten arbeitsfreie Zeit um mal wieder ein wenig über die Gesellschaft und ihre Abkömmlinge zu diskutieren.
In diesem Falle geht es um einen Fall welcher sich in St. Gallen abgespielt hat. “Der Lehrer als Sexgrüsel” ist nur eine der möglichen Schlagzeilen für diesen Fall. Was ist geschehen?
Ein St. Galler Realschullehrer hat für Unterrichtszwecke scheinbar seine Festplatte an einen Schulrechner angeschlossen. Soweit so gut.
Blöderweise kamen seine Schüler irgendwie an die Daten die sich auf dieser Festplatte befanden. Fragwürdig aber egal.
Auf dieser Festplatte befanden sich nun “Nacktfotos erwachsener Personen”. 1. Ziemlich blöd, dass Zeugs mit sich mitzuschleppen und 2. ich dachte bisher immer “Nacktfotos erwachsener Personen” wären besser als “Nacktfotos von NICHT erwachsenen Personen”. Muss mich getäuscht haben.
Die Krönung… unter diesen “Nacktfotos erwachsener Personen” (Kurzform NEP, da ich diese Bezeichnung einfach geil finde), befanden sich scheinbar auch “Sexbilder” dieses Lehrers. Lassen wir die Zeit ruhen, bis jeder aufgehört hat zu lachen…
Was ist nun die Folge dieser Aktion? Meine persönliche Einschätzung einer solchen Situation wäre es ja gewesen, dass wir dem Lehrer einen Rüffel erteilen, dass sowas in der Schule nix verloren hat und er doch vielleicht 1-2 Wochen Urlaub machen soll, bis er nicht mehr von allen in der Schule ausgelacht wird.
Ausserdem hätte ich versucht herauszufinden, wie diese Schüler an seine Festplatte gekommen sind und wieso. (Kleine Datendiebe für Prüfungen etc.?).
Aber meine Gedanken sind halt nicht wirklich Massentauglich. St. Gallen hat es nun vorgezogen den Lehrer per sofort freizustellen und die Krönung. Ab Montag werden die armen Schüler psychologisch betreut…
Psychologische Betreuung für 12/13-16/17 Jahre alte Schüler, weil sie NEPs und Sexfotos ihres Lehrers gesehen haben. Ist dieser Lehrer so hässlich oder sind St. Galler Schüler noch so unverdorben, dass NEPs sie wirklich schocken können?
Keine Ahnung. Aber ich weiss nun, dass in St. Gallen wohl niemals Sexualkundeunterricht im Kindergarten angebracht sein wird
Neues zur Lage der Nation
Seit meinem Auftritt an der Connichi ist es sehr ruhig geworden in diesem Blog. Sorry falls ich 1-2 regelmässige Leser habe, und diese nichts neues von mir gehört haben.
Bei mir und in der Schweiz hat sich in dieser Zeit einiges getan (und gleichzeitig doch wenig). Aber fangen wir beim Anfang an.
Die Schweiz hat gewählt. Die Nachfolge vom Sofaschmerz (Couchpain) wurde nun von einem echten Welschschweizer an einen anderen echten Welschschweizer (sorry URS) Didier Burkhalter weiter gegeben. Die Rechnungen und Ränkeschmiede der CVP sind missglückt.
Ebenfalls in der Politik hat die JUSO ihre Marschrichtung angekündigt. Sie will endgültig Staat und Kirche trennen und deswegen nicht nur Kirchensteuer abschaffen und jegliche religöse Symbole aus Schulen verbannen. Nein. Selbst die Berufung auf “Gott den Allmächtigen” will man aus der Verfassung kicken.
Die CVP wütet, man wolle ihren Glauben beschneiden, also schlage ich einen Kompromiss vor. Der Satz bleibt, aber wird erweitert durch “oder Allah den Grossen, Shiva den Vielarmigen, Manitu den Mächtigen etc.”
Dann gab es einen Skandal in Oberrieden. Die 22 Jahre Fabienne Z. aus Oberrieden suchte monatelang nach einer Knarre und erschoss dann ihren Vater, den “berühmten” Bankdrücker.
Skandal? Absolut. Besonders, da das Mädchen sich halbnackt hat fotografieren lassen und nun ihr Knackarsch der sogenannten “Vater-Killerin” (Danke Blick) im Grunde wichtiger ist, als die eigentliche Tötung. Auch interessant ist daher zu lesen, wie die Zeitungen von “kaltblütigem Mord” zu “Tötung in Notwehr” hin und her springen (aber das sexy Foto nicht vergessen).
Anders mit Blödsinn Kasse gemacht, wird nachwievor mit der Schweinegrippe. Namentlich auf der Homepage http://www.h1n1.ch welche uns kontinuirlich mich Pandiemieinfos über die grösste gesundheitliche Gefahr seit Smarties informiert und nebenbei versucht über 50 Mundschutzmasken pro schweizer Bürger zu verscherbeln. Schon noch blöd, wenn es kaum mehr interessante News zur Grippe gibt, da in der Schweiz nachwievor niemand dran abgekratzt ist.
In Libyen ist alles wie gehabt. Merz erwähnt immer wieder wie super alles klappt und trotzdem nix passiert. Calmy-Rey grinst wie ein Pferd und weiss eigentlich alles besser.
Auch im Falle Roman Polanski. Der wurde nun 30 Jahre nach seinem Sex mit einer Minderjährigen Verhaftet und die Kulturschaffenden der Schweiz laufen Sturm. Man merke also. Kinder ficken ist ok, solange man erfolgreicher Künstler ist.
Darüber hinaus gibt es nicht viel zu berichten. Ich habe eine neue Arbeitstelle begonnen welche mich ziemlich beansprucht (auch wegen den 200 Km Arbeitsweg täglich) und ich versuche Nachwievor an Aufnahmen meines Auftritts an der Connichi zu kommen.
Von Lampen”Fieber” und sonstigen Katastrophen.
Das ist es also. Ich bin gerade zurück in der Schweiz angekommen und ich habe es vollbracht.
Am Freitag um 21 Uhr ging endlich mein Traum davon einmal an der Connichi auf der Bühne zu stehen in Erfüllung und es war ein triumphales Desaster.
Die ganze Woche hatte bereits unter einem eher schlechten Stern begonnen. Nach der Arbeit am Montag lag ich erst einmal den gesamten Dienstag mit Fieber und Krämpfen im Bett und das Fieber wollte sich auch partout im Rest der Woche auch nicht mehr verabschieden.
Aber man ist ja Profi und fährt trotzdem zur Connichi. So eine Chance kann man sich einfach nicht entgehen lassen.
Also um 3 Uhr Morgens aufgestanden, bereit gemacht und los gehts zur Nichi. (Unterwegs noch kurz Mitfahrer und Filmkamera aufgabeln).
Nach 7 Stunden ereignisloser Fahrt (ja das gibts) war es dann auch soweit und ich stand vor den Toren der Connichi… oder genau genommen vor der Rezeption des Ramada-Hotels, da ich einfach nur noch schlafen wollte und ein Zimerr brauchte.
Das Zimmer war allerdings erst ab 14 Uhr bereit, also verbrachten meine Freundin und ich die übrige Zeit mit rumglotzen, bis wir uns endlich ins Zimmer zurück zogen um zu schlafen…schlafen….schlafen…….. was ich getan hätte, wenn ich nicht die folgenden drei Stunden entweder auf dem Klo oder mit enormem Lampenfieber verbracht hätte.
Es war irgendwann bereits 18 Uhr, als ich mich darauf vorbereitete, das grosse Geheimcosplay für meinen Auftritt zu erhalten und es noch vor der Technikprobe um 20 Uhr anzuprobieren.
Als ich gegen 19:15 Uhr noch immer nichts vom Cosplay, respektive seiner Schneiderin, vernommen hatte, ging das Lampenfieber so langsam in Panik über. Um 19:30 Uhr kam jedoch mein Cosplay an und ich machte mich auf, in den grossen Saal für die Technikprobe…
Fuck. Cosplaywettbewerb läuft noch, ich kann eh noch ned Proben. Der ganze Stress für nichts…. Wobei für nichts übertrieben sein dürfte. Ich stellte nämlich gleich danach fest, dass meine Verbesserung meiner Präsentation, die ganze Bilderreihe durcheinander gebracht hatte. (es ist unglaublich wie schnell man im Stress noch 15 Folien anpassen kann im Powerpoint).
Doch dann war es soweit. Der Cosplaywettbewerb fertig, das Cosplay bereit, die Präsentation angepasst. Ich trete auf die Bühne…. für den Soundcheck…..und das Publikum denkt bereits, dass es los geht und ich komme mir ein wenig vor, wie mit offenem Hosenstall…
Aber das Nichi-Publikum wäre nicht das Nichi-Publikum, wenn es nicht professionell den Soundcheck hätte über sich ergehen lassen und dann begann mein Programm wirklich, punktgenau um 21 Uhr mit einem Striptease und dem Helfersong.
Ich war glücklich. Ich hatte einen Lauf. Und dann verabschiedete sich der Rechner der Techniker bei der zweiten Folie…
Nun war mein Hosenstall nicht auf, sondern meine Hose unten. (wortwörtlich lag da meine Hose bereits neben mir, weil ich im Rock auf der Bühne stand).
Ich hätte mir die dummen Sprüche über die Technik sparen sollen. Denn nun waren PC und Beamer weg (und sie sollten auch lange nicht mehr zurückkehren). Dank der freundlichen Technik und ihren 4 Versionen von Caramelldansen (ich hasse euch :p) schafften wir es trotzdem irgendwie das Publikum zu unterhalten. Auch wenn mir gehörig die Muffe ging, als sogar ein Orga in den Saal und anschliessend hinter die Bühne rannte, um die Präsentation iiirgendwie wieder zum Laufen zu bringen.
Als nach monatelangen 30 Minuten (mittlerweile kam ich mir auf der Bühne nackt vor) ENDLICH der Ersatzrechner hoch fuhr, fiel mir ein Stein vom Herzen und wir spendierten der Technik ihre Wohlverdiente zweite Laola dieses Showacts.
Der Rest des Programms verlief dann ruhig. Ich konnte fehlerfrei mein Programm vortragen und dachte ich höre nicht recht, als ich hinter der Bühne nochmal die Zuschauer um eine Zugabe rufen hörte.
Sorry, dass es nicht mehr dazu kam. Aber noch eine Minute länger auf der Bühne und die Zuschauer hätten auch die Sanitäter in Action erlebt.
Aber trotz all der technischen und gesundheitlichen Pannen, ging dieser Freitag für mich ein absoluter Wunschtraum in Erfüllung.
Ein riesiger Dank an die Nichi-Orga für diese Chance, an die Zuschauer die so absolut genial mitgemacht haben und an die Technik die gestern über sich hinaus gewachsen ist, beim Lösen des Problems…. Wobei ich festhalten sollte, dass es nicht unbedingt hilft, keine Panik zu schieben, wenn im Publikum jemand dauernd “AUSZIEHEN” brüllt und gleich danach via Technikerfunk zu hören ist “sag mal, hat niemand einen Stripteasesong zur Hand?”
Das Ego und Theater im Fussball
Unglaublich, ich schreibe ein Blog über Sport…
Gestern spielte die Schweiz gegen Lettland in der WM-Qualifikation. So weit so gut. Ein hart erkämpftes 2:2 welches sowohl als Sieg als auch als Niederlage hätte ausgehen können. Die Chancen für die Qualifikation sind nachwievor perfekt.
Was mir jedoch gestern aufgefallen ist, sind die Punkte weswegen ich Profifussball zu verachten begann. Das Theater und das Divahafte.
Die grösste Diva von allen. Alex Frei (huu ich begehe hier gerade Verrat an allen Baslern).
Nachdem Huggel wunderbar eine Flanke herausspielte, musste Frei nur noch den Ball einnicken. Kaum das Tor erzielt, stiess er den jubelnden Padalino rabiatt aus dem Weg um sein 4 0 in die Kameras zu halten.
Keine jubelnde Gruppe, sondern nur eine egoistische Diva.
Als Vergleich dann die Mannschaft von Lettland welche sich nach dem Ausgleich zum 1:1 komplett in den Armen lag. Hier sah man eine Mannschaft. Elf Spieler die zusammen spielen. Eben ein Team.

Die Schweiz? Eine Truppe von Diven.
Die zweite Diva im Team kam in der zweiten Halbzeit aufs Feld. Hakan Yakin.
Hakan Yakin gilt nicht umsonst als der David Beckham der Schweiz. Seine Flanken sind gefährlich, seine Freistösse gefährlicher und sein Ego enorm. Ein Grund also ihn aufzustellen, aber aus Prinzip nie von Anfang an.
Hakan Yakins Ego ist sowohl seine grösste Stärke als auch sein grösstes Problem. Er ist gut. Sehr gut. Und leider weiss er dies auch. Lässt man ihn also von Anfang an spielen, dann setzt er sich ins Zeug, aber da er sowieso der beste ist, nicht so gut wie er könnte.
Wenn man ihn jedoch eine Halbzeit lang schmoren lässt, dann knabbert dies an seinem Ego. Er regt sich auf. Er will beweisen, dass er einen Stammplatz verdient hat. Und dies sieht man dann auch. Kein Wunder also, konnte die Schweiz nach seiner Einwechslung nochmal ausgleichen (obwohl hier Eren Derdiyok aller Ruhm gebührt. Yakin riss dieses Mal nichts)
Kommen wir aber nun zum Theater. Dies war gestern am Lettland-Spiel nicht so besonders, konnte jedoch schon oft beobachtet werden. Ein Spieler bekommt den Ball an den Oberschenkel getreten und wirft sich weinend zu Boden und hält sich das Gesicht. Den Schiedsrichter dazu nötigen das eigene Team zu bevorteilen, Zeit schinden, dem Gegner im Weg stehen.
Diego Benaglio (der schweizer Torwart) fing gestern den Ball und lief dann gezielt in den Gegenspieler um sich wieder fallen zu lassen und eine gelbe Karte zu fordern.
Wieso? Um das Spiel zu gewinnen? Kann man einen Sieg respektieren, den man auf diese Weise erzielt hat?
Ich persönlich finde es schade, dass dies so betrachtet wird. Meiner Meinung nach sollte die Fairplay-Initiative der FIFA weiter gehen.
Auch solche Aktionen werden nach dem Spiel geahnded und mit einer Spielsperre + einer Strafe an die Jugendförderung gebüsst. So werden entweder die Spiele wieder fairer oder zumindest die Jugendförderung besser
(Keine Sorge. In Zukunft wohl keine Sport-Blogs mehr)